Dies ist der private Weblog von Beat Döbeli Honegger

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Apple hat diese Woche an der WWDC die neue Version ihres mobile Betriebssystems iOS 5 und den Cloud-Computing-Dienst (Biblionetz:w02102) iCloud vorgestellt. Der Dienst iCloud synchronisiert automatisch alle Daten und Programme zwischen allen Geräten eines Users, so dass Daten und Programme auf allen Geräten zur Verfügung stehen (auch wenn ein Gerät danach offline ist).

icloud.jpg

Derzeit spielt die Firma Apple (Biblionetz:w00244) öfters die Rolle, in technisch interessierten Fachkreisen bereits seit längerem latente Konzepte einer breiteren Öffentlichkeit bekannt und verständlich (!) zu machen. Wenn eine Firma wie Apple neue Produkte lanciert, dann hat sie sich vermutlich einige Gedanken zur zukünftigen Computernutzung gemacht. Eine gute Gelegenheit also, sich zu überlegen, welche Vorstellungen und Visionen hinter dem Produkt iCloud stecken und welche Konsequenzen wir daraus für schulische ICT-Infrastrukturen ableiten könnten. Wohlgemerkt, es geht mir nicht um den Einsatz der iCloud in der Schule!

Meiner Ansicht nach stecken folgende Überlegungen/Beliefs wink hinter der Lancierung von iCloud:

  • Nutzende werden je nach Situation mehrere Geräte nutzen/besitzen.
    Wäre dem nicht so, müsste iCloud auch keine automatische Daten-Synchronisation zwischen den verschiedenen Geräten anbieten. Apple geht also nicht von einem 1:1-Modell und von eierlegenden Wollmilchsaudevices aus.
    Interessant ist dabei, von wie vielen Geräten Apple in näherer Zukunft ausgeht: "Access to some services is limited to 10 devices." Apple sieht es also für die nähere Zukunft als nicht abartig an, dass ein User (eine Familie?) 10 Geräte wird synchronisieren wollen. Eine erste Antwort auf die Frage Wie viele Computer braucht ein Schulkind? (Biblionetz:f00147)
  • Trotz Cloud werden Geräte weiterhin offline sein.
    Wäre dem nicht so, dann müssten Inhalte nicht offline gespeichert, sondern könnten synchron gestreamt werden. iCloud-Devices sind auch da noch nutzbar, wo Thin Client-Technologie (Biblionetz:w00911), Desktop-Virtualisierung und reine Webapplikationen wie Google Docs die Flagge streichen müssen. Die offene Frage ist, ob das schulrelevant ist.
  • Einfachheit für Menschen ist wichtig und entsteht, wenn man ihnen überall eine ähnliche Arbeitsumgebung bietet. Menschen werden zwar bis zu 10 Geräte besitzen. Sie möchten aber nicht 10 verschiedene Konzepte der Programm- und Datennutzung im Kopf haben müssen. Wenn überall die gleichen Daten (und -strukturen) und mindestens ähnliche Programme verfügbar sind, dann kann der Mensch sich ein mentales Modell eines abstrakten Computers bilden: "Meine digitale Arbeitsumgebung". Hat da jemand PLE gesagt? (Biblionetz:w01997)
  • Bezahlen muss man pro User, nicht pro Gerät
    Wenn Menschen immer mehr Geräte besitzen, dann ist ein Geschäftsmodell das auf Bezahlung pro Hardware abzielt, nicht sehr praktisch. Apples Überlegung könnte eine Konzequenz aus der Aufmerksamkeitsökonomie sein: Egal wie viele Geräte jemand besitzt: Er oder sie hat nicht mehr Zeit (oder Sinnesorgane), um Content zu konsumieren oder Programme zu nutzen.
  • NEW Kleingeräte lassen sich ohne Zweitcomputer verwenden.
    Bisher war für die Installation, Synchronisation, Backup der meisten Kleingeräte (Handhelds, Tablets, Smartphones) ein zweiter, "vollwertiger" Computer notwendig. Apple ist nicht die erste Firma, die hier einen Entwicklungsschritt vollzieht: Kleingeräte lassen sich zukünftig via Funkübertragung direkt aus dem Internet managen.
  • NEW Datenübertragung per Kabel ist vorbei, alles geht per Funk.
    Sowohl Datensynchronisation als auch Installationen passieren per Funk, entweder per WLAN oder gar durch Mobilfunkdatenübertragung.
  • Geräte können wechseln. Programme und vor allem Daten bleiben.
    Das ist keine neue Erkenntnis:

icloud2.jpg

Dieser Gedankenstrang ist noch nicht zuende gedacht und auch die Visualisierung gefällt mir noch nicht. Aber ich musste mal einen Entwurf verschriftlichen...


Das bringt uns weiter! Danke, Beat.

-- Main.LisaRosa - 08 Jun 2011 Vergiss die Hardware

-- Main.VincentTscherter - 08 Jun 2011

IPv6

03 June 2011 | Beat Döbeli Honegger | Geek
Das Internet expandiert so stark, dass ihm bald die Adressen ausgehen. Bald sind alle IPv4-Adressen aufgebraucht. Zeit also, dass ein neues Adresskonzept zur Anwendung kommt. Das ist es schon länger und heissen tut es IPv6. Es ist nicht kompatibel mit IPv4, d.h. ohne Zusätze können sich die beiden Adressierungsarten nicht verstehen.

Bisher wird IPv6 praktisch nicht genutzt, aufgrund einer Huhn-Ei-Situation: Warum sollte ich mich als Nutzer um IPv6 kümmern, wenn ich doch alles auch mit IPv4 erreiche? Und warum sollten grosse Internetanbieter sich um IPv6 kümmern, wenn doch die Kunden alle mit IPv4 zufrieden sind?

Doch wie gesagt wird nun der Adressraum von IPv4 definitiv knapp. Aus diesem Grund wurde u.a. der IPv6-Day ausgerufen, der am 8. Juni 2011 stattfindet. An diesem Tag werden zahlreiche grosse Internetanbieter ihre Dienste auch unter IPv6 anbieten.

Nachdem sich auch mein Computerzeitschrift c't in der aktuellen Ausgabe wieder einmal des Themas angenommen hat, habe ich heute experimentiert und mein lokales Netz zuhause IPv6-fähig gemacht. Mit Swisscom VDSL und einer Fritzbox 7390 scheint das sogar zu funktionieren, wie die entsprechende Testseite (http://www.test-ipv6.com) meint:

ipv6.jpg

Mein Konzeptverständnis braucht aber noch einige Updates, bis ich wieder das beruhigende Gefühl habe, genau zu verstehen, was jetzt da abläuft... (entsprechende Nachhilfe liefert zum Beispiel der Heise-Verlag u.a. zu den Privacy Extensions; wer meint alles zu wissen, kann auch den entsprechenden Test absolvieren)

Für technisch Interessierte: Swisscom bietet IPv6 als Tunnel gemäss 6RD an:

IPv6 on the FritzBox 7390

To enable IPv6, navigate to Settings > Advanced Settings > Internet > Account Information > IPv6. Then make the following changes:

  1. Tick the “Enable support for IPv6” box
  2. Select “Always use a tunnel protocol for the IPv6 connection”
  3. Select “6RD” as tunnel protocol, and configure its parameters:
    1. IPv4 address of the tunnel end-point: 6rd.swisscom.com (164.128.155.23)
    2. IPv6 prefix: 2a02:1200:: / 28
    3. Optional: Set MTU manually to 1480 Bytes

Hit apply, and enjoy IPv6 on your home devices!
(Source: labs.swisscom.com)

Verdammte Volltextsuche III (Copernic Desktop)

03 June 2011 | Beat Döbeli Honegger | Annoyance, Software
Tja, die verdammte Volltextsuche scheint zu einem Dauerbrenner zu werden: Auch die nun installierte Copernic Desktop Search Professional lässt mich eher (ver)zweifeln als hoffen...

Technische Probleme

Das positive zuerst: Copernic Desktop Search indexiert brav meine Dateien und im Gegensatz zu Microsoft Search 4.0 kann ich auch sehen und beeinflussen was und wann indexiert wird. Die Suche liefert auch Resultate.

Soweit, so gut. Doch dummerweise streikt das Backup-Programm von Windows 7, seit ich Copernic Desktop installiert habe. Hmm, und ich bin mit diesem Problem nicht alleine. Nur der Supportbereich von Copernic Desktop Search liefert auf die Volltextsuche "backup" 0 Treffer:

copernic-01.jpg
(Interessanter Sprachmix im Titel...)

Ich habe jetzt mal eine Supportanfrage gestartet und bin gespannt auf die Reaktion.

Inkonsistentes Marketing

Gleichzeitig versucht Copernic mich zu überzeugen, von der 30tägigen Testversion auf die bezahlte Version (50$) umzusteigen und meint, mir das Upgrade zu versüssen, wenn ich 10% Rabatt und/oder Mengenrabatt (!?) erhalte:

copernic-02.jpg

Dumm nur, dass ich mich dran erinnere, das auf der Startseite von Copernic derzeit folgendes Bild zu finden ist:

copernic-03.jpg

Da scheint die linke Marketinghand nicht genau zu wissen, was die rechte tut, mir als potentiellem Kunden bleibt das ungute Gefühl, dass mindestens die Preispolitik etwas zufälliges hat...

(Und solange das technische Problem mit dem Backup nicht gelöst ist, werde ich eh nichts kaufen.)

Update: Nach mehr als einem Monat hat sich der Support von Copernic Desktop gemeldet und meint:

Hello,

Sorry for the late response.

I tried Windows 7 "Backup" with or without Copernic Desktop Search install on my computer and in both case I was not able to complete my backup. I read a lot of thread on the Internet and I noticed that a lot of Windows 7 users have encounter problems with Windows 7 "Backup".

Here is a link on Micrsoft support that may help you:

http://support.microsoft.com/kb/981908

Best regards,

Dumm nur, dass ich a) nach einem Monat bereits ein anderes Produkt gekauft habe (Siehe VerdammteVolltextsucheIV) und b) Microsoft seit der Deinstallation von Copernic Desktop wieder problemlos läuft. ,

Verdammte Volltextsuche IV

31 May 2011 | Beat Döbeli Honegger | Annoyance, Software
Ich habe ja - naiverweise - bereits gemeint, mein Volltextsuchenproblem gelöst zu haben. Die Desktopsuche mit dem seltsamen Namen X1 Professional Client schien meine Bedürfnisse zu erfüllen, nach der Deinstallation von Copernic Desktop (siehe letzte Episode) lief auch mein Backup wieder.

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Das User-Interface von X1 Professional Client wirkt zwar für das Jahr 2011 etwas bieder, beim Aktivieren des Windows gibts eine unangenehme Wartefrist von gefühlten 2 Sekunden, während derer das Fenster schlicht schwarz bleibt. Danach ist die Suche aber schnell und nach bisherigem Ermessen zuverlässig (und man wird ja nach den bisherigen Erfahrungen bescheiden). Ich habe also heute beschlossen, zwei Tage vor Ende der Testperiode das Programm für 49$ zu lizenzieren. Gesagt, getan. Doch damit fingen die Probleme an.

Das Fenster zum Eingeben der Registrationsdaten ist etwas wortkarg:

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Eine Neuinstallation des Clients ergab keine Veränderung, auch nicht ein Starten der Applikation als Administrator (wie in der Knowledgebase des Unternehmens empfohlen). OK, dann bemühen wir halt den Support und setzen ein Trouble Ticket ab. Brav alle Felder ausgefüllt, Fehler beschrieben und auf Submit geklickt.

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Das finde ich aber nicht nett.

grmbl OK, dann kontaktiere ich halt den Customer Support! Habe ich nicht eben für ein Produkt bezahlt und würde es jetzt einfach gerne nutzen und nicht die Firma auf ihre Fehler aufmerksam machen müssen?

Ich klicke mich also durch beim Contact Customer Support und lande wo? Beim Formular, um ein Trouble Ticket zu erstellen... argh...

Update: Für X1 vergeht die Zeit schnell: Gestern meinte das Programm noch Two days left, heute streikt das Programm bereits und meint wiederum wortkarg:

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Update II: Weil sich X1 Technologies noch nicht gemeldet hat, schaue ich mich etwas auf ihren Webseiten um, und entdecke auch Angaben zur Reaktionszeit bei Supportanfragen, wenn man einen Supportvertrag abgeschlossen hat:

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Quelle

Dumm nur, dass an anderer Stelle nicht von 12 Geschäftsstunden, sondern von 36 (!) Geschäftsstunden die Rede ist:

x1-06.jpg
Quelle

Nein, das stärkt mein Vertrauen in das Unternehmen nicht besonders...

Update III: Mein Getwitter hat gewirkt, der Support hat sich gemeldet und das primäre Problem ist gelöst, sprich die Volltextsuche läuft. ,

Das iPad (1) für Präsentationen nutzbar machen

28 May 2011 | Beat Döbeli Honegger | Software
Damit ich das iPad (nicht Ipad 2) für Präsentationen und Demonstrationen vor Publikum nutzen kann, habe ich mir folgende Hard- und Software zugelegt:

ipad-vga-connector.jpg
Ein iPad-VGA-Connector-Kabel, um das iPad an den Beamer anschliessen zu können.

Da Apple der ersten Generation von iPads nicht genügend Power zubilligt, um immer einen internen und externen Bildschirm mit Daten zu versorgen, darf man offiziell nur Bilder, Videos und Keynote-Präsentationen auf dem externen Bildschirm darstellen lassen. Bei allen anderen Apps sowie im Springboard-Menu bleibt der externe Monitor bzw. Beamer dunkel.

Aus diesem Grund habe ich mein iPad gejailbreaked, damit ich Display Out for iPad (2.50$) installieren konnte (ja, es ginge auch kostenlos per Konsole). Nun kann ich jede beliebige App am Beamer anzeigen lassen und das Publikum kann auch die Navigation zwischen den Apps mitverfolgen.

Für klassische Präsentationen habe ich mir die Keynote-App fürs iPad gekauft (CHF 11.-), bisher aber noch nicht vor Publikum verwendet.

Schliesslich habe ich noch iWhiteboard 1.61 (kostenlos) installiert, mit dem ich auf beliebigen Bildschirminhalten zeichnen kann, während darunter die App weiterläuft. Aktiviert wird diese Zeichenfolie durch Drücken und Halten des Buttons (kann konfiguriert werden). Damit können sowohl Apps, Websites als auch Fotos annotiert werden. Screenshots von Annotationen sind möglich, ansonsten löscht ein weiterer Druck auf den Button die Folie wieder.

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Kontakt

  • Beat Döbeli Honegger
  • Plattenstrasse 80
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  • E-mail: beat@doebe.li
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