Elektromobil

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14 November 2018 | Beat Döbeli Honegger | Elektromobil, Tablet-PC

Ich eigne mich ja definitiv nicht als zuverlässiger Prognostiker für zukünftige Technologienutzung: Nicht nur, dass ich ausgestattet mit einem veralteten Modell (siehe letzten Beitrag) seit vielen Jahren den Durchbruch des Tablet PCs im Bildungswesen voraussage, nein ich reite seit 10 Jahren noch ein anderes totes Pferd, das vermutlich vom Wasserstoffauto überholt werden wird: Ein Elektromobil.

Neue Akkus - Neues Leben

25 July 2015 | Beat Döbeli Honegger | Elektromobil
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Vor zwei Jahren habe ich mein damals 15 Jahre genutztes Twike (Biblionetz:w02093) durch ein neues ersetzt (siehe Das Twike ist tot - Es lebe das Twike!). Nun habe ich praktisch nochmals so viel Geld in die Hand genommen und die Akkus ersetzt. Nach 17 Jahren ist jetzt Schluss mit NiCd-Akkus mit Memory-Effekt, Hitzeproblemen und ähnlichem.

Bei den neuen Akkus handelt es sich um Li-Ion Mangan Akkus (4x5.6Ah). Die haben keinen Memory-Effekt mehr, erwärmen sich bei der Nutzung massiv weniger und können pro Gewicht massiv mehr Energie speichern. In den 68kg haben ca. 150km Twike-Reichweite Platz. smile

Ein neues Twike-Leben beginnt: Die Reichweite der letzten Akkus gegen Schluss von 35km innerstädtisch / 50km ausserorts waren schon etwas einschränkend gegenüber den jetzt verfügbaren ca. 150km. So ist jetzt beispielsweise Zürich-Goldau retour problemlos möglich (und aufgrund der Sommerferien auch verkehrstechnisch erträglich) und auch sonst muss ich weniger auf den Kilomteterstand achten.

Ebenfalls erleichtert ist die Tatsache, dass die Akkus jederzeit geladen und nicht wie bei den früheren NiCd-Akkus möglichst leergefahren werden müssen. Mit den Akkus wurde auch gleich ein Teil der 17jährigen Steuerlogik des Twikes durch eine neuere ersetzt, die massiv mehr und verständlichere Daten liefert. Das Twike entscheidet jetzt selbst ob und wann es geladen werden muss (z.B. nachts ab 22 Uhr mit Niedertarifstrom) und kann somit ohne Nachdenken jederzeit an die Steckdose gehängt werden. Der Ladestrom wird in der normalen Anzeige nicht mehr in Ampere, sondern in km/h angezeigt:

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Konkret hat das Twike hier noch eine Akkufüllung für 62km und eine Stunde Laden bringt 40 km mehr Reichweite (für technisch Interessierte: Das entspricht einer Ladung mit 12-13A an einer 230V-Steckdose, bedingt eine CEE16-Steckdose).

Ich habe mir auch ausgerechnet, was denn das Laden so kostet (u.a. wichtig, wenn man an fremden Steckdosen laden will). In der Stadt Zürich kostet eine Kilowattsunde im Hochtarif 25 Rappen, im Niedertarif 12 Rappen. Dies ergibt dann folgende Kostenstruktur:

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Konkret: In der Nacht kostet mich eine Vollladung einen Franken. Damit komme ich ca. 120-150 km weit (Die erste Ladung hat für 129km gereicht und das Twike meinte, noch 15km weiter zu kommen). Bei Elektromobilen entstehen die Kosten nicht beim Laden, sondern beim Akkukauf... (Und der Volländigkeit halber: Das Twike fährt 100km mit einem Energieäquivalent von einem halben Liter Benzin).

Finanziell ist das Ganze noch immer unvernünftig, heute wäre ein normales 5plätziges Elektroauto günstiger als das zweiplätzige Twike (weil halt eine Kleinserie die Kosten hochtreibt). Aber in der Stadt mit begrenztem Parkplatzangebot ist das Twike, das als Motorrad gilt ungeschlagen. Und die Energieeffizienz beruht nicht darauf, dass es elektrisch angetrieben ist, sondern dass es vergleichsweise leicht ist (250kg).

Und zum Schluss noch dies: Weil ich immer darauf angesprochen werde, dass man damit ja nichts transportieren könne: Die 7x6x1.5 Liter Getränke haben den Laderaum des Twikes nicht mal zur Hälfte gefüllt. Und bei Bedarf lässt sich auch der Beifahrersitz entfernen wink

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Das Twike ist tot - Es lebe das Twike!

19 June 2013 | Beat Döbeli Honegger | Elektromobil, Gadget
Vor unterdessen 15 Jahren habe ich zum ersten Mal so viel verdient, dass ich mir hätte ein Auto kaufen können. Noch bevor ich aber das Geld dazu hatte, hatte ich mir vorgenommen, später mal kein Auto zu kaufen. So habe ich mir 1998 eines der ersten Occasionsexemplare des damals noch neuen Elektromobils Twike (Biblionetz:w02093) gekauft (und zu diesem Zweck auch den Führerschein gemacht).

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Damals hätte ich - wie bei anderen Dingen auch - nie geglaubt, dass ich das Twike 15 Jahre lang fahren würde. Zu Beginn hat es meinen Arbeitsweg (über die Forch nach Mönchaltorf) zeitlich halbiert, später hätte ich es für den Arbeitsweg nicht mehr benötigt. Man gewöhnt sich aber - wie Autofahrer auch - an die Bequemlichkeit und auch der Wiederverkaufswert des Twikes war nicht berauschend. So habe ich es die vergangenen 15 Jahre gefahren, irgendwann eine Babyschale hinten reingestellt und später den Beifahrersitz durch einen permanenten Kindersitz ersetzt (der vermutlich schnellste Kinderwagen Zürichs).

In den 15 Jahren hatte ich einige lustige Erlebnisse, sowohl bei leerem Tank (sprich Batterie) als auch bei den zahlreichen Pannen. Im Service hiess es meist: "Ui, das ist eines der ersten Serientwikes (Nr. 30), da ist noch alles anders, heute macht man das nicht mehr so. Da muss alles ersetzt werden, das kommt teuer.". Tja, aus finanziellen Gründen hat man vermutlich kein Twike wink

Diesen Frühling war der Kostenvoranschlag für den Service und die notwendigen neuen Batterien allerdings so hoch, dass ich mir zweimal überlegen musste, diesen Betrag auszugeben. Schliesslich ist ein Zweiplätzer für eine dreiköpfige Familie nicht eben optimal. Beim zweiten Mal überlegen fiel aber mein Blick in der Werkstatt auf ein ebenfalls dastehendes Occasions-Twike. Und je länger ich mir dieses andere Twike ansah, desto mehr fing mir der unvernünftige Gedanke an zu gefallen, doppelt so viel Geld für einen Wechsel auf dieses schnittige rote Twike auszugeben, statt das bestehende revidieren zu lassen. Und so habe ich das Unvernünftige getan: Ein neues Occasions-Twike gekauft smile

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Ja, mit den aktuellen Batterien schaffe ich es von Zürich nach Goldau (48km), meine Reichweite Überland beträgt aktuell ca. 55km)

Tja, und da ich aus lauter Freude mit dem neuen Twike öfters unterwegs bin, kommen auch all die Fragen, deren Antworten ich vor 15 Jahren auswendig wusste, heute aber vergessen habe. Darum hier eine Twike-FAQ:

Frequently Asked Questions zum Twike

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  • Wie weit kommt man mit einem Twike?
    Das hängt von den eingebauten Batterien und von der Fahrweise ab. Wer viel Geld ausgibt, kann heute Batterien mit einer Reichweite von 250 km kaufen.
    Derzeit bringe ich es im Stadtverkehr auf 35-40km, ausserhalb auf 55km mit einer Ladung.

  • Wie schnell fährt das Twike?
    Auf gerader Strecke fährt das Twike 85km/h. Danach wird die Energiezufuhr elektronisch begrenzt. Auf der Forchautostrasse habe ich abwärts ca. 105km/h erreicht. Wirklich angenehm ist das dann allerdings nicht mehr, da auf dem lenkenden Vorderrad zu wenig Gewicht liegt.

  • Darf das Twike auf die Autobahn?
    Es darf, will aber nicht. Denn beim Twike spürt man sehr deutlich, dass grössere Geschwindigkeiten massiv mehr Energie benötigen.

  • Wie lädt man das Twike?
    Das Twike lässt sich an jeder haushaltüblichen 230V-Steckdose laden. Je nach Sicherung kann es dabei 6A, 10A oder maximal 16A saugen (dann aber besser an einer CEE- aka Camping-Steckdose). Je nach Ladestrom und Batteriegrösse dauert die Ladung unterschiedlich lange. Daumenregel: Schnellladung 1km/min Ladezeit.

  • Hat das nicht Pedalen?
    Das ursprünglich Twike (active) hatte Pedalen, um dem Elektromotor zu helfen. Das Twike easy verzichtet auf die Pedalen, da diese je nach Nutzung nicht viel bringen. (In der Stadt kann ich nicht pedalen, da ich immer bremsbereit sein muss, da mich Autofahrer unterschätzen / nicht ernst nehmen und Fussgänger/Fahrradfahrer nicht hören. Pedalen würde meine Reaktionszeit vergrössern).

Mitsubishi i !MiEV

09 February 2009 | Beat Döbeli Honegger | Elektromobil
In der heutigen Ausgabe der Sonntagszeitung wird ein Elektrombil von Misubishi vorgestellt, von dem derzeit drei Exemplare in einem Feldversuch in der Schweiz unterwegs sind:

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Bezeichnung i MiEV
Anzahl Plätze 4
Gewicht 1080kg
Maximalgeschwindigkeit 130km/h
Reichweite 160km
Ladedauer (voll/schnell) 7h / 0.5h
Batterietechnologie Li-ion
Preis CHF 32'000
Verfügbarkeit Schweiz ev. ab 2010

In der Schweiz bisher erst als Bastelbogen verfügbar PDF-Dokument wink

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Siehe auch:


Wer hat sich bloß diesen Namen ausgedacht? Aber da hat ja Mitsubishi offenbar immer die Ruhe weg...

-- Main.TorstenOtto - 08 Feb 2009

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