Dies ist der private Weblog von Beat Döbeli Honegger

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GMLS-induzierte Usability-Toleranz-Senkung
Aus der Serie: Gefühle in GMLS-Zeiten

13 October 2026 | Beat Döbeli Honegger | GMLS, Software, vibe coding

Menschen, die selbst Software herstellen, sind oft kritischer gegenüber gegebener (Standard-)Software als Menschen ohne Programmiererfahrung, weil sie wissen, dass es auch anders ginge. Für Menschen mit Programmiererfahrung ist dabei der Frust zweistufig: Als erstes ärgert man sich über unsägliche Usability einer Software. Fast schlimmer ist dann aber, dass die nicht programmierende Umgebung diesen Frust nicht versteht und lakonisch antwortet: "Das ist halt so." oder noch schlimmer mit: "Hast du denn keine anderen Sorgen?"

gmls-usability-toleranz-senkung.png

Doch es besteht Hoffnung: Nachdem nicht-programmierende Menschen erlebt haben, wie sich mit Hilfe generativer Machine-Learning-Systeme (GMLS) (Biblionetz:w02833) Software auch automatisiert herstellen (sprich: vibe-coden (Biblionetz:w03702)) lässt, sinkt auch ihre Toleranz gegenüber grottiger Usability.

GMLS-induzierte Usability-Toleranz-Senkung bezeichnet die sinkende Bereitschaft, unnötig komplizierte, schlecht anpassbare oder nutzerunfreundliche Software hinzunehmen, weil generative Machine-Learning-Systeme individuellere digitale Werkzeuge schnell erzeugbar machen.

Weniger akademisch formuliert:

GMLS-induzierte DIY-Unlust
Aus der Serie: Gefühle in GMLS-Zeiten

13 October 2026 | Beat Döbeli Honegger | GMLS

Der Begriff ist zugegebenermassen noch etwas sperrig - das dahinter stehende Gefühl ist aber stabil: Seit einiger Zeit fühle ich eine Unlust, Dinge selbst zu machen, von denen ich weiss, dass ein generatives Machine-Learning-System (GMLS) (Biblionetz:w02833) es automatisch und deutlich schneller könnte.

gmls-unlust.png

GMLS-induzierte DIY-Unlust (kurz: GMLS-Unlust): Die sinkende Motivation, eine Tätigkeit selbst auszuführen, sobald sobald bekannt ist, dass ein generatives Machine-Learning-System sie schnell automatisch erledigen könnte.

Ein konkretes Beispiel:

GMLS-FOMO
Aus der Serie: Gefühle in GMLS-Zeiten

13 October 2026 | Beat Döbeli Honegger | GMLS

Die Entwicklungen im Bereich generativer Machine-Learning-Systeme (GMLS) (Biblionetz:w02833) ist in meiner Wahrnehmung weiterhin so hoch, dass mich öfters ein latentes Gefühl von GMLS-FOMO beschleicht:

gmls-fomo.png

Was meine ich damit? Mein Arbeitsalltag ist gut gefüllt, meine Pendenzenliste (über-)voll. Ich beobachte aus den Augenwinkeln, was andere um mich herum mit Hilfe generativer Machine-Learning-Systeme alles rasch und praktisch vollautomatisiert erledigen. Öfters habe ich das Gefühl, dass ich jetzt innehalten, Aufgaben liegenlassen und mir die Automatisierungspotenziale von GMLS genauer anschauen sollte, werde dann aber wieder von drohenden Deadlines und anderem davon abgehalten. Ich fühle mich dann wie der Neandertaler im berühmten Cartoon "No thanks - we are too busy" (dessen Ursprung sich auch mit längerer Recherche nicht wirklich eruieren liess), der weiterhin den Wagen mit den viereckigen Rädern schiebt, statt sich um die Innovationspotenziale zu kümmern.

P.S.: Im Kleinen zeigt sich grad, dass es sich lohnt, innezuhalten und etwas am Arbeitsablauf zu ändern. Das gestern entstandene Wiki-Plugin für das Einfügen von Biblionetzverweisen im Wiki erweist sich bereits als nützlich und gibt mir das Gefühl, das Biblionetz viel rascher greifbar zu haben ("Biblionetz at your fingertips")

P.S. II: FOMO: Fear of missing Out, neudeutsch für: Die Angst, etwas zu verpassen. (Biblionetz:w02486)

Sorry, gleich noch ein Posting, das vermutlich niemanden interessiert, mich aber fasziniert: Heute auf der Fahrt von Zürich nach Arth-Goldau (40 Minuten) habe ich erfolgreich Claude Code damit beauftragt, ein Plugin für meinen Foswiki-Server zu schreiben, der mir das einfügen von Biblionetzverweisen vereinfacht.

Schreibe ich Biblionetz!, dann erscheint automatisch ein Feld, in welches ich Biblionetz-Begriffe eintippen kann. Sobald ich einen der vorgeschlagenen Begriff auswähle, wird dieser ersetzt durch einen Link auf das entsprechende Biblionetz-Objekt:

plugin.png

wird zu

(Biblionetz:w00778)

Nützt ausser mir niemandem. Aber vereinfacht mir den Arbeitsalltag. Und hat eine Zugfahrt benötigt zur Umsetzung. Krasse Zeiten.

Bilderhandling im Biblionetz
Dokumentation des eigenen Staunens

Keine Ahnung, ob das irgendjemanden interessiert, ich schreibe das mal für mich selbst auf (à la Techniktagebuch): Ich habe im Biblionetz (Biblionetz:w00778) nach bald 30 Jahren den Umgang mit Bildern überarbeitet.

Grundsätzliche Idee: Standardisieren und Speicher sparen. Bisher war im Biblionetz für jedes Biblionetz-Objekt mit Bild der Name des Bildes gespeichert und es konnte sich um ein GIF, JPG oder PNG handeln. Neu sollten alle Bilder mit dem Namen ihrer Objekt-ID im AVIF-Format gespeichert werden. (Das AVIF-Format benötigt im Vergleich zu anderen Bildformaten deutlich weniger Platz. Ich konnte den Bildordner damit von 1.3 GB auf ca. 0.35 GB verkleinern.)

Ich hatte allerdings die Rechnung ohne den Wirt bzw. das Internet gemacht: Weder soziale Netze noch RSS-Reader verarbeiten AVIF-Bilder, so dass in den letzten Wochen alle automatisch generierten Postings zu Neueintragungen im Biblionetz ohne Bilder (dafür aber manchmal mit einer Fehlermeldung) ausgespielt worden sind.

Überarbeitete Idee: Die grossen Bilder im Biblionetz selbst sollen als AVIF gespeichert werden, alle Vorschaubilder hingegen als JPG. Diese Wiederum sollen für RSS-Feeds und als Thumbnail-Bild der entsprechenden Webseite verwendet werden. Während des Umbaus habe ich bemerkt, dass auch das eine dumme Idee ist: JPG ermöglicht keinen Transparenzkanal, was bie meinen Begriffsbildern bedauerlich ist.

Nochmals überarbeitete Idee: Grosse Bilder als AVIF, Begriffsvorschaubilder als PNG mit nur 256 Farben, restliche Vorschaubilder als JPG.

Warum ich das unter anderem aufschreibe: Das alles habe ich an einem Sonntag mit vibe engineering (Biblionetz:w03760) erledigt. Bei dieser Gelegenheit habe ich festgestellt, wie viel besser Claude Code in den letzten Monaten geworden ist. Das Verständnis für meinen Code und meine dabei gemachten Überlegungen zur Datenbankstruktur etc. ist für mich verblüffend und öfters hat Claude mich auf Probleme aufmerksam gemacht, die ich mir entweder nicht bewusst war, oder es bisher zu mühsam fand, sie zu lösen. Bei der Arbeit mit Claude Code ist mir öfters der neulich im Biblionetz aufgenommene Begriff der jagged intelligence (Biblionetz:w03824) in den Sinn gekommen: Ich muss mich noch daran gewöhnen zu erkennen, welche Dinge ein GMLS massiv besser kann als ich (und ich eben gar nicht auf die Idee komme, die entsprechende Aufgabe zu delegieren).

Kontakt

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