Bildungspolitik

Nicht nur KI macht dumm..
... sondern auch das oberflächliche Lesen und Zitieren von KI-Studien

25 August 2026 | Beat Döbeli Honegger | Bildungspolitik, GMLS

Derzeit geistert der Preprint einer Studie The Generative AI Learning Penalty: Evidence from Chinese Secondary Education (Biblionetz:t33879) durch die sozialen Medien und wurde auch bereits von ersten Massenmedien aufgenommen: The Economist berichtete am 18.08.26 darüber (Biblionetz:t33880) und macht die Studie damit einem breiteren Publikum bekannt.

Zitiert wird dabei meist folgende Grafik:

penalty-01.png
Quelle: The Economist

Qualitätslabel für EdTech-Software?
Aus der Serie "Wünschbarkeit impliziert nicht Machbarkeit"

21 July 2026 | Beat Döbeli Honegger | Bildungspolitik

In letzter Zeit häufen sich die Anfragen nach einer Art Qualitätslabel für Software und Plattformen, die für Bildungszwecke verwendet werden. Lehrpersonen, Schulleitungen und Bildungsbehörden auf verschiedenen Stufen sind verständlicherweise überfordert von der Flut an digitalen Angeboten, die versprechen, das Lernen zu verbessern. Da wäre es doch sehr hilfreich, es gäbe ein entsprechendes, einfach verständliches Qualitätslabel und eine Behörde, welche solche Produkte prüft und labelt.

label-00.jpg

Ich verstehe diesen Wunsch. Ich zweifle jedoch, ob ein solches Qualitätslabel praktisch umsetzbar wäre und es der Schulpraxis tatsächlich helfen würde.

Ich habe diesbezüglich déjà-vus auf zwei Ebenen:
  • Ähnliche Wünsche habe habe ich bereits erlebt bei Lernsoftware als sie noch auf CDs verteilt worden ist und beim Aufkommen von Lernapps für Smartphones und Tablets sowie bei der Messung von Anwendungskompetenzen sowohl von Schüler:innen als auch Lehrpersonen.
  • Darüber hinaus habe ich auch sonst immer wieder erlebt, dass Menschen davon ausgehen, dass wenn ein Bedürfnis genügend gross ist, es doch auch eine Lösung dafür geben muss (WuenschbarkeitImpliziertNichtMachbarkeit, Februar 2006).

Hier ein erster Entwurf meiner Vorbehalte:

Hmm, und was ist jetzt Computational Thinking?
Der CT-Lakmustest - ein Klärungsinstrument für fachdidaktische und bildungspolitische Diskussionen

26 March 2026 | Beat Döbeli Honegger | Bildungspolitik, Informatik

Computational thinking (CT) (Biblionetz:w02206) ist ein Dauerbrenner in meinem beruflichen Umfeld (z.B. Dezember 2025: NeinEsGehtNichtUmComputergestuetztesDenken). Der 2006 von Jeannette Wing (Biblionetz:p09720) mit einem Artikel in den Communications of the ACM PDF-Dokument (Biblionetz:t12130) popularisierte Begriff taucht seit Jahren sowohl in fachdidaktischen als auch bildungspolitischen Diskussionen auf. Auf den ersten Blick ist es ganz einfach. Die meisten Definitionen des Begriffs lassen sich zusammenfassen als

Denken wie Informatiker:innen

Doch was simpel klingt, ist bei näherer Betrachtung doch nicht so eindeutig. Dies zeigt sich, wenn man nachfragt, was denn das Verhältnis von CT zu Informatik sei. Ich habe dazu als eine Art Lakmustest eine Grafik erstellt:

WasIstCT.png

Binär zählen lernen trotz oder wegen "KI"
Was muss man über Informatik wissen angesichts von generativen Machine Learning Systemen?

Ich nutze die Zugfahrt für ein fokussiertes Deep-Dive in mein didaktisches High-Performance-Mindset, um maximale Stakeholder-Alignment-Power zu entfalten und die nächste Generation von Informatik-Lehrkräften mit einem 10x-Growth-Approach zu disrupten. 🚀🔥💎

schlägt mir der LinkedIn-Bullshit-Generator als Tätigkeitsbeschreibung für heute vor. (Beim Bullshit-Generator handelt es sich um einen Preprompt, der einem GMLS gefüttert aus jeder banalen Tätigkeitsbeschreibung eine (leider derzeit häufige) LinkedIn-Übertreibung macht.)

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Was ich grad wirklich mache: Ich bin im Zug für die Einstiegsveranstaltung Grundlagen der Informatik der PHSZ im zweiten Semester unseres Fernstudiengangs zur Primarlehrperson und lese (ebenfalls bei LinkedIn), dass sich die Schweiz an der PISA-Untersuchung 2029 (Biblinetz:w03699) beteiligen wird und da auch das Modul Media & Artificial Intelligence (MAIL) (Biblionetz:w03700) nutzen will. Das finde ich grundsätzlich begrüssenswert, denn es ist sinnvoll zu wissen, was Jugendliche in der Schweiz in digitalen Dingen wissen und können.

Weil ich meinen mechanischen Binärzähler für den heutigen Unterricht dabeihabe, frage ich mich, wie der denn zum MAIL-Modul von PISA 2029 passt.

Dänemark schafft die Post ab!
Wir sollten dem Beispiel folgen und zum Schutze der Kinder Papier verbieten!

11 December 2025 | Beat Döbeli Honegger | Bildungspolitik, Medienbericht, Medienbildung

Dänemark schafft die Post ab. Wir sollten dem Beispiel folgen und zum Schutze der Kinder Papier verbieten! Während in allen Zeitungen zu lesen ist, dass Dänemark Fakten schafft, wird bei uns noch endlos diskutiert, dabei ist die Lage klar!

Klingt bizzar? Absolut. Aber genau so läuft derzeit die öffentliche Debatte, wenn es um Kinder und digitale Medien geht. Das Muster dahinter:

  1. Gewisse Medien pauschalisieren, was das Redaktionssystem hergibt.
  2. Gewisse Kreise stellen pauschale, vermeintlich klare und einfache Forderungen auf
  3. Begründet werden die Forderungen mit Argumenten, die oft auf massiven Generalisierungen beruhen oder gar nicht zur Forderung passen

Ein Vergleich mit Beispielen.

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