Dies ist der private Weblog von Beat Döbeli Honegger

Archive

Google Plus und die Bildung

22 July 2011 | Beat Döbeli Honegger | Medienbildung
Seit drei Wochen nun gibt es den neuen social networking Dienst Google+ (Biblionetz:w02262). Zeit also, meine ersten Gedanken in Bezug auf Google+ und die Bildung zu ordnen bzw. zu explizieren.

  • Google+ wird die Bildung nicht revolutionieren. Nein, selbstverständlich wird kein einzelnes Produkt, egal ob iPad oder Google+ die Bildung revolutionieren. Wir können also sämtlichen Hoffnungen, Befürchtungen und Heilsversprechungen gleich wieder begraben.
    Nüchterner betrachtet stellt sich aber doch die Frage, wie solche Produkte auf die Bildungslandschaft wirken. Entweder direkt als Werkzeug und/oder Medium oder indirekt, indem sie gewissen Menschen neue Ideen und Perspektiven geben, gewissermassen die Augen öffnen für abstrakt bereits seit längerem verfügbare Konzepte (Was habe ich vor der Markteinführung des iPads vergeblich von den Vorzügen von Tablet-PCs zu erzählen versucht, seit das iPad da ist, ist den meisten auch das Potenzial von Tablet-PCs einsichtig).

  • Google+ ist ein weiteres Beispiel dafür, wie vielleicht zukünftig knowledge worker kommunizieren und arbeiten werden. Daraus ergibt sich die Frage: Wie muss Bildung aussehen, wenn Google+-Kompetenz gefragt ist. (Ja, diese Frage stellte sich bereits bei der Facebook-Kompetenz, Wiki-Kompetenz etc. Es geht ja eben nicht um Google+, sondern um eine digitale, massiv vernetzte, dynamische Kommunikations- und Arbeitskultur.)

  • Google+ ist die Begründung dafür, warum das Wort Facebook (Biblionetz:w02039) nicht in Lehrpläne gehört. Google+ zeigt, dass Facebook-Kompetenz viel zu kurz greift. Gestern Facebook, heute Google+ morgen … Auch diese Überlegung ist nicht neu. Aber vor Google+ wollte einem (fast) niemand glauben, dass nach Facebook noch etwas kommen könnte... (Problem: Wenn man Begriffe wie Word und Facebook beim Lehrplanschreiben vermeidet und stattdessen von Textverarbeitung und sozialen Netzen schreibt, dann versteht's die Hälfte der Bildungspolitiker nicht...)

  • Google+ illustriert wie schwierig es wäre, ein (kommerzielles) Lehrmittel zu Medienbildung zu machen. Damit traditionelle Lehrmittel sich lohnen, müssen sie eine gewisse Lebensdauer haben. Wie kann man im Bereich digitale Medien derzeit ein Lehrmittel erstellen, wenn die Produkte sich so rasch ändern, man aber Produkte zeigen muss, damit die Lernenden (und Lehrenden!) begreifen, worum es geht?

  • NEW Google+ illustriert, wie schwierig sinnvolle ICT-Zertifikate sind. Problem 1: Wie operationalisiere ich Google+-Kompetenz so, dass sie automatisiert testbar wird? Problem 2: Wie finanziere ich die dauernd notwendigen Aktualisierungen dieser Operationalisierungen aufgrund des Wandels von Google+?

  • Google+ illustriert ein weiteres Mal, dass Medienkompetenz wichtig ist. (egal ob man den Begriff liebt oder nicht). Datenschutz, Datensparsamkeit, Netiquette+, etc.

  • UPDATED Google+ illustriert, dass man heute informatische Bildung benötigt, um Dienste wie Google+ wirklich begreifen zu können. Die von Twitter, Facebook, Google+ und Konsorten errichteten Datenstrukturen werden immer komplexer. Es braucht Begrifflichkeiten und Übung, um solche Datenstrukturen begreifen und analysieren ("kritisch hinterfragen" in Medienpädagogik-speak) zu können. Beispiele gefällig: Noch einfach ist es zu erklären, dass Freundschaften in Facebook gegenseitig sein müssen, in Google+ das Einkreisen hingegen ohne Gegenseitigkeit funktioniert. Schwieriger wird es aber, wenn ich erklären muss, was passiert, wenn ich eine Mitteilung mit Kommentaren von jemanden erneut teile. Wer bekommt jetzt was mit? Kopie oder Referenz? (Diese Frage stellte mir Myke Naef) Und schon sind wir bei Grundkonzepten der Informatik.

Die Diskussionen um Google+ gefährdet...
  • … Facebook
  • … Twitter
  • … die traditionellen Learning Management Systeme (LMS)
  • … den face-to-face-Kontakt
  • … RSS (sprich offene Standards und durchlässigen Informationsfluss)
verschiebe ich auf ein andermal.

So, nachdem das mal geschrieben ist, kann ich weiterdenken wink

UPDATED Verwandte Blogposts, die ich vor dem Schreiben dieses Postings gelesen habe:

Keine Lust mehr zu diskutieren

19 July 2011 | Beat Döbeli Honegger | Medienbildung
Im vergangenen Jahr wurde als Vorbereitung der SFEM-Tagung 2010 unter dem Titel EducationalTrendspotting einigermassen angeregt virtuell zu 10 Trends der Bildung diskutiert. (Für Details zum Wort "einigermassen" siehe hier in der unteren Hälfte des Beitrags.

Dieses Jahr wird wiederum zu virtuellen Diskussionen aufgerufen. Auf der Website www.ict-21.ch/l4d sollen Sechs Schlüsselthemen für 2011 diskutiert werden:

  1. Informelles Lernen
  2. Multi-sensorial environments
  3. Learning in dissolving boundaries
  4. The future of education is now
  5. Capacités transversales
  6. Le nouveau rôle de l'enseignant

Zumindest die deutschsprachig und englisch geführten Themenstränge scheinen aber nicht recht in die Gänge zu kommen. Schaut man sich die zuletzt eröffneten Gruppen an, so bleiben die Mitgliederzahlen zumindest überschaubar:

l4d-groups.jpg

Ich versuche, die Aktivitäten dieser Website mindestens aus den Augenwinkeln zu verfolgen und habe den entsprechenden RSS-Feed abonniert. Heute jedoch habe ich beschlossen, das RSS-Abo zu löschen. Seit Wochen ist der Feed voller Spam mit Tablettenwerbung:

l4d-spam.jpg

Die letzten, per RSS-Feed gemeldeten inhaltlichen Beiträge sind da deutlich länger her:

l4d-blogs.jpg

Woran mag das liegen?
  • Sind die Themen bzw. Fragen zu abstrakt und abgehoben?
  • Ist die angebotene Plattform zu umständlich?
  • Haben die meisten Experten eh zu wenig Zeit?

(Noch) kein Firefox 5 für mich

19 July 2011 | Beat Döbeli Honegger | Software

Heute habe ich probeweise Firefox 5 installiert, soll ja schneller sein. Doch für mich trifft dies nicht zu, und nach weniger als 15 Minuten bin ich wieder zu Firefox 3.6.19 zurückgekehrt.

Für den Rest der Geschichte siehe NochKeinFirefox4FuerMich...

Projekt myPad

06 July 2011 | Beat Döbeli Honegger | Medienbildung, Schul-ICT
An der Fachstelle imedias.ch der PH FHNW wurde Ende April 2011 ein spannendes iPad-Projekt (biblionetz:w02189) unter dem Titel myPad gestartet:

mypad.jpg

Sechs Lehrpersonen aus Unter-und Mittelstufe der Primarschule Aargau und Solothurn entwickeln mit Einbezug von iPads und der Webplattform my-Pad.ch unter der Leitung von Claudia Fischer (imedias, Projektleitung) Unterrichtsideen für die Projektanlage «myPad – mobiles, kooperatives Lernen im Unterricht».

Voraussetzungen sind erweiterte Lehr- und Lernformen, Kooperatives Lernen, Einbezug der my-pad.ch Seite (Klassenblog/Medientagebuch) und Dropbox als mobiles Schulheft.

Die Unterrichtsideen sind modulartig aufgebaute Ateliers, die allen am Piloten beteiligten Lehrpersonen zur Verfügung stehen. Ab Ende April 2011 werden die iPads im Unterricht in den Klassen eingesetzt. Die Klassen werden während mindestens einem Monat mit den iPads und den Unterrichtseinheiten arbeiten. In dieser Zeit nutzen die Schülerinnen und Schüler die iPads als Werkzeuge fürs mobile und kooperative Lernen im Unterricht. Die Unterrichtsideen/Ateliers werden durch den Praxiseinsatz optimiert und dementsprechend angepasst.

Mit online Befragungen und einzelnen Interviews (Schülerinnen, Schüler und Lehrpersonen), Einbezug von Klassenblog/Medientagebüchern wird das Pilotprojekt bis Ende Jahr 2011 evaluiert. Anhand der Tendenzen, die aufgezeigt werden, wird entschieden die Pilotstudie in ein grösseres Projekt zum mobilen-kooperativen Lernen zu überführen oder je nachdem abzubrechen.

Ich freue mich darauf, im Blog von my-pad.ch spannende Erfahrungsberichte zu lesen und App-Empfehlungen zu bekommen. ,

Ein Client-Vorgang ist fehlgeschlagen

05 July 2011 | Beat Döbeli Honegger | Annoyance
Hurra, der Sommer ist da und ich ärgere mich wieder mit Computerproblemen rum, die mich aber seit dem Winter verfolgen.

Gelegentlich wenn ich versuche ein Mail an mehrere Personen zu versenden, weigert sich Outlook 2010 mit dem Hinweis

clientvorgang.jpg

Hmm, etwas spezifischer hätte die Meldung nicht sein können? Entsprechende Recherchen zu dieser Fehlermeldung waren bisher erfolglos. Als erstes fällt auf, dass die Meldung relativ selten im Internet auftaucht. "Ein Clientvorgang ist fehlgeschlagen" bringt derzeit bei Google 2080 Treffer. Die meisten davon beschreiben aber ganz andere Probleme im Zusammenhang mit Outlook und Exchange. Es scheint sich bei dieser Fehlermeldung um ein Auffangbecken zu handeln, wenn Outlook selbst nicht weiss, wo der Fehler liegen könnte. Eigentlich hätte Microsoft auch schreiben können:

Es ging was schief.

Weitere Hinweise zu diesem Fehler:
  • Ich hatte ihn schon mit Outlook 2003, erstmals im Dezember 2010
  • Er lässt sich nur beheben, wenn ich beim Tippen von E-Mail-Adressen die gespeicherten Vorschläge lösche und die gesamte Adresse neu tippe.
  • Der Fehler tritt seit einem halben Jahr in unregelmässigen Abständen auf.
  • Outlook-Neustart hilft nicht.
  • Computer-Neustart hilft nicht.
  • Mein Postfach ist nicht voll (auch nicht in den gesendeten Objekten).
  • Ich überschreite keine Limite der zulässigen Empfängeranzahl.
  • Der Fehler tritt auch auf, wenn ich die Mail nicht über den Exchange-Server zu versenden versuche.
  • Laut unserem Support-Mitarbeiter bin ich der Einzige mit diesem Problem (auch das wieder eine Information, die man gerne hört grummel ).

Sachdienliche Hinweise gerne an mich.
(Und sachdienlich heisst nicht "Steig doch auf xy-Mail um" )

Kontakt

  • Beat Döbeli Honegger
  • Plattenstrasse 80
  • CH-8032 Zürich
  • E-mail: beat@doebe.li
This page was cached on 18 Mar 2026 - 08:44.