Dies ist der private Weblog von Beat Döbeli Honegger

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The PLE-Conference 2010

01 July 2010 | Beat Döbeli Honegger | Veranstaltung
Anfangs 2007 habe ich mich noch gegen den Begriff Personal Learning Environment gesträubt, ihn dann aber doch ins Biblionetz aufgenommen (Biblionetz:w01997).

Zwei Jahre später haben wir am Institut für Medien und Schule (IMS) sogar eine Tagung unter dem Titel Personal Learning Environments in der Schule - Wie Handy, Notebooks und persönliche Netzwerke das Lernen verändern Wir haben dabei den meist auf (social) Software beschränkten Begriff auch auf die Hardware erweitert und mit Rolf Schulmeister einen Referenten gehabt, der den Begriff der LERNumgebung nochmals um einiges weiter gefasst und damit den modischen Hype-Begriff PLE in Frage gestellt hat.

Kommende Woche nun bin ich in Barcelona an der ersten internationalen PLE-Konferenz mit dem Beitrag Personal Smartphones in Primary School: Devices for a PLE? PDF-Dokument (Biblionetz:t12000) und bin gespannt darauf, welche Färbung diese Community dem Begriff geben wird.

Update: Siehe dafür auch das Posting Persönliche Lernumgebungen (PLEs) definieren? von Ilona Buchem

Die ersten Vorboten der Konferenz stimmen mich optimistisch: So hat Graham Attwell (Biblionetz:p04915) (nach Absprache mit den Beteiligten) die Redezeit zur Präsentation unserer Paper gekürzt, damit mehr Platz für Diskussion und Fragen entsteht und das Organisationskommitee meinte, an einer PLE-Konferenz sei es eigentlich angebracht, wenn alle ihr eigenes Namensschild basteln und herstellen würden. Ob das Experiment der unKeynote von Graham Attwell und Alec Couros gelingen wird, ist offen. Aber immerhin scheint es sich zu lohnen, wirklich vor Ort zu sein, da hoffentlich etwas passieren wird, das ich nicht billiger und bequemer auch zuhause am Computer und/oder auf dem Sofa erleben könnte.

Ich bin gespannt.

Twitter: #PLE_BCN

P.S.: Sollte jemand dieses Posting lesen, der ebenfalls an dieser Konferenz teilnehmen wird: Ich bin von Mittwoch bis Samstag im Hotel Sagrada Familia.

.P.S.2: Letzten Monat habe ich widerwill den Begriff mobile learning ins Biblionetz aufgenommen (Biblionetz:w02200) …

Geeks and Nerds

19 June 2010 | Beat Döbeli Honegger | Geek

FuerEinObligatoriumBrauchenWirDieNotebooksZuSelten

03 June 2010 | Beat Döbeli Honegger | PHSZ
Die Pädagogische Hochschule Zentralschweiz verlangt seit Ihrer Gründung im Jahr 2003 von den Studierenden den Besitz eines Notebooks. Nach einigen Jahren Betrieb wurde nun im Rahmen einer von Daniela Knüsel (Biblionetz:p02137) am Institut für Medien und Schule (IMS) durchgeführten Studie ein Zwischenfazit gezogen. Dieser Tage wurde die zuerst nur PH-intern verfügbare Studie publiziert PDF-Dokument (Biblionetz:b03961).

Während die Evaluation primär natürlich für die PHZ bzw. ihre Teilschulen von Interesse ist, scheinen mir andere Aspekte auch für andere LehrerInnenbildungsinstitutionen relevant zu sein. Das Zitat einer Studentin aus einem Fokusgruppeninterview (S. 64)möge als Appetizer für die weitere Lektüre dienen:

"Für ein Obligatorium brauchen wir die Notebooks zu selten."

Ich bin gespannt darauf, welche Veränderungen an unserer Teilschule durch diese Evaluation ausgelöst werden wink

Wieder einmal möchte ich einen noch nicht ausgegorenen Gedanken, den ich die letzten Tage mit mir herumtrage hier zur Diskussion stellen.

Ich beschäftige mich ja schon länger mit der Frage, welche Bedeutung die Wissenschaft Informatik (Biblionetz:w00458) für die Allgemeinbildung (Biblionetz:w00463) hat und wie sich entsprechende Inhalte gegebenenfalls in die bereits überfrachtete obligatorische Schulzeit packen liessen. Will man heutzutage etwas Neues in die Schule packen, bedeutet dies fast zwangsläufig, dass man etwas anderes streicht. Neue Themen und Inhalte haben es damit schwer, sie haben traditionelle Themen und Inhalte als natürliche Opponenten. Zu diesem Verdrängungskampf kommt dann noch das Drängeln der zahlreichen neuen Themen und Inhalte: Ist jetzt interkultureller Dialog wichtiger als Gesundheitsförderung oder Berufsorientierung ?

In der Vergangenheit habe ich die Themenbereiche Informatik und Bildung für eine nachhaltige Entwicklung (BNE) (Biblionetz:w01620) als sich nicht sehr grün seiend erlebt. Gegenseitige Skepsis scheint mir für das Verhältnis noch höflich formuliert.

In den letzten Tagen hatte ich mehrfach an verschiedenen Orten mit dem Thema Systemdenken (Biblionetz:w00104) zu tun und derzeit fasziniert mich der Gedanke, dass Systemdenken ein verbindendes Element von BNE und Informatik sein könnte:

Es geht um das modellierende, vernetzte Denken, um Systeme der Wirklichkeit zu beschreiben, zu simulieren und zu verstehen.

Diese Aussage könnte doch sowohl als Teilziel der Bildung für eine nachhaltige Entwicklung als auch als Teilziel der Informatik durchgehen, oder?

w01562.png

Spielt es letztlich eine Rolle, unter welchem Fächerdach Themen wie Rückkoppelung, Wirkungsdiagramme (Biblionetz:w01121) oder Systemarchetypen (Biblionetz:w01562) vermittelt werden? Aber in unserer stark vernetzten, interdependenten Welt sollten diese solche Konzepte doch Bestandteil der Allgemeinbildung sein, oder?

P.S.: Die Diplomarbeit Vermittlung systemwissenschaftlicher Grundkonzepte von Reinhard Wagner (2002) (Biblionetz:b01645) liefert meiner Ansicht nach eine gute (und kostenlos im Netz verfügbare) Einführung ins Thema.

Lieber Beat, im Hamburger Rahmenplan der Oberstufe ist "Modellbildung und Simulation" zum Pflichtthema geworden, gerade unter dem Aspekt. http://www.mint-hamburg.de Viele Grüße, Torsten

-- Main.TorstenOtto - 20 May 2010 Lieber Torsten, danke für den Hinweis! Welche Klassenstufen sind in Hamburg "Oberstufe"?

-- Main.BeatDoebeli - 27 May 2010 Die Oberstufe in Deutschland ist die gymnasiale Stufe 11-13 (resp. 12, wo gekappt wurde). Zumindest war das in Nordrheinwestfalen vor 10 Jahren so...

-- Main.MelanieBolz - 31 May 2010

Medienführerschein im Lehrplan 21?

28 May 2010 | Beat Döbeli Honegger | Medienbildung
In einer Motion (Biblionetz:t11664) im Ständerat fordert Rolf Schweiger (FDP) die Verankerung eines Medienführerscheins im Lehrplan 21 (Biblionetz:w02172)
(siehe auch den entsprechenden Tages-Anzeiger-Artikel (Biblionetz:t11663)):

Die Grundkenntnisse und die Fertigkeit rund um digitale Medien (Spiele, Internet und Fernsehen) sollen dabei altersgerecht angepasst und aufbauend unterrichtet werden. Die Kinder und Jugendlichen sollen auf jeder Stufe separat und lernfachunabhängig einen Leistungsnachweis erhalten. Dieser ist an ein Zertifikat gebunden. In einem Baukastensystem werden zunehmend Kenntnisse über verschiedene Teilbereiche der Medienkompetenz vermittelt.

In seiner Antwort (Biblionetz:t11665) bekräftigt der Bundesrat zwar die Bedeutung von Medienkompetenz (Biblionetz:w00542) in der heutigen Informationsgesellschaft, sieht jedoch keinen zusätzlichen Handlungsbedarf, da
  • die Volksschule bereits seit längerem Medienkompetenz vermittle,
  • das Thema im Bereich "überfachliche Kompetenzen und überfachliche Themen" des Lehrplans 21 bereits vorgesehen sei,
  • ein solcher Medienführerschein weder Konfrontation noch Konsumation gefährlicher Internetinhalte verhindern würde,
  • das Aufstellen und Durchsetzen entsprechender Regeln "Teil der elterlichen Erziehungsverantwortung" sei.
  • der Bund im Volksschulbereich keine gesamtschweizerischen Kompetenzen habe
  • jedoch mit der Finanzierung des Schweizerischen Bildungsservers educa.ch seine diesbezügliche Verantwortung bereits wahrnehme.

Ich persönlich begrüsse die Stossrichtung der Motion sehr. Es scheint mir dabei vor allem der Aspekt der Verbindlichkeit von Medienkompetenz relevant zu sein. Im Lehrplan 21 ist "ICT und Medien" bisher als "überfachliche Kompetenzen und überfachliche Themen" ohne eigenes Zeitgefäss verankert (Biblionetz:t11540). Die bisherige Erfahrung im Bereich Medienpädagogik zeigt jedoch deutlich, dass überfachliche Themen ohne Zeitgefäss und Verbindlichkeit gerne vergessen gehen. Ein Medienführerschein ist nun eine Möglichkeit, die notwendige Verbindlichkeit zu schaffen.

P.S: Zur allgemeinen Frage, ob die Vermittlung von Medienkompetenz Aufgabe der Eltern oder der Schule sei: Bei der Vorbereitung eines Elternabends in der iPhone-Klasse bin ich gestern übrigens über eine erstaunliche Auffassung gestossen, warum Mobiltelefone in der Schule (Biblionetz:w01971) nichts zu suchen hätten: Im Buch Kids im Netz (Biblionetz:b03138) meint Nina Scheu:

Ein anderer, nicht minder gewichtiger Grund für das Handyverbot an den Schulen ist aber, dass in vielen Familien der Umgang mit den modernen Kommunikationsmitteln - über die technischen Aspekte hinaus - noch kaum thematisiert und geübt wird.

Tja, ich würde das genau umgekehrt sehen: Gerade weil in vielen Familien das Thema Medienkompetenz zu wenig beachtet wird, muss die Schule hier einen Ausgleich schaffen.

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