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Hartnäckige kontextsensitive Spamanfragen

03 October 2012 | Beat Döbeli Honegger
Vor etwa sechs Wochen habe ich über scheinbar persönliche formulierte, in Tat und Wahrheit aber kontextsensitive Spamanfragen berichtet. Nun habe ich heute vier Follow-Up Mails in meiner Inbox, die mich freundlich daran erinnern, dass ich mich nicht auf die ursprüngliche Anfrage gemeldet hätte (Originalwortlaut siehe unten).

Ich finde das faszinierend, denn diese Spamanfragen machen genau das Gegenteil üblicher Spammails:
  • Keinerlei Links
  • Keinerlei Werbung
  • Fehlerfreies Englisch (mindestens soweit ich das beurteilen kann)
  • Einige wenige Mails statt Flut
  • Im Hintergrund eine Datenbank mit einem langen Gedächtnis
  • Ein Algorithmus, der erstaunlich kontextbewusste Anfragen stellt (oder sind das Menschen?)

Ein erstes Mail trudelt ein:

Hi ,

I wanted to follow up with you and make sure you had received my email I sent a little bit ago regarding my blog post idea.

Let me know your thoughts, I would love to work with you. Do not hesitate to get back to me with any questions!

Best regards, Olivia Leonardi

Klingt absolut unverdächtig. Würde nicht wenige Minuten später folgendes Mail eintreffen, würde ich vielleicht keinen Verdacht schöpfen:

Hi ,

I wanted to follow up with you and make sure you had received my email I sent a little bit ago regarding my blog post idea.

Let me know your thoughts, I would love to work with you. Do not hesitate to get back to me with any questions!

Best regards, Hanna Lindstrom

Bis auf den Namen absolut identisch. Somit klar: Unlautere Absichten. Aber welche? Eine Google-Suche nach "Hanna Lindstrom" blog" ergibt, dass es tatsächlich einige Gast-Blogbeiträge dieser Hanna Lindstrom gibt:

Ein weiteres Erinnerungsmail trudelt ein:

Hi ,

I wanted to follow up with you and make sure you had received my email I sent a little bit ago regarding my blog post idea.

Let me know your thoughts, I would love to work with you. Do not hesitate to get back to me with any questions!

Best regards, Valerie Harris

Und tatsächlich findet man auch zu Valerie Harris Gastbeiträge:

Ich werde noch nicht schlau aus der Aktion. Sachdienliche Hinweise erbeten (bitte nicht als Gastbeiträge...)

P.S.: Scheint tatsächlich eine neue Spamvariante zu sein, siehe A new kind of spam – Dear editor, can I write for your blog?
Ich bekomme sehr ähnliche! Und zwar viele. Ausserdem fällt mir auf, dass es letzthin (seit ca. 1-2 Monaten) auffällig viele Spammails durch meinen professionellen Antispam-Provider spamcop.net schaffen, der normalerweise fast 100% ausfiltert. Da hört es aber nicht auf: ganz neu ist, dass wenn ich sie dann spamcop melde, spamcop sie nicht zu Ende analysieren kann. Das geht nun so weit, dass ich das paranoide Gefühl hatte, das jemand das Netz zur Zeit – aus was für Gründen auch immer – gezielt mit Spam überflutet. Aber naja, da geht dann meine Phantasie mit mir durch nehm ich an…

-- Main.RogerLeMarie - 03 Oct 2012

Korreliert die Bildschirmgrösse mit der Produktivität?

02 October 2012 | Beat Döbeli Honegger | Schul-ICT

%STARTBLOG% Als Antwort auf mein Posting Die Masterarbeit mit dem Smartphone schreiben wurde ich von @sarahfrederickx gefragt, warum mir denn ein Tablet zum Arbeiten nicht reichen würde. Meine kurze Antwort, ich bräuchte mehr als serielles Multitasking hat nicht gereicht, darum versuchte ich es in den nächsten 140 Zeichen mit

@sarahfrederickx Wenn ich einen Artikel schreibe: Ein oder mehrere Fenster mit Quellen, eines mit dem zu schreibenden Artikel.

Was wiederum Sarah Fredrickx zu folgendem bewegte:

sarahfred.jpg

Für mich ist damit der Zeitpunkt erreicht, wo 140 Zeichen zum Antworten nicht mehr reichen und das passt ja bestens zur Frage, warum mir manchmal kleine Bildschirme zum Arbeiten nicht reichen und ich schneller bin, wenn ich mehrere Fenster sehe und multitasken kann.

Warum habe ich das Gefühl, mit mehreren Fenstern schneller zu sein als wenn ich auf einem Tablet (oder sonstigen Computer) Taskswitchen müsste:

  • Beim Taskswitchen benötigt man bis heute mindestens eine Hand (Tastatur, Maus oder touch screen). Erfolgt der taskswitch nicht per Tastatur, muss somit die Hand von der Tastatur entfernt werden. Es dauert damit länger, bis die Hand wieder zurück auf der Tastatur an der richtigen Position ist. Klar, dauert nicht lange. Stört mich aber.

  • Habe ich mehrere Fenster im Blick, so kann ich durchaus ein Fenster lesen, während ich ein einem anderen tippe, sei dies eine Zusammenfassung oder eine Antwort auf den Text im ersten Fenster. Das geht bisher z.B. mit einem iPad nicht.

  • Mein Gedächtnis ist räumlich sozialisiert. Ich weiss oft von einem Buch, dass die gesuchte Passage unten links steht (das wird mir vermutlich bei e-Books noch Kopfschmerzen bereiten...). Wenn ich bei einer Arbeit mehrere Quellen vor mir habe, dann weiss mein Kurzzeitgedächtnis relativ gut, welche Quelle auf welchem Bildschirm zu finden ist. Müsste ich task-switchen, so müsste ich mir im Kopf die Reihenfolge der verschiedenen tasks merken oder aber beim switchen immer erst schauen, ob ich nun das gesuchte Fenster erreicht habe. Cognitive load... Vielleicht Übungssache, weiss ich noch nicht.
Spannende Frage, habe darum mal im Biblionetz (ein weiteres offenes Fenster...) angefangen, Quellen zur Frage Korreliert die Bildschirmgrösse mit der Produktivität? (Biblionetz:f00152) zu sammeln. Noch hat der entsprechende Zitationsgraph auf einem Smartphone-Bildschirm Platz, aber wie lange noch? wink

sarahfred2.jpg

Seit mehr als sechs Jahren beschäftigt mich die Frage: Wie viele Bildschirme braucht der Mensch?. In den letzten Jahren wurden meine Bildschirme immer grösser und auch zahlreicher. Im Jahr 2007 war ich beim ersten 24-Zöller angelangt und war damit einige Jahre zufrieden. Die Preise sanken, irgendwann stand auch zuhause ein 24-Zöller.

In letzter Zeit sind die Preise nochmals stark gesunken, so dass ich - wieder zuerst im Büro - mit zwei 24-Zöllern zu experimentieren angefangen habe.

genuegend-platz-04.jpg

Toll, so viel Bildschirmfläche zu haben, aber irgendwie ist mein XXX zu gering: Bei zwei 24-Zöllern nebeneinander musste ich immer den Kopf drehen, um alles sehen zu können. Nicht wirklich bequem. So liess ich die Idee von zwei Bildschirmen eine Weile ruhen, bis mir in den Sinn kam, dass man die Bildschirme im Büro ja drehen und somit auch im Hochformat nutzen konnte. Gesagt, getan:

genuegend-platz-01.jpg

Ja, und jetzt macht's wirklich Spass: 2400 x 1920 Pixel, aber so gross, dass ich sie auch mit beginnender Altersweitsichtigkeit noch vernünftig nutzen kann. (Ja klar, daneben ist noch der kleine Tablet-Bildschirm mit weiteren 1280 x 1024 Pixeln für Twitter, Logfiles und andere Fenster, die nur peripherer Aufmerksamkeit bedürfen. Nachdem das im Büro Spass gemacht hat, habe ich mir dann vor ca. einem halben Jahr auch zwei pivot-fähige Bildschirme für zu Hause angeschafft und habe nun da auch die gleiche Konfiguration:

genuegend-platz-02.jpg

Nun braucht man selten ein einziges Fenster so gross (abgesehen davon, dass dann der senkrechte "Mittelbalken" doch recht stören würde). Stattdessen habe ich mir die grosse Fläche in vier virtuelle Bildschirme von 1200 x 950 aufgeteilt, in die ich nun mit Tastenkürzeln oder entsprechender Mausbewegung einzelne Fenster deponieren kann. Ich nutze dafür die kostenlose Software GridMove, bei der ich in einem Config-File meine eigenen Fensteraufteilungen definieren kann. Meine Aufteilung ist allerdings relativ simpel:

genuegend-platz-03.jpg

Hardwaremässig geht das übrigens mit meinem Tablet-PC problemlos. Der erste externe Bildschirm wird via DisplayPort angehängt, der zweite externe Bildschirm benötigt einen USB-to-DVI-Wandler (USB 2.0, der sich der DisplayLink-Software bedient. Man sollte damit vermutlich nicht versuchen, 3D-Action-Spiele zu spielen, aber für meine Bedürfnisse reichts, es ist keine Verzögerung erkennbar.

(Bei mir kommen zwei Bildschirme des Typs U2412M von Dell für je CHF 329.- und der USB to Displayport Club 3D SenseVision für CHF 65.- zum Einsatz.)

Tja, damit habe ich nun mindestens vorläufig das Gefühl, über genügend Bildschirmfläche zu verfügen...

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Rezensionen zu Manfred Spitzers Digitaler Demenz

25 September 2012 | Beat Döbeli Honegger
Da ich bisher nicht zu einer inhaltlichen, sondern nur zu einer kurzen methodischen Kritik (siehe Wenn Manfred Spitzer falsch rechnet und unsauber zitiert und Wenn Spitzer Studien zitiert) am neusten Buch Digitale Demenz (Biblionetz:b04942) von Manfred Spitzer gekommen bin, hier der Hinweis auf einige aus meiner Sicht seriöse Rezensionen von Leuten, die das ganze Buch nicht nur oberflächlich überflogen, sondern kritisch gelesen haben:

Update vom 09.09.12:

Update vom 11.09.12:
spitzer-rezensionen.jpg

Und zum Schluss auch eine polemische Rezension:


Information bildet

20 September 2012 | Beat Döbeli Honegger

Ein spannende, aber vermutlich auch anstrengende Weiterbildung für Schweizer GymnasiallehrerInnen. Mehr Informationen unter http://www.information-bildet.ch/

Denn

und

Nicht neu, aber noch immer gültig.

Kontakt

  • Beat Döbeli Honegger
  • Plattenstrasse 80
  • CH-8032 Zürich
  • E-mail: beat@doebe.li
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