@ANFANG 17 May 2026 AkademisierungDerLehrerInnenBildung Akademisierung der LehrerInnen-Bildung

Am vergangenen Samstag erschien im MAGAZIN des Tages-Anzeigers der Artikel
Werdet Lehrer! (
Biblionetz:t09448) von
Martin Beglinger, in welchem er die Entwicklung an den Pädagogischen Hochschulen in der Schweiz kritisiert. (Martin Beglinger hat Anfang 2009 zusammen mit
Remo Largo (
Biblionetz:p04296) das Buch
Schülerjahre (
Biblionetz:b03535) herausgegeben). Zu den Hauptpunkten der Kritik gehört:
- Praxisfremde, abgehobene Ausbildung
- Massenveranstaltungen
- Zweifelhafte Forschung
- Geschenkte Professorentitel
Dieser Artikel hat wieder einmal dazu geführt, dass die
Akademisierung der Lehrerinnen- und Lehrerbildung (
Biblionetz:w02018) nicht nur an den Pädagogischen Hochschulen heftig diskutiert wird.
Der
Spagat der LehrerInnen-Bildung zwischen Theorie und Praxis ist ja beileibe kein neues Thema. Ich habe meine Recherche nach dem Ursprung des Vorwurfs der
Mickey-Mouse-Forschung an Pädagogischen Hochschulen von
Lucien Criblez (
Biblionetz:p03872) zum Anlass genommen, den Biblionetz-Importfilter für die Zeitschrift
Beiträge zur Lehrerbildung endlich zu schreiben. Ich kann nun halbautomatisch das
Archiv der BZL (siehe auch
Archiv der BZL online) ins Biblionetz aufnehmen, was man derzeit am RSS-Feed des Biblionetzes leicht wird feststellen können. (Halbautomatisch, weil die Datenqualität des Archivs keine vollautomatische Erfassung zulässt: Tippfehler und unterschiedliche Konventionen, wie z.B. Titel und Untertitel getrennt werden o.ä.).
Das Lesen der Artikel nimmt mir der Importfilter jedoch nicht ab. Somit wird es noch länger dauern, bis dieses Archiv wirklich verdaut ist. Es ist jedoch auf folgenden Seiten mit neuen Einträgen zu rechnen:
Tja, und ich habe auch noch keine endgültige und entschiedene Meinung zum Thema
Akademisierung der LehrerInnenbildung. Manchmal wird mit der Akademisierung übertrieben, die Kritiker scheinen mir jedoch oft auch die Verangenheit zu verklären und Wissenschaft per se als Nachteil zu interpretieren. Sicher scheint mir nur, dass die Ansprüche an die zukünftigen Lehrpersonen gewachsen sind. Wir werden noch lange über dieses Thema diskutieren...
@ENDE
@ANFANG 16 May 2026 SuchfunktionenImBiblionetzMassivAusgebaut Suchfunktionen im Biblionetz massiv ausgebaut
Die letzten Tage habe ich mich intensiver mit Claude (
Biblionetz:w03768) unterhalten. Entstanden ist dabei eine Erweiterung für das Webinterface des
Biblionetzes (
Biblionetz:w00778). Für die Objekttypen
Begriffe, Personen, Fragen und
Aussagen gibt es nun eigene Suchformulare mit Autocomplete:
Es ist spannend zu erleben, was mit
agentic engineering (
Biblionetz:w03760) so alles relativ rasch umsetzbar ist.
@ENDE
@ANFANG 15 May 2026 WieSollIchAufProblematischeWissenschaftlichePublikationenReagieren Wie soll ich auf problematische wissenschaftliche Publikationen reagieren?
In unserer Publikation
Digitale Lernplattformen in der Volksschule (
Biblionetz:b08000) haben Michael Hielscher, Lennart Schalk, Michael Seemann und ich zu generativen Machine-Learning-Systemen geschrieben, dass empirische Studien angesichts der Novität und Dynamik des Themas rar und entsprechende (Meta-)Studien mit Vorsicht zu geniessen seien:
Am 22. April 2026 hat Springer Nature
beschlossen, eine der beiden Metastudien zurückzuziehen. Unsere Aufforderung zur Vorsicht war somit in diesem Fall berechtigt. Was mich jedoch derzeit umtreibt: Das ist kein Einzelfall.
In den letzten Monaten begegne ich gehäuft vielzitierten und in Massenmedien rezipierten wissenschaftlichen Publikationen, die ich nach genauerer Betrachtung für problematisch halte, weil sie massive Fehler enthalten oder gar gefälscht scheinen. Dies stellt mich vor die Frage, wie ich mit solchen Publikationen umgehen soll.
Wissenschaftlich problematische Publikationen sind kein neues Phänomen. Schon immer gab es Publikationen mit kleineren oder grösseren Fehlern, die durch das
peer review (
Biblionetz:w01890) nicht aufgedeckt wurden. Dahinter muss keine böse Absicht stecken, es können auch Flüchtigkeitsfehler oder mangelnde Kompetenz zu solchen Publikationen führen. Ebenfalls nicht neu sind aber absichtlich geschönte oder gar gefälschte wissenschaftliche Paper. Ich sehe dafür mehrere mögliche Motive:
- Die eigene Wissenschaftskarriere vorantreiben: Weil in der akademischen Welt oft Publikationen als Gradmesser der wissenschaftlichen Leistungsfähigkeit angesehen werden, führt dies zu einem gewissen Publikationsdruck, der unter Publish or perish (Biblionetz:w02508) bekannt ist (sozusagen die akademische Version der Aufmerksamkeitsökonomie. Diese Mechanismen sind alt und wohldokumentiert:
- Eigenes Einkommen oder Reputation erhöhen: Will man Bücher oder Vorträge verkaufen, macht es sich nicht schlecht, wenn man dabei auf eigene wissenschaftliche Publikationen verweisen kann. Das verleitet gewisse Menschen dazu, da ein bisschen nachzuhelfen oder Publikationsprozesse zu beschleunigen.
- Die eigene Agenda im öffentlichen Diskurs mit wissenschaftlichen Erkenntnissen untermauern: In politisch umstrittenen Themenbereichen wird auch schon seit langem versucht, die öffentliche Wahrnehmung mit scheinbar wissenschaftlichen Erkenntnissen zu beeinflussen. Das wohl bekannteste Beispiel betrifft nicht eine Einzelperson, die ihre politische Sichtweise mit wissenschaftlichen Publikationen stützen will, sondern eine ganze Branche: Die Tabakindustrie hat Wissenschaftler:innen dafür bezahlt, Forschungsergebnisse zu publizieren, die nahelegen, dass Tabak nicht gesundheitsschädlich sei (siehe Biblionetz:w03317). Da ich mich im politisch umstrittenen Themenfeld "Digitalisierung und Bildung" bewege, begegne ich auch Publikationen, bei denen ich entsprechende Motive vermute.
Generative Machine-Learning-Systeme (GMLS) haben die Problematik vergrössert, denn der Aufwand, um sich auf den ersten Blick seriös klingende Artikel inkl. Literaturliste schreiben zu lassen, ist massiv gesunken - entsprechend zahlreich sind auch die Geschichten um plump gefälschte Paper.
Wie soll ich nun konkret damit umgehen, wenn mir entsprechend problematisch Publikationen begegnen?
A) Soll ich reagieren?
Es gibt Gründe, warum ich bei problematischen wissenschaftlichen Publikationen reagieren sollte:
- Ruf der Wissenschaft: Es schadet längerfristig der Wissenschaft, wenn problematische Publikationen nicht beanstandet, korrigiert oder zurückgezogen werden. Es wäre kurzfristig zu denken, dass man durch das Hinweisen auf problematische Publikationen der Wissenschaft schadet (und somit zum Nestbeschmutzer wird), denn Falsifizierbarkeit und offener Umgang mit Fehlern gehört zu guter Wissenschaft. Wer schweigt, lässt nicht nur zu, dass sich problematische Publikationen weiterverbreiten, sondern duldet auch einen schlampigen Umgang im Wissenschaftsbetrieb.
- Einfluss auf politische Entscheide: Insbesondere bei Publikationen, die bei politischen Diskussionen und Entscheiden verwendet werden, scheint es mir wichtig, bei fehlerhaften oder falschen Publikationen zu reagieren. Oft sind es gerade Publikationen mit pauschalen und einfachen Ergebnissen, die in der politischen Debatte gerne aufgenommen werden (Biblionetz:a01400).
- Fairness-Überlegungen: Gerade wenn wissenschaftliche Publikationen einen Einfluss auf Drittmittel und Karriere haben können, scheint es angezeigt, unsaubere oder gar gefälschte Publikationen aus dem Verkehr zu ziehen. Es wäre ansonsten ungerecht gegenüber ehrlich und seriös arbeitenden Forschenden.
Es gibt aber auch Gründe, warum man vielleicht gerne wegschauen möchte bei solchen Publikationen:
- Die Welt voranbringen, nicht andere kritisieren: Grundsätzlich interessiert mich an meiner Arbeit, Lösungen für Herausforderungen der Menschheit zu finden. Das ist erfüllender und direkter sinnstiftend, als die Arbeit anderer zu kritisieren.
-
Aufwand bei schon nur einer Publikation: Brandolinis Gesetz (Biblionetz:w03171), dass es Grössenordnungen einfacher ist, bullshit zu generieren als bullshit zu widerlegen, trifft nicht nur auf die Politik, sondern auch auf wissenschaftliche Publikationen zu. Einer wissenschaftlichen Publikation Fehler nachzuweisen, ist um einiges aufwändiger als Fehler oder Fälschungen herzustellen.
- Schiere Menge: Generative Machine-Learning-Systeme erhöhen zudem derzeit auch die Anzahl gefälschter Publikationen massiv. Deren Bekämpfung droht zu einem Fulltime-Job zu werden.
- Vermeidung des Neid-Vorwurfs: Kritisiert man öffentlich die Arbeit von Menschen, die aufgrund dieser Arbeit im Licht der Öffentlichkeit stehen, riskiert man den Vorwurf, nur neidisch zu sein: Weil man selbst nicht so bekannt / berühmt / oft zitiert sei, würde man jetzt andere kritisieren. Diesem Vorwurf kann man entgehen, indem man schweigt.
-
Vermeidung von persönlichen Konflikten: Je nachdem, wie man auf problematische Publikationen anderer hinweist und welche Konsequenzen dies für andere hat, macht man sich zur Zielscheibe von Hass und anderen schlechten Gefühlen seitens der Angeschwärzten. Zu Beginn einer Wissenschaftskarriere ist dies besonders ausgepräft, weil man einerseits auf wohlwollende Empfehlungen älterer Kolleg:innen angewiesen oder gar in Abhängigkeitsverhältnissen bezüglich Anstellung und/oder Doktorat ist (Biblionetz:w03726).
B) Wie soll ich reagieren?
Hat man sich entschlossen zu reagieren, stellt sich die Frage, wie man denn idealerweise tut. Ziel sollte in den meisten Fällen die Korrektur / Zurückziehung der problematischen Publikation und nicht der Angriff auf die Autor:innen sein (auch wenn das nicht immer klar unterscheidbar ist).
- Eine erste Reaktionsmöglichkeit ist eine direkte private Rückmeldung an die Autor:innen der Publikation. Im Idealfall erkennen die Autor:innen die Problematik und leiten entsprechende Schritte ein.
- Sind die Autor:innen uneinsichtig oder unwillig, so ist eine Rückmeldung an die entsprechende Zeitschrift ein möglicher nächster Schritt. Bei seriösen Herausgeberschaften ist dies meist zielführend. Es gibt aber auch Herausgeberschaften, die selbst wenig Interesse an einer Korrektur haben.
- Ein anderer möglicher zweiter Schritt besteht in einer Rückmeldung an die Hochschule der Autor:innen. Auch hier gilt: Bei seriösen Hochschulen sollte dies zielführend sein, bei gewissen privaten Hochschulen bin ich skeptisch, ob das nicht zum Geschäftsmodell gehört.
Was aber, wenn diese drei Varianten, welche hinter den Kulissen ablaufen und nicht direkt auf die Autor:innen abzielen, nicht weiterhelfen? Bei Autor:innen, die öffentlich bekannt sind und auch regelmässig in Massenmedien zu lesen, hören und sehen sind, stellt sich die Frage, ob es zielführend ist, Massenmedien auf problematische Aspekte gewisser Publikationen und die vergeblichen Versuche hinter den Kulissen hinzuweisen.

Mein aktuelles GMLS schlägt nach der Lektüre des Posts noch vor:
"PubPeer, Retraction Watch, Replies/Kommentare in derselben Zeitschrift, Preprints mit Gegenanalyse, Fachblog)."
Habe ich etwas übersehen? Zielführende Hinweise sind willkommen!
P.S: Aus aktuellem Anlass sehe ich grad die Parallele zur Entdeckung von IT-Sicherheitslücken. Auch da sollte man ja Zeit aufwenden, um die Entwickler:innen hinter den Kulissen auf die Probleme hinzuweisen (Responsible Disclosure). Nein, IT-Sicherheitsprobleme entstehen nicht nur durch vibe-coding, aber das wäre jetzt ein anderes Posting...
@ENDE
@ANFANG 20 April 2026 BiblionetzWikiGMLSUndWasIstMeineAufgabe Biblionetz - Wiki - GMLS - und was ist meine Aufgabe?
Anfang April hat Andrej Karpathy, ein ehemaliger Mitarbeiter von OpenAI (Herstellerin von ChatGPT) ein Dokument mit dem Titel
LLM Wiki (
Biblionetz:t33408) veröffentlicht, das beschreibt, wie man mit einem
generativen Machine-Learning-System (GMLS) (
Biblionetz:w02833)
persönliches Wissensmanagement (
Biblionetz:w01688) betreiben könnte: Man lässt das GMLS ein Wiki befüllen.
Besonders schön: Karpathy meint:
"Besprechen Sie dieses Dokument mit dem GMLS-System ihrer Wahl."
Dieser Text hat mich natürlich brennend interessiert, schliesslich betreibe ich nicht nur seit 20 Jahren verschiedene Wikis (
Biblionetz:w01268) und beschäftige mich seit Dezember 2023 mit GMLS - nein, seit bald 30 Jahren betreibe ich mit dem
Biblionetz auch mein privates, aber öffentlich zugängliches Wissensnetz!
Geclusterte Visualisierung des Biblionetzes (Stand 2019)
Natürlich wollte ich darüber nachdenken, natürlich wollte ich dazu bloggen oder die Frage beantworten, die mich auf verschiedenen Kanälen erreicht hat:
"Was denkst du zum Text von Karpathy?" Nur: Ich habe derzeit zu wenig Zeit, um mich allem zu beschäftigen, was mich interessieren würde. Heute morgen meinte
Myke Näf (
Biblionetz:p00344) im Chat, ich könne ja ein GMLS mein Posting schreiben lassen. Als ich zögerte und etwas von "Ich will aber meine Posts selber schreiben" am Tippen war, hatte er schon sein GMLS (Claude Opus 4.7) gefragt
what does beat döbeli think of this in the context of his biblionetz or otherwise? write a linkedin post that he would write.
und dann quote von karpathys tweet
Hier die Antwort von Claude:
Beat würde das mit einer Mischung aus amüsiertem Wiedererkennen und leiser Skepsis lesen — schließlich macht er mit dem [Biblionetz](
https://beat.doebe.li/bibliothek/) seit 1996 von Hand, was Karpathy hier als LLM-Workflow skizziert: kompilierte Markdown-Wissensbasis, dichte Verlinkung, Rückverweise, inkrementelle Pflege. Der zentrale Punkt, an dem er hängenbleiben würde, ist Karpathys Satz
"the LLM writes and maintains all of the data of the wiki, I rarely touch it directly" — für Beat ist das Schreiben selbst der Erkenntnisprozess. Ein Wiki, das man nicht selbst pflegt, ist für ihn kein Denkwerkzeug mehr, sondern eine Datenbank.
Hier ein Post in seinem Stil:
Andrej Karpathy beschreibt, wie er mit LLMs ein persönliches Wiki aus Markdown-Dateien aufbaut — Rohdaten rein, kompiliertes Wissen raus, alles in Obsidian durchsuchbar. Sehr lesenswert.
Klingt für mich erstaunlich vertraut. Mein [Biblionetz](
https://beat.doebe.li/bibliothek/) macht seit 1996 ziemlich genau das. Allerdings: ohne LLM. Mit Lesen, Tippen, Verknüpfen. ~77'000 Begriffe, über 22'000 Publikationen, dichte Rückverweise. Kompiliert im Kopf, nicht im Kontextfenster.
Was mir beim Lesen von Karpathys Post auffällt:
→
"The LLM writes and maintains all of the data of the wiki, I rarely touch it directly." — Für mich war das Schreiben immer der eigentliche Erkenntnisprozess. Das Verknüpfen beim Tippen ist das, was hängen bleibt. Ein delegiertes Wiki hat vielleicht mehr Einträge. Aber hat es auch mehr verstanden?
→ Ein Personal Wiki ist für mich kein Speicher, sondern ein Denkwerkzeug. Der Unterschied ist fundamental.
→ Andererseits: Einen Assistenten, der inkonsistente Metadaten aufspürt, fehlende Backlinks vorschlägt, veraltete Einträge markiert — den hätte ich in den letzten 30 Jahren gerne gehabt. Als Korrektor, nicht als Autor.
Vielleicht ist die spannende Frage nicht
"LLM schreibt Wiki" vs.
"Mensch schreibt Wiki", sondern: Wie unterstützt ein LLM den menschlichen Lese- und Denkprozess, ohne ihn zu ersetzen?
PIM — Personal Information Management, wie man das früher nannte — war nie nur Datenhaltung. Es war strukturiertes Nachdenken. Das bleibt auch im LLM-Zeitalter.
#Biblionetz #PKM #Wissensmanagement #DigitaleDinosaurier
Ich kann den Ton noch weiter anpassen (mehr Schalk, mehr Skepsis, kürzer, zweisprachiger) — je nachdem, ob du ihn als ironischen Veteranen oder als konstruktiven Skeptiker positionieren willst.
Mist! Damit habe ich noch ein Thema mehr: Dieses GMLS erfasst schon erstaunlich erschreckend gewisse der Aussagen, die ich tatsächlich machen würde, wenn ich Zeit hätte, ein solches Posting selbst zu schreiben! Das mit den 77'000 Begriffen stimmt zwar nicht: Es sind nur ca 3'800, dafür aber gegen 40'000 Publikationen, aber der Grundgedanke: "Was bleibt denn hängen, wenn ich die Verarbeitung einer Maschine überlasse?" ist genau der springende Punkt, den ich heute Morgen auch mit Myke Naef diskutiert habe.
So, und was fange ich jetzt damit an, dass diese Kisten bereits gewisse meiner Gedanken statistisch errechnen können, da sie offenbar nicht so innovativ sind, wie ich mir vielleicht einrede?
Ob das vielleicht der richtige Zeitpunkt ist, um mich zurückzuziehen, jetzt wo GMLS anfangen mich gar nicht so schlecht zu imitieren und die kognitive Leistungsfähigkeit in meinem Alter ja sowieso zurückgeht, wie u.a. in diesem Artikel steht, den ich ebenfalls heute Morgen mit Myke diskutiert habe?
(Biblionetz:t33438)
@ENDE
@ANFANG 19 April 2026 ExperimenteMitLokalenGMLS Experimente mit lokalen GMLS
Ja, auch ich habe mir vor ca. 2 Monaten einen Mac Mini 4 mit zu wenig Speicher (16 GB) gekauft, um etwas mit lokalen Machine-Learning-Systemen zu experimentieren. Da ich viel zu wenig Zeit zu Rumspielen habe, sind meine Erkenntnisse sicher nicht weltbewegend und geneigte Leser:innen können gleich jetzt beschliessen, mit dem Lesen dieses Postings aufzuhören
Der Mac Mini auf meinem Büchergestell
Als Ende 2022 ChatGPT (
Biblionetz:w03387) veröffentlicht wurde, hiess es, dass derartige Leistungen von generativen Machine-Learning-Systemen (GMLS) (
Biblionetz:w02833) in den nächsten Jahren nur auf grossen Serverfarmen, nicht aber auf lokalen Computern verfügbar sein würden. In den letzten drei Jahren hat aber eine erstaunliche technologische Entwicklung stattgefunden und immer bessere Sprachmodelle liessen sich auch auf lokalen Computern (mit möglichst guten Grafikkarten) betreiben.
Warum ein lokales GMLS?
Aus meiner Sicht gibt es zwei Gründe, warum man ein
lokales GMLS (LGMLS) (
Biblionetz:w03773) statt eines Serverdienstes nutzen möchte:
- Kosten: Grosse Sprachmodelle verlangen ab einem bestimmten Nutzungsumfang Gebühren. Lokale Modelle verlangen keine Gebühren. Ob aber die Hardwareinvestitionen, der Stromverbrauch und die Zeit zum Einrichten und Konfigurieren letztendlich weniger Geld kosten als die Nutzungsgebühren kommerzieller Anbieter, wage ich zu bezweifeln.
- Datenschutz / Digitale Souveränität: Wichtiger scheint mir die Überlegung, dass man mit einem lokalen GMLS eine grössere digitale Souveränität hat als bei der Nutzung von GMLS im Internet:
- Modellwahl & -stabilität: Bei einem lokalen System kann ich selbst entscheiden, welche Modelle ich nutze und im Gegensatz zu Anbietern im Internet, die öfters mal Modelle auch durch andere ersetzen oder schon nur Modellparameter auch ohne Information ändern, ist es an mir, Modelle oder Parameter zu ändern,
- Datenschutz: Führe ich einen Dialog mit einem lokalen GMLS, dann verlassen im Idealfall* keine Daten meinen Computer. Damit verringert sich die Gefahr, dass meine Daten in falsche Hände kommen und ausgewertet werden können. (* Auch bei einem lokalen System besteht die Gefahr, dass Daten abfliessen, entweder durch prompt injection (Biblionetz:w03423) oder klassisches Hacking und Malware)
Was läuft bei mir derzeit?
Ich baue derzeit einen Mac Mini 4 mit 16 GB zu einem kleinen Hausserver aus, auf dem verschiedene Dienste laufen sollen, unter anderem lokale GMLS.
Lokale GMLS sind derzeit meist nicht ein Stück Software, sondern ein ganzes Puzzle von Einzelkomponenten, die verschiedene Aufgaben übernehmen. (Ich arbeite an einer Grafik, um das konzeptionell schön zu visualisieren).
- Als "Modellprovider" verwende ich derzeit Ollama und LM Studio parallel (weil ich noch nicht weiss, was besser geeignet ist für meine Bedürfnisse)
- Als Modelle nutze ich derzeit (Stand 18.04.26) (und bin völlig überfordert mit der Geheimwissenschaft der Modellwahl...):
- gemma-4-e4b-it
- qwen3.5:9b
- mistral-small:24b
- mistral-3-3b
- Um die Funktion auch auf anderen Computern nutzen zu können, läuft Open Web UI. Zusammen mit dem VPN-Dienst Tailscale ermöglicht mir das, von jedem meiner Geräte von irgendwo auf der Welt auf meine lokalen Dienste zugreifen zu können.
- piper und whisper sind ebenfalls auf dem Gerät installiert, um Text zu Sprache und Sprache zu Text ebenfalls lokal nutzen zu können (unter anderem für die Hausautomatisation).
- Zudem experimentiere ich derzeit mit einer selbst gevibecodeten MCP-Schnittstelle (Biblionetz:w03705) zur lokalen Volltextsuche auf meinem Notebook. Damit möchte ich versuchen, mit begrenzten Computerressourcen meine lokalen Daten einzubinden (so wie z.B. Claude Cowork).
Zwischenfazit
Es ist faszinierend, wie insbesondere
gemma-4-e4b-it rasche, rein lokal generierte, deutsche Antworten liefert und sowohl Websuche als auch per MCP lokale Suche mit integrieren kann. Trotzdem ist der Qualitätsunterschied zu serverbasierten Modellen riesig und es fragt sich, wofür ich die lokal verfügbare Qualität - von der ich Anfang 2023 noch total begeistert war bei ChatGPT - tatsächlich würde nutzen wollen (u.a. evtl. für gewisse Automatismen innerhalb des Biblionetzes...).
Primär aber: Ich habe deutlich zu wenig Zeit, um mich mit den Möglichkeiten auseinanderzusetzen, auch wenn ich weiss, dass vieles Versions- und Produktwissen ist, das in wenigen Monaten, wenn nicht Wochen bereits wieder veraltet ist.
@ENDE
@ANFANG 26 March 2026 HmmUndWasIstJetztComputationalThinking Hmm, und was ist jetzt Computational Thinking?
Computational thinking (CT) (
Biblionetz:w02206) ist ein Dauerbrenner in meinem beruflichen Umfeld (z.B. Dezember 2025: NeinEsGehtNichtUmComputergestuetztesDenken). Der 2006 von Jeannette Wing (
Biblionetz:p09720) mit einem
Artikel in den Communications of the ACM 
(
Biblionetz:t12130) popularisierte Begriff taucht seit Jahren sowohl in fachdidaktischen als auch bildungspolitischen Diskussionen auf. Auf den ersten Blick ist es ganz einfach. Die meisten Definitionen des Begriffs lassen sich zusammenfassen als
Denken wie Informatiker:innen
Doch was simpel klingt, ist bei näherer Betrachtung doch nicht so eindeutig. Dies zeigt sich, wenn man nachfragt, was denn das Verhältnis von CT zu Informatik sei. Ich habe dazu als eine Art Lakmustest eine Grafik erstellt:
In unserem
Masterstudiengang in Fachdidaktik Medien und Informatik lassen wir die Studierenden jeweils unterschiedliche Texte zu CT lesen (
Selbststudienauftrag Herbst 2024). In der darauffolgenden Präsenzveranstaltung fragen wir die Studierenden, ob die Texte verständlich gewesen und das Konzept CT nun klar sei. Dies wird meist bejaht. Deshalb fordern wir die Studierenden auf, wortwörtlich Stellung zu beziehen: Wir ordnen die vier Sichtweisen des Verhältnisses von CT zu Informatik den vier Ecken des Seminarraums zu und fordern die Studierenden auf, sich in diejenige Ecke des Seminarraums stellen, die ihrer eigenen Sichtweise entspricht. Bisher waren sich die Studierenden noch nie einig und es gab in der Folge lebhafte Diskussionen, in welchen die Studierenden den eigenen Standpunkt als den Richtigen zu verteidigen versuchten.
Über die Lehrveranstaltung hinaus hilft mir dieser CT-Lakmustest zu verstehen, was jemand meint, wen er oder sie von CT spricht.
P.S: Auch die Dozierenden der Lehrveranstaltung stehen jeweils nicht in der gleichen Ecke des Raums...
@ENDE
@ANFANG 14 March 2026 HPSpectreX360 HP Spectre X360
So, nach 2.5 Jahren ist mal wieder ein Rechnerwechsel angestanden. Mein bisheriger
Tablet-PC (
Biblionetz:w00414) hat zwar noch gut funktioniert, aber 2h Akkuleistung ist einfach nicht besonders toll. Und wie ich bereits im letzten November versicherte,
gibt es noch aktuelle Tablet-PCs.
Ich habe mich für einen
HP Spectre X360 entschieden, bin also der Marke HP treu geblieben.
X360 heisst das Gerät, weil sich der Bildschirm um 360° nach hinten klappen lässt, so dass eine Art Tablet aus dem Gerät wird.
Ich habe mich unter anderem für das Gerät entschieden, weil zu lesen war, dass es in enger Zusammenarbeit von HP und Microsoft entwickelt worden sei. Das äussert sich daran, dass bereits die ausgelieferte Version praktisch keine HP-Zusatzprogramme enthält, sondern alles mit Windows-Bordmitteln macht. Ich glaube zwar nicht daran, dass ich die offiziellen 12h Batterielaufzeit mit tatsächlicher Nutzung erreichen werde, aber mindestens einen ganzen Konferenztag hat das 1.5 kg grosse Gerät bereits durchgehalten. Immerhin. Das neu installierte Windows 10 teilt mir neuerdings auch mit, wer denn eigentlich die Batterie leersaugt:
Spannend war für mich, im
Vergleich der Prozessoren zu sehen, dass der neue Rechner nicht wesentlich schneller sein wird, aber weniger als halb so viel Strom für die CPU benötigen wird.
Speziell an HP scheint mir, dass es für das Gerät einen
Active Pen genannten Digitizer-Stift gibt, dessen Existenz aber nicht einmal im ausführlichen Datenblatt zum Gerät erwähnt wird. Dabei ist der batteriebetriebene Stift gar nicht so schlecht. Ähnlich wie bei meinen früheren Geräten wird die Touch-Reaktion abgeschaltet sobald der Stift in die Nähe des Bildschirms kommt. Es ist somit möglich, den Handballen beim Schreiben mit dem Stift auf den Bildschirm zu legen, ohne etwas im Notebook auszulösen.
Die eingebaute 256 GB SSD musste ich gleich durch eine grössere 512 GB SSD (Samsung SM951 AHCI PCIe M.2 512GB) ersetzen. Die Leserate liegt nun bei ca. 900 MByte/s.
Bisher bin ich glücklich mit dem Gerät, meine beiden externen Bildschirme laufen neu über eine Docking-Station D3100 von Dell. Einziges Problem bisher ist die hohe Auflösung des internen Displays zusammen mit den beiden 24-Zoll-Monitoren. Nicht alle Programme kommen damit klar, dass Windows beim internen Bildschirm eine Vergrösserung von 200% vornimmt, bei den beiden externen Bildschirmen jedoch nicht. Unter Umständen sind dann User Interface-Elemente gewisser Programme doppelt so gross oder Kontext-Menus öffnen sich an komplett falschen Orten, da die Koordinatenberechnung scheinbar durcheinanderkommt.
, IsaHardware
@ENDE
@ANFANG 14 March 2026 DasTWikeIstTotEsLebeDasTwike Das Twike ist tot - Es lebe das Twike!
Vor unterdessen 15 Jahren habe ich zum ersten Mal so viel verdient, dass ich mir hätte ein Auto kaufen können. Noch bevor ich aber das Geld dazu hatte, hatte ich mir vorgenommen, später mal
kein Auto zu kaufen. So habe ich mir 1998 eines der ersten Occasionsexemplare des damals noch neuen Elektromobils
Twike (
Biblionetz:w02093) gekauft (und zu diesem Zweck auch den Führerschein gemacht).
Damals hätte ich - wie bei anderen Dingen auch - nie geglaubt, dass ich das Twike 15 Jahre lang fahren würde. Zu Beginn hat es meinen Arbeitsweg (über die Forch nach Mönchaltorf) zeitlich halbiert, später hätte ich es für den Arbeitsweg nicht mehr benötigt. Man gewöhnt sich aber - wie Autofahrer auch - an die Bequemlichkeit und auch der Wiederverkaufswert des Twikes war nicht berauschend. So habe ich es die vergangenen 15 Jahre gefahren, irgendwann eine Babyschale hinten reingestellt und später den Beifahrersitz durch einen permanenten Kindersitz ersetzt (der vermutlich schnellste Kinderwagen Zürichs).
In den 15 Jahren hatte ich einige lustige Erlebnisse, sowohl bei leerem Tank (sprich Batterie) als auch bei den zahlreichen Pannen. Im Service hiess es meist:
"Ui, das ist eines der ersten Serientwikes (Nr. 30), da ist noch alles anders, heute macht man das nicht mehr so. Da muss alles ersetzt werden, das kommt teuer.". Tja, aus finanziellen Gründen hat man vermutlich kein Twike
Diesen Frühling war der Kostenvoranschlag für den Service und die notwendigen neuen Batterien allerdings so hoch, dass ich mir zweimal überlegen musste, diesen Betrag auszugeben. Schliesslich ist ein Zweiplätzer für eine dreiköpfige Familie nicht eben optimal. Beim zweiten Mal überlegen fiel aber mein Blick in der Werkstatt auf ein ebenfalls dastehendes Occasions-Twike. Und je länger ich mir dieses andere Twike ansah, desto mehr fing mir der unvernünftige Gedanke an zu gefallen, doppelt so viel Geld für einen Wechsel auf dieses schnittige rote Twike auszugeben, statt das bestehende revidieren zu lassen. Und so habe ich das Unvernünftige getan: Ein neues Occasions-Twike gekauft
Ja, mit den aktuellen Batterien schaffe ich es von Zürich nach Goldau (48km), meine Reichweite Überland beträgt aktuell ca. 55km)
Tja, und da ich aus lauter Freude mit dem neuen Twike öfters unterwegs bin, kommen auch all die Fragen, deren Antworten ich vor 15 Jahren auswendig wusste, heute aber vergessen habe. Darum hier eine Twike-FAQ:
Frequently Asked Questions zum Twike
- Allgemeine Informationen zum Twike:
- Wie weit kommt man mit einem Twike?
Das hängt von den eingebauten Batterien und von der Fahrweise ab. Wer viel Geld ausgibt, kann heute Batterien mit einer Reichweite von 250 km kaufen.
Derzeit bringe ich es im Stadtverkehr auf 35-40km, ausserhalb auf 55km mit einer Ladung.
- Wie schnell fährt das Twike?
Auf gerader Strecke fährt das Twike 85km/h. Danach wird die Energiezufuhr elektronisch begrenzt. Auf der Forchautostrasse habe ich abwärts ca. 105km/h erreicht. Wirklich angenehm ist das dann allerdings nicht mehr, da auf dem lenkenden Vorderrad zu wenig Gewicht liegt.
- Darf das Twike auf die Autobahn?
Es darf, will aber nicht. Denn beim Twike spürt man sehr deutlich, dass grössere Geschwindigkeiten massiv mehr Energie benötigen.
- Wie lädt man das Twike?
Das Twike lässt sich an jeder haushaltüblichen 230V-Steckdose laden. Je nach Sicherung kann es dabei 6A, 10A oder maximal 16A saugen (dann aber besser an einer CEE- aka Camping-Steckdose). Je nach Ladestrom und Batteriegrösse dauert die Ladung unterschiedlich lange. Daumenregel: Schnellladung 1km/min Ladezeit.
- Hat das nicht Pedalen?
Das ursprünglich Twike (active) hatte Pedalen, um dem Elektromotor zu helfen. Das Twike easy verzichtet auf die Pedalen, da diese je nach Nutzung nicht viel bringen. (In der Stadt kann ich nicht pedalen, da ich immer bremsbereit sein muss, da mich Autofahrer unterschätzen / nicht ernst nehmen und Fussgänger/Fahrradfahrer nicht hören. Pedalen würde meine Reaktionszeit vergrössern).
@ENDE
@ANFANG 14 March 2026 BinaerZaehlenLernenTrotzOderWegenKI Binär zählen lernen trotz oder wegen "KI"
Ich nutze die Zugfahrt für ein fokussiertes Deep-Dive in mein didaktisches High-Performance-Mindset, um maximale Stakeholder-Alignment-Power zu entfalten und die nächste Generation von Informatik-Lehrkräften mit einem 10x-Growth-Approach zu disrupten. 🚀🔥💎
schlägt mir der
LinkedIn-Bullshit-Generator als Tätigkeitsbeschreibung für heute vor. (Beim Bullshit-Generator handelt es sich um einen Preprompt, der einem GMLS gefüttert aus jeder banalen Tätigkeitsbeschreibung eine (leider derzeit häufige) LinkedIn-Übertreibung macht.)
Was ich grad wirklich mache: Ich bin im Zug für die Einstiegsveranstaltung
Grundlagen der Informatik der PHSZ im zweiten Semester unseres Fernstudiengangs zur Primarlehrperson und lese (ebenfalls bei LinkedIn), dass sich die Schweiz an der
PISA-Untersuchung 2029 (Biblinetz:w03699) beteiligen wird und da auch das Modul
Media & Artificial Intelligence (MAIL) (
Biblionetz:w03700) nutzen will. Das finde ich grundsätzlich begrüssenswert, denn es ist sinnvoll zu wissen, was Jugendliche in der Schweiz in digitalen Dingen wissen und können.
Weil ich meinen mechanischen Binärzähler für den heutigen Unterricht dabeihabe, frage ich mich, wie der denn zum MAIL-Modul von PISA 2029 passt.
Das
Media & Artificial Intelligence (MAIL)-Modul von PISA 2029 dürfte das allgemeine Verständnis, was denn "KI-Kompetenz" bedeutet stark prägen, weil die von der OECD durchgeführte PISA-Untersuchung in vielen Ländern mitprägt, was in den Schulen unterrichtet wird (teaching to the test...). Sagt z.B.
Ben Williamson (
Biblionetz:p04079):
Given the OECD’s enduring influence through educational testing, its AI literacy intervention could, then, be consequential in setting the international standard in relation to students’ competencies to engage with AI.
What the OECD test will accomplish is to provide a concrete global definition of AI literacy, subject it to quantitative and comparative measurement, and encourage educators and students to “perform” to the test.
Quelle: Performing AI literacy (2025) (
Biblionetz:t32555)
Der erste, kürzlich veröffentlichte Entwurf des
Media & Artificial Intelligence (MAIL)-Frameworks und dem Titel
Navigating an Evolving digital world 
(
Biblionetz:b09255) macht mir nun gewisse Sorgen.
Zwar wird schon erwähnt, dass zu einer
AI literacy auch technisches Wissen gehöre:
AI literacy represents the technical knowledge, durable skills and future-ready
attitudes required to thrive in a world influenced by AI systems.
Trotzdem scheinen mir die drei Perspektiven des
Dagstuhl-Dreiecks (
Biblionetz:w02886) sehr ungleich vertreten. Es wird viel mehr über die Wirkung von AI berichtet als darüber, wie man AI technisch verstehen müsse. Damit sehe ich die Balance der Dagstuhl-Perspektiven gefährdet.
Zudem lese ich bei gewissen Begriffen ein mitschwingendes Werturteil. So wird beispielsweise der Begriff „Algorithmus“ (oder „algorithmisch“) im Text fast ausschliesslich in problematischen oder kritischen Kontexten verwendet, während für Potenziale andere Begriffe dominieren. Fünf Beispiele:
| Manipulation & psychische Belastung |
„...the emotional impact of algorithmic manipulation or deep fakes, can erode social connections and trust, foster anxiety, and thus challenge healthy development.“ |
|---|
| Krimineller Missbrauch |
„AI can automate and scale phishing scams, deepfake-based fraud and malware attacks, using algorithmic targeting to amplify virality.“ |
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| Unsichtbare Kontrolle |
„...largely invisible algorithms and increasingly invisible information systems... these systems can shape the narrative, select visuals and determine the tone of the message with minimal human oversight.“ |
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| Fragmentierung & Echokammern |
„The rapid advancement of algorithmic and AI personalisation … has fragmented audiences, fostered the emergence of echo chambers and filter bubbles, and made it easier to monetise attention.“ |
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| Verstärkung von Angst & Wut |
„... algorithmically promoted content … [which] tend to amplify content that sparks strong emotional reactions, including outrage and fear, as this content keeps people engaged.“ |
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Natürlich haben Algorithmen auch problemtische Auswirkungen, aber diese einseitig negative Konnotation des an und für sich neutralen Begriffs
Algorithmus finde ich problematisch. Mir kommt es vor, als würde man fragen: "Ieek, das willst du essen, da hat es aber Atome drin!"
Diese Grafik zu Beginn des Dokuments illustriert meine Sorge sehr plakativ, dass
Informatik im Bildungsdiskurs untergehen und durch
AI ersetzt werden könnte - wobei aber gleichzeitig auch die
technologische Perspektive des Dagstuhl-Dreiecks (
Biblionetz:w02888) weitgehend verloren geht.
Naja:
Mit einem klaren High-Performance-Mindset vollziehe ich einen bewusst orchestrierten Transition-Move vom mobilen Deep-Work-Space in das nächste Impact-Ökosystem und skaliere meine physische Präsenz als strategischen Erfolgsfaktor.
Oder banaler formuliert: Ich muss jetzt aus dem Zug aussteigen und angehenden Lehrpersonen Informatik mit 0 und 1 erklären gehen (denn AI literacy erfordert fundiertes Informatikwissen …)
@ENDE
@ANFANG 04 March 2026 DasSchulischeCloudDilemma Das schulische Cloud-Dilemma
Das folgende Posting ist keine abschliessende Haltung, sondern lautes öffentliches Denken:
Der Tages-Anzeiger greift in seiner heutigen Ausgabe (20.08.2013) das Dilemma mit Cloud-Computing-Diensten auf, in welches Schulen derzeit immer stärker geraten (siehe
hier,
Biblionetz:t15633,
Biblionetz:t15634). Immer mehr Lehrpersonen sowie Schülerinnen und Schüler benutzen die zahlreichen Dienste und Programme, die von internationalen (aber vor allem US-amerikanischen) Cloud-Anbietern wie Dropbox, box.net etc. aber auch "traditionellen" Softwareherstellern wie Microsoft oder Adobe im Internet angeboten werden. Diese Dienste sind bequem sowohl in der Schule als auch von zuhause erreichbar, vergleichsweise einfach nutzbar und oft auch kostenlos.
Die Kehrseite dieser verlockenden Angebote: Die Server stehen meist im Ausland und unterstehen oft nicht der schweizerischen, deutschen oder EU-Datenschutzgesetzgebung. Nutzende können somit nicht mit Sicherheit sagen, wer alles Zugriff auf ihre Daten hat, Clouddienste können den Datenschutz gefährend (
Biblionetz:a01193). Einerseits scheinen sich Geheimdienste gerne bei Clouddiensten zu bedienen, andererseits besteht auch die Gefahr, dass Diensteanbieter die Nutzerdaten für Werbe- und Marketingzwecke nutzen wollen, denn die Schule ist ein lukrativer Markt für Unternehmen (
Biblionetz:a01194), so die Befürchtung.
Was tun? Derzeit sehe ich folgende Reaktionen von Schul- und Bildungsverwaltungen:
- Problem ignorieren: Vermutlich die häufigste Reaktion. Das Thema ist entweder noch unbekannt oder verglichen mit anderen aktuellen Herausforderungen nicht relevant genug für eine Reaktion.
- Schulischen Zwang zu Clouddiensten verbieten: Weder Lehrpersonen noch Schülerinnen und Schüler dürfen gezwungen werden, Clouddienste zu nutzen.
- Jegliche schulische Nutzung von Clouddiensten verbieten: Allen Lehrpersonen wird verboten, Clouddienste für schulische Zwecke zu nutzen.
Ich werde derzeit oft um Rat gefragt, wie Schulen und Schulbehörden denn mit diesen Dilemma umgehen sollten. Ich habe (noch) keine einfache Antwort. Derzeit sehe ich mindestens drei Ebenen:
- Grundsätzliche, staatspolitische Ebene: Der Einsatz muss verboten werden, wenn es den geltenden Datenschutzgesetzen widerspricht, um den Anbietern die Stirn zu bieten und sie zu zwingen, lokale Datenschutzgesetze zu akzeptieren. Oft wird diese Haltung als lächerlich und utopisch abgetan, aber ich bin mir da nicht ganz so sicher. Vermutlich würden Anbieter ihre Datenschutzbestimmungen anpassen wollen, wenn genügend viele Verbote ausgesprochen werden. Auf einer normativ-staatlichen Ebene finde ich deshalb diese Haltung nicht ganz abwegig. Problematisch ist natürlich dabei, dass der (berechtigte oder unberechtigte) Eindruck entstehen kann, dass solche Verbote auch Ausdruck einer allgemeinen Technikfeindlichkeit, Abwehrhaltung und Bewahrpädagogik sein könnten...
- Technisch-organisatorische Ebene: Oft wird auf technisch-organisatorische Lösungen verwiesen:
- Auf Open Source Lösungen setzen: Derzeit häufig zu hören ist der Ruf nach Open Source- Lösungen. Das scheint mir ein eigenes Blog-Posting wert zu sein, in Kürze nur dies: Alltagstauglich sind Open-Source-Lösungen derzeit für Office-Lösungen und für Desktops und Notebooks, nicht aber für Tablets, Handhelds und Smartphones.
- Daten in der Cloud verschlüsseln etc.: Solche Lösungen funktionieren im Einzelfall, sind aber meiner Ansicht nach (bisher) nicht schulalltagstauglich.
- Clouds selbst hosten: Man könnte eigene Clouds nutzen, statt solche im Ausland. Wobei dann zu definieren wäre, was "eigene" heissen soll: Im eigenen Land/Kanton/Bundesland oder im Keller des Schulhauses? Und damit wären wir dann bei weiteren Support- und Sicherheitsfragen. Internationale Clouddienste haben das Geld und das Know-how, um ihre Clouds einigermassen sicher zu machen...
- Pragmatische, schulpraktische Ebene: Hier empfehle ich Lehrpersonen oft, Clouddienste dann zu nutzen, wenn sie es für sinnvoll halten, Verbote hin oder her. Der Einsatz digitaler Medien in der Schule wird zu Recht kritisch auf Effektivität und Effizienz abgeklopft. Da macht es aus schulpraktischer Sicht wenig Sinn, wenn staatspolitische Überlegungen dazu führen, dass der Einsatz digitaler Medien in der Schule mühsamer und umständlicher als notwendig ist. Denn das ist wieder Wasser auf die Mühlen derjenigen, die den Sinn von ICT in der Schule eh bezweifeln.
Ich habe den Artikel auch kopfschüttelnd gelesen. Wenn die "Lösung" des Problems eine überteuerte, selbst gehostete Schrott-Plattform ist, so ist niemandem gedient. Die 'üblichen Verdächtigen' verletzen keineswegs Datenschutzbestimmungen: Der heikel Punkt sind bspw. von Lehrpersonen veröffentliche persönliche Daten... Nicht der Hammer ist das Problem, aber dessen Nutzung.
-- Main.JuergStuker - 20 Aug 2013
ja, auf der praktischen "lebens-" bzw schulweltlichen ebene muss man pragmatisch reagieren - muddling through, mal so, mal anders. Eine wirkliche Lösung, die die Widersprüche auf neuer Ebene entlastet, scheint mir mehr und mehr zu erfordern, solche Probleme nicht mehr als kantonale oder nationale (gesetzlich) lösen zu wollen, sondern zu transnationalen Verhandlungen und Vereinbarungen zu gelangen, denn alle Länder und Regionen sind doch global von diesen Problemen betroffen.
-- Main.LisaRosa - 20 Aug 2013
ich arbeite seit jahren auf der pragmatischen ebene, immer nach den jeweils für mich und die betr. kolleginnen praktikabelsten möglichkeiten. seit google drive smartphone optimiert ist, verwalte ich meine >250 SuS dort und teile die dokumente mit eben den kolleginnen. nein, darin sind keine persönlichen daten zu finden: julinda, aufmerksam, 5.5 sind keine persönlichen daten.
-- Main.BeatRueedi - 20 Aug 2013
@ENDE
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