- Biblionetz:a00984 Lernen ist ein aktiver Prozess.
- Biblionetz:a00984 Lernen ist ein selbstgesteuerter Prozess.
- Biblionetz:a00986 Lernen ist ein konstruktiver Prozess.
- Biblionetz:a00987 Lernen ist ein situativer Prozess.
- Biblionetz:a00988 Lernen ist ein sozialer Prozess.
- Biblionetz:a00430 Aufmerksamkeit fördert Lernen. (d.h. auch: Ablenkung schadet.)
- Biblionetz:a01146 Genügend Schlaf fördert Lernen.
- Es verändert sich die Welt, in der wir leben. Unsere Welt hat andere Herausforderungen als früher. Dies erfordert andere fachliche Kompetenzen und andere Umgangsweisen in unserer Welt (überfachliche Kompetenzen).
- Es verändert sich, was automatisierbar ist und deshalb meist nicht mehr durch Menschen gemacht wird. Dies bedeutet noch nicht zwingend, dass es nicht trotzdem sinnvoll ist, zu wissen, wie man das Automatisierte auch von Hand machen könnte. Aber es verändert Tätigkeiten.
- Es verändern sich Arbeitsabläufe durch digitale Werkzeuge. Das Schreiben eines Textes von Hand auf Papier erfordert z.B. eine andere Arbeitsweise als das Schreiben eines Textes am Computer.
- Es verändert sich, welche Hilfsmittel uns zur Unterstützung des Lernens zur Verfügung stehen.
(Biblionetz:t18567) mit einer prägnanten Darstellung der drei Perspektiven auf digitale Phänomene:
(Biblionetz:t25408) publiziert. Die Autorinnen und Autoren erklären darin:
Das Frankfurt-Dreieck ist eine Erweiterung und Fortschreibung des in der
Dagstuhl-Erklärung enthaltenen Dagstuhl-Dreiecks und richtet sich in Ergänzung dazu nun
in erster Linie an Forscher*innen und andere Personen, die sich primär reflexiv und
theoretisch mit Bildung im Kontext des digitalen Wandels beschäftigen. Das Papier will die
aus verschiedenen Disziplinen an die Gruppe der Autorinnen und Autoren herangetragenen
konzeptionellen Lücken beispielsweise zur Gestaltung von Informatiksystemen oder zur
Einordnung und Rolle des Individuums als handelndes und medial adressiertes Subjekt
schließen. Entsprechend gelten die politischen Forderungen der Dagstuhl-Erklärung (2016)
weiterhin, werden konzeptionell ergänzt und auf außerschulische Bildungskontexte erweitert.
Dass sich das Dreieck eher an "Forscher*innen und andere Personen, die sich primär reflexiv und theoretisch mit Bildung im Kontext des digitalen Wandels beschäftigen" merkt man meiner Ansicht nach der Darstellung an, sie ist wortreicher und für Praktiker*innen schwieriger zu verstehen geworden:
Aus der Interaktionsperspektive betrachtet, interessiert, welches Menschenbild durch diese Formen möglicher Selbstthematisierung
konstituiert wird. Zweitens wird abstrakter auch die Frage gestellt, wie und vor dem Hintergrund welcher kulturellen Einschreibungen Subjekte in den jeweiligen Medien repräsentiert und adressiert sind, beispielsweise in Form von Interessenprofilen in Empfehlungs- und Filtersystemen oder auf Ebene von Interfaces und Interaktionsmöglichkeiten. Drittens sind beispielsweise im Angesicht von Data Analytics und Künstlicher Intelligenz traditionell auf Subjekte bezogene Konzepte wie Autonomie und Authentizität auch auf technologisch-medialer Ebene in den Blick zu nehmen.
In meiner Wahrnehmung würden diese Aspekte zur gesellschaftlich-kulturellen Perspektive gehören und durchaus mit der Frage Wie wirkt das? mitgemeint sein können. Für mich ist beim Dagstuhl-Dreieck ist relevant, dass die Anwendungsperspektive salopp und ungenau formuliert so das ECDL-Wissen umfasst und ich EntscheidungsrägerInnen somit relativ rasch und einfach anhand der anderen beiden Perspektiven aufzeigen kann, dass es eben mehr braucht als nur Anwendungskompetenzen. Mit der Umwandlung der Anwendungsperspektive in die Interaktionsperspektive verliere ich beim Frankfurter Dreieck diese einfache Erklärungsmöglichkeit.
Für meinen pragmatischen Bedarf in der Bildungspolitik ist somit das Frankfurter Dreieck nicht sehr hilfreich, weil es sich nicht dafür eignet, in einem elevator pitch einem Journalisten oder einer Entscheidungsträgerin die wesentlichen Aspekte eines Wissens _über digitale Phänomene zu erklären. Auch in der Aus- und Weiterbildung werde ich weiterhin das einfacher zugängliche Dagstuhl-Dreieck verwenden.
Ein andere Weiterentwicklung des Dagstuhl-Dreiecks ist in der Charta Digitale Bildung (https://charta-digitale-bildung.de/, Biblionetz:t20900) zu finden und geht in die andere Richtung. Die gesamte Charta hat bequem auf einer A4-Seite Platz:

Das Buch ist für mich aus verschiedenen Gründen spannend: - Ich habe sicherlich Geek-Anteile in mir. Das Buch kann also auch zur Selbstreflexion beitragen.
- Ich habe beruflich mit Geeks zu tun. Zunehmend auch auf einer Management-Basis.
- Ich bewege mich derzeit in einer Branche (Hochschule und Schule), die nicht nur bisher fast keine Geeks enthält, sondern die auch den Menschentyp Geek bisher praktisch nicht kennt. Dies ergibt spannende, aber auch konfliktreiche Situationen.

Während in Bayern schon für Kindergartenkinder Richtlinien gelten, nach denen sie sich spielerisch dem Thema Computer nähern sollen, und Informatik als Fach in der Mittelstufe fest verankert ist, entlässt Hamburg immer noch Schulabgänger, die in 13 Unterrichtsjahren keine einzige lnformatikstunde erlebt haben. Der Föderalismus verkompliziert die ohnehin kontroverse Diskussion um die Schul-IT.
@ENDE
@ANFANG 21 September 2026 BlogEntry200508170913 Zeitschriften ohne Digitalversion | Gestern (20.5.2006) habe ich wieder einmal eine Ausgabe der Zeitschrift Computer und Unterricht unserem neuen Kopierapparat gefüttert, der daraus in zwei Minuten eine 7 MByte grosse PDF-Datei erstellt hat. Während dieser zwei Minuten habe ich mir überlegt, wie lange ich noch Zeitschriften in meinem Fachgebiet akzeptieren will, die nicht in digitaler Form erhältlich sind. |
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Ich ärgere mich auch zunehmend über diese Form der Information, die man selber einscannen muss. Ich habe dem Friedrich-Verlag ein Email geschrieben und darauf auch eine Antwort bekommen. Nach dem obligaten Dank für das Interesse an der Zeitung bestätigt man mir, dass die Ausgabe nicht digital erscheine und demnächst auch nicht digital erscheinen werde. Man hat unter anderem Angst vor einer "unauthorisierten … Weiterverbreitung". Man kenne im Moment noch kein wirklich tragfähiges Konzept, man arbeite aber verlagsintern an einer möglichen digitalen Ausgabe. Was das auch immer heisst. Vorerst mussen wir wohl die Zeitschrift weiterhin dem Kopierapparat füttern. -- KurtJakob - 21 May 2007 IsaDigitalImmigrant @ENDE @ANFANG 21 September 2026 APersonalComputerOfAllAges A Personal Computer for Children of All Ages Am letzten Samstag hielt ich am Letec-Seminar anlässlich des 20. Jahre-Jubiläums der Firma Letec einen Vortrag zum Thema One-to-one computing in der Schule unter dem Titel Ein iPod pro Schulkind:
- Die Innovation in der Informatik ist nicht so rasant, wie teilweise behauptet wird. Viele der Ideen, die technisch zwar erst heute in der Breite realisierbar sind, sind bereits vor längerem sehr realistisch und differenziert beschrieben worden.
- Die Präzision, mit der Kay gewisse Entwicklungen voraussagt (z.B. die Notwendigkeit von Spamfiltern!) ist frappierend
- Die im Paper zum Ausdruck gebrachte Einschätzung der Bedeutung dieser Entwicklung gefällt mir sehr: "Diese Entwicklung wird nicht die Welt retten. Diese Computer sind so etwas wie aktive Bücher. Aber hey, haben nicht Bücher vor vielen Jahren eine Revolution ins Rollen gebracht, da Information plötzlich viel einfacher verbreitbar und speicherbar war?"
@ENDE
@ANFANG 21 September 2026 WennDerComputerAufsaetzeKorrigiert Wenn der Computer Aufsätze korrigiert
Erst vor kurzem hatte ich bereits ein Posting zur Frage, wie sich Digitalisierung und Automatisierung im Deutschunterricht thematisieren liesse (siehe Wie der Oberlehrer in der Schule helfen könnte).
Ein kürzlich erschienener Artikel in der New York Times führt nun verschiedentlich zu Diskussionen, wie weit sich Automatisierung in der Bildung durchsetzen könnte und was dies für Konsequenzen hätte. Eine jahrzehntealte Diskussion über künstliche Intelligenz (Biblionetz:w00039) und Co. in Zeiten von Internet und MOOCs (Biblionetz:w02343) neu aufgerollt...
Im Artikel Essay-Grading Software Offers Professors a Break (Biblionetz:t14856) beschreibt John Markoff das Projekt des MOOC-Anbieters EdX (Biblionetz:w02363), Aufsätze mit Hilfe von künstlicher Intelligenz automatisch korrigieren zu lassen. EdX will diesen Dienst einerseits selbst einsetzen, andererseits auch kostenlos auf dem Netz anbieten.
Der Vorteil einer solchen Lösung wäre doppelt: Einerseits wäre es natürlich sehr effizient, wenn Computer und nicht Menschen die Aufsätze bewerten würden und andererseits würden Lernende von unmittelbaren Rückmeldungen profitieren.
Selbstverständlich ist der Ansatz der automatisierten Aufsatzkorrektur nicht unumstritten, wie der Artikel dann erklärt. Es gibt auch schon Forscher die Aufsatzkorrekturprogramme mit Nonense-Aufsätzen gefüttert und trotzdem Bestnoten vom System erhalten haben.
Es geht hier um die alte Frage, wie stark Computer menschlichen Denk- und Entscheidungsprozesse übernehmen können. Kommen wir dem Singularity Point von Ray Kurzweil (Biblionetz:p00691) näher?
Und was macht der Schulpraktiker mit dieser (vorerst noch weitgehend) akademischen Diskussion? Zwei spannende Blogpostings von Urs Henning können Ideen liefern, wie sich die Diskussion im gymnasialen Sprachunterricht produktiv nutzen liesse. Unter
stellt Urs Henning folgende Werkzeuge zur Textanalyse vor:
- Wordcounter
- Leichtlesbar
- stilversprechend
- schreiblabor.com
- Ngram Viewer
- blablameter.de
- WriteLike
- Unwörter-Test
- CW Editor
- LinguLab
- Wordle und Tagul
- plagscan.com
- Text Summarizer
- Duden Rechtschreibprüfung
Die Wörter dieses Postings visualisiert mit wordle.net
Veralteter Screenshot meiner Informationsflut-Pegelstandsanzeige
Technische Aspekte
Umgesetzt habe ich diese Pegelstandsanzeige als zwei Sensoren in meinem Smarthome-System (Home Assistant), das bei mir zu Hause auf einem Raspberry Pi läuft.Mailcounter
Da meine berufliche Mail über die Microsoft-Cloud läuft, habe ich via Power Automate von Microsoft einen Mechanismus zusammengestellt, der alle 5 Minuten per Rest-API-Aufruf meinem Raspberry Pi mitteilt, wie viele Mails sich derzeit in meiner Inbox befinden.
Veralteter Screenshot meiner Informationsflut-Pegelstandsanzeige
https://graph.microsoft.com/v1.0/me/mailFolders/inbox/totalItemCountIm nächsten Schritt wird die benötigte Zahl aus dem json-Objekt extrahiert und im letzten Schritt als REST-API-Aufruf meinem Home-Assistant-Instanz weitergereicht:
https://meine-geheime-homeassistant-adresse.org:port/api/states/input_number.mailcounterDen Rest der graphischen Aufbereitung sowie der Speicherung einer History übernimmt alles Home Assistant.
Tabcounter
Den Tabcounter habe ich als selbst zusammengestiefelte kleine Chrome-Extension umgesetzt. (Viel musste ich nicht selbst programmieren, ich konnte die bestehende Chrome-Extension HA-Cinema-Time anpassen, indem ich einfach an der passenden Stellechrome.tabs.query() einsetzen und den Code an passender Stelle auf meinem Computer deponieren musste.
Nun meldet mein Chrome-Browser bei jedem Öffnen und Schliessen eines Tabs die aktuelle Zahl meiner offenen Chrome-Tabs an meine Home-Assistant-Instanz.
Technisch war das Gebastel für mich lehrreich und hat mir wieder einmal gezeigt, wie standardisierte Schnittstellen zur Mächtigkeit der Digitalisierung beitragen, indem neue Systeme mit vergleichsweise geringem Aufwand als Puzzles aus bestehenden Bestandteilen zusammengesetzt werden können (sprich: Das Rad muss nicht dauernd neu erfunden werden).
Inhaltliche Aspekte
Ich finde die Pegelstandanzeige für mich persönlich interessant und hilfreich. Sie ergänzt mein Bauchgefühl, ob ich grad von Informationen geflutet oder ob ich ihr einigermassen Herr werde. Von zeit zu Zeit reserviere ich mir explizit Zeit, um die beiden Pegel zu senken, da dienen die Anzeigen als simple, aber erfolgreiche Motivationshilfe. Da Arbeitskolleg:innen manchmal wissen möchten, wie stark ich grad belastet bin, habe ich mir schon überlegt, ob ich diese Pegelstandanzeigen auch automatisiert meiner Wochenplan-Mail beilegen sollte. Das ist aber vermutlich aus verschiedenen Gründen keine gute Idee:- Die Zahl meiner Mails in der Inbox und offener Browser-Tabs sagt sehr wenig über meine echte Arbeitslast aus und lässt sich vor allem nicht mit den Zahlen anderer Menschen vergleichen:
- Inboxen können leicht durch alle möglichen Notifications und Newsletter verstopft werden, wenn man diese nicht konsequent abmeldet.
- Auch ohne Newsletter etc. benötigt nicht jede Mail und jedes Browser-Tab den gleichen Verarbeitungsaufwand. Die reine Zahl an Mails und Tabs sagt somit sehr wenig über den effektiven Arbeitsberg aus.
- Relevant ist eigentlich nicht die absolute Zahl, sondern die Veränderung in jüngerer Vergangenheit: Es ist nicht wichtig, wie viele Mails oder Tabs insgesamt noch auf mich warten, sondern ob mehr Informationsobjekte reinkommen als ich verarbeiten kann. Somit müsste ich eigentlich keine Pegelstandanzeigen versenden sondern Steigungsindikatoren.
- Und als letztes lässt sich aus den Zahlen auch nicht ablesen, ob ich Mails und Tabs aus Faulheit oder Überlastung nicht verarbeitet habe.
- Auf der individuellen Ebene kann es zu einer Kompetenzaufbau-Lücke (Biblionetz:w03804) führen, wenn junge Menschen GMLS als Abkürzung (Biblionetz:w03717) einsetzen. Dieses Phänomen wird mit verschiedenen Begriffen bezeichnet (z.B. skill skipping, accumulation of cognitive debt, metacognitive laziness ).
- Auf der organisationalen Ebene kann es zu einer Erfahrungsaufbau-Lücke (Biblionetz:w03805) für Unternehmen führen, wenn diese keine jungen Mitarbeitenden mehr einstellen, sondern auf GMLS setzen, da dadurch kein Erfahrungswissen in der Organisation mehr aufgebaut wird.
- Beides zusammen nenne ich einen GMLS-Sprossenverlust (Biblionetz:w3803).
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