Nicht nur KI macht dumm..
... sondern auch das oberflächliche Lesen und Zitieren von KI-Studien

| | Bildungspolitik, GMLS | untagged
Derzeit geistert der Preprint einer Studie The Generative AI Learning Penalty: Evidence from Chinese Secondary Education (Biblionetz:t33879) durch die sozialen Medien und wurde auch bereits von ersten Massenmedien aufgenommen: The Economist berichtete am 18.08.26 darüber (Biblionetz:t33880) und macht die Studie damit einem breiteren Publikum bekannt.

Zitiert wird dabei meist folgende Grafik:

penalty-01.png
Quelle: The Economist

Sie zeigt, dass bei 26'811 chinesischen Schüler:innen die Nutzung von generativen Machine-Learning-Systemen (GMLS) dazu geführt hat, dass sie im Schnitt ihre Hausaufgaben schneller erledigt haben und bessere Resultate erzielten, wenn sie GMLS nutzen - danach aber in der Prüfung ohne GMLS-Hilfe schlechter abschnitten.

Daraus wird oft geschlossen, dass GMLS das Lernen behindern würden (und fordern dann oft ein Verbot (Biblionetz:w03400) oder mindestens einen weitgehenden Verzicht auf GMLS bei Lernprozessen). Nur wenige lesen detaillierter und betrachten auch eine weitere wichtige Grafik des Artikels:

penalty-02.png
Quelle: The Economist

Diese zeigt, dass insbesondere Schüler:innen schlechter abschneiden, welche mit Hilfe von GMLS bei den Hausaufgaben Zeit sparen. Setzen sie GMLS aber nicht als Abkürzung (Biblionetz:w03717) ein, sondern nutzen es als Werkzeug(Biblionetz:w03718) oder Tutor (Biblionetz:w03719), sind ihre Prüfungsnoten gleich gut oder besser als ohne GMLS-Hilfe.

Somit könnte ein anderes Fazit aus diesem Paper darin bestehen, dass wir Schüler:innen dazu bringen müssen, GMLS nicht als Abkürzung, sondern als Lernwerkzeug zu nutzen. Diese Erkenntnis scheint mir banal, deren Umsetzung weniger.

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