Bei einem von mir betreuten Computer sind die Mails in der Inbox verschwunden - Ursache unbekannt. Kein Problem, sollte man meinen. Frustrierenderweise sind die Mails aber weg.
Nein, die Mails lagen auch nicht im Papierkorb. OK, das sollte noch immer kein Problem sein, schliesslich macht ja der Provider sicher ein Backup. Leider nein: Der Provider Metanet backupt per default nur die Konfiguration, nicht aber Webseiten, Datenbanken oder Mails. OK, einerseits mein Fehler, das nicht zu überprüfen. Ich bin davon ausgegangen, dass die per default gesichert werden. Oder, dass mindestens deutlich darauf aufmerksam gemacht wird, dass ein Backup manuell eingerichtet werden muss...
Aber immer noch kein Problem: Es gibt ja noch den lokalen Computer, da sind sicher Spuren der Mails zu finden, selbst wenn sie gelöscht worden sind. Etwas technischer: Die Mails werden mit Outlook per IMAP abgerufen. Outlook speichert die Mails in einem Cache (das ist eine Datei mit der Endung .ost). Problem: Werden die Mails gelöscht, dann werden die auch in der OST-Datei irgendwann entfernt.
Der nächste Rettungsversuch somit: Kopie der aktuellen OST-Datei nehmen und mit einem speziellen Programm anschauen und die Mails extrahieren. Resultat: Erstaunlicherweise konnten ältere Mails in der Inbox gefunden und extrahiert werden, nicht aber die Mails der letzten 6 Monate. Seltsam.
Nächster Schritt: Vom betroffenen Computer wird täglich ein Backup gemacht. Somit sollte es doch kein Problem sein, eine ältere Version der OST-Datei zu finden von einem Zeitpunkt, da die Mails noch nicht gelöscht waren. Doch leider Fehlanzeige: In diesem Backup werden OST-Dateien übersprungen, weil sie während des Backup-Vorgangs offen sind. Auch da: Hätte ich wissen können / überprüfen müssen. Aber wäre es nicht Aufgabe eines Backupprogramms, deutlich darauf hinzuweisen, dass gewisse Dateien übersprungen wurden?
Fazit: Ich war naiverweise davon ausgegangen, dass die Mails an drei Orten gespeichert wären (Postfach, Backup beim Provider, Backup auf dem lokalen Computer) und es hat sich herausgestellt, dass sie nirgends mehr gespeichert waren.)
Irgendwie scheinen es Backup-Programmee nicht immer als ihre Aufgabe zu betrachten, Nutzende klar auf Probleme hinzuweisen. Zufälligerweise heute Morgen in anderem Zusammenhang entdeckt: Ein Hinweis eines anderen Backupprogramms, dass gross behauptet, alles sei in Ordnung, um dann im Kleingedruckten drauf hinzuweisen, dass nichts in Ordnung ist: