Medienbildung

Im Februar 2008 hat das Departement für Bildung und Kultur des Kantons Solothurn das Stufenübergreifende ICT-Entwicklungskonzept für Solothurner Schulen (Biblionetz:b03200) für verbindlich erklärt und auf den 1. August 2008 in Kraft gesetzt.

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http://www.medienkompass.ch

Im September 2008 folgt nun die Lehrmittelempfehlung zur Umsetzung des ICT-Entwicklungskonzepts: Der Kanton Solothurn empfiehlt die Verwendung der 2008 erschienenen Lehrmittel Medienkompass I (Biblionetz:b03393) für die Primarstufe und Medienkompass II (Biblionetz:b03394) für die Sekundarstufe I.

Was spricht für den Einsatz des Lehrmittels?

  • Viele Aufgaben sind ohne Computer durchführbar
    • Beispiel: Seite 9 > Aufgabe: Medienalltag
    • Beispiel: Seite 46 > Aufgaben Worte ins Bild setzen, Fotoroman unter der Lupe
  • Viele Aufgaben sind interdisziplinär und lassen sich in unterschiedlichen Fächern (auch fächerübergreifend) umsetzen. So kann dem integrativen Ansatz von ICT im Unterricht in hohen Masse Rechnung getragen werden!

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Surf-Simulator

03 September 2008 | Beat Döbeli Honegger | Medienbildung
Nein, trotz dieses Titels geht es nicht um den neuen Browser Chrome von Google (den ich natürlich auch installiert habe). Es geht wieder einmal um eine Bildungsinitiative von Microsoft.

Aus dem aktuellen Newsletter des Schweizerischen Bildungsservers (Juli/August 2008):

4. Ab in den Surf-Simulator

Der neue Surf-Simulator von Microsoft und der Universität München bringt Wissenslücken in puncto Sicherheit im Internet zu Tage. User können dabei auf ungefährliche Weise ihr Verhalten in 15 typischen Szenarien prüfen. http://www.pctipp.ch/news/sicherheit/44097/ab_in_den_surf_simulator.html

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Ok, probieren wir das doch aus, mit meinem derzeitigen Standardbrowser Firefox 3:

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Gehört das schon zum Test? Ich soll Silverlight 1.0 installieren. Der ist aber eigentlich schon auf meinem System installiert. Die ersten Vorsichtsregeln der sicheren Internetnutzung erscheinen vor meinem inneren Auge:
ALERT! Vorsicht 1: Lassen sie sich nicht zur Installation von Software aus dem Internet drängen.
ALERT! Vorsicht 2: Achten Sie auf die Rechtschreibung von Webseiten. Tippfehler deuten auf unseriöse Anbieter hin.

Hmm, ignorieren wir diese Warnungen und versuchen Silverlight 1.0 nochmals zu installieren (vielleicht muss man das ja für jeden Browser einzeln):

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Hmm, nein, eigentlich spricht die Website von einem Cross-Browser-Plugin. Aber apropos sprechen: Die Seite spricht ja plötzlich englisch.
ALERT! Vorsicht 3: Werden Sie misstrauisch, wenn man sie plötzlich auf fremdsprachige Webseiten leitet.

Ah, ich will ja gar nicht Silverlight Applicationen entwickeln, brauche also das alles nicht. Ich brauche nur das Runtime Environment:

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Downloaden, installieren, Browser neustarten:

surf-simulator02.jpg

Hmm, gleiche Situation wie vorher. Liegt vielleicht doch am Browser. Versuchen wir's doch mit dem Internet Explorer von Microsoft. Sieht doch gleich anders aus (ein Schelm, wer sich dabei was böses denkt):

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Soso, ich muss mich mit E-Mail-Adresse registrieren, um den Test machen zu können. War da nicht eine Vorsichtsregel

* ALERT! Vorsicht 4: Gehen Sie zurückhaltend mit ihrer E-Mail-Adresse um.

Also Wegwerfadresse ausgepackt und frischfröhlich registriert. Tatsächlich flattert nach ein paar Minuten ein Mail ins Postfach, die wohl beim Transport beschädigt worden ist (ich nutze MS Outlook als Client, daran kann es nicht liegen):

surf-simulator06.jpg

Also gut, gebrochene URL wieder zusammensetzen und drauf klicken (bzw. in den IE kopieren, da ja sonst der Standardbrowser Firefox geöffnet wird). Irgendwas scheine ich beim zurückcodieren von HEX-Codes in Zeichen falsch gemacht zu haben, denn ich erhalte nur folgende, widersprüchliche Meldung:

surf-simulator07.jpg

Und ein Einloggen scheitert an fehlender Aktivierung:

surf-simulator09.jpg

So leicht gebe ich nun aber nicht auf. Ich versuche eine zweite Registration mit einer Mailadresse, die auf einem Exchange Server von Microsoft gehostet wird in der Hoffnung, dass die Aktivierungs-URL heil bei mir im Postfach ankommt.

Wow! Tatsächlich, der Link kommt heil an und der IE meldet:

surf-simulator08.jpg

Ob ich jetzt die Simulation überhaupt noch machen soll? Immerhin habe ich jetzt gelernt, dass ich zum erfolgreichen Surfen Browser unterscheiden können, Englisch und HEX-Codes beherrschen sowie die verwendete Mailserversoftware meiner E-Mail-Adressen kennen muss. Mehr Kenntnisse wird dieser Surf-Simulator wohl auch nicht prüfen.

P.S.: Es täte mich ja nicht wundern, wenn dieser Test in zwei Jahren in der Schweiz mit einem Vertreter des Staates in einer kleinen Zeremonie zur Erhöhung der Internet-Kompetenz offiziell eingeführt werden würde oder der Test einen der zahlreichen eLearning-Innovation-Success-Solution-Best-Practice-Preis gewinnen würde.

Computer und Internet an der Primarschule

03 September 2008 | Beat Döbeli Honegger | Medienbildung, PHSZ

Update 2013: Das in diesem Posting aus dem Jahr 2008 beschriebene Buch Computer und Internet in der Primarschule ist unterdessen als PDF frei verfügbar PDF-Dokument. Und noch immer aktuell!

Am Montagabend war ich an der Vernissage des Buchs Computer und Internet in der Primarschule (Biblionetz:b03271). Das Buch ist ein Ergebnis des DORE-Projekts "ICT im Primarschulunterricht" (ICTiP), welches am Institut für Medien und Schule (IMS) der PHZ Schwyz von 2005 bis 2007 durchgeführt worden ist.

In vier zentralen Kapiteln zeigt das Buch Potenziale, aber auch Grenzen des ICT-Einsatzes in der Primarschule:
  • Sich informieren mit ICT
  • Kommunizieren und kooperieren mit ICT
  • Üben, experimentieren und spielen mit ICT
  • Gestalten und präsentieren mit ICT

Gibt es die Digital Natives wirklich?

10 May 2008 | Beat Döbeli Honegger | Medienbildung
Das Pendel scheint die Richtung zu wechseln: Nachdem in den letzten Jahren viele von Net Generation, Generation Google oder digital natives gesprochen und geschrieben haben, beginnt sich nun die Kritik an diesen Zuschreibungen zu häufen.

kindergarten_wifi.gif
Ebenfalls heute via konzeptblog bei mir auf dem Bildschirm gelandet...

Bei mir liegen derzeit zwei Dokumente auf dem virtuellen Stapel der zu lesenden Dokumente:

Ich habe beide Dokumente erst überfliegen können (eine Eigenschaft der Net Generation? wink ) und muss noch Zeit finden, sie genauer zu studieren. Ich habe ja vergangenen November angesichts meiner eigenen Erfahrungen mit PH-Studierenden mich darüber ausgelassen, dass ich gewisse Studierende eher als DigitalNaives (Biblionetz:w02038), denn als Digital Natives (Biblionetz:w01839) bezeichnen würde.

Rolf Schulmeister bedient sich übrigens elegant der Möglichkeiten neuer Medien: Statt seinen Aufsatz in Papierform und damit endgültig zu veröffentlichen, stellt er ihn mit dem Hinweis "work in progress" als PDF ins Internet. Um darauf hinzuweisen, benötigt er keinen eigenen Blog: Es genügt, ein paar Edublogger per E-Mail auf die Veröffentlichung hinzuweisen. Diese berichten dann brav darüber: wink

Und auch ich schliesse mich diesem Reigen an...


Im Haupteil der Arbeit geht es lediglich um das Infragestellen der von mehreren Authoren unabhängig beobachteten Kategorie: "Netz-Generation". Mittlerweile gibt es genügend (Praxis-)Beispiele dafür, dass Wikis in nie dagewesener Weise generationsübergreifend Vorteile bei der Informationsverarbeitung evozieren. So sind Wikis im besonderen Maße geeignet aktuelle Probleme der Wissensgesellschaft auch in Unternehmen zu lösen.

-- Main.EnricoNiemczewsky - 09 May 2008 Ich bin zwar einverstanden mit der Aussage, dass Wikis sich für gemeinsame Informationsverarbeitung eignen, aber mir ist noch nicht klar, was dieser Hinweis im engeren Sinn mit dem Thema des Postings (digital natives) zu tun hat. Verschiedentlich ist ja gerade die Erfahrung, dass die angeglichen digital natives wikis weder kennen noch aktiv schreibend nutzen.

-- Main.BeatDoebeli - 10 May 2008

Verwirrende Google-Ranking-Unterschiede

15 March 2008 | Beat Döbeli Honegger | Medienbildung
Als ich soeben mit Firefox und aktiviertem Google-Konto nach Gabi Reinmann (Biblionetz:p01980) gegooglet habe, staunte ich nicht schlecht. Lauter unbekannte und zum Teil veraltete Links auf den ersten Plätzen: Wichtige Adressen wie das e-denkarium taucht nicht unter den ersten 50 Fundstellen auf, der erste Biblionetzeintrag von Gabi Reinmann erscheint auf Position 32. wtf??

Haben die Zoogler (wie sich Zürcher Googler betont cool nennen) bei der Eröffnung der Zürcher Niederlassung diese Woche zu viel Champagner getrunken und nun ist das Ranking zunderopsi? (wie wir Schweizer sagen)

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Ausloggen aus Google hat keine Veränderung gebracht. Die gleiche Suche mit Opera liefert fast komplett andere Ergebnisse auf den ersten 10 Plätzen, ein einziger Eintrag ist gleich. Diesmal landet das e-denkarium auf Platz 2, der erste Biblionetzeintrag auf Platz 4.

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Ob Google was am Ausprobieren ist, oder es sich um unterschiedliche Gewichtungen aufgrund unterschiedlicher Länderseiten ( .ch .de .com ) oder meiner Präferenzen aufgrund der Google-Desktop-Ergebnisse handelt?

Keine Ahnung, aber wieder mal eine Mahnung, wie gefährlich die Stellung von Google (Biblionetz:w02040) als Gatekeeper zu Information ist: Die Karte ist nicht das Territorium (Biblionetz:a00009) und Google liefert nicht die Wirklichkeit...

Update 11.3.08: Ich habe es heute nochmals ausprobiert:

liefert heute das gleiche Resultat. Ich als Informatiker bin mir bewusst, dass Google nicht zwingend auf die abgerufene URL (.com, .de, .ch usw.) achtet, sondern aufgrund der IP-Adresse des Users den User geografisch zu lokalisieren versucht und ihm dann andere Ergebnisse liefert.

Ich vermute aber, dass die Mehrheit der Google-Nutzenden, die ja nicht einmal weiss, wie Google funktioniert, sich nicht bewusst ist, dass Google je nach Herkunft der Frage andere Antworten liefert. Dieses Bewusstsein gilt es zu schaffen.

Google selbst ist hier nicht sehr hilfreich, weil man keinen direkten Hinweis kriegt, welchen Index und welche geografisch bedingten Rankingregeln zur Ergebnisanzeige verwendet worden sind. Im Gegenteil, nicht einmal die URL der Suche hilft.

Spätestens wenn Google personalisierte Ergebnisse aufgrund der bisherigen Aktivitäten auf Google liefert, wird die Verwirrung noch grösser werden: Vermutlich werden keine zwei Suchabfragen trotz identischer Suchbegriffe mehr die gleichen Ergebnisse liefern. Wenn die Lehrperson also der Klasse sagt: "Sucht in Google mal nach Elefant und Afrika" dann erhalten alle Schülerinnen und Schüler andere Resultate...

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