Medienbildung

Stufen der Kommunikationsintimität

07 April 2010 | Beat Döbeli Honegger | Medienbildung
Als Kästchendenker hat mich folgende Grafik der 10 Stufen der Intimität heutiger Kommunikation gefreut:

stufen-der-kommunikations-intimitaet.jpg

Ich bin gespannt darauf, was diese Darstellung bei unterschiedlichem Zielpublikum auslösen wird. Ich erwarte spannende Diskussionen...

Quelle: Ji Lee, gefunden via 35 Great Social Media Infographics, wo auch folgende Grafik zu finden ist:

(Quelle:
Weblog von Mike Arauz)

Handyverbote

16 February 2010 | Beat Döbeli Honegger | Medienbildung, Schul-ICT
Da ich weder auf den Webseiten des Schul- und Sportdepartements noch denjenigen des Volksschulamtes der Stadt Zürich irgendwelche Informationen gefunden habe, hier der entsprechende Artikel aus der NZZ:

Keine MP3-Player mehr auf dem Pausenplatz

Stadt Zürich verbietet in den Schulen alle elektronischen Geräte

Ab kommendem Sommer gilt an den Schulen in der Stadt Zürich eine neue Hausordnung: Neu sind in Schulhäusern und auf Pausenplätzen nicht nur Mobiltelefone verboten, sondern auch alle anderen elektronischen Geräte wie MP3-Player.

(sda) Die neue Hausordnung verbietet in den Stadtzürcher Schulen ab Sommer alle elektronischen Geräte. Grund für diese Ergänzung ist, dass sich die Geräte optisch immer ähnlicher werden, ein MP3-Player heute also wie ein Mobiltelefon aussieht.

Es sei für die Lehrer sehr mühsam, wenn sie bei jedem Schüler kontrollieren müssten, welches Gerät dieser gerade benutze, sagte Marc Caprez, Sprecher des Zürcher Schul- und Sportdepartementes, auf Anfrage. Er bestätigte einen entsprechenden Artikel der «Zürcher Landzeitung» vom Freitag, wonach die Hausordnung der Zürcher Volksschulen um ein Verbot jeglicher elektronischer Geräte ergänzt wird.

Man wolle den Pausenplatz als sozialen Ort erhalten. «Die Kinder sollen miteinander reden, sich entspannen», sagte Caprez weiter. Elektronische Geräte seien dabei nicht förderlich. «Es besteht zudem die Gefahr des Mobbings, vor allem, wenn die Geräte eine Kamera integriert haben.»

Es komme oft vor, dass durch das Versenden von Fotos oder Filmen Mitschüler blossgestellt würden. Was die Durchsetzung des Verbots betrifft, sieht das Schuldepartement keine Probleme. Das Handy-Verbot sei von den Schülern mittlerweile auch gut akzeptiert und kein Thema mehr.

Dazu ein Zitat aus der Broschüre Handy im Schulfeld PDF-Dokument (Biblionetz:t10694) von Rolf Deubelbeiss und Peter Holzwarth von der PH Zürich:

Ein Handyverbot kann zwar als kurzfristige Massnahme sinnvoll sein, um eine schwierige Situation in einem Schulhaus zu entschärfen. Der Trend zu mobilen Kleincomputern ist allerdings gesellschaftlich so breit und ausgeprägt, dass die Schule mittelfristig nicht darum herumkommt, deren Besitz und Nutzung in einem medienpädagogischen Konzept zu integrieren, Chancen zu nutzen und Risiken zu minimieren.

Beschränkt sich jedoch die schulische Auseinandersetzung mit Handys auf ein blosses Verbannen und Verbieten, dann könnte dies als pädagogische Bankrott-Erklärung verstanden werden.
,

Wer treibt wen & was hält wen ab?

05 February 2010 | Beat Döbeli Honegger | Medienbildung, Schul-ICT
So, seit nun bald einer Woche läuft die von mir moderierte Diskussion Technologie und Bildung: Wer treibt wen? im Rahmen des EducationalTrendspotting - Prozesses für die SFEM-Tagung 2010.

Die Diskussion gewinnt langsam an Schwung. Es geht um die Frage, welche Strategien des Change Managements sich für die Bildung eignen würden, ob es sich um verfehlten Technikdeterminismus (Biblionetz:w02180) handelt, wenn man von Technologie als Trendtreiber spricht und ob die Frage des Verhältnisses von Technologie und Bildung überhaupt relevant sei in der heutigen Zeit und nicht eher emotionale Bildung notwendig sei.

In verschiedenen Diskussionssträngen habe ich festgestellt, dass die Ausgangsthese "Die Technologie ist Trendtreiber - Das Bildungswesen hinkt nach" zu schwammig bzw. mehrdeutig formuliert ist und für eine Diskussion der Präzisierung bedarf. Ich habe dies heute mit folgendem Diagramm versucht:

wer-treibt-wen.jpg

Die Einflüsse (1) und (2) betreffen die beiden Gebiete ICT und Bildung insgesamt, während die Einflüsse (3) und (4) jeweils den Einfluss des einen Gebiets auf den gemeinsamen Schnittpunkt betreffen. So lässt sich nun fragen, ob ICT die Bildung stärker beeinflusst oder umgekehrt die Bildung stärker ICT. Evtl. einfacher zu beantworten (wenn überhaupt) scheint mir der gemeinsame Bereich von ICT und Bildung. Wie sieht es hier aus? Welche Impulse, Ziele und Methoden kommen von Seiten der ICT und welche von der Bildungsseite?

Was hält wen ab?

Soviel zum Inhaltlichen. Daneben möchte ich auf einer Metaebene auch noch einen Blick auf den Prozess als solches werfen. Bis jetzt sind 41 Beiträge gepostet worden von 7 verschiedenen Personen. Das ist nicht gerade viel. Woran könnte das liegen?

Ich habe relativ viel Werbung gemacht für diese Diskussion: Ich habe gebloggt, getwittert, meine Skype-Meldung eine Zeit lang entsprechend gesetzt, entsprechende Hinweise vermailt und face-to-face™ geworben. Auch die SFEM hat recht eifrig die Werbetrommel gerührt. Resultat sind sieben diskutierende Personen. Für mich Ausdruck der heute herrschenden Informationsflut (Biblionetz:w00430) und der daraus resultierenden Aufmerksamkeitsökonomie (Biblionetz:w00502). Es bestätigt die bekannte Tatsache, dass heute niemand mehr auf eine Diskussionsmöglichkeit im Internet wartet, im Gegenteil. Es hat zu viele davon.

Etwas hätte man aber besser machen können. Die Diskussion findet - obwohl alle eingeladen sind - hinter verschlossenen Türen statt. Bereits um die bisherige Debatte lesen zu können, muss man sich mit E-Mail-Adresse registrieren, die Bestätigungsmail abwarten und bestätigen und danach noch ein zweites Passwort eintippen. Diese Hürden sind unnötig und halten meiner Ansicht nach gewisse Leute ab, sich die Diskussion mindestens einmal anzuschauen!

Dank meines Weblogs habe ich Zahlen, welche meine Aussage stützen: In der vergangenen Woche wurde mein Posting Technologie und Bildung: Wer treibt wen? 640 mal abgerufen. Dank feejit.com weiss ich, dass anschliessend oft auf einen Link zur Diskussion geklickt wurde. Dies bedeutet, dass jemand das Interesse hatte, in die Diskussion hineinzuschauen. In der vergangenen Woche haben sich aber maximal fünf Personen aufgrund meines Blogpostings bei der Diskussionsplattform registriert. Dies ergibt eine Konversionsrate von weniger als einem Prozent!

Liebe Veranstalter von öffentlichen Diskussionen: Baut keine unnötigen technisch-organisatorischen Hürden ein!


Update: Unterdessen wurde ich von mehreren LeserInnen zu Recht darauf aufmerksam gemacht, dass ich ja selbst nicht einhalte, was ich hier verlange: Auch mein Weblog würde ja zum kommentieren eine Registration verlangen. Ja, das stimmt natürlich. Aber mindestens lesen kann man mein Weblog ohne Registration wink

-- Main.BeatDoebeli - 05 Feb 2010

,

Technologie und Bildung: Wer treibt wen?

22 January 2010 | Beat Döbeli Honegger | Medienbildung
Ich habe mich von den OrganisatorInnen des SFEM2010 überreden überzeugen lassen, im Rahmen des EducationalTrendspotting-Prozesses die Moderation zum zweiten Trend zu übernehmen. Dieser Trend ist folgendermassen formuliert:

Technologie ist Trendtreiber: aber warum sind nicht die Menschen mit ihren Bildungsbedürfnissen am Drücker? Was bedeutet es, wenn die Technologie das Bildungswesen „abhängt“, weil es nachhinkt, statt Schrittmacherfunktion wahrnimmt?

Ich habe die Moderation übernommen, weil mich dieses Thema seit Jahren begleitet und ich im Gegensatz zum ersten Diskussionsthema selbst noch keine Klarheit habe. Ich möchte diese Gelegenheit somit nutzen, auch selbst Aspekte und Facetten dieser Frage auszuloten und zu diskutieren. Dementsprechend hoffe ich auf zahlreiches Interesse und engagiertes Mitdiskutieren wink

In einer ersten Analyse habe ich für mich den Ausgangstext in folgende Aussagen und Folgefragen zerlegt:

sfem2010-thema2.JPG

  • Aussage 1: ICT entwickelt sich weiterhin rasend schnell. bubble
  • Aussage 2: Die Schule ist tendenziell veränderungsresistent. bubble

  • Aussage 3: Einzelne Lehrpersonen hinken der technischen Entwicklung hinterher. bubble
  • Aussage 4: Das Bildungssystem hinkt der technischen Entwicklung hinterher. bubble
  • Aussage 5: Die LehrerInnenbildung hinkt der technischen Entwicklung hinterher. bubble

  • Aussage 6: Die Schule verweigert oder akzeptiert Technologie, prägt sie aber nicht. bubble
  • Frage 1: Ist es schlimm, wenn einzelne Lehrpersonen der technischen Entwicklung hinterher hinken? bubble
  • Frage 2: Ist es schlimm, wenn das Bildungssystem der technischen Entwicklung hinterher hinkt? bubble
  • Frage 3: Ist es schlimm, wenn die LehrerInnenbildung der technischen Entwicklung hinterher hinkt? bubble
  • Frage 4: Ist es schlimm, wenn die Schule Technik nicht mitprägt? bubble
  • Massnahmen 1: Was liesse sich gegen das Hinterherhinken einzelner Lehrpersonen tun? bubble
  • Massnahmen 2: Was liesse sich gegen das Hinterherhinken des Bildungssystems tun? bubble
  • Massnahmen 3: Was liesse sich gegen das Hinterherhinken der LehrerInnenbildung tun? bubble
  • Massnahmen 4: Wie könnte das Bildungssystem die technologische Entwicklung mitprägen? bubble

Ich hoffe, dass ich mit diesem Vorschlag einer Strukturierung nicht gleich alle Diskussionswilligen abschrecke. Andere Themenstränge sind selbstverständlich auch willkommen!

Wer sich an der Diskussion beteiligen möchte, klicke auf eine der oben genannten Aussagen-, Fragen- oder Massnahmendiskussionen. Hier nochmals die vier notwendigen Schritte zur Anmeldung:

  1. Aufruf der Website http://www.ycampus.net/course/view.php?id=88
  2. Sich auf dieser Seite registrieren mit seinem realen Namen (beat.doebeli, beatdoebeli oder so...) (Die Sprache des User-Interfaces lässt sich oben rechts verändern).
  3. Den Link im Bestätigungsmail anklicken.
  4. Das Zugangspasswort SFEM2010 eingeben.

P.S.: Als Wiki-Gewohnter hatte ich meine liebe Mühe, in einem (linearen) Forum eine vernetzte Struktur hinzukriegen. Insbesondere da das Forum nach 30 Minuten keine Änderung mehr an den Beiträgen erlaubt...


,

ICT im Lehrplan 21

11 December 2009 | Beat Döbeli Honegger | Medienbildung

Worum geht es?
Die drei deutschsprachigen EDK-Regionalkonferenzen (NW EDK, EDK-Ost und BKZ) haben im Jahr 2004 einen Vorschlag für einen gemeinsamen Lehrplan zur Diskussion gestellt.

[...]

Erstmals wird mit dem Lehrplan 21 ein Lehrplan für 21 Kantone erarbeitet. Bisher hatte fast jeder Kanton einen eigenen Lehrplan. Unter den Zentralschweizer Kantonen bestand bereits eine intensive Zusammenarbeit; zusammen mit den Kantonen Freiburg und Wallis wurden gemeinsame Lehrpläne entwickelt. Ende der 90er Jahre übernahm eine Reihe von Kantonen den Kindergartenlehrplan des Kantons Bern. In jüngster Zeit wurden im Rahmen interkantonaler Projekte die Fremdsprachenlehrpläne aktualisiert. Mit dem Lehrplan 21 wird die Zusammenarbeit auf alle Kantone, Fachbereiche und Schulstufen ausgeweitet.

Der Lehrplan 21 umfasst elf Jahre: die Zeit von zwei Jahren Kindergarten und neun Jahren Schule. Er beschreibt das Bildungsangebot für den Pflicht- und Wahlpflichtbereich der obligatorischen Schulzeit. Als Planungsinstrument für die Lehrpersonen wird der Lehrplan 21 ein praxisnahes, gebrauchsfertiges Produkt sein. Deshalb wird darauf geachtet, dass er nicht überfüllt wird. (Quelle: lehrplan21.ch)

lehrplan21.jpg

Das folgende ist nur noch für SchweizerInnen von Interesse, aber das oben Stehende dürfte für einige aus Deutschland interessant sein, die über das föderalistische Bildungssystem in Deutschland jammern: Die Schweiz ist vielleicht so gross wie ein deutsches Bundesland, hat aber derzeit ca. 26 Bildungssysteme wink

ICT/Medienbildung ist im Lehrplan 21 (Biblionetz:w02172) nicht als Fach, sondern als fächerübergreifendes Thema vorgesehen. Für die Ausarbeitung dieses Themas werden nun Mitarbeitende für eine entsprechende Arbeitsgruppe gesucht:

Das Projekt Deutschschweizer Lehrplan sucht Fachpersonen für ICT und Medien in der Schule, die in einer Arbeitsgruppe mitwirken möchten. Detailinformationen entnehmen Sie der Ausschreibung.

Gerne erwarten wir Ihre Bewerbung mittels untenstehendem Formular bis zum 15. Dezember 2009.

Kontakt

  • Beat Döbeli Honegger
  • Plattenstrasse 80
  • CH-8032 Zürich
  • E-mail: beat@doebe.li
This page was cached on 08 Feb 2026 - 05:31.