Medienbildung

Schweizer Internet-Präventationskampagnen

17 March 2011 | Beat Döbeli Honegger | Medienbildung
Als Erweiterung des Beitrags Alle wollen die Jugend schützen, aber alle auf ihre Art hier eine (unvollständige) Liste von Schweizer Internet-Präventionskampagnen, d.h. Projekten die auf die eine oder andere Art versuchen, Kinder und Jugendliche vor den Gefahren des Internets zu bewahren.

Bitte weitere Kampagnen melden oder gleich selbst eintragen. (Deutsche und österreichische Projekte fehlen mit Absicht, weil das primäre Ziel dieser Liste das Aufzeigen der Situation in der Schweiz ist und nicht das Aufstellen aller deutschsprachigen Angebote).

Schweizerische Kriminalprävention (SKP/PSC)

Die Schweizerische Kriminalprävention gibt auf ihrer neuen Website Eltern, Lehrpersonen und Jugendlichen Tipps und Hilfestellungen zu Themen rund um die Sicherheit im Internet, wie beispielsweise Saferchatten, Sicherheit in sozialen Netzwerken, Kinderpornographie und Internetbetrug.

Schau genau

Präventionskampagne der Stadt Zürich: "Im Internet surfen und kommunizieren macht Spass! Du kannst dich mit anderen austauschen, quatschen, flirten und mit Freunden scherzen… Nervig sind nur die User, die einen blöd anmachen oder sogar belästigen. Das ist nicht witzig.
Auf dieser Website findest du alles rund um die Themen Chat, Instant Messenger und Social Network. Auch gibt es Tipps zur Chatsprache, Infomationen zu interessanten Chatrooms und Social Networks sowie die wichtigsten Verhaltensregeln und vieles mehr. Ausserdem erfährst du hier, wie du dich gegen unangenehme User wehren kannst."

Netcity.org - Gefahren des Internets

Die Stiftung Kinderschutz Schweiz und Action Innocence möchte mit dem Internetauftritt Schülerinnen und Schülern anregen, sich vor den Gefahren des Internets zu schützen. In einem Online-Spiel sollen Kinder von 9 bis 12 Jahren auf Gefahren, die im Internet lauern, sensibilisiert werden.

NetLa - Meine Daten gehören mir (seit 2011)

Ziel der Kampagne ist, Kinder und Jugendliche im Alter von 5 - 14 Jahren für einen bewussteren Umgang mit persönlichen Daten und Informationen zu sensibilisieren. Der Rat für Persönlichkeitsschutz (RfP), dessen renommierte Mitglieder aus Wissenschaft und Wirtschaft kommen, hat die „Netla“-Kampagne initiiert. Sie steht auch unter der Schirmherrschaft des Eidgenössischen Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragten Hanspeter Thür. Die Kampagne wird von namhaften Partnern wie der Beratungsstelle für digitale Medien in Schule und Unterricht der Fachhochschule Nordwestschweiz und der Zürcher Hochschule der Künste (Schwerpunkt Serious Game Design) begleitet.

Fit4Chat

Ein Angebot der Luzerner Kantonspolizei mit zahlreichen Partnern für Kinder und Jugendliche zum richtigen Umgang im Chat.

Pro Juventute Handyprofis (seit 2009)

"Unsere tägliche Arbeit mit Jugendlichen zeigt: Die Förderung der Selbst-verantwortung ist effektiver und nachhaltiger als Verbote. Erfahrene Medienexperten entwickeln in Schul-Workshops die Fähigkeit der Schüler, sinnvoll mit dem Handy umzugehen. Sie zeigen Risiken und positive Aspekte der Handy-Nutzung auf und fördern die Medienkompetenz der Kinder und Jugendlichen. Unsere Experten unterstützen Eltern im Rahmen von Elternabenden und Bildungsanlässen in ihrer Erziehungskompetenz. Sie vermitteln Fachwissen zum Thema Handy und informieren Eltern, wie sie ihren Kindern einen verantwortungsvollen Umgang mit Medien lehren.
Im 2009 hat das Bundesamt für Kommunikation Pro Juventute Handyprofis mit dem Preis «Ritter der Kommunikation» ausgezeichnet."

Educaguide Ethik

Der Guide soll möglichst konkrete und praktische Hinweise dafür geben, wie Schulen eine eigene Kultur der verantwortlichen Nutzung neuer Informations- und Kommunikationstechnologien (kurz: ICT) entwickeln können. Er behandelt viele Probleme, die bereits bei der Nutzung traditioneller Medien bestanden (Presse, Fernsehen, Film) aber auch andere Probleme, die spezifisch die sogenannt neuen Medien (Computer- und Internetanwendungen) betreffen. Der Guide richtet sich an Lehrpersonen, Schulleitungen, Eltern und andere Akteure des Bildungssystems.

VirtuaLAB

Die Hasler Stiftung und das Departement Bildung, Kultur und Sport des Kantons Aargau haben ein Projekt finanziert, das Schülerinnen und Schülern der Sekundarstufen I und II den richtigen Umgang mit dem Internet näher bringen soll. Ziel ist es, die Schüler für Sicherheitsfragen zu sensibilisieren. Unter der Leitung von ETH-Informatikingenieur und Kantonsschullehrer Peter Skrotzky hat eine Fachgruppe ein Leitprogramm realisiert, das Lehrpersonen der beiden Sekundarstufen stufengerechtes Unterrichtsmaterial über das richtige Verhalten im Internet zur Verfügung stellt.

security for kids

"«security4kids» ist eine Initiative von Partnern des Bildungswesens, privaten Firmen wie Microsoft und Symantec sowie Stellen und Organisationen zur Bekämpfung der Online-Kriminalität.
Die Website, die in Zusammenarbeit zwischen diesen Partnern entstanden ist, stellt zielgruppengerechte Informationen und Materialien für den sicheren Umgang von Kindern und Jugendlichen mit dem Internet zur Verfügung.
Die Website richtet sich nicht nur an Schülerinnen und Schüler, sondern auch an Lehrpersonen und Eltern. Sie bietet Unterstützung und praktische Tipps, damit Kinder und Jugendliche lernen, sich zu schützen und verantwortungsvoll zu verhalten, wenn sie im Internet unterwegs sind."

Swiss Security Day

Der Swiss Security Day 2011 ist der Computer-Sicherheit gewidmet. Er weist die Schweizer Bevölkerung auf Gefahren und Sicherheitsmassnahmen im Umgang mit dem Computer hin.

Swisscom Handy & Internet

Verbot oder Dialog? Handys während des Unterrichts wegschliessen oder mit den Schülern eine Vereinbarung ausarbeiten für den Handygebrauch auf dem Schulareal? In diesem Dossier stellen wir alle Angebote und Informationen zusammen, die wir für den Schulunterricht zum Thema "Handy" anbieten. Vom Handyknigge in Form einer E-Lesson über die Broschüre, die aufzeigt wie Mobilkommunikation funktioniert bis zum Angebot Handy-Ausleihe. Zudem stellen wir zwei wichtige Angebote zum Thema Internet vor: der School NetGuide, ein Ratgeber der Eltern, Lehrkräften und weiteren Interessierten aufzeigt, welche Trends aus dem Internet den Kommunikationsalltag verändern und was für die Internet-Generation den Reiz ausmacht, die Möglichkeiten von Web 2.0 zu nutzen. Die Nachfolge-Broschüre zum SchoolNetGuide – „enter“ - thematisiert alle digitalen Medien. Die Ausgabe zum Jugendmedienschutz zeigt Eltern und Pädagogen, wie sie Kinder und Jugendliche bei ihrem Medienkonsum begleiten können.

handyknigge.ch

Eine Website mit zahlreichen Informationen zum Thema "Jugendliche und Handy"

Klick clever (Fribourg 2009)

Hinweis von Main.AndiHeutschi - 15 Mar 2011

Geschichten aus dem Internet

Auch der Bund mischelt mit:

Hinweis von Main.MeiselF - 16 Mar 2011

Elternet.ch

http://www.elternet.ch/. Diese Webseite möchte Eltern in der Medienbildung unterstützen. Registrierte Nutzer können im elternet.ch-Forum Beiträge verfassen und unter dem Label "Eltern helfen Eltern" ihr Wissen teilen.

Hinweis von Sibylle Rudin - 17 Mar 2011

Nicht mehr aktive Kampagnen

  • Bliib suuber! Kei Gwalt uf diim Compi und Handy. der Kantonspolizei Zürich ( Merkblatt PDF-Dokument)

Ende Januar 2011 ist im Tages Anzeiger ein Artikel unter dem Titel "Gar viele wollen die Jungen schützen" PDF-Dokument erschienen, der anlässlich der Lancierung von netla.ch - Meine Daten gehören mir! auf die zahlreichen, untereinander wenig koordinierten Präventionskampagnen im Bereich Internet und Jugendschutz aufmerksam gemacht hat.

Tatsächlich reden die unterschiedlichen Akteure in der Schweiz im Bereich Jugendschutz (Biblionetz:w00932) wenig miteinander und kennen sich teilweise gar nicht. Ein aktuelles Beispiel dafür: Heute lese ich in der NZZ unter dem Titel Porno gehört ins Schulzimmer (Biblionetz:t12554) über eine Tagung mit 200 Teilnehmenden, die gestern in Zürich (!) stattgefunden haben soll. Die Veranstaltung ist komplett an meinem Radar und sozialen Netzwerken vorbeigegangen, ich hatte keine Ahnung davon.

Da im NZZ-Artikel ungenannt, bringt eine Internetrecherche als Veranstalter das Europa Institut an der Universität Zürich (EIZ) zutage. Auf deren Website werde ich aber nicht in vernünftiger Zeit fündig, da diese nur zukünftige, nicht aber vergangene Veranstaltungen auflistet (!?) (In der Volltextsuche wird die Veranstaltung zwar gefunden, liefert aber als Resultat wieder die Seite der zukünftigen Veranstaltungen zurück).

Google (Cache) hilft nochmals, das Programm PDF-Dokument der Tagung ist noch online. Zum Ziel der Tagung steht da:

Ziel der Tagung ist es, Präventionsexpertinnen und -experten und Interessierte aus den Bereichen Polizei, Justiz, Stadtverwaltung, Sicherheit, Soziales, Forschung, Medien und Politik zusammenzubringen und dabei erfolgreiche kriminalpräventive Praktiken zum Schutz von Kindern und Jugendlichen vor illegalen und schädlichen Inhalten in den Netzwerken zu diskutieren.

Der Bereich Schule oder gar LehrerInnenbildung wird nicht genannt (oder unter "Soziales" subsummiert?). Es geht mir nicht um eine Kritik an dieser Veranstaltung, sie zeigt nur sehr beispielhaft, wie sich die verschiedenen Akteure in unterschiedlichen, sich teilweise nicht überlappenden Sphären bewegen.

Nein, ausser der lapidaren Feststellung "Vernetzt Euch doch bitte"", die ja offensichtlich nicht funktioniert, habe ich auch keine Lösung anzubieten...

P.S.: Von der Tagung scheint nichts online verfügbar zu sein. Im Publikationsbereich der EIZ-Website kann man den letztjährigen Tagungsband für CHF 68.- in Form von totem Holz kaufen.

P.S.II: Eine (vermutlich unvollständige) Liste Schweizerischer Internet-Präventionsangebote habe ich hier angefangen.

Digital Naives

11 December 2010 | Beat Döbeli Honegger | Medienbildung, Veranstaltung
Am 8./9. November 2007 hat in Münchenwiler die bereits traditionelle SATW-Retraite zu ICT und Bildung stattgefunden, diesmal zum Thema Grundausbildung in ICT der Lehrpersonen: Welche Kompetenzen in ICT sind an Pädagogischen Hochschulen zu fördern?

  • Wie muss die Lernumgebung organisiert werden?
  • Welche Anforderungen werden an die kollaborative Arbeit gestellt?
  • Wie wird der Transfer in die täglich Arbeit an den Schulen sichergestellt?
  • Wie wird ICT an den PHs als Lernfeld umgesetzt?

Ich war als Referent eingeladen, zur Frage Welche Kompetenzen sind Voraussetzun für ict-gestütztes kollaboratives Arbeiten? Stellung zu nehmen und habe dies mit dem Referat Mit digital natives kollaborativ arbeiten auch pointiert getan:

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Ich kam mir sehr alt vor, als ich aufgrund der Lehrerfahrungen an verschiedenen Schweizer PHs in den letzten Jahren im Referat die These Die heutige Studierendengeneration besteht aus digital natives und beherrscht digitale Medien im Schlaf, es ist also nur eine Generationenfrage, bis ICT alltäglich und verstanden ist. als Illusion darstellte und den ICT-Wissensstand der heutigen PH-Studierenden bemängelte. Bin ich jetzt bereits so alt, dass ich auch anfange mit "Die heutigen Jugendlichen können nicht mal..."

Es ist aber tatsächlich eine aktuelle Lernerfahrung von mir, dass die zunehmende Alltäglichkeit von ICT nicht zur Folge hat, dass ICT auch entsprechend verstanden wird. ICT ist zwar alltäglich geworden, aber unverstanden geblieben. Was mich dabei am meisten überrascht und erschreckt: Dieses Unverständnis stört die Studierenden nicht, ICT ist ihnen egal.

In den letzten Wochen habe ich lange darüber nachgedacht, wie ich dieses Unverständnis und Desinteresse begrifflich auf den Punkt bringen könnte, zuerst als Titel für einen Weblog-Eintrag, dann für das Referat an der SATW-Tagung. Beim Erstellen der Folien dann plötzlich die Erleuchtung: Unsere Studierenden sind zum Teil nicht digital natives, sondern digital naives! (Biblionetz:w02038)

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In der Diskussion hat Jan Hodel bemerkt, dass vielleicht die mit digital native (Biblionetz:w01839) assoziierte Kompetenz eben ein Fehlschluss sei und es vielleicht gerade zur nativeness gehöre, dass man die als gegeben wahrgenommenen Dinge nicht hinterfragt:

Es scheint mir geradezu eine idealtypische Eigenschaft von “Natives” zu sein, von den sie alltäglich umgebenden Dingen naive Vorstellungen zu haben. Die wenigsten Einheimischen wissen vom Rathaus der eigenen Gemeinde, wann es von wem gebaut wurde. Sie können nicht erklären, wie das Proporzwahlrecht funktioniert und geben doch erfolgreich ihre Stimme ab (wenn überhaupt). Sie wissen nicht, was ein Bar genau ist, und können doch den Reifen ihres Mountain-Bikes aufpumpen, ohne ihn zum Platzen zu bringen.
(Quelle)

Dem stimme ich zu, doch der Begriff der digital natives scheint mir in der Diskussion so mit ICT-Kompetenz verknüpft zu sein, dass es einen neuen Begriff (eben den der digital naives) braucht, um diesen Fehlschluss von Alltäglichkeit auf Kompetenz (Biblionetz:a00905) aufzubrechen:

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Die Frage, wie die Studierenden zu den benötigten ICT-Kompetenzen kommen, scheint mir auch in Münchenwiler nicht beantwortet worden zu sein. Einmal mehr habe ich aber die Gefahr der Reduktion auf die die technische Ebene erlebt: In der Ausbildung wäre mein Auftrag eigentlich, Medienbildung zu betreiben und alle Ebenen der Medienkompetenz zu berücksichtigen. Aufgrund der fehlenden technischen Kompetnez der Studierenden bin ich dann versucht oder gar gezwungen, der technischen Ebene mehr Raum zu geben, was in der Folge die anderen Ebenen verkürzt. Fordere ich in nun in Diskussionen mehr Vermittlung von technischer Medienkompetenz, besteht die Gefahr, dass meine Position auf die technische Medienkompetenz verkürzt wird ("Typisch Ingenieur, sieht wieder mal nur die technische Ebene!")

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P.S.: Gestern habe ich voller Stolz meine Wortneuschöpfung "digital naives" gegoogelt und musste dann ernüchtert feststellen, dass bereits viele andere die gleiche Idee hatten...

Viel Zeit für's Geniessen der schönen Ambiance hatte ich dieses Jahr leider nicht...
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Kommentare:

  • Ich hoffe ich darf meinen Kommentar direkt hier rein schreiben (ich armer Digital Naive weiß nicht wohin damit):
Diese Unterscheidung Digital Native ./. Digital Immigrant gehört in jedem Fall um die Digital Naives ergänzt. Eingeborene kennen auch Schleichwege und wissen vieles was nicht im Reiseführer steht. Die Naives nutzen unreflektiert die verfügbaren Angebote. Es entstehen sozusagen zwei Arten von Eingeborenen: die Natives und die Naives. Naives sind sie auf Grund der Umgebung in die sie geboren werden (=ICT zahlreich verfügbar) den Native Status müssen sie sich aber erst erarbeiten. Wer in den Bergen geboren wird ist nicht automatisch ein guter Kletterer/Bergsteiger. -- Main.RalfAppelt - 12 Nov 2007
    • Main.BeatDoebeli: Ja klar darfst Du hier reinschreiben. Ich bin mir der Beschränkungen der Blogbastelei in meinem Wiki schon bewusst wink
*Im Prinzip stimme ich überein mit Euch beiden, dass viele, die in die Kategorie Digital Native gesteckt werden eher Digital Naives sind. Man darf aber in dieser Diskussion nicht vergessen, dass eben dieses genau unsere Aufgabe an Schulen und Hochschulen ist, dem Unverständnis vorzubeugen und einen kritischen und kompetenten Umgang mit dem Medium zu befördern. Dass sich die Kommunikationsformen und die Interaktionsformen ändern, heißt ja nicht, dass alle die Studierenden auch ein tiefergehendes Verständnis der dahinterstehenden Techniken haben. Die Schulen sind sehr häufig jedoch immer noch Stätten, die den althergebrachten Traditionen verhaftet sind. Auch Schreiben und Lesen bzw. der Umgang mit und das Verständnis von Texten z.B. sind auch Dinge, die erst erlernt werden müssen. Wenn also von Anfang an in den Schulen ICT als selbstverständliches Arbeitsinstrument eingebaut wird, so wie bisher Stift und Papier, so könnte genau diese fehlende technische Kompetenz frühzeitig aufgebaut werden. -- Main.ChristinaFerner - 21 Nov 2007
    • Main.BeatDoebeli: Ja, absolut einverstanden. - 30 Nov 2007 ,

Meine Idee für eZürich: !DynabookZ

08 December 2010 | Beat Döbeli Honegger | Medienbildung
Anfang November habe ich bereits über die Inititative eZürich berichtet. Die Initianten ziehen nach der ersten Halbzeit des Ideenwettbewerbs eine positive Zwischenbilanz: 9000 Besucherinnen und Besucher und über 400 Ideen.

Schaut man sich die Ideen zum Tag Schule an, so haut mich das noch nicht aus den Socken, auch mein erster eigener Vorschlag (Aufhebung des Nutzungsverbots...) nicht. Irgendwie müsste man doch etwas grösser und visionärer denken.

Ich habe darum heute meine Idee DynabookZ: Entwicklung eines persönlichen mobilen Lerngeräts für Zürcher Schulkinder auf Open Source Basis endlich eingereicht:

Kategorie/ category:
Bildung und Forschung/ Research and education

In Zürich wird von den lokalen Hochschulen (ETH, Universität, Fachhochschulen, Pädagogische Hochschule) und lokalen IT-Firmen ein auf die Bedürfnisse von Schulkindern ausgerichteter mobiler mobiler Kleincomputer (Handheld/Smartphone/Tablet) samt schulspezifischer Software auf Open-Source-Basis entwickelt/konfiguriert und notwendige Massnahmen zu dessen flächendeckender Verteilung und sinnvoller Nutzung ergriffen.

Ziel: Jedes Zürcher Schulkind verfügt über einen persönlichen mobilen multimedialen Kleincomputer für Schule und Freizeit, der auf die besonderen Bedürfnisse der Schule und der Schulkinder ausgerichtet ist und dessen Software dank entsprechend offen formulierten Lizenzbestimmungen weltweit kostenlos genutzt werden kann.

Schülerinnen und Schüler lernen so selbstverständlich mit digitalen Medien umzugehen wie mit Papier und Bleistift. Die Schule vermittelt dabei nicht primär Bedienkompetenz, sondern die Fähigkeit, digitale Medien sinnvoll, effizient und reflektiert zu nutzen und auch Grenzen und Gefahren digitaler Medien zu erkennen. Diese Medienkompetenz kann in einer Zeit, wo privat solche Geräte breit verfügbar sind nicht durch Verbote digitaler Geräte auf dem Schulareal erreicht werden, sondern erfordert die alltägliche Auseinandersetzung mit Chancen und Risiken digitaler Medien auch in der Schule.

FAQ:
  • F: Warum persönliche Geräte?
    A: Weil solche Geräte privat bald zum Alltag von Kindern und Jugendlichen gehören. Die Schule soll hier nicht abseits stehen, sondern die Chancen nutzen und für die Gefahren sensibilisieren.

  • F: Warum Open Source:
    A: Einerseits weil die Schule nicht in die Abhängigkeit kommerzieller IT-Firmen geraten soll. Andererseits weil das Projekt ausstrahlen und auch andernorts genutzt werden soll. (siehe OLPC-Initiative (100$-Laptop) des MIT)

Nutzen Ihrer Idee/ Benefit of your idea:
  • Schülerinnen und Schüler von Zürich profitieren von einer Schule, welche Sie auf das Leben und Arbeiten in einer digitalen Welt vorbereitet und mit zeitgemässen Werkzeugen arbeitet.
  • Die beteiligten Hochschulen und IT-Firmen profitieren vom guten Ruf des Projekts, das weit über Zürich hinaus bekannt und genutzt werden wird. Zudem erhalten sie medienkompetente Lehrlinge und Studierende.
  • Studierende arbeiten an einem spannenden Projekt mit, das auch wirklich etwas bewegt
  • Die Stadt Zürich profitiert vom Ruf als IT- und Bildungszentrum.

Zielgruppe Ihrer Idee/ Target group of your idea:
Schulen, Kinder, Hochschulen, IT-Firmen

Kommentare gerne hier oder gleich bei eZürich...

Update vom 7.12.2010, 23:45: Die Idee steht derzeit auf Platz 4. Präsentieren dürfen sich die 3 bestbewerteten Ideen. Wer hilft?

-- Main.BeatDoebeli - 07 Dec 2010

Nach den Themen Web 2.0 in der Schule (2007) und Personal Learning Environments in der Schule (2009) ist es im Frühjahr 2011 wieder so weit: Das Institut für Medien und Schule (IMS) der PHZ-Schwyz organisiert wieder eine Fachtagung:

Am Freitag, den 11.02.11 (schönes Datum, nicht?) diskutieren Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Bildungspolitik und Schulpraxis an der PHZ Schwyz in Goldau unter dem Titel

One-to-One- und Cloud-Computing in der Schule
Wie viele Computer braucht ein Schulkind?

das aktuelle Thema persönlicher ICT-Geräte von Schulkindern. Spätestens das iPad als mögliches Schulbuch hat einer grösseren Öffentlichkeit die Vorstellung persönlicher Geräte in der Primarschule ermöglicht. Was vor 40 Jahren mit Alan Kays Konzept des dynabooks im Artikel A Personal Computer for Children of all Ages (Biblionetz:t03304) als Vision begonnen hat, steht nun als OLPC, Netbook, iDevice usw. vor dem bzw. bereits im Schulzimmer. One-to-One-Computing (Biblionetz:w02173) ist - insbesondere wenn die privaten Geräte der Schulkinder berücksichtigt werden - kein Unmöglichkeit mehr.

An der Fachtagung sollen Chancen und Herausforderungen von 1:1-Modellen in der Primarschule Schule diskutiert werden. Wir sind derzeit mitten in der Planung. Fest stehen erst die drei Keynotes:

         

  • Der emeritierte Medienpädagoge Ben Bachmair (Biblionetz:p03581) wird die Tagung eröffnen und seine über den deutschsprachigen Raum hinausgehende Sichtweise einbringen

  • Christoph Derndorfer (OLPC-Austria) wird über den Stand und die Erfahrungen aus dem weltweit grössten 1:1-Projekt berichten

  • Werner Hartmann (Biblionetz:p00342), Informatik-Fachdidaktiker an der PH Bern und seit mehreren Jahren Lehrer in 1:1-Notebookklassen wird die Tagung beschliessen.
Nein, es gibt noch keine offizielle Website, anmelden kann man sich auch noch nicht, einzig das Datum lässt sich bereits im Kalender rot anstreichen wink

Update 22.11.10: Unterdessen hat die Veranstaltung eine Webseite mit Anmeldemöglichkeit und ein Logo:
fachtagung_110211_404.jpg

Kommentare

Hallo Beat! (schönes Datum, nicht) ist relativ. "Zum zweiten Mal lädt das Bildungs- und Kulturdepartement Obwalden zu einem Bildungstag zum Thema „Lernen mit Lust – Unterrichten mit Spass“ am 11. Februar 2011 ein. Für die Lehrpersonen der Volksschule ist die Teilnahme obligatorisch..." An Obwaldnern wirds wohl fehlen...:-(

-- Main.OlivierWueest - 25 Sep 2010 Ich will jetzt keinesfalls sagen, dass dies zu verschmerzen ist, aber solche Terminüberschneidungen lassen sich praktisch nicht vermeiden. Ich will Dir ja nicht im Detail ausbreiten, wie viele Daten wir aus solchen Gründen wieder verworfen haben und was PH-intern verschoben werden musste, damit dieses Datum möglich wurde smile

-- Main.BeatDoebeli - 25 Sep 2010

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Kontakt

  • Beat Döbeli Honegger
  • Plattenstrasse 80
  • CH-8032 Zürich
  • E-mail: beat@doebe.li
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