Medienbildung

Tastaturschreiben in der Schule

11 June 2006 | Beat Döbeli Honegger | Medienbildung, PH Solothurn
Bei unserer Erarbeitung von kantonalen Empfehlungnen/Richtlinien zum Thema ICT in der Schule ist das Tastaturschreiben ein offenes Thema:

  • Gehört Tastaturschreiben zur Allgemeinbildung?
  • Gehört Tastaturschreiben zum Bildungsauftrag der Schule (oder lernt man das in der Freizeit)?
  • Wann sollte das Tastaturschreiben gelernt werden?
  • Soll dies freiwillig oder obligatorisch geschehen?
  • Soll die Schule auch Zertifikate in diesem Bereich vergeben?

Da wir bisher keine Lehrmeinung zu diesem Thema gefunden haben, befragten wir vergangenen Mittwoch die Absolventinnen und Absolventen des ICT-Kaderkurses 2bits aus dem Kanton Solothurn nach ihrer Meinung. Das folgende Bild zeigt das Ergebnis der entsprechenden Abstimmung:

tastaturschreiben.jpg

Wie ist diese Darstellung zu lesen?
  • In den Spalten befinden sich die Schulstufen, in denen etwas stattfinden soll:
    • KGU: Kindergarten und Unterstufe
    • MSP: Mittelstufe Primarschule
    • Sek1: Sekundarstufe I
    • Sek2: Sekundarstufe II
  • Die oberste Zeile bedeutet freiwillige Angebote,
  • die unterste Zeile bedeutet obligatorische Angebote
  • A bedeutet Ausbildung während der Unterrichtszeit
  • T bedeutet Test während der Schulzeit
  • (A) bedeutet freiwillige Ausbildung in dieser Stufe und obligatorische Ausbildung für den Rest der Klasse in einer späteren Schulstufe
  • Die Farben codieren die Stufe der Lehrperson (rot=MSP, schwarz=Sek1, blau=Sek2)

Was lässt sich nun anhand der Abstimmung aussagen?
  • Die Mehrheit der Lehrpersonen sieht das Tastaturschreiben grösstenteils auf der Sekundarstufe I angesiedelt.
  • 7 wünschen eine obligatorische, 4 eine freiwillige Ausbildung.
  • 4 wünschen obligatorische, 7 freiwillige Abschlusstests mit Zetrifikat.

Immerhin, gewisse Dinge konnten geklärt werden. ,

Die sieben Hauptsünden der Webrecherche

06 June 2006 | Beat Döbeli Honegger | Medienbildung

Die Sieben Hauptsünden der Web-Recherche

Die klassischen 7 Hauptlaster sind bekanntlich:

  • Superbia: Hochmut, Hoffart, Eitelkeit
  • Avaritia: Geiz, Habgier, Habsucht
  • Luxuria: Wollust, Unkeuschheit
  • Invidia: Neid, Missgunst, Eifersucht
  • Gula: Völlerei, Gefräßigkeit, Unmäßigkeit
  • Ira: Zorn, Wut, Rachsucht
  • Acedia: Trägheit des Herzens / des Geistes

Für unsere Zwecke müssen wir kleinere Retuschen vornehmen…

  • Naivität zu glauben, dass man mit Googeln (gilt auch für Exite, Yahoo u.a.) einfach so Wissen erwerben kann.

  • Stolz, dass man ohne sich vorher kundig zu machen und ohne sich eine Fragestellung überlegt zu haben, recherchieren kann.

  • Geiz, das heisst bei der Recherche sich mit dem ersten besten Treffer zufrieden geben.

  • Verzagtheit, die entweder darin besteht, dass man glaubt nicht zu finden, oder es gebe bereits 10'000 Leute die dasselbe erfunden hätten.

  • Faulheit, d.h. sich mit dem Zitieren shcnellfertig von Funden begnügen, statt sie anhand des eigenen bereits vorhandenen Wissens zu überprüfen und danach in eine Welt des Wissens einzubauen.

  • Engstirnigkeit Es gibt ausser Google noch andere Datenbanken, die mit Google nicht erreicht werden, zum Beispiel Bibliotheksabfragen, Verzeichnisse von wissenschaftlichen Zeitschriften.

  • Unlauterkeit, die darin besteht, die Herkunft der Funde nicht genau anzugeben (Quellen zitieren)

und genau diese Sünde wollen wir hier nicht begehen, und sagen also: die Idee für die 7 Hauptsünden stammt von Reva Basch (1989), wurde dann modifiziert von Mary Ellen Bates (1996) und nochmals von Ryan Johnson in seinem Aufsatz »Historical research On-Line. A New Ball Game« in: Dennis A. Trinkle, ed., Writing, teaching, and researching history in the electronic age. Historians and computers, Armonk, NY [u.a.]: Sharpe, 1998, p. 189-193.

und ich wiederum habe diese wunderschöne Sammlung von http://elbanet.ethz.ch/wikifarm/schulenamnetz/index.php?n=Main.Haupts%fcnden, wobei es schwierig ist herauszufinden, wer hinter diesen Seiten genau steckt...

Dual-Use-Geräte in der Schule

16 April 2006 | Beat Döbeli Honegger | Medienbildung
Bisher war die Sache relativ einfach: Elektronische Geräte, welche die Schulkinder mit in die Schule brachten, waren in der Schule primär störend und wurden darum kurzerhand vom Schulgelände oder zumindest vom Unterricht verbannt.

Dagegen protestierte bei Nintendo, Gameboy und Co. ausser den Kindern niemand. Doch bereits beim Aufkommen von Handies ändert sich die Ausgangslage. In den unteren Schulstufen setzten sich Eltern für die Handies ihrer Kinder ein, da der Nachwuchs ohne weniger gut zu koordinieren und evtl. auch zu kontrollieren ist. Die älteren SchülerInnen wehren sich selbst für ihr Handy, bedeutet doch dessen zeitweiliger Entzug einen Verlust von wichtigen Kommunikationskanälen.

prono-handy.jpg

Die derzeit aufkommenden Foto-Handies verschlimmern die Lage. Schülerinnen aber insbesondere Schüler bringen unerwünschtes Bildmaterial in die Schule und fotografieren oder filmen im schlimmsten Fall zu diesem Zweck inszenierte Prügeleien. Dieses Phänomen ist unter dem Namen Happy Slapping bekannt.

Doch bisher ist ja alles noch einfach. Die neuen Gadgets lassen sich bisher nicht wirklich ernsthaft zum Lernen einsetzen, also gibt es wenig Gründe, sie aus der Schule zu verbannen. Doch das könnte sich bald ändern: Sobald die Handies zum Wörter büffeln einsetzbar sind (mit Java-fähigen Handies bald möglich), sich die neue PSP (Playstation Portable) auch zum Surfen in der Wikipedia eignet und auf dem Handheld sowohl Schulaufsätze als auch Computerspiele Platz haben, wird’s schwierig. Es entstehen dual use Geräte, die sich sowohl sinnvoll zum Lernen und Arbeiten in der Schule einsetzen lassen, als auch unerwünschte Aktivitäten in die Schule bringen. Und nun? Verbieten ist eine Möglichkeit. Ob es die richtige ist?

Update:

Keine Schule ohne Computer

31 March 2006 | Beat Döbeli Honegger | Medienbildung, Schul-ICT
Der Zürcher Medienpädagoge im Landboten (27.3.06) zum Thema Computer in der Primarschule.

t05709.jpg

Biblionetz:t05709 ,

Shake and Paste

20 March 2006 | Beat Döbeli Honegger | Medienbildung, Wissenschaft
Telepolis warnt vor grassierendem Plagiarismus:

Es gibt zwar noch keine harten empirischen Fakten, aber sehr wohl bereits Schätzungen: Rund ein Drittel aller studentischen Arbeiten könnten zumindest teilweise Plagiate darstellen. An den Universitäten wird mit Resignation oder relativ zahnlosem Kampf reagiert. Was an dem Betrieb systemisch falsch läuft, wird hingegen kaum gefragt.

Gefallen hat mir insbesondere der Abschnitt (den ich nun bewusst Copy & Paste):

Die Studenten sind dabei nicht nur Täter, sondern auch Opfer: Vor allem von Lehrpersonal, das die Zitierregeln selbst nicht beherrscht und wissenschaftliches Arbeiten so vermittelt, als wäre letztlich eh alles einerlei. Opfer aber auch von Lehrenden, die in ihrer fortschreitenden Unkreativität immer wieder dieselben Themen vergeben (Kants Ding an sich, das Werturteilsfreiheits-Postulat Max Webers, Bourdieus Habitus-Konzept) .

Siehe auch:

(Und damit ich mich nicht schuldig mache:)
Via: hodel.hist.net.blog Und wo ist jetzt der eigene Gedanke?? ,

Kontakt

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