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Das Twike ist tot - Es lebe das Twike!

19 June 2013 | Beat Döbeli Honegger | Elektromobil, Gadget
Vor unterdessen 15 Jahren habe ich zum ersten Mal so viel verdient, dass ich mir hätte ein Auto kaufen können. Noch bevor ich aber das Geld dazu hatte, hatte ich mir vorgenommen, später mal kein Auto zu kaufen. So habe ich mir 1998 eines der ersten Occasionsexemplare des damals noch neuen Elektromobils Twike (Biblionetz:w02093) gekauft (und zu diesem Zweck auch den Führerschein gemacht).

twike-512.jpg

Damals hätte ich - wie bei anderen Dingen auch - nie geglaubt, dass ich das Twike 15 Jahre lang fahren würde. Zu Beginn hat es meinen Arbeitsweg (über die Forch nach Mönchaltorf) zeitlich halbiert, später hätte ich es für den Arbeitsweg nicht mehr benötigt. Man gewöhnt sich aber - wie Autofahrer auch - an die Bequemlichkeit und auch der Wiederverkaufswert des Twikes war nicht berauschend. So habe ich es die vergangenen 15 Jahre gefahren, irgendwann eine Babyschale hinten reingestellt und später den Beifahrersitz durch einen permanenten Kindersitz ersetzt (der vermutlich schnellste Kinderwagen Zürichs).

In den 15 Jahren hatte ich einige lustige Erlebnisse, sowohl bei leerem Tank (sprich Batterie) als auch bei den zahlreichen Pannen. Im Service hiess es meist: "Ui, das ist eines der ersten Serientwikes (Nr. 30), da ist noch alles anders, heute macht man das nicht mehr so. Da muss alles ersetzt werden, das kommt teuer.". Tja, aus finanziellen Gründen hat man vermutlich kein Twike wink

Diesen Frühling war der Kostenvoranschlag für den Service und die notwendigen neuen Batterien allerdings so hoch, dass ich mir zweimal überlegen musste, diesen Betrag auszugeben. Schliesslich ist ein Zweiplätzer für eine dreiköpfige Familie nicht eben optimal. Beim zweiten Mal überlegen fiel aber mein Blick in der Werkstatt auf ein ebenfalls dastehendes Occasions-Twike. Und je länger ich mir dieses andere Twike ansah, desto mehr fing mir der unvernünftige Gedanke an zu gefallen, doppelt so viel Geld für einen Wechsel auf dieses schnittige rote Twike auszugeben, statt das bestehende revidieren zu lassen. Und so habe ich das Unvernünftige getan: Ein neues Occasions-Twike gekauft smile

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Ja, mit den aktuellen Batterien schaffe ich es von Zürich nach Goldau (48km), meine Reichweite Überland beträgt aktuell ca. 55km)

Tja, und da ich aus lauter Freude mit dem neuen Twike öfters unterwegs bin, kommen auch all die Fragen, deren Antworten ich vor 15 Jahren auswendig wusste, heute aber vergessen habe. Darum hier eine Twike-FAQ:

Frequently Asked Questions zum Twike

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  • Wie weit kommt man mit einem Twike?
    Das hängt von den eingebauten Batterien und von der Fahrweise ab. Wer viel Geld ausgibt, kann heute Batterien mit einer Reichweite von 250 km kaufen.
    Derzeit bringe ich es im Stadtverkehr auf 35-40km, ausserhalb auf 55km mit einer Ladung.

  • Wie schnell fährt das Twike?
    Auf gerader Strecke fährt das Twike 85km/h. Danach wird die Energiezufuhr elektronisch begrenzt. Auf der Forchautostrasse habe ich abwärts ca. 105km/h erreicht. Wirklich angenehm ist das dann allerdings nicht mehr, da auf dem lenkenden Vorderrad zu wenig Gewicht liegt.

  • Darf das Twike auf die Autobahn?
    Es darf, will aber nicht. Denn beim Twike spürt man sehr deutlich, dass grössere Geschwindigkeiten massiv mehr Energie benötigen.

  • Wie lädt man das Twike?
    Das Twike lässt sich an jeder haushaltüblichen 230V-Steckdose laden. Je nach Sicherung kann es dabei 6A, 10A oder maximal 16A saugen (dann aber besser an einer CEE- aka Camping-Steckdose). Je nach Ladestrom und Batteriegrösse dauert die Ladung unterschiedlich lange. Daumenregel: Schnellladung 1km/min Ladezeit.

  • Hat das nicht Pedalen?
    Das ursprünglich Twike (active) hatte Pedalen, um dem Elektromotor zu helfen. Das Twike easy verzichtet auf die Pedalen, da diese je nach Nutzung nicht viel bringen. (In der Stadt kann ich nicht pedalen, da ich immer bremsbereit sein muss, da mich Autofahrer unterschätzen / nicht ernst nehmen und Fussgänger/Fahrradfahrer nicht hören. Pedalen würde meine Reaktionszeit vergrössern).

Scratch mit Bewegungen steuern

15 January 2013 | Beat Döbeli Honegger | Gadget, Informatik, Software
Apropos Unstoppable Enthusiuasm: Kürzlich bin ich über das Projekt Kinect2Scratch gestolpert, mit dem die eh schon primarschulgerechte Programmierumgebung Scratch (Biblionetz:w02030) noch attraktiver wird:

kinect2scratch-01.jpg

Mit Kinect2Scratch können die Koordinaten eines Kinect-Sensors (für XBox oder PC) (Biblionetz:w02380) in Scratch benutzt werden, d.h. die Koordinaten von Kopf, Füssen, Händen, Ellenbogen, Knie etc. lassen sich als Fühler in Scratch-Programme einbauen.

Bereits die downloadbaren Scratch-Beispielprogramme zeigen, was damit so alles möglich ist, doch faszinierend wird es, wenn Kinder auf eigene Ideen kommen, was auf dem Bildschirm sie mit ihrem Körper bewegen können möchten:

kinect2scratch-02.jpg

Sein eigenes Game programmieren, das sich dann durch den eigenen Körper steuern lässt: Cool!

  • Wenn schon Computerspiele, warum dann nicht ein eigenes programmieren?
  • Wenn schon vor dem Computer, warum dann nicht mit Bewegung?

Ein spannendes Element bei der Diskussion der Frage Ab wann soll man mit Kindern progrmamieren? (Biblionetz:f00153)

P.S.: Die erste, privat ausgeliehene Kinect darf ich nicht mehr mit nach Hause nehmen, gewisse Jungebliebene im Büro wollen damit spielen... (glücklicherweise ist die eigene Kinect bereits bestellt!)

P.S.II: Es gibt auch einen Kinect-to-scratch-Connector für MacOS X: http://mactkg.github.com/kinect2Scratch4Mac/ (die funktioniert aber nur mit der Kinect for XBOX, nicht aber mit der Kinect for PC).

Stille Nacht

04 January 2013 | Beat Döbeli Honegger | Gadget

Hinweis: Dieses Posting ist höchstens für Technies interessant...

Ende November 2012 habe ich berichtet, dass mein aktueller Tablet-PC nur noch röchelt. Ich habe darum im Dezember die Suche nach einem Nachfolger intensiviert und bin bei ebay in den USA fündig geworden: Das Nachfolgemodell HP 2760p meines aktuellen Tablet PCs 2740p in einer leistungsfähigen Konfiguration, die in der Schweiz gar nicht angeboten wird: Die Ausstattungsvariante B2C42UT#ABA wird mit einem Core i7 2.8Ghz und 160GB SSD (2.5 Zoll) geliefert.

hp2760p.jpg

Nachdem ich das Gerät gekauft hatte, meinte FedEx, das Gerät würde mich aus den USA am 24.12 vor 18 Uhr erreichen: Ein Weihnachtsgeschenk sozusagen. Und siehe da, ich konnte - modernen Zeiten sei dank - meinem Weihnachtsgeschenk zuschauen, wie es aus den USA via London und Paris Richtung Schweiz wanderte und mich tatsächlich am 24.12.12 morgens um 10 erreichte:

stille-nacht-01.jpg

Ich weiss noch nicht, warum das Teil für 750$ verkauft worden ist, bisher funktioniert und es tadellos, hat mir zwar einige Abende Arbeit beschert, bis alle Programme, Treiber und Daten wieder richtig installiert und migriert waren, aber nun macht es Spass: Es ist leise! Beim Prozessor handelt es sich im Gegensatz zum Vorgängermodell um eine Mobile CPU und die ist so leistungsfähig bzw. stromsparend, dass beim normalen Surfen, Maillesen und Programmieren der Lüfter nicht benötigt wird und total abschaltet. Da auch keine Festplatte, sondern eine Solid State Disc drin steckt, hat das Gerät keinerlei Motoren und ist somit komplett geräuschlos!

Stille Nacht!

P.S: Ich habe dem neuen Tablet gleich 16GB RAM spendiert, aber das ist glaub doch etwas zuviel: Mehr als 6.5GB RAM-Bedarf habe ich bisher nicht hingekriegt, trotz zwei offenen Datenbanken wink

P.S. II: Ebenfalls erfreulich ist der freigewordene Speicherplatz durch die Migration. Genau habe ich's nicht nachgerechnet, aber in etwa 20GByte Platz mehr habe ich derzeit frei gegenüber dem alten Rechner...

P.S. III: Was ich noch nicht verstehe, ist dass mein Modell seit einem Jahr auf dem Markt ist, 3 Jahre Garantie haben soll, mir die Website von HP aufgrund meiner Seriennummer hingegen angibt, meine Garantie sei abgelaufen...!?

P.S. IV: Durch die Neuinstallation habe ich auch ca. 20 GByte Speicherplatz gewonnen, zumindest vorerst:

stille-nacht-02.jpg

  • Windows 7 gleich mit integriertem Service Pack 1 installiert
  • Keinerlei vorinstallierte Bloatware
  • HP-Zusatztreiber und Programme nur sehr selektiv installiert


Wow, mit eingebautem 56K v.92 high speed modem! wink -- Main.AndreaCantieni - 02 Jan 2013 Klar, könnte ja sein, dass ich an einer Firewall vorbeimüsste mit selbstverlegtem Telefonkabel...

-- Main.BeatDoebeli - 03 Jan 2013

Die Wolke in der Hosentasche

29 August 2012 | Beat Döbeli Honegger | Gadget

Vor einigen Monaten habe ich unter dem Titel BringYourOwnAccessPoint über den kleinen, leichten und kostengünstigen (derzeit CHF 25.-) Access-Point von XYZ berichtet. Aufgrund dieses Postings wurden meiner Einschätzung nach mindestens 25 solcher Dinger verkauft und machen nun IT-Administratoren an Schulen und Hochschulen nervös.

Nun hat D-Link einen ähnlichen Access Point unter der Bezeichnung D-LINK Wireless-Repeater DIR-505 im Programm.

hosentaschencloud-02.jpg

Zwei Dinge unterscheiden ihn vom TP-Link TL-WR702N:

  • Er hat einen USB-Anschluss. Daran angeschlossene Speichermedien können über das WLAN genutzt werden (sozusagen die mobile Cloud)
  • Er hat kein Netzteil, er ist ein Netzteil, das auch zum Laden beliebiger USB-Geräte genutzt werden kann (bis max 750 mA).

WLAN-mässig beherrscht er vier Modi:

hosentaschencloud-01.jpg

Besonders interessant scheint mir, dass er auch als Repeater genutzt werden kann und sich gegenüber dem anderen WLAN selbständig anmelden können soll. Das wäre extrem praktisch an Orten, wo man (kostenlos oder kostenpflichtig) einen Zugangscode für genau 1 Gerät erhält (z.B. in Hotels.) Hier wäre es natürlich cool, wenn sich dieser Access-Point im WLAN anmelden und danach Internet allen meinen Geräten zur Verfügung stellen würde.

Tja, das Ding kostet derzeit ca. CHF 60.- und ist bestellt, Testbericht folgt, andere Testberichte gibt's bereits, Datenblatt PDF-Dokument auch.

Bring your own Access Point

29 August 2012 | Beat Döbeli Honegger | Gadget, Schul-ICT
Sorry, bereits wieder ein Hardware-Posting. Es ist nichts neues mehr, dass man aus jedem vernünftigen Smartphone einen Access Point machen kann. Somit sind mobile Access Points nichts wirklich aufregendes mehr. Da ich mich aber immer wieder aufrege, dass es an Orten wo ich mich aufhalte zwar vernünftiges Kabel-Internet, aber kein - oder mindestens kein vernünftiges - WLAN hat, habe ich mir nun einen kleinen mobilen Access Point zugelegt, den ich ab sofort immer im Rucksack haben werde und bei Bedarf zücken und einstecken kann.

tl-wr702n.jpg

Das TL-WR702N genannte Teil ist 5.7 x 5.7 cm gross und 1.8 cm hoch, wird per USB mit Strom versorgt (entsprechendes Netzteil wird mitgeliefert), funkt mit 802.11b/g/n, kann als Router, Access Point, Bridge oder Client betrieben und per Webinterface konfiguriert werden und kostet CHF 34.-

Bei dem Preis läuft das schon fast unter Verbrauchsmaterial smile

Als nächstes steht der Test an, ob das Teil auch 20 Studierende aushält, die gleichzeitig surfen wollen.

Update 16.04.12: Ich muss bereits ein neues Exemplar kaufen, da es mir ein Dozent nach der Demonstration nicht mehr zurückgeben wollte. Warum habe ich ihm auch den wahren Preis genannt … wink

Update 18.04.12: Bei Microspot kostet das Teil gar nur CHF 20.65 inkl. Versand.

Update 31.05.12: Microspot hat den Preis auf CHF 58.- erhöht! Nun ist Digitec mit 33.- wieder klar günstiger.

Update: Warum noch teure Access-Points für Schulen?

Unter anderem ausgelöst durch dieses Posting entstand die Diskussion, warum Schulen denn noch teure Access Points kaufen müssten, wenn ja bereits Geräte für CHF 34.- verfügbar seien. Hier ein paar Argumente, warum das eben doch zwei paar Schuhe sind und professionelle, fix installierte Access Points in Schulen massiv mehr kosten:

  • Noch ist unklar, wie viele Clients dieser Nano-AP managen kann. Sollte er nach 5 Clients schlapp machen, dann eignet er sich für Home-User und Kleinsitzungen, nicht aber für Schulklassen und Seminargruppen.
  • Solche Kleingeräte sind nicht managebar. Sie haben "nur" ein Webinterface. Wenn dann 70 solcher Geräte zu administrieren sind.. (Erstaunlicherweise beherrscht aber selbst das 34.- Gerät eine User-Authentication per RADIUS-Server.)
  • Solche Kleingeräte haben keine Lieferbarkeitsgarantie über einen längeren Zeitraum. Vielleicht gibt es das Modell in 3 Monaten nicht mehr. In grösseren Schulen führt das zu einem Gerätezoo. Kann mühsam werden zum administrieren.
  • Solche Geräte sprechen sich untereinander nicht ab (Roaming, Funkkanal etc.)
  • Solche Geräte passen ihre Funkleistung nicht dynamisch an. Zusammen mit dem letzten Punkt kann dies zu unnötiger Strahlenbelastung führen.

Update: Konkurrenz-Produkt

Seit neuestem gibt es weitere Produkte mit ähnlichen Eigenschaften. Siehe dazu das Posting Die Wolke in der Hosentasche

-- Main.BeatDoebeli - 29 Aug 2012

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