Biblionetz
Postings zum Biblionetz

Biblionetz mit dynamischerem User-Interface

09 May 2011 | Beat Döbeli Honegger | Biblionetz
Wer in den letzten Tagen das Biblionetz besucht hat, wird sich vielleicht gewundert haben:

biblionetz-collapse-01.jpg

Ist da gar kein Inhalt mehr, nur noch farbige Balken?

Gewisse Biblionetzseiten sind mit der Zeit immer länger und insbesondere für neue Besucher immer unübersichtlicher geworden. Ich habe mir darum bereits seit längerem überlegt, ein Inhaltsverzeichnis oben auf der Seite einzubauen. Doch irgendwie hat mich das nicht überzeugt, weil dann der zuerst sichtbare Teil von einem Inhaltsverzeichnis belegt wird, statt das Inhalt sichtbar wird.

Darum habe ich mit Hilfe des jQuery-Plugins von Daniel Stocks alle Abschnitte einer Biblionetzseite verbergbar gemacht. Ein Klick auf eine Überschrift macht den entsprechenden Abschnitt sichtbar:

biblionetz-collapse-02.jpg

Vorteil: Die anderen Überschriften bleiben sichtbar, der Kontext ist erkennbar und mit einem Klick auf die Überschrift lässt sich der Abschnitt auch wieder verbergen.

Damit diese Neuerung nicht zu einer mühsamen Klickerei ausartet, habe ich zwei zusätzliche Gimmicks: Relativ trivial ist der Knopf oben auf der Seite, mit dem sich alle Abschnitte gleichzeitig ein- oder ausklappen lassen. Schon raffinierter scheint mir die zweite Ergänzung: Das Biblionetz merkt sich pro Seite mit Hilfe von Cookies, welche Abschnitte jemand auf- oder zugeklappt hat. Besucht man also eine Biblionetz mit dem gleichen Browser erneut, so sollten die Abschnitte so ein- und ausgeklappt sein, wie beim letzten Mal. Hoffentlich klappts wink

Wen es technischer interessiert:
  • Ich musste das bereits so verfügbare Plugin so aufrufen, dass es merkt, von welcher Biblionetzseite es aufgerufen wird und die Cookies entsprechend setzen kann.
  • Derzeit gibt es noch Probleme mit anderen jQuery-Plugins, die bei ihrer Initialiserung herauszufinden versuchen, wie viel Platz sie beanspruchen sollen. Das scheint nur suboptimal zu klappen, wenn die entsprechenden Abschnitte auf display:none gesetzt sind...
  • Der Button oben könnte schöner sein und seinen Text auch anpassen, wenn zu Beginn bereits alles ausgeklappt ist...
  • Jetzt wird plötzlich deutlich, wenn Icons im Titel fehlen oder der Titel nicht selbsterklärend ist. Abhilfe folgt nach und nach...
  • Das dahinter stehende Usability-Konzept nennt sich Progressive Disclosure
  • Mit Cookies lassen sich noch andere lustige Dinge im Biblionetz andenken... wink

Mir gefällts. Mal schauen, was ich für Rückmeldungen erhalte...

Gunter Dueck über den Leitmedienwechsel

09 May 2011 | Beat Döbeli Honegger | Biblionetz
An der re:publica 2011 hat Gunter Dueck (Biblionetz:p01183) ein viel beachtetes Referat mit dem Titel Das Internet als Gesellschaftsbetriebssystem (Biblionetz:t12621) gehalten. Seit einigen Tagen ist es in voller Länge (50 min) bei YouTube abrufbar:

Am Samstag erschien in Form eines offenen Briefes eine Kurzform des Referats in der Financial Times Deutschland unter dem Titel Aufruf an die Generation Digital! (Biblionetz:t12678)

Wer die Bücher - und damit die Thesen - von Dueck nicht kennt, findet im re:publica-Referat einen schönen Einstieg. Als Kästchendenker habe ich beim Anschauen versucht, einige Aussagen zu extrahieren und zu verbiblionetzen:

Zu den zentralen Aussagen gehören unter anderem:

Bei der Diskussion über Duecks Referat wundere ich mich teilweise, dass für das re:publica-Publikum solche Aussagen - auch in ihrer Radikalität - neu erscheinen. Die oben aufgeführten Aussagen sind keineswegs neu, im Gegenteil. Im deutschsprachigen Raum hat z.B. Klaus Haefner (Biblionetz:p00188) bereits 1982 (!) im Buch Die neue Bildungskrise (Biblionetz:b00127) vor diesen Herausforderungen gewarnt. Er teilte die Berufe damals in drei Gruppen:

  • Biblionetz:w01448 Autonome: "Die Autonomen sind jene Beschäftigten, denen es weiterhin gelingt, ihre Arbeiten im wesentlichen ohne Informationstechnik und ohne intensiveren Informationszugriff auszuführen. Sie sind von der Expansion der Informationstechnik nicht unmittelbar betroffen, da sie in Tätigkeitsfeldern arbeiten, wo Mustererkennungsaufgaben oder komplexere, wenig reproduzierbare Bewegungsabläufe eine wichtige Rolle spielen. - Typische Beispiele sind für die 80er Jahre die Landwirte, die Speisezubereiter, die Berufe des Landverkehrs."
  • Biblionetz:w01449 Substituierbare: "In die Gruppe der Substituierbaren gehören alle jene, deren Tätigkeiten unmittelbar von der Informationstechnik derart betroffen werden, daß sie - unter Berücksichtigung einzelwirtschaftlicher Interessen - in Zukunft nicht mehr für den alten Beruf gebraucht werden. Die Leistungen der Substituierbaren können durch Informationstechnik - in der Regel unter Nutzung weiterer Techniken - ersetzt werden, wobei der Arbeitsprozeß dann sogar schneller, sichererund ökonomischer abgewickelt wird. Falls dies geschieht, verbleiben am alten Arbeitsplatz eventuell noch gewisse Kontroll- und Überwachungsfunktionen; aber auch dies ist nicht sicher, viele Arbeiten können mit steigender Leistungsfahigkeit der Informationstechnik in den 80er Jahren ganz von dieser übernommen werden."
  • Biblionetz:w01450 Unberechenbare: "Die Unberechenbaren schließlich sind jene, die die in informationstechnischen Systemen verfügbare Information und technische Informationsverarbeitungsleistung intensiv nutzen. Sie verrichten Arbeiten, deren Übertragung auf technische Systeme bisher nicht möglich ist, weil die Tätigkeitsfelder zu komplex, zu wenig beschrieben, zu stark an mitmenschlicher Kommunikation orientiert sind, etc. - Unberechenbare sind in dieser Klassifikation in den 80er Jahren z. B. Unternehmer, Ingenieure, Lehrer."

Aktuell habe ich mir antiquarisch Bücher von Alvin Toffler (Biblionetz:p07056) organisiert, der 1970, 1980 und 1990 vieles schon beschrieben hat, was heute im Web 2.0-leitmedienwechsel-change-hype als neueste Erkenntnis verkauft wird. (Beispiel gefällig? Der Begriff Prosumer (Biblionetz:w02243) wird 1979 von Alvin Toffler im Buch The Third Wave eingeführt).


Future Shock (1970)
Biblionetz:b04466

The Third Wave (1979)
Biblionetz:b03563
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Powershift (1990)
Biblionetz:b04506

Entsprechend wachsen derzeit die Concept Maps im Biblionetz eher im Bereich grundsätzlicher Überlegungen (Z.B. Die Schule ist auf die Bedürfnisse der Industriegesellschaft ausgerichtet (Biblionetz:a01043)):

industriegesellschaft.jpg

Leserinnen und Lesern dieses Blogs dürfte bekannt sein, dass ich zuweilen recht radikal vorgehe, um physische Bücher zu digitalisieren (zur Erinnerung: Digitalisieren auf die harte Tour).

digitalisieren-hart-02.jpg

Gleichzeitig kann ich mich aber auch nicht wirklich von meinen Büchergestellen trennen. Es geht mir dabei weniger um die drängende Frage, vor welchem Hintergrund sich Wissenschafter in Zukunft ablichten lassen um als belesen zu gelten, wenn da nur noch eine Festplatte voll mit PDFs rumsteht, als vielmehr um das Büchergestell als Inspirationsquelle. Bei der Planung einer Lehrveranstaltung, der Vorbereitung eines Referats oder Verfassen eines Papers lässt sich das Sinnieren vor dem physischen Büchergestell bei mir einfach nicht durch ein Browsen durch virtuelle Büchersammlungen ersetzen - Biblionetz und allen schönen Visualisierungen zum Trotz. Ich kann mich nicht vollständig von der physischen Buchkultur (Biblionetz:w02212) trennen (hier unterscheide ich mich vermutlich als digital inhabitant von einem echten digital native … ).

Erst kürzlich habe ich darum angefangen, die abgeschnittenen Buchrücken nicht mehr wegzuwerfen, sondern an die Wand zu kleben. Es entsteht ein wunderbares, platzsparendes ins virtuelle reichende Büchergestell:

teilvirtuelles_buechergestell.jpg
Über das nicht vollständige Verschwinden der physischen Buchkultur...

P.S. Dazu passend die heute veröffentlichte Literaturliste von Peter Haber zu seinem Seminar "Die zwei Körper des Buches. Zur Persistenz eines kulturellen Symbols" an der Universität Basel, unter anderem mit dem Buch Von den Mythen der Buchkultur zu den Visionen der Informationsgesellschaft (Biblionetz:b02961) von Michael Giesecke.


Dein Buchrückengestell gefällt mir. Bin gerade auf einen interessanten Artikel gestossen: http://www.schweizmagazin.ch/news/ausland/5915-Platzproblem-Tokios-Brger-lassen-Bcher-scannen.html Für 1.20 pro Buch würde ich einen solchen Service auch gerne nutzen. Wann kommt das wohl bei uns?

-- Main.CasparNoetzli - 13 Apr 2011 Oh cool. Und ja: Mein zeitlicher Aufwand ist auch grösser als 1.20 pro Buch.

-- Main.BeatDoebeli - 13 Apr 2011

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Vorträge mit Biblionetz verlinkt

11 April 2011 | Beat Döbeli Honegger | Biblionetz
So, die öffentliche Seite meiner Personal Infostructure rückt noch näher zusammen. Endlich habe ich mir mal Zeit genommen, meine Vorträge mit dem Biblionetz zu verknüpfen. Ich kann nun in meinem System einzelne Folien mit beliebigen Biblionetz-Objekten verknüpfen/taggen. Dies hat zwei Konsequenzen:

  • Bei der entsprechenden Folie wird automatisch auf die verknüpften Biblionetz-Objekte verlinkt.
  • Bei den Seiten der verlinkten Biblionetz-Objekte wird eine Voransicht der entsprechenden Folien angezeigt. Ein Klick auf die Voransicht bringt einen direkt in die entsprechende Foliensammlung.

vortraege-verbiblionetzt-01.jpg
Verweise auf Vortragsfolien im Biblionetz

vortraege-verbiblionetzt-02.jpg
Verweise aufs Biblionetz bei einzelnen Vortragsfolien
Grafisch ist das Ganze noch sehr verbesserungsfähig, ich freu mich erstmal an der semantischen Integration smile

Technisch hat diese Erweiterung - Toggl sei Dank weiss ich das genau - 3h 8 Minuten gedauert. Bis ich jedoch alle 67 Vorträge auf meiner Website getaggt habe, wird es aber noch etwas dauern...

Und: Ja, jetzt wird es noch deutlicher, wenn ich dauernd das Gleiche erzähle....

Webserver ohne Ahnung vom Web

09 November 2010 | Beat Döbeli Honegger | Annoyance, Biblionetz
Grummel: Ich wurde wieder mal auf Links im Biblionetz hingewiesen, die nicht funktionieren. Ärgerlich. Aber dafür habe ich ja einen Linkchecker, der alle 14 Tage die Links abruft und tote Links im Biblionetz markiert und nach einer gewissen Zeit im Biblionetz auch automatisch entfernt. Warum hat das in diesem Fall nicht funktioniert?

Ein Klick auf den fraglichen Link liefert eine Fehlerseite zurück, sogar mit dem Fehlercode 404:

ahnungslose-webserver-01.jpg

Warum hat denn mein Linkchecker davon nichts mitbekommen? Ein Blick in die Header der entsprechenden HTTP-Kommunikation verrät den Grund des Übels:

ahnungslose-webserver-02.jpg

Während dem menschlichen Leser die für ihn sinnlos technische Information "Fehler 404" angezeigt wird, meldet der Webserver dem Browser den falschen Statuscode 200 OK zurück, womit mein Linkchecker im falschen Glauben belassen wird, es sei alles in bester Ordnung.

Liebe Webmaster dieser Welt: Verschont die Menschen mit technischen Fehlermeldungen, sorgt stattdessen dafür, dass die Maschinen die korrekten Statuscodes erhalten!

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  • Plattenstrasse 80
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  • E-mail: beat@doebe.li
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