Wiki

Moodle-Wiki offline archivieren

14 June 2007 | Beat Döbeli Honegger | Wiki
Didaktische Ebene:
Mit Wikis können Lernende ihr Wissen gemeinsam aufbauen, strukturieren und dokumentieren. Es wäre unter Umständen wünschenswert, dass diese Wissensstruktur den Lernenden auch nach Ende der Aufbauarbeit, des Semesters oder gar der Ausbildung zur Verfügung stehen würde. Es fördert die Arbeits- und Lernmotivation, wenn das Erarbeitete auch wirklich genutzt werden kann und nicht nur als Selbstzweck erstellt wurde und danach wieder weggeworfen wird.

eLearning-Ebene:
Bei traditionellen, kursorisch strukturierten Learning Management Systemen ist diese lebenslange Verfügbarkeit von erstelltem Content nicht unproblematisch. Meist werden Kurse nach Ende des Semesters gelöscht. Nur auf wenigen Lernplattformen werden Kurse bereits archiviert und stehen somit auch nach Kursende weiterhin zur Verfügung. Doch auch diese Verfügbarkeit ist begrenzt: Lernende verlieren meist bei Abschluss ihrer Ausbildung ihren Zugang zum Learning Management System und somit Zugriff auf die Ressourcen. Alumni-Konten sind bisher an deutschsprachigen (Fach-)Hochschulen meines Wissens nicht weit verbreitet. Ade lebenslanges Lernen.

Technische Ebene:
Als Alternative bietet sich die Offline-Archivierung des erstellten Contents an: Man gibt am Ende des Semesters den Studierenden eine CD/DVD mit dem abgegebenen und erstellten Kursmaterial ab. Bisher bieten nur wenige Learning Management Systeme eine Unterstützung für einen offline-Export der Inhalte. (SCORM-Export usw. helfen hier nicht weiter, da Lernende ja privat kein LMS haben, in das sie den Kurs wieder importieren können...)

Somit sind LMS-externe Werkzeuge gefragt, die ein Abbild eines Kurses als Sammlung von HMTL-Seiten (und Zusatzdateien) ermöglichen.

Sehr technische Ebene:
Konkret ging es gestern darum, von einem Wiki in Moodle eine Offline-Kopie herzustellen. Das ist gar nicht so einfach, denn Moodle verwendet zur Authentisierung Formulare und nicht den Authentisierungsmechanismus von HTTP. Somit muss man das Download-Programm dazu bringen, ein Formular auszufüllen. Auf die Schnelle habe ich im Internet keine Lösung gefunden, dokumentiere darum nachfolgend meinen Lösungsansatz.

Als zusätzliche Schwierigkeit prüft Moodle beim Login, ob die Cookies, die bei der Anzeige der Loginseite gesendet wurden, auch noch verfügbar sind. Somit kann man nicht das Formular als erste Aktion ausfüllen, sondern muss das Formular abrufen, das Cookie speichern und mit dem ausgefüllten Formular zurücksenden.

Mein Lösungsansatz mit wget 1.10 sieht folgendermassen aus:

wget --keep-session-cookies --save-cookies cookies.txt 
http://moodle.xyz.ch/login/index.php

wget  --load-cookies cookies.txt --keep-session-cookies --save-cookies 
cookies.txt --post-data "username=beat.doebeli&password=XXX&testcookies=1"
http://moodle.fhnw.ch/login/index.php

wget -E --load-cookies cookies.txt -p
http://moodle.xyz.ch/mod/wiki/index.php?id=45

Andere Lösungen oder Vereinfachungen nehme ich gerne entgegen.

Fazit:
Dieses Problem ist für mich ein Paradebeispiel für die Verzahnung von Didaktik und Technik im Bereich eLearning: Das scheinbar technische Detail der weiteren Verfügbarkeit von Kursmaterial ist ein wichtiger Faktor zur Förderung der Lernmotivation und zur Herstellung authentischer Lernsituationen: Für das Leben lernen wir, nicht für die ECTS-Punkte. Nur wenn dieses didaktische Bedürfnis erkannt und dann aber auch technisch befriedigt werden kann, ergeben sich für die Lernenden optimale eLearning-Bedingungen.

Bildungswiki Weltliteratur

06 June 2007 | Beat Döbeli Honegger | Wiki
Der deutsche Bildungsserver startet mehrere Wikis, darunter auch ein Wiki zu Weltliteratur:

Das Wiki-Portal "Weltliteratur" ist ein Projekt zum Aufbau einer umfangreichen Materialsammlung über wichtige Autoren und Werke der Weltliteratur zur Nutzung im Bildungsbereich. Außer Grundinformationen zu Autor und Werk sollten die Artikel daher auch Hinweise auf die Verwendung in der Bildung enthalten, von einfachen Fragestellungen bis hin zu ganzen Unterrichtskonzepten. Gute Autorinnen und Autoren, die sich an diesem Projekt beteiligen wollen, sind stets willkommen.

Das Weltliteratur-Wiki soll noch diesen Monat online gehen. Bereits online ist das Bildungsserver-Wiki mit einem Grundbestand an ca 500. aus der Wikipedia kopierten Artikel zu Bildungsthemen, das jetzt von der Community erweitert werden soll (via BildungsBlog).

Damit werden Wikis im Bildungsbereich hoffentlich auch endlich bei grösseren Organisationen / staatlichen Stellen salonfähig. Bisher wurde in mir bekannten Projekten die Idee eines Wikis zur Erarbeitung, Ergebnispräsentation und Förderung der Nachhaltigkeit zu Beginn meist interessiert begrüsst, dann aber mit technischen, bürokratischen oder juristischen Bedenken wieder begraben.

Beispielsweise kam bereits vor zwei Jahren (nicht von mir!) die Idee auf, die staatlich finanzierten educaGuides auf einem Wiki zu publizieren und der Fachcommunity das Aktualisieren der Guides zu ermöglichen. Eine statische PDF-Version hätte dabei sichergestellt, dass es eine authorisierte, unverfälschte Fassung 1.0 gegeben hätte. Leider wurde diese innovative Idee wieder verworfen, so dass die educaGuides nun sehr statisch hinter einer virtuellen Glasscheibe präsentiert werden. In der jetzigen Form lassen sich weder Tippfehler noch veraltete Links rasch korrigieren, von einer Aktualisierung ganz zu schweigen. Dies ist bedauerlich, denn bisher ist die weitere Betreuung der educaGuides finanziell nicht gesichert.

Das Magazin als Wiki

17 May 2007 | Beat Döbeli Honegger | Wiki
Das Magazin, die Wochenendbeilage von Tages Anzeiger, Basler Zeitung, Berner Zeitung und Solothurner Tagblatt scheint ihre Website derzeit auf ein Wiki umzustellen (als Wiki-Engine wird MediaWiki verwendet):

dasmagazin.jpg

Noch ist nicht ganz klar, was damit bezweckt wird. Ziel ist aber wahrscheinlich der Aufbau einer Community mit Online-Leserbriefen diskussionen und mehr. Gilt dies bereits als Beleg, dass Wiki endgültig alltäglich geworden ist? Wiki als CMS eines Massenmediums.


P.S. Über das publizierte Video, das wohl bald allerorten (zumindest in der little big city zürich) diskutiert wird, hüllen wir den Mantel des Schweigens.

Medien entdecken Wikis in der Lehre

30 April 2007 | Beat Döbeli Honegger | Medienbericht, Wiki
Schweizer Zeitungen scheinen das Thema Wikis in der Lehre entdeckt zu haben. Heute (29.4.1007) ist in der Sonntagszeitung folgender Artikel (Biblionetz:t07562) zu finden:

wikis-in-der-lehre.jpg

und am 21.4.2007 war in der Basler Zeitung bereits ein Artikel (Biblionetz:t07563) über die Veranstaltung von Peter Haber (mit Beteiligung von Jan Hodel) zu finden:

wikipedia-baz.jpg

Arme Lehrerinnen und Lehrer, nach WikiNutzungAlsAllgemeinbildung nun auch noch Wikipedia für Lehrpersonen!

Im Artikel der Sonntagszeitung ist zu lesen:

«An Hochschulen gehören Wikis heute zum Standard», sagt Michele De Lorenzi von der ICT-Kommission der ETH Zürich. Eine spontane Umfrage bestätigt dies. So sind an der Uni Bern zwei Dutzend Wikis in Betrieb. Die Lernplattform der Uni Zürich betreibt 136 Wikis [...]

Wikis scheinen sich tatsächlich zu verbreiten in der Hochschullandschaft. Gleichzeitig entdecke ich aber noch einen anderen Trend (neben dem "Wir haben mehr Wikis als ihr..." ), den zu Mikro-Wikis. In letzter Zeit werden an verschiedenen Orten Kleinstwikis eingesetzt, die dann nur für eine einzige Aufgabe während kurzer Zeit verwendet werden "Aufgabe 5 lösen Sie bitte im dafür bereitgestellten Wiki bis zum nächsten Mal")

Meine frühere Unterscheidung IstEinWikiOderHatEinWiki benötigt wahrscheinlich eine Erweiterung um Mikrowikis:

wiki-typen.jpg

Mikrowikis werden während einer Veranstaltungsrunde (Aufgabe, Lektion, Woche) verwendet, HatEinWikis während einer Veranstaltung (Semester) und IstEinWikis unter Umständen auch über die Veranstaltung hinaus. Denn die Pädagogische Hochschule in Solothurn hat noch immer nur ein Wiki, aber das dafür seit über Jahren und mit über 500 Nutzenden. Mikrowikis, HatEinWikis und IstEinWikis erfordern unterschiedliche didaktische Settings. Um dies zu verdeutlichen, müsste man eigentlich in Zukunft bei Aussagen zu wikis in education (Biblionetz:w01331) jeweils angeben, um welchen Wikityp es sich handelt. ,

Wikinutzung gehört zur Allgemeinbildung

22 April 2007 | Beat Döbeli Honegger | Medienbildung, Wiki

Ein Zitat aus dem Buch Wikinomics (Biblionetz:b03029) von Don Tapscott (Biblionetz:p00587) und Anthony D. Williams:

Many wiki users and aficionados say the benefits are linked to the ease and efficiency with which collaboration takes place. Tantek Celik, Technorati's chief technologist, uses wikis for everything - his work, his social life, bis voluntary activities, and for staying in touch with family. He says wikis distribute the burden of organization across a collaborative network instead of making an individual project manager a choke point. "Now everyone can make incremental progress without having to wait for everyone eise." he said. "It's like parallel processing for people rather than computers." Celik goes so far as to suggest, "The ability to use wikis will be a required job skill in five years."

Derzeit mache ich im Auftrag eines Schweizer Gymnasiums eine Umfrage unter Universitätsprofessorinnen und -Professoren über welche ICT-Kompetenzen Studierende zu Beginn ihres Studiums verfügen sollten. Als Grundlage dient der Vorschlag der entsprechenden Arbeitsgruppe des Gymnasiums.

Heute nun erhielt ich einen ausgefüllten Bogen zurück, der die vorgeschlagenen Kompetenzen beurteilt und darunter steht:

Weitere Kompetenzen: kollektives Schreiben eines Textes in einem Wiki, selbständiges Lernen mit dem Computer (Lernsoftware, Online-Angebote)

Gemeinsames Erarbeiten eines Textes mit Hilfe von ICT wird langsam aber zunehmend als Anforderung für Studium und Beruf angesehen und wird somit zu einem Bestandteil der Allgemeinbildung in der Informationsgesellschaft.

,

Kontakt

  • Beat Döbeli Honegger
  • Plattenstrasse 80
  • CH-8032 Zürich
  • E-mail: beat@doebe.li
This page was cached on 04 May 2026 - 22:06.