Medienbildung, Dec 2009

ICT im Lehrplan 21

11 December 2009 | Beat Döbeli Honegger | Medienbildung

Worum geht es?
Die drei deutschsprachigen EDK-Regionalkonferenzen (NW EDK, EDK-Ost und BKZ) haben im Jahr 2004 einen Vorschlag für einen gemeinsamen Lehrplan zur Diskussion gestellt.

[...]

Erstmals wird mit dem Lehrplan 21 ein Lehrplan für 21 Kantone erarbeitet. Bisher hatte fast jeder Kanton einen eigenen Lehrplan. Unter den Zentralschweizer Kantonen bestand bereits eine intensive Zusammenarbeit; zusammen mit den Kantonen Freiburg und Wallis wurden gemeinsame Lehrpläne entwickelt. Ende der 90er Jahre übernahm eine Reihe von Kantonen den Kindergartenlehrplan des Kantons Bern. In jüngster Zeit wurden im Rahmen interkantonaler Projekte die Fremdsprachenlehrpläne aktualisiert. Mit dem Lehrplan 21 wird die Zusammenarbeit auf alle Kantone, Fachbereiche und Schulstufen ausgeweitet.

Der Lehrplan 21 umfasst elf Jahre: die Zeit von zwei Jahren Kindergarten und neun Jahren Schule. Er beschreibt das Bildungsangebot für den Pflicht- und Wahlpflichtbereich der obligatorischen Schulzeit. Als Planungsinstrument für die Lehrpersonen wird der Lehrplan 21 ein praxisnahes, gebrauchsfertiges Produkt sein. Deshalb wird darauf geachtet, dass er nicht überfüllt wird. (Quelle: lehrplan21.ch)

lehrplan21.jpg

Das folgende ist nur noch für SchweizerInnen von Interesse, aber das oben Stehende dürfte für einige aus Deutschland interessant sein, die über das föderalistische Bildungssystem in Deutschland jammern: Die Schweiz ist vielleicht so gross wie ein deutsches Bundesland, hat aber derzeit ca. 26 Bildungssysteme wink

ICT/Medienbildung ist im Lehrplan 21 (Biblionetz:w02172) nicht als Fach, sondern als fächerübergreifendes Thema vorgesehen. Für die Ausarbeitung dieses Themas werden nun Mitarbeitende für eine entsprechende Arbeitsgruppe gesucht:

Das Projekt Deutschschweizer Lehrplan sucht Fachpersonen für ICT und Medien in der Schule, die in einer Arbeitsgruppe mitwirken möchten. Detailinformationen entnehmen Sie der Ausschreibung.

Gerne erwarten wir Ihre Bewerbung mittels untenstehendem Formular bis zum 15. Dezember 2009.

Web 2.0 in der politischen Bildung

09 December 2009 | Beat Döbeli Honegger | Medienbildung, Veranstaltung

Am 9. und 10. Februar findet in Hattingen eine Fachtagung zur politischen Bildung mit dem Titel Web 2.0 in der politischen Bildung statt:

„Offen, transparent und partizipatorisch“ nannte Barack Obama seine Präsidentschaftskampagne und stellte fest, dass diese Werte „hochkompatibel sind mit der Kultur des Internets.“ „Auch mit den Idealen der politischen Bildung!“, möchten wir ergänzen.

Die Idee, dass die Verbreitung des Internets große Chancen für Demokratie, Freiheit und Partizipation mit sich bringt, ist fast so alt wie das Internet selbst. Aber erst jetzt, mit der zunehmenden Verbreitung des Web 2.0 wird der Anspruch greifbar. Tatsächlich wird der Begriff Demokratiekompetenz hier mit Leben gefüllt. Unter Einsatz von Werkzeugen des Web 2.0 zeigen sich verstärkt sowohl neue Formen der politischen Partizipation und des gesellschaftlichen Engagements als auch eine Veränderung traditioneller Prozesse und Strukturen. Wie sieht das konkret aus? Wer sind die Akteure? Welche Möglichkeiten bieten sich der politischen Bildung, die Werkzeuge des Web 2.0 in ihre Arbeit zu integrieren?

Auf der vom Runden Tisch und der bpb gemeinsam konzipierten Fachtagung sollen diese Fragen mit den Akteuren der politischen Bildung und mit Menschen, die im Bereich Web 2.0 aktiv sind, diskutiert werden. Neben Vorträgen und Diskussionsrunden werden praktische Workshops das Tagungsprogramm bestimmen. Die Werkzeuge des Web 2.0 sind nur zu verstehen, wenn man sie auch tatsächlich anwendet und einsetzt

Ich bin eingeladen, am zweiten Tag über "Wie das Web 2.0 die (politische) Bildung in Bewegung bringen kann" zu referieren. Kann Web 2.0 denn das? wink Ich bin gespannt auf die Tagung! ,

Phasen der Technologie-Kritik

04 December 2009 | Beat Döbeli Honegger | Medienbericht, Medienbildung
Via Jochen Robes / weiterbildungsblog, Jörg Kantel / schockwellenreiter.de und Markus Beckedahl / netzpolitik bin ich auf den wunderbaren Artikel Standardsituationen der Technologiekritik (Biblionetz:t10080) von Kathrin Passig gestossen und habe mich bestens amüsiert.

Obwohl ich ja nicht als naiver Technologieeuphoriker gelten möchte, (was mir vielleicht aufgrund meines Alters noch leicht fällt (siehe unten)), habe ich mich dennoch über die süffisant geschriebene Abhandlung samt historischen und aktuellen Beispielen gefreut.

Kathrin Passig führt neun Phasen der Technologiekritik auf:

  1. Biblionetz:a01018 Wozu soll das gut sein?
  2. Biblionetz:a01019 Wer braucht denn sowas?
  3. Biblionetz:a01020 Nur zweifelhafte oder privilegierte Minderheiten wollen das!
  4. Biblionetz:a01021 Das ist nur eine Modeerscheinung, die wieder verschwinden wird
  5. Biblionetz:a01022 Das wird nichts verändern
  6. Biblionetz:a01023 Das ist nicht gut genug
  7. Biblionetz:a01024 Schwächere als ich können damit nicht umgehen!
  8. Biblionetz:a01025 Es zeugt von mangelndem Anstand
  9. Biblionetz:a01026 Es führt zu verminderter Schreib-, Lese- und damit Denkfähigkeit

Ähnlich wie beim Hype-Cycle (Biblionetz:w01398) der Gartner Group kann Passig nun aktuelle neue Technologien (iPhone, E-Book, Twitter) in diesen neun Phasen verorten und kommt zum Schluss, dass jede neue Technologie etwa 15 Jahre brauche, um die neun Phasen zu durchlaufen.

Pikant die Aussage gegen Schluss des Artikels:

Das eigentlich Bemerkenswerte am öffentlich geäußerten Missmut über das Neue aber ist, wie stark er vom Lebensalter und wie wenig vom Gegenstand der Kritik abhängt. Dieselben Menschen, die in den Neunzigern das Internet begrüßten, lehnen zehn Jahre später dessen Weiterentwicklungen mit eben jenen damals belächelten Argumenten ab. Es ist leicht, Technologien zu schätzen und zu nutzen, die einem mit 25 oder 30 Status- und Wissensvorsprünge verschaffen. Wenn es einige Jahre später die eigenen Pfründen sind, die gegen den Fortschritt verteidigt werden müssen, wird es schwieriger.

Hui, und ich wollte schon Twitter kritisieren... ;-)

Und nun: Selber lesen! ,

Kontakt

  • Beat Döbeli Honegger
  • Plattenstrasse 80
  • CH-8032 Zürich
  • E-mail: beat@doebe.li
This page was cached on 07 Feb 2026 - 21:45.