Medienbildung, Nov 2006

Unterrichten mit neuen Medien 2006

30 November 2006 | Beat Döbeli Honegger | Medienbildung, Veranstaltung
Von der Tagung Unterrichten mit neuen Medien (17.11.2006, PH Zürich) sind seit kurzem zahlreiche Präsentationen sowie erstmals auch die Literaturliste PDF-Dokument downloadbar. ,

Das Google-Paste-Syndrom

23 November 2006 | Beat Döbeli Honegger | Medienbildung

Wenn rund dreißig Prozent der Studierenden bei Umfragen zugeben, dass sie Textklau aus dem Internet betreiben, dann läuft etwas aus dem Ruder. Die gegenwärtig grassierende Copy-Paste-Mentalität bedroht die gesamte wissenschaftliche Textkultur. Ein grundlegender Wandel der Kulturtechnik zeichnet sich ab: von der eigenen Idee und der eigenen Formulierung hin zur "Umgehung des Hirns" und zur Textbearbeitung bereits vorhandener Segmente im Web.
Quelle: dpunkt Verlag

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Dieses Buch warnt nicht davor, dass wir uns auf eine Textkultur ohne Hirn zubewegen. Vielmehr versuche ich zu zeigen, dass wir uns in dieser bereits befinden. In den vergangenen Jahren, so die allgemeine These, sind womöglich tausende und abertausende akademische Arbeiten entstanden, bei denen die »Autoren« so gut wie kein eigenes Hirnschmalz investieren mussten. Die Schüler und Studenten von heute texten zunehmend nicht mehr selbst. Sie lesen tendenziell nicht, schon gar nicht genau, und schreiben auch ungern selbst verfasste Sätze.
Quelle: Stefan Weber: Das Google-Paste-Syndrom, 2006 (Biblionetz:b02956)

Priv.-Doz. Dr. Stefan Weber, geboren 1970 in Salzburg (A), ist Medienwissenschaftler und Publizist.
[...]
Seine Dissertation wurde bislang drei Mal plagiiert, zwei Plagiatoren wurde daraufhin der akademische Grad aberkannt.
Quelle: dpunkt Verlag

Copy & Paste. Ist doch perfekt und alles ist gesagt. Ob ich doch noch eigene Gedanken dazu formulieren sollte? Meine Dissertation wurde bisher (leider?) noch nicht abgeschrieben, aber ansonsten kenne ich das Thema gut aus eigener Erfahrung: 10 Tipps zum Klauen meines Materials. Stammt aus dem Jahr 2002.

P.S. Und um auch noch die Quellen zu nennen, die mich auf das Buch aufmerksam gemacht haben: Telepolis: Textueller Missbrauch via schockwellenreiter

-- Main.BeatDoebeli - 23 Nov 2006

E-Teaching: Neue Kontexte der Gestaltung

23 November 2006 | Beat Döbeli Honegger | Medienbildung, Veranstaltung
Der Veranstaltungsherbst 2006 ist noch nicht vorüber und schon gar nicht verdaut, da trudeln bereits die ersten Ankündigungen für die Frühlingsveranstaltungen 2007 ein:

Die 1. CSPC-Fachtagung: E-Teaching: Neue Kontexte der Gestaltung findet am 22. März 2007 an der Hochschule für Gestaltung und Kunst Zürich (HGKZ), in Zürich statt.

An wen richtet sich die Tagung?
Anlässlich der 1-tägigen CSPC-Tagung werden Konzepte des Lernens und des Lehrens im Kontext von E-Learning von Pädagogen, Psychologen, Sonder- und Heilpädagogen, Gehirnforscher und Neurophysiologen vorgestellt, die eine holistische Sichtweise in ihr Arbeiten und Denken einfliessen lassen.

Die Fachtagung richtet sich an Lehrkräfte (und Personen aus dem Mittelbau) an Hochschulen und Universitäten, an Verantwortliche im Bereich Weiterbildung für Dozierende, an Personen der Hochschuldidaktik sowie an e-Learning Organisationen oder E-Learning Center in Bildungsinstitutionen, und allgemein an Bildungsfachleute.

Das Ziel dieser Fachtagung ist es, Erkenntnisse für eine lernförderliche, aber auch pragmatische und tragfähige Lösungen in der Umsetzung von E-Teaching oder E-Trainings an Hochschulen (oder Institutionen) zu gewinnen.

Wer referiert an der Tagung?
Folgende Referentinnen und Referenten haben ihre Teilnahme bestätigt:

  • Gertraud Teuchert-Noodt (Neurobiologin / Universität Bielefeld),
  • Günter Haffelder (Gehirnforscher, Psychologe) /
  • Christl Brucher (Pädagogin) / Institut für Kommunikation und Gehirnforschung Stuttgart,
  • Damian Miller (Pädagoge / Universität Zürich),
  • Yvonne Vignoli (Pädagogin / FHNW),
  • Matthias Fuchs (Medienpädagoge / PHZH),
  • Daniel Süss (Medienpädagoge / HAP),
  • Joseph Eigenmann (Sonderheilpädagoge / HfH).

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Supportalltag

15 November 2006 | Beat Döbeli Honegger | Medienbildung, PH Solothurn

Zwei Geschichten, die ich direkt oder indirekt am Montag mitbekommen habe:

PDF erstellen:
Als ich aus einem anderen Grund in ihrem Büro vorbei schaue, beklagt sich eine Dozentin nebenbei, dass der Farbscanner nur ein Graustufenbild erzeugt habe. Ich erkläre ihr, dass man das beim Scannen einstellen könne. Da ich auf dem Bild das Logo der Hochschule entdecke, mache ich sie darauf aufmerksam, dass irgendwo im Haus jemand ja bereits eine elektronische Version des Dokuments besitze und somit das Scannen überflüssig sei. Ja, sie selbst habe eine elektronische Version des Datei des Dokuments, aber leider in einem Format, das andere nicht lesen könnten (Pagemaker), bestätigt sie mir. Aus diesem Grund mache sie nun mit Hilfe des Farbdruckers und des Scanners eine PDF-Version.

Ich erkläre ihr, dass auf ihrem eigenen Notebook ein virtueller PDF-Drucker zum Erzeugen von PDFs installiert sei und solcherart erstellte PDFs weniger Speicherplatz benötigen würden und im Gegensatz zu gescannten PDFs Text auch als Text gespeichert werde und somit einfach kopierbar sei.

Word-Dokumente drucken und mailen:
Vor dem Drucker beklagt sich eine Studentin lauthals über die miserable Infrastruktur der Hochschule. Nun habe sie ihr zwanzigseitiges Worddokument bereits vier Mal in Druck gegeben und sie warte seit einer Viertelstunde, aber das Dokument sei immer noch nicht beim Drucker angelangt. In der Not habe sie versucht, das Dokument einer Kollegin zu mailen, aber der Mailserver funktioniere ja auch nicht, immer komme eine Fehlermeldung.

Eine kurze Untersuchung ergibt, dass ihr fünfseitiges Word-Dokument 136 Mbytes gross ist, da Digitalfotos unbearbeitet ins Dokument kopiert wurden. Somit werden sowohl die Druckerwarteschlange als auch der Druckprozessor unnötig belastet und die Grössenbeschränkung des Mailservers überschritten.

Was zeigen diese Beispiele aus dem IT-Supportalltag?

  • Die Nutzenden verfügen teilweise nicht über das für ein effizientes Arbeiten notwendige ICT-Know-how. Diese Diagnose ist weder neu noch überraschend. Sie bestätigt sich täglich.

  • Die Nutzenden sind sich ihres mangelnden ICT-Know-hows teilweise nicht bewusst. Diese Diagnose ist schon problematischer. In beiden Fällen wurde die Ursache für die Probleme nicht bei den eigenen Kenntnissen gesucht, sondern in der unzureichenden Infrastruktur.

    Diese falsche Selbsteinschätzung hat weitere Konsequenzen:
    • Die Nutzenden wenden sich bei Problemen nicht immer an Fachleute. Sie gehen davon aus, dass sich die Situation nicht ändern lasse und machen bedauernswerte Kopf- und Handstände, um ihre Arbeit erledigen zu können.
    • Die Nutzenden besuchen wenig ICT-Weiterbildungen. Sie gehen nicht davon aus, dass ICT-Weiterbildungen ihre aktuellen Probleme lösen könnten. Sie wollen nicht auf Vorrat lernen, sondern ihr aktuelles Problem gelöst haben. Teufelskreis: Aufgrund der aktuellen Probleme fehlt ihnen sowohl Zeit als auch Goodwill für ICT-Weiterbildung.

Gut, soweit zu den Mitarbeitenden. Wie sieht das nun bei den Vorgesetzten aus? Für sie gilt oben Gesagtes auch. Dies hat folgende Konsequenzen:

  • Vorgesetzte sehen zum Teil den ICT-Know-how-Mangel eines Teils ihrer Mitarbeitenden nicht. (Da sie selbst unter dem gleichen Know-how-Mangel leiden).
  • Vorgesetzte sehen zum Teil den ICT-Weiterbildungsbedarf eines Teils ihrer Mitarbeitenden nicht.

Gut, soweit zu den Vorgesetzten. Wie sieht das nun bei den Studiengangsleitenden aus? Für sie gilt oben Gesagtes auch. Dies hat folgende Konsequenzen:

  • Studiengangsleitende sehen zum Teil den ICT-Know-how-Mangel eines Teils ihrer Studierenden und Dozierenden nicht. (Da sie selbst unter dem gleichen Know-how-Mangel leiden).
  • Studiengangsleitende sehen zum Teil den ICT-Aus- bzw. Weiterbildungsbedarf eines Teils ihrer Studierenden und Dozierenden nicht.

Ja, ich weiss: ICT-Know-how ist nicht das einzige Problem der Schule. Aber es ist eines.


  • ECDL … tauri -- Main.VincentTscherter - 15 Nov 2006
    • Hmm, mir scheint nicht der Standard das Problem zu sein (ob ECDL oder ein anderer), sondern die Frage, wie ich ein Problembewusstsein erreiche, bzw. aus dem Teufelskreis von Unkenntnis und Ablehnung ausbrechen kann. -- Main.BeatDoebeli - 15 Nov 2006

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Wiki und informatische Bildung

06 November 2006 | Beat Döbeli Honegger | Medienbildung, Wiki
Für die GI-HILL Tagung 2006 habe ich in ein paar Folien skizziert, welche informatischen Prinzipien bei der Nutzung von Wiki benötigt werden und wie sich Wiki darum als Motivation zur Thematisiserung dieser Prinzipien im Informatikunterricht eignet:

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Kontakt

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  • Plattenstrasse 80
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  • E-mail: beat@doebe.li
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