Schul-ICT

BYOD: Aber mit welchen Geräten?

28 June 2013 | Beat Döbeli Honegger | Schul-ICT
Die Frage nach den "richtigen" Geräten für den Schuleinsatz beschäftigt mich schon seit mehr als einem Jahrzehnt (siehe z.B. SchulrelevanteComputertypen). Bring Your Own Device (BYOD) (Biblionetz:w02286) und die aktuelle Tabletflut bringen eine Neauflage dieser Frage mit sich:

  1. Worauf ist bei Tablets/Handhelds/Smartphones für den Schuleinsatz zu achten?
  2. Wie verändern sich Empfehlungen für schulische Geräte, wenn sie sich nicht mehr an Schulen und Schulbehörden, sondern an Eltern richten?

Konkret: Heute Morgen im Briefkasten drei Sonderangebote für Tablets:

  • Asus ME172V-1A056A 7-Zoll-Tablet für 99.- im Mediamarkt (Angebot im Netz nicht zu finden?)
  • HP Slate7 7-Zoll-Tablet für 179.- im Interdiscount
  • Samsung Galaxy Tab2 7.0 WiFi 8GB M-Tablet bei m-eletronics

tablet-angebot-01.jpg tablet-angebot-02.jpg tablet-angebot-03.jpg

Abgesehen davon dass es sich allesamt um kurzfristige Aktionen handelt, bin ich ja nicht an konkreten Produktempfehlungen, sondern an Eigenschaften und Mindestwerten interessiert.

Was müsste denn so ein Tablet/Handheld/Smartphone für die Primarschule (4.-6. Klasse) mindestens können/haben, um im Unterricht effizient eingesetzt werden zu können?

  • WLAN
  • Rückkamera
  • …?

Dann hört es bei mir aber auch schon auf. Speicher? Erweiterungsmöglichkeiten? Was ist wirklich relevant?

Sachdienliche Hinweise gerne als Kommentare:


Wir haben uns für eine 7. Klasse im Elternbrief für diese, absichtlich sehr offen gefasste und wenig technische Beschreibung entschieden:

"Voraussetzung zur Mitarbeit der neu zusammengesetzten Klasse ist ein Computer mit Internetzugang zuhause sowie das Vorhandensein eines mobilen Geräts, mit dem Texte gelesen, geschrieben und bearbeitet werden können. Das Gerät sollte wlan-fähig und bei einem Smartphone sollte ein Touchscreen vorhanden sein."

http://byodkoblenz.wordpress.com/2013/06/06/projektinformationen/

Das Projekt startet nach den Sommerferien. Die mitgebrachten Geräte werden zeigen, ob das so funktioniert...

-- Main.DanielBernsen - 19 Jun 2013 Wäre es nicht sinnvoll, ein paar Funktionen zu definieren, damit der Austausch und die Kooperation möglich werden? • Audio- und Videoaufnahmen und grobe Schneidemöglichkeit • PDF Export • Texteditor mit Gestaltungsfunktionen (Word, LibreOffice, Pages…) • VGA/HDMI Ausgang - ggf. mit Adapter) • Mit dem Browser sollte Etherpad Lite nutzbar sein (geht nur mit aktuellen) • … -- Main.FelixSchaumburg - 20 Jun 2013

Erste Zwischenbilanz

Aus zahlreichen virtuellen und face-to-face-Gesprächen ziehe ich derzeit folgendes Zwischenfazit:

  • Keine Hardwareanforderungen angeben, sondern formulieren, was mit den Geräten gemacht werden soll.
  • Wenn nötig, Programmtypen ("Textverarbeitung", "Tabellenkalkulation") oder sogar bestimmte Programme angeben, die auf den Geräten laufen müssen

-- Main.BeatDoebeli - 20 Jun 2013 Im Kanton Luzern starten im Herbst zu Schulbeginn 4 Schulen mit einem 1to1 Computing Projekt. Ich nehme an, Sie haben davon sicher gehört. Als verantwortliche ICT-Fachperson an so einer Schule habe ich mir diese Gedanken auch machen müssen oder dürfen. Es standen am Anfang auch alle drei massentauglichen Betriebssysteme zur Debatte. (Android, iOS,Win8) Für mich stehen die Markenaspekte grundsätzlich nicht in Vordergrund der Beschaffung. Das "Was soll man auf dem Gerät können" ist sicherlich vordergründig zu bestimmen. Hier ist für mich aber bereits notwendig zu entscheiden, welches Betriebssystem die Geräte haben sollen. Gibt es Kantonslizenzen zu Software, welche den Lehrmitteln entspricht, zu den Lehrmitteln gehört? Muss diese eingebunden werden können? Diese wenigen Fragen entscheiden bereits über Möglichkeit oder nicht. Weitere Fragen wie vorhandenes Betriebssystem an den Schulen können weiter den Kreis der Kandidaten schmälern. Und die Hauptfrage für die Verantwortlichen vor Ort: Muss ich mich mit x verschiedenen Typen auseinander setzen oder ist es von Vorteil, wenn alle dasselbe Betriebssystem haben, wenn nicht sogar das identische Gerät? Die Kosten können sich enorm verringern, bei der Beschaffung von 500 identischen Geräten, als wenn jeder sich seine eigene Wurst brät. Und warum eigentlich den Eltern nicht direkt ein bestimmtes Gerät vorstellen, welches allen Anforderungen des Projektes am besten entspricht? Was spricht dagegen? Sie werfen die Frage in den Raum, wie viele Infos brauchen die Eltern und wie viele nicht? Meine Erfahrungen hiermit sind sehr erschreckend. Die meisten der Eltern haben in dem Bereich sehr wenig bis keine Ahnung. Die verlassen sich eben auf einen Prospekt und sagen sich: „Cool, ein Tablet, nur 150.-, los kaufen, ich wollte eh schon lange eins.“ Und dann...? Wer hilft mir jetzt? Wie geht das jetzt? Die Jugend geht da sicher unbeschwerter heran und wird sich, wenn schon Handyerfahrungen da sind, möglicherweise am eigenen Handy orientieren und das selbe eine Nummer grösser kaufen. Andere tendieren auf angebissene Äpfel, weil die Geräte als „hip“ verkauft werden. Nur die Fensterfirma wird wohl wieder am wenigsten Anhänger haben, obwohl für mich gerade diese Geräte für Schulen am meisten Sinn machen. Betriebssystem kennen alle, Office kennen alle oder zumindest auch ähnliche Gratisprogramme, ich habe beide Varianten Touch mit Apps oder „alter“ Desktop. Wir in Luzern wissen jetzt, womit und mit welchem Gerät die nächsten Jahre gearbeitet wird. Persönlich bin ich sehr zufrieden mit den Entscheidungen, da ich meine Wünsche als berücksichtigt ansehen kann. Wir kriegen ein Tablet mit Win8 und einer Tastatur dabei, welche die Laufzeit auf eine Stundenzahl weit über die 10h erhöht. Es wird sich arbeiten lassen damit. Ich werde aber sicher wieder gerne hören, wie das am Bodensee dann weitergeht.

-- Main.StefZum - 20 Jun 2013
  • Lieber Herr Zumbrunnen,
    Ja, ich kenne das Luzerner 1:1-Projekt (Lehren und Lernen Medienbildung (L+L-MB) in der Sammlung http://www.1to1learning.ch). Für mich ist aber die Frage "Welches Gerät?" bei BYOD eine andere als bei einer schulgesteuerten 1:1-Ausstattung. Hauptmotivation für BYOD ist für mich, dass bereits heute mehr als die Hälfte der Kinder privat ein schultaugliches Gerät besitzt. Warum (ökonomisch und ökologisch gefragt) soll nun Schule oder Elternhaus nochmals ein Gerät beschaffen? Damit fallen alle homogenen Lösungen weg.

    Bei der Frage nach den Softwarelizenzen gehe ich davon aus, dass Lernsoftware zunehmend webbasiert sein muss/wird und man "nur" den richtigen Zeitpunkt finden muss, um sich von alten Betriebssystemeinschränkungen zu lösen.

    Die Begründung für Microsoft als Betriebssystemlieferant teile ich so nicht. Die Volksschule hat den Auftrag, Allgemeinbildung zu vermitteln und nicht Produkteschulung. Office-Programme gibt es für alle Betriebssysteme und auch das Vorwissen bezüglich Microsoft Windows ist für mich kein Grund, Windows in der Schule zu präferieren. Wir wissen nicht, wie die Betriebssystem- und Softwareherstellerlandschaft in 10 Jahren aussieht, also kann dies auch schlecht als Begründung für die Wahl eines bestimmten Herstellers dienen.

    -- Main.BeatDoebeli - 21 Jun 2013
Bei uns in NRW läuft gerade die folgende Diskussion: Das Schulministerium hat die Einführung von Grafikfähigen Taschenrechnern zum Abitur 2017 verpflichtend gemacht, praktisch eingeführt werden sollen sie ab August 2013. Da auch CAS-fähige Rechner zugelassen sind, wird in vielen Schulen diskutiert, ob nicht gleich der neue Classpad von Casio (FX-CP400) eingeführt wird, Kaufpreis ca. 150 €. Wäre es da nicht viel besser, Tablets anzuschaffen, die in dieser Preisklasse liegen – und die in allen Schulfächern einsetzbar sind! Noch gibt es vielleicht nicht in allen Punkten gleichwertige Apps für alle Systeme, aber das ist wohl nur eine Frage von kurzer Zeit. Ein Argument wird immer gegen Tablets ins Feld geführt: die Offenheit zum Internet bei Prüfungssituationen. In Dänemark soll es schon Abiturprüfungen mit Internetzugang geben – aber ist nicht die Abschaltung der Kommunikationsmodule, etwa durch den „Flugzeugmodus“, eine Alternative?

-- Main.UliDNhoff - 21 Jun 2013 Ich nehme an, die neue Klasse wird von einer kompetenten und bezüglich ICT motivierten Lehrperson geführt. In diesem Fall kann man die technischen Vorgaben wahrscheinlich wirklich auf ein Minimum beschränken, dafür die angestrebten Handlungsfelder definieren (wie oben erwähnt). Sollen in einer ganzen Schule mobile Geräte als zentrales Lernwerkzeug eingesetzt werden, so würde ich wenn möglich sogar auf eine einzelne Plattform setzen. Andernfalls nimmt das Technische einfach überhand und Frustrationen sind vorprogrammiert. «Siiiie, bei mir geht's nicht!!!», «Siiiie, womit soll ich das machen?» Diese Fragen bringen eine durchschnittliche Lehrperson schnell ans Limit. Zu Hause haben die Kinder meist auch keine Unterstützung, wenn es daraum geht, die Devices als Werkzeug (statt als Spielzeug) zu benutzen.

-- Main.ThomasStaub - 21 Jun 2013

Mit BYOD holen wir uns nur Stress und Ärger in die Schule. GYD2O - Geht Your Own Device (lern es) To Own. Schüler an der Oberstufe bekommen ein Laptop, haben keine Admin Rechte, dürfen es mit nach Hause nehmen, sind aber dafür verantwortlich, zahlen eine Haftlflicht Versicherung. Das Laptop läuft auf Linux und wenn die SuSis die Schule verlassen, bekommen sie das Ad in Passwort und können Ihr Laptop behalten. Damit behält die Lehrperson die Autorität auf der IT-Schulinfrastruktur, würden die SuSis nicht auf IT-Drogen wie Mac, Win und Google anfixen sondern ihnen eine freie Alternative bieten, welche sie nach 3 Jahren im Gebrauch zu benutzen lernen. Drogen gehören nicht in dem Unterricht.

wink mk

-- Main.KaeserM - 28 Jun 2013

Argumente gegen 1:1-Ausstattungen und ICT in der Schule

09 February 2013 | Beat Döbeli Honegger | Schul-ICT
Angefangen habe ich vor anderthalb Jahren. Nach mehr als einem Jahrzehnt im Bereich "digitale Medien und Bildung" hatte ich einerseits gebetsmühlenartig versucht die Potenziale von digitalen Medien in der Schule zu präsentieren und habe andererseits während mehr als zehn Jahren immer wieder die gleichen Vorbehalte ICT in der Schule gehört und durchdiskutiert. Irgendwann ist mir aufgefallen, dass es mehrere systematische Auflistungen der Potenziale gab, ich aber keine seriöse Sammlung von Argumenten gegen ICT und 1:1-Ausstattungen im Speziellen finden konnte.

Einerseits war ich des ewigen Argumentierens (vor allem in digital geführten) Diskussionen müde und hätte mir eine Sammlung gewünscht, auf die im Bedarfsfall verwiesen werden kann: "Aha, das 'Aus mir wurd auch etwas'-Argument. Ok, das wird hier abgehandelt: http://blahfasel.org/AusMirWurdeAuchWasArgument" Andererseits dachte ich an das *Crossing the Chasm*-Konzept aus dem gleichnamigen Buch (Biblionetz:b02352) von Gordon Moore.

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Darin nimmt Moore die unterschiedlichen Diffusionsphasen von Innovationen von E. M. Rogers (Diffusions of Innovation, Biblionetz:b03045) zum Anlass, auf den Graben (Chasm) zwischen Early Adopters und Early Majority hinzuweisen. Diese unterschiedlichen Gruppen müssen unterschiedlich angesprochen und überzeugt werden. Ähnliche Gräben lassen sich in diesem Innovationsmodell auch zwischen Early und Late Marjory und zwischen Late Majority und Laggards postulieren. Bei jedem Übergang sind andere Überzeugungsstrategien notwendig. Gut, und dies gilt aus meiner Sicht auch bei der Haltung zu digitalen Medien in der Schule. Geht man davon aus, dass die Hälfte der Bildungspolitiker, Schulleitungen, Lehrpersonen und Eltern den Einsatz von ICT befürworten, müsste man sich jetzt auf die zweite Hälfte konzentrieren. Und dazu - langer Rede, kurzer Sinn - gehört eben auch das Ernstnehmen und im besten Fall Widerlegen der Argumente gegen ICT in der Schule. (Redet man immer nur vor Befürwortern über die Vorteile, so ist das preaching to the converted und hilft in der Sache nicht viel weiter).

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Im September 2011 hatte ich die ersten 20 Argumente formuliert (siehe Version 1 der Liste) und die Liste danach liegenlassen. Verschiedene Erlebnisse in jüngster Vergangenheit haben nun dazu geführt, dass ich diese Woche die Liste massiv erweitert habe. Derzeit sind dort 57 Argumente zu finden, gruppiert in vier Ablehnungsstärken:

Sorry, noch nicht klickbar...
  • A. Es schadet!
  • B. Es lohnt sich nicht.
  • C. Es geht nicht.
  • D. Schon, aber nicht so.

Etwas feingranularer lassen sich folgende nicht ganz trennscharfe Gruppen unterscheiden:
  1. "Es geht etwas verloren"-Argumente
  2. "Es ist zu früh"-Argumente
  3. "Falsche Anreize"-Argumente
  4. "Macht dumm"-Argumente
  5. Gesundheits-Argumente
  6. Jugendschutz-Argumente
  7. Umwelt-Argumente
  8. "Bisher ging es auch ohne"-Argumente
  9. "Didaktischer Mehrwert"-Argumente
  10. Finanzielle Argumente
  11. Schüler-Argumente
  12. Lehrpersonen-Argumente
  13. Schulsystem-Argumente
  14. Technische Argumente
  15. Ad hominem Argumente
  16. Unsortierte Argumente
Für jedes der Argumente sollte es eine prototypische Beschreibung, konkrete, zitierbare Beispiele und danach natürlich Gegenargumente geben. Denn um die late majority zu überzeugen, müsste man ja alle oder mindestens die meisten dieser Argumente widerlegen können. Da wartet noch einiges an Arbeit...

Seit gestern kann man die 57 Argumente bewerten, ohne dass man im Wiki angemeldet sein muss. Mich interessiert, wie ernst zu nehmen das Argument scheint und wie oft man es hört.

Gerne nehme ich Anregungen, Kritik und Erweiterungsvorschläge auf: Entweder direkt im Wiki oder dann per Mail an beat@doebe.li

Schweizweites Classroom-Response-System?

31 January 2013 | Beat Döbeli Honegger | Schul-ICT

bei einem Mittagessen mit Peter Suter (PHZH, Biblionetz:p01637) haben wir aufgrund der grossen Verbreitung von netzwerkfähigen Endgeräten unter den Studierenden (Notebook, Netbooks, Tablets, Smartphones) und dem Trend zu einfachen eLearning-Tools (wie z.B. Etherpad) überlegt, ob in der Schweiz die Zeit für ein

schweizweites Classroom Response System

reif wäre, angeboten z.B. durch Switch.

Worum geht es?

Was sind Classroom Response Systems?

Szenario

Die Dozentin will in einer Veranstaltung eine Frage stellen (offen, multiple choice etc.).

  1. Sie hat dafür auf einer einfachen Weboberfläche (à la doodle.com) die Frage sowie die Antwortmöglichkeiten eingegeben.
  2. Sie präsentiert auf dem Beamer den Code den Umfrage-Code (dr2fdg) (max. sechsstellige Buchstabenkombination)
  3. Die Studierenden senden entweder die Antwort zusammen mit dem Code an eine SMS-Nummer oder gehen auf http://poll.switch.ch/dr2fdg und beantworten die Frage dort.
  4. Die Dozentin kann die Antworten (oder Teile davon) entweder im Webinterface oder direkt in Powerpoint oder Keynote zeigen.

Beispiele solcher Systeme

Diskussion

Natürlich kann man sich fragen, ob es Classroom Response Systems überhaupt braucht, oder ob man nicht einfach die Studierenden mündlich im Hörsaal befragen kann. Obwohl ich selbst bisher den Bedarf für ein CRS nie verspürt habe, sehe ich durchaus Potenziale/Mehrwerte für CRS:

  • Antworten sind anonym
  • Automatisierte Auszählung
  • Automatisierte sinnvolle Aufbereitung der Ergebnisse
  • Effizienteres Einsammeln von Antworten auf offene Fragen
  • Verstärkte Aktivierung der Lernenden

Vor allem aber verkaufen sich derartige Systeme derzeit als proprietäre Hardware-Lösungen. Angesichts der heutigen Technologie-Konvergenz und der zunehmend flächendeckenden Verbreitung von netzwerkfähigen Kleincomputern scheint es mir widersinnig, wenn einzelne Institutionen spezifische CRS-Hardware-Lösungen einkaufen, aber auch einzeln CRS-Lösungen implementieren. Wenn der Bedarf existiert, dann müsste der doch gesamtschweizerisch gelöst werden.

Zur weiteren Diskussion habe ich ein Etherpad eröffnet: http://www.edupad.ch/classroom-response-system-switzerland

Siehe auch das entsprechende Blogposting von Peter Suter.

Wir arbeiten im PINGO Projekt (Peer Instruction for very large groups) an der Universität Paderborn gerade an genau solch einer Software. Wir befinden uns gerade in den Betatests in Veranstaltungen der Wirtschaftsinformatik mit etwa 500 bis 800 Teilnehmern pro Veranstaltung und haben bisher sehr positives Feedback bekommen.

Die Software wird im Sommer fertig implementiert sein und ich würde mich freuen, wenn Sie und Herr Suter diese dann mal testen würden.

Mehr Informationen zum PINGO-Projekt und dem Peer Instruction Ansatz gibt es auf http://wiwi.uni-paderborn.de/dep3/winfo2/forschung/projekte/peer-instruction-for-very-large-groups/

-- Main.WolfgangReinhardt - 03 Apr 2012 Update vom Jaunuar 2013: An den eduhub days 2013 zieht jede zweite Hochschule (naja fast jede zweite...) ein CRS-Projekt aus dem Hut. Bisher wenig Koodination...

-- Main.BeatDoebeli - 31 Jan 2013

ICT-Guide des Kantons Zürichs veröffentlicht

04 January 2013 | Beat Döbeli Honegger | Schul-ICT
Nicht nur im Kanton Schwyz hat der Erziehungsrat zum Thema ICT getagt (und die neue ICT-Strategie für die Volksschulen im Kanton Schwyz verabschiedet), auch im Kanton Zürich hat sich der Bildungsrat in seiner Sitzung vom 26.11.12 unter anderem mit ICT beschäftigt und dabei den ICT-Guide zur Erarbeitung von stufenübergreifenden Medien- und ICT-Konzepten in Zürcher Volksschulen (Biblionetz:b05062) verabschiedet (BRB 43 PDF-Dokument)

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http://www.ict-guide.zh.ch/

Dieser ICT-Guide führt Sie zu einem lokalen Medien- und ICT-Konzept für Ihre Schule. Mit Hilfe eines eigenen Konzepts reagiert Ihre Schule auf die Entwicklungen unserer Mediengesellschaft. Sie legen darin fest, wie und inwiefern Sie den Unterricht und die Schulorganisation diesen Entwicklungen anpassen wollen.

Der Guide ist derzeit nur online verfügbar, eine lineare Version in PDF-Form ist angedacht. Als sammelwütiger Biblionetzkar konnte ich es nicht lassen und habe mir selbst ein PDF erstellt, das 175 Seiten umfasst. Der Guide gliedert sich in 11 Kapitel

  1. Einleitung zum Medien- und ICT-Konzept
  2. Leben und lernen in der Mediengesellschaft - Ausgangslage Volltext lokal digital vorhanden
  3. Wo wir stehen - Ist-Analyse der Schule
  4. Wie wir Medien und ICT in den Unterricht integrieren - Nutzungskonzept
  5. Welche Unterstützung wir anbieten - Support- und Beratungskonzept
  6. Wie wir uns Materialien und Wissen zur Verfügung stellen - Wissensmanagement
  7. Wie wir uns weiterbilden wollen - Weiterbildungskonzept
  8. Welche Ausrüstung wir einsetzen wollen - Infrastruktur
  9. Wie wir die Schul- und Unterrichtsqualität pflegen wollen
  10. Wie wir kommunizieren - Kommunikation und Information

und soll Schul- und Gemeindebehörden (deutsch: Schulträger) helfen, ein Medien- und ICT-Konzept zu entwickeln und umzusetzen. Dabei wird zu jedem Thema ein anzupassender Mustertext und eine Vorgehensweise angeboten. Angesichts des Umfangs erstaunt es nicht, dass ich noch nicht zu einer vertieften Analyse gekommen bin. Grundsätzlich gefallen mir aber selbstverständlich solche Guides, habe ich doch selbst auch schon mehrere Publikationen in dieser Richtung mitverfasst... wink

Für eine 9seitige Zusammenfassung sei vorerst auf den Bildungsratsbeschluss (BRB) 43 PDF-Dokument verwiesen...

Das wirklich einzige, was mich ab 2013 an solchen Papieren noch interessieren kann, wird in Kapitel 8.1 beschrieben respektive eben nicht beschrieben. Ich will einfach nicht mehr lesen, dass Lernen ein Prozess sei, der in der Gemeinschaft mehr Spass mache als allein, dass Weiterbildung auch Teambildung sei und dass "...wir unsere Weiterbildung idealerweise mindestens zu zweit angehen werden". Aexgüsi, aber diesen Text finde ich ziemlich peinlich.

-- Main.BeatRuedi - 04 Jan 2013 Soeben lese ich in den SN vom 4.1.2013 ein Interview mit dem höchsten Bildungsdirektor der Schweiz, mit RR Christian Amsler, und dessen Forderung nach mehr Ingenieuren (und damit verbunden weniger Phil-I-ern) und höre mir den Beitrag in “10 vor 10″ an (http://www.srf.ch/player/tv/10vor10/video/ganze-sendung?id=d1373b76-27ed-47c3-a893-9967891935df). Dabei will Amsler die Förderung zukünftiger Ingenieure möglichst früh, sprich schon in der Primarschule, ansetzen und stimmt damit mit Hromkovic (http://blog.phzh.ch/observatorium/2012/07/02/droht-wirklich-eine-bildungskatastrophe/), nicht aber mit dem ICT-Guide überein.

-- Main.BeatRuedi - 04 Jan 2013

Neue ICT-Strategie für die Volksschulen im Kanton Schwyz

25 December 2012 | Beat Döbeli Honegger | Schul-ICT

An seiner Sitzung vom 30.11.2012 hat der Erziehungsrat des Kantons Schwyz die neue ICT-Strategie für die Volksschule im Kanton Schwyz PDF-Dokument (Biblionetz:t14412) gutgeheissen (Medienmitteilung PDF-Dokument). Damit werden die letzten kantonalen Rahmenempfehlungen aus dem Jahr 2000 abgelöst.

Mit der neuen ICT-Strategie für die Volksschulen des Kantons Schwyz kommen die Schwyzer Schulen in wichtigen Punkten einen Schritt weiter:

  • Infrastruktur: "Auf der Infrastrukturseite haben die Schulträger der Primarstufe und Sekundarstufe I bis zum Schuljahr 2015/16 dafür zu sorgen, dass in jedem Klassenzimmer mindestens ein Computer pro vier Lernende zur Verfügung steht. Empfohlen wird den Schulträgern zudem, bereits in den Kindergärten im Sinne eines weiteren Spiel- und Lernangebots eine Computerecke einzurichten. Weiter wird den Bezirken empfohlen, mittelfristig an ihren Schulen der Sekundarstufe I die Ausstattung aller Schülerinnen und Schüler mit einem Notebook oder vergleichbaren Gerät anzustreben. Die Schulen werden bei der Ausarbeitung entsprechender Konzepte vom Kanton unterstützt." (aus der Medienmitteilung)

  • Tastaturschreiben: "Das heute auf der Sekundarstufe I unterrichtete Tastaturschreiben (Zehn-Finger-System) soll voraussichtlich ab Schuljahr 2015/2016 bereits ab der 4. Primarklasse im Rahmen von offenen Unterrichtsformen mittels geeigneter Tastaturschreib-Lernprogramme gelernt werden. Eine Arbeitsgruppe wird mit der Vorbereitung und Umsetzung dieses Ziels betraut." (aus der Medienmitteilung)

  • Medienbildung auf der Sekundarstufe I: "Im neuen Fach „Medienbildung“ werden in Anlehnung an den neuen Lehrplan 21 zum einen die Grund-lagen der Computernutzung systematisch vermittelt (Schulung in Programmen der Textverarbeitung und -gestaltung, Tabellenkalkulation, Präsentation und das Recherchieren im Internet). Zum zweiten werden medienspezifische Fragestellungen und Probleme thematisiert (Mobilkommunikation, Datenschutz, Si-cherheit im Internet, ethische Fragen rund um Missbrauchsmöglichkeiten des Internets, Urheberrecht, social web, usw.). Drittens sollen informationstechnische Grundlagen und Konzepte vermittelt werden, die einen Einblick in die Welt der Informatik ermöglichen. Das Tastaturschreiben wird explizit nicht im Rahmen dieses Fachs vermittelt." (aus der ICT-Strategie, S. 5-6)

Wie immer sind solche Strategiepapiere das Resultat zähen Ringens um einen mehrheitsfähigen Kompromiss. Ich denke aber, dass mit der Aussage "mittelfristig 1:1-Ausstattungen auf der Sekundarstufe I" und "Medienbildung auf der Sekundarstufe I inkl. informationstechnische Grundlagen und Konzepte" wichtige Meilensteine in der föderalistischen Schweizerischen Bildungslandschaft erreicht wurden. Meilensteine, nicht Ziele … wink

Weitere Informationen:

äxgüsi, aber es ist sehr einfach, schon morgen allen SuS einen Computer zur Verfügung zu stellen resp. deren Computer zu integrieren - und es ist eben so einfach, über ICT, über Medien und über die Gefahren im Internet zu reden, je unverbindlicher desto einfacher. -- Main.BeatRueedi - 25 Dec 2012

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  • Beat Döbeli Honegger
  • Plattenstrasse 80
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  • E-mail: beat@doebe.li
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