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Ed.wiki

13 February 2007 | Beat Döbeli Honegger | Wiki
Bereits vor längerem wurde ich von verschiedenen Seiten darauf aufmerksam gemacht, dass es mit Ed.wiki (Biblionetz:w01999) eine speziell für Bildungszwecke (wiki in education, Biblionetz:w01331) entwickelte Wiki-Engine gibt. Nun habe ich mir endlich Zeit genommen, Ed.wiki etwas genauer anzuschauen.

edwiki.jpg

Das Besondere an ed.wiki...
Dieses Wiki wurde speziell für Online-Seminare und die Online-Kooperation von Projektgruppen entwickelt und enthält zahlreiche Features für diese Anwendungsbereiche, über die andere Wikis nicht verfügen. Ed wie education heisst es, weil es für den Bildungsbereich entwickelt worden ist. Dass es von seinen Nutzerinnen so wenig technische Vorkenntnisse wie möglich verlangt, ist eines der Hauptanliegen. Und das beste: Es ist eines der ersten Wikis, das ohne eine kryptische Wikisprache auskommt. Es ist WYSIWYG.

Besondere Anforderungen an Bildungs-Wikis?

Es ist eine spannende Frage, welche besonderen Eigenschaften ein Wiki für Aus- und Weiterbildungswecke haben sollte. Auf der Liste der Ed.wiki-Features lassen sich verschiedene Anliegen erkennen:

  • Einfache Benutzung: Verschiedene Ed.wiki-Eigenschaften sollen eine besonders einfache Nutzung ermöglichen (WYSIWYG-Editor, Verstecken von Features usw.)
  • Leitungsfunktionen: Gewisse Ed.wiki-Eigenschaften sollen den Lehrenden die Wiki-Nutzung erleichtern (Teilnehmerinnenverwaltung)
  • Sichtbarmachfunktionen: Lehrende und Lernende sollen sehen können, was im Wiki passiert ist (Statistik-Funktionen, Portfolio)

Eine einfache Benutzung ist ja eigentlich für alle wünschenswert. Aber auch ich habe die Erfahrung gemacht, dass Lehrende teilweise besonders hohe Ansprüche an die Usability haben, um sich auf ein neues System einzulassen.

Die Leitungsfunktionen scheinen mir schon bildungsspezifischer zu sein, insbesondere die Zuteilung von Lernenden zu Gruppen. Hier stellt sich die Frage, inwieweit es sich lohnt, solche Vorgänge zu automatisieren. Mir scheint das nur dann sinnvoll zu sein, wenn man den Lernenden aus didaktischen Gründen nicht die volle Wahlfreiheit geben will (z.B. Gruppenzuteilung nach bestimmten Kriterien).

Sehr interessant finde ich Funktionen, welche versuchen, den Lernprozess sichtbar zu machen. Solche Funktionen scheinen mir sehr bildungsspezifisch zu sein, da sonst im Rückblick meist nur das Ergebnis, aber weniger der Prozess interessiert. In der Bildung ist hingegen der Prozess für Lehrende aber auch für Lernende zur Reflektion des eigenen Lernens interessant.

Make or Configure?

Während mir gewisse dieser Anliegen tatsächlich bildungsspezifisch scheinen, sind andere auch für Nicht-Bildungs-Wikis wünschenswert. Mir stellt sich angesichts von Ed.wiki die Frage, ob das Entwickeln einer eigenen Wiki-Engine für Bildungszwecke sinnvoll und vom Aufwand her machbar ist. Mir gefällt das "look and feel" von ed.wiki, es ist wirklich intuitiv und un-techie-haft, was die Akzeptanz bei Lehrenden und Lernenden sicherlich erhöhen wird. Für meine Zwecke fehlen aber dem Ed.wiki zahlreiche Eigenschaften, die nicht bildungsspezifisch sind (z.B. E-Mail-Notification, RSS-Feeds, automatische Sperrfunktion zur Verhinderung paralleler Schreibkonflikte) und ich frage mich, ob die Entwickler die Ressourcen finden werden, mit der technischen Entwicklung (neue Browser, mehr AJAX, Stopfen von Sicherheitslücken usw.) Schritt zu halten.

Die Alternative zum Weg make, den ed.wiki beschritten hat, lautet configure: Man nehme eine grosse, bekannte Wiki-Engine (vermutlich Mediawiki oder TWiki) und versuche diese durch Skins und Plugins für Bildungszwecke zu optimieren. Vorteil: Man muss sich weniger um die Weiterentwicklung allgemeiner Features der Wiki-Engine kümmern. Nachteil: Man muss mit evtl. für Bildungszwecke suboptimalen Design-Entscheiden (z.B. fehlende Einfachheit) leben können. Konkret: Ich würde gerne Ressourcen ins Anpassen von TWiki für Aus- und Weiterbildung investieren können. P.S.: Wie klein die Welt doch ist:

Ed.wiki wurde im Rahmen von BLK-geförderten Projekten der Professur für Weiterbildung der Universität Giessen zum lebenslangen Lernen von Daniel Wrana entwickelt und ist unter der GPL lizensiert und damit frei verfügbar.

Erst jetzt ist mir bewusst geworden, dass Ed.wiki somit unter der Leitung unseres neuen PH-Direktors Hermann Forneck entwickelt wurde.

Die Folgen der Offenheit von Wiki

26 January 2007 | Beat Döbeli Honegger | PH Solothurn, Wiki
Heute habe ich einen Hinweis auf einen toten Link auf einer Wikiseite der PH Nordwestschweiz aus Hamburg erhalten. Ich habe den Fehler korrigiert und noch gefragt:

Darf ich fragen, wie sie auf diese Seite gestossen sind? Dies interessiert mich, weil der Wiki-Server zwar offen, aber eigentlich nicht in Suchmaschinen zu finden ist.

und darauf folgende Antwort erhalten:

Vielen Dank für ihre Antwort, ich bin Informatiklehrer (u.a.) in Hamburg und habe auf der Seite www.gi-hill.de unter "Material" den Hinweis auf ihre Seite gefunden.

Sowas macht mich glücklich und so muss es doch eigentlich sein: Andere können mein Unterrichtsmaterial (unter Quellenangabe!) nutzen und ich habe keinen Zusatzaufwand, weder mit der Publikation auf einer zusätzlichen Plattform noch mit der umständlichen Vergabe von Gastzugängen auf unserer virtuellen Plattform.

_Es leben die offenen Plattformen, Tod den verriegelten Datensilos.... wink  

P.S.: Es ging um die Seite http://campus.ph.fhnw.ch/Grundstudium/DigitaleBildformate ,

Collaboration: Mit Wiki oder mit Subversion?

29 December 2006 | Beat Döbeli Honegger | Software, Wiki
Myke fragt mich, ob es noch keine Lösung gibt, welche Vorteile von Wiki und Subversion als Collaboration Tool vereinen:

  • Wiki ist ein online Tool, wenn ich nicht am Netz bin, kann ichs nicht benuetzen. Wiki hat dafuer einen Editor und eine ansprechende Praesentation (HTML-Seiten).
  • Subversion ist ein offline Tool, ich kann bequem arbeiten, auch wenn ich nicht am Netz bin. Dafür bietet Subversion grundsaetzlich nur die Verwaltung von Ordnerstrukturen und Files an. Es gibt keinen Standardeditor und keine ansprechende Praesentation. Wenn ich mit Word o. ae. arbeite, entfaellt die Moeglichkeit, diffs zwischen zwei Versionen anzuzeigen. Textfiles funktionieren, sehen aber nicht besonders schoen aus. HTML Files haben viel Overhead fuer kurze Notizen. Latex ist auch muehsam.
Also frage ich mich, ob es Loesungen gibt, die beide Welten unter einen Hut bringen: Zum Beispiel ein Wiki, das auch offline funktioniert und irgendwelche Update/Merging-Funktionen anbietet, wenn man wieder online ist. Oder ein Wiki-aehnlicher Editor, der auf Subversion aufsetzt.

Ich werf dir das einfach mal an den Kopf. Bin ich der einzige, der diese Anforderung hat? Kennst du irgendwelche Loesungen?

Hmm, es gibt zwar Synchronisationsansätze für TWiki, aber die sind meines Wissens nicht mainstream-fähig:

Zusammen mit dem PersonalTWikiForWindows könnte das funktionieren, aber ich vermute, dass dies wirklich keine Out-of-the-Box-Lösung ist.

Kennt jemand bessere Lösungen? Biblionetz:w00598 (CSCW)

Personal TWiki for Windows

29 December 2006 | Beat Döbeli Honegger | Software, Wiki
Bekanntlich ist das Installieren von TWiki kein Genuss. Vielleicht senkt das Personal TWiki For Windows die Einstiegshürde:

This is a ready to use TWiki installation for personal use on Windows. Everything you need is included: TWiki, TinyWeb webserver, Perl and GNU grep. There is no installation and no registry change; the unzipped package is ready to use by running run.bat. Copy TWikiOnMemoryStick and take it wherever you go. The unzipped package has 41 MB.

http://twiki.org/cgi-bin/view/Codev/TWikiForWindowsPersonal

Muss ich bei Gelegenheit ausprobieren... Biblionetz:w01359

Wiki-Weihnachtslektüre

11 December 2006 | Beat Döbeli Honegger | Wiki

Da ich letzte Woche danach gefragt worden bin, hier eine Auswahl an lesenswerter Wiki-Weihnachstlektüre:

  • Wenn es um Wiki inkl. technische Hintergründe geht, dann kann ich das Ende November 2006 erschienene Buch Wiki und Blogs (Biblionetz:b02940) von Christoph Lange empfehlen. Es ist zwar relativ dick (840 Seiten) und nicht ganz billig, aber gehört in jede Mediothek von Schulen, die Wiki einsetzen (wollen). Mir gefällt am Buch besonders, dass zu Beginn die Konzepte von Wiki eingeführt und dann gleich deren Umsetzung in den wichtigen Wiki-Engines gezeigt wird. So erhält man ein gutes Gefühl für Wiki-Dialekte und lernt, was bei allen Wikis gleich, und was unterschiedlich ist.

  • Wenn es um den Wiki-Einsatz in der Schule geht, dann empfehle ich das Buch Blogs, Wikis, Podcasts, and Other Powerful Web Tools for Classrooms (Biblionetz:b02621) von Will Richardson (englisch).

  • Als Weihnachtslektüre eignet sich besonders das Buch Die heimliche Medienrevolution: Wie Weblogs, Wikis und freie Software die Welt verändern (Biblionetz:b02061) von Erik Möller. Es beleuchtet mehr die Ideen und Visionen, die hinter Wikis und Weblogs stecken. Die erste Auflage gibt es kostenlos als PDF, die zweite Version kostenpflichtig als gedruckte Ausgabe.

  • Ebenfalls als kostenlose PDF-Version gibt es die englische Übersetzung des ursprünglich auf deutsch erschienenen Buches WikiTools (Biblionetz:b02208). Eine Neuauflage der deutschsprachigen Version ist auf Anfang 2007 geplant, so dass es leider nicht mehr als Weihnachtslektüre reicht...

Kontakt

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