Wissenschaft, Mar 2006

Nicht nur Forschung danach!

28 March 2006 | Beat Döbeli Honegger | PH Solothurn, Wissenschaft

Prof. Gabi Reinmann wird an der kommenden GMW-Tagung in Zürich im September einen eingeladenen Hauptvortrag unter dem Titel Nur Forschung danach? Vom faktischen und potentiellen Beitrag der Forschung zu alltagstauglichen Innovationen beim E-Learning halten.

Im Abstract plädiert sie dafür, dass die Pädagogik nicht nur Forschung danach betreiben und somit die Funktion des Innovationsmotors der Politik und der Wirtschaft überlassen soll. In anderen - insbesondere naturwissenschaftlichen - Disziplinen sei im Gegensatz zur Pädagogik der "Akt des schöperischen Planens und Entwerfens" wissenschaftlich anerkannt.

Dieser Abstract ist Wasser auf meine geistige Mühle. Seit längerem spüre ich, dass ich meine Forschung zum Thema "ICT in Bildungsprozessen" nicht auf empirische Überprüfung vorhandener ICT-Nutzung beschränken möchte. Ich sehe mich derzeit eher in der Rolle des Innovators, der neue technische Möglichkeiten auf ihre Tauglichkeit in Lehr-Lernszenarien überprüft und dazu schultaugliche Adaptationen neuer Informationstechnologien entwirft und in der Praxis testet. Aktuelle Beispiele:

  • Wiki in der (Hoch-)Schule:
    • Wie kann ein gemeinsamer, offener Hypertextraum für Lehr-Lernprozesse genutzt werden?
    • Welche Voraussetzungen sind zur Akzeptanz und zur Nutzung dieses Raums notwendig?
    • Welche Nutzungsszenarien zeigen sich?
    • Welche Best-Practice-Szenarien bilden sich bei welchen Rahmenbedingungen heraus?

  • Persönliche Handhelds in der Primarschule:
    • Hypothese 1: Der Fokus auf die Technik wird nach kurzer Zeit verschwinden, da die Geräte wie Papier und Bleistift zum Alltag der Kinder gehören werden. (Computernutzung wird kein Ereignis mehr sein).
    • Hypothese 2: Persönliche Handhelds eignen sich als persönliches Lern- und Arbeitsinstrument von Primarschulkindern.
    • Hypothese 3: Persönliche Handhelds können traditionelle Computer (Notebooks und Desktops) in der Primarschule zu einem grossen Teil ersetzen.

Es ist aber nicht einfach, diese Art der Forschung im Umfeld der Erziehungswissenschaft verständlich zu machen... ,

Shake and Paste

20 March 2006 | Beat Döbeli Honegger | Medienbildung, Wissenschaft
Telepolis warnt vor grassierendem Plagiarismus:

Es gibt zwar noch keine harten empirischen Fakten, aber sehr wohl bereits Schätzungen: Rund ein Drittel aller studentischen Arbeiten könnten zumindest teilweise Plagiate darstellen. An den Universitäten wird mit Resignation oder relativ zahnlosem Kampf reagiert. Was an dem Betrieb systemisch falsch läuft, wird hingegen kaum gefragt.

Gefallen hat mir insbesondere der Abschnitt (den ich nun bewusst Copy & Paste):

Die Studenten sind dabei nicht nur Täter, sondern auch Opfer: Vor allem von Lehrpersonal, das die Zitierregeln selbst nicht beherrscht und wissenschaftliches Arbeiten so vermittelt, als wäre letztlich eh alles einerlei. Opfer aber auch von Lehrenden, die in ihrer fortschreitenden Unkreativität immer wieder dieselben Themen vergeben (Kants Ding an sich, das Werturteilsfreiheits-Postulat Max Webers, Bourdieus Habitus-Konzept) .

Siehe auch:

(Und damit ich mich nicht schuldig mache:)
Via: hodel.hist.net.blog Und wo ist jetzt der eigene Gedanke?? ,

Kontakt

  • Beat Döbeli Honegger
  • Plattenstrasse 80
  • CH-8032 Zürich
  • E-mail: beat@doebe.li
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