Schul-ICT, Jan 2010

One-to-One-Computing

20 January 2010 | Beat Döbeli Honegger | Biblionetz, Schul-ICT
Nachtrag zum AppPhone-Posting: Ja, ich bin nicht der erste, der Charakterisierungen von Schul-ICT-Projekten längerfristig aufgrund der verwendeten Gerätetypen als nicht zielführend betrachtet (Quellen folgen vielleicht bei Gelegenheit). Die Gerätetypen ändern einfach zu rasch, als dass solche Klassifizierungen sinnvoll wären (Notebook, Handheld, PDA, Netbook, Smartbook, etc.).

Was mir aber klar zu sein scheint:

Im Jahr 2020 hat jedes Schulkind ein persönliches, mobiles, multimediales und allzeitvernetztes Gerät zur Verfügung.

Zumindest zuhause.

Das ist die Ausgangslage. Alles andere sind nur Übergangsphänomene.

Ich habe darum beschlossen, nur noch von dieser Voraussetzung auszugehen und weiterdenken zu wollen. Persönliche Geräte schaffen andere Voraussetzungen. Das ist bei Bleistift und Papier so, dass ist bei Büchern so, das ist auch beim dynabook (Biblionetz:w01608) so.

Darum gibt es jetzt unter anderem im Biblionetz neu den Begriff One-to-One-Computing (Biblionetz:w02173).

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Ein Blick zurück

08 January 2010 | Beat Döbeli Honegger | Schul-ICT
Während in vielen Blogs die Trends von 2010 aufgezählt werden und man in der Schweiz beginnt Educational Trends zu spotten, werfe ich leicht seufzend einen Blick in die Vergangenheit.

Im Jahr 1989 wurden als fünf wichtigste Hindernisse beim Einsatz von Computern in Schweizer Schulen (Biblionetz:f00134) genannt:

  1. Die verfügbare Hard- und Software ist in zahlreichen Fällen bereits veraltet
  2. Es fehlt an Zeit, um Lektionen zu entwickeln und auszuprobieren
  3. Es gibt nicht genügend Geräte
  4. Es fehlt an unterrichtsbezogenen Programmen. Zudem sind die Handbücher oft schwer verständlich.
  5. Lehrerwissen für den Einsatz des Computers fehlt.
Quelle: Niederer, Frey (1990). Informatik und Computernutzung im schweizerischen Bildungswesen. Biblionetz:b01015

Im Jahr 2007 werden schwer lesbare Handbücher nicht mehr als Hindernis genannt. Schliesslich gibt es auch keine Handbücher mehr. Stattdessen werden folgende vier Hindernisse von mehr als der Hälfte der ICT-Verantwortlichen genannt:

  • 70,5% sehen ein Hindernis bei mangelnden Kenntnissen und Fertigkeiten der Lehrpersonen für den Einsatz von Computern im Unterricht
  • 63,8% bezeichnen die ungenügende Anzahl Computer für Lernende als Hindernis
  • 59,3% sehen ein Problem beim Zeitmangel der Lehrpersonen zur Vorbereitung von Lektionen, in denen Computer eingesetzt werden oder zur Erkundung von Anwendungsmöglichkeiten für das Internet
  • 57,5% sehen bei der Motivation der Lehrkräfte hinsichtlich des Einsatzes von Computern ein Problem.
Quelle: Barras, Petko (2007) Computer und Internet in Schweizer Schulen. Biblionetz:t07810

Ausser dem Motivationsmangel hatten wir alles vor 20 Jahren schon! Verkürzt formuliert haben wir 20 Jahre später zwar keine veralteten Geräte mehr und auch genügend Unterrichtssoftware, dafür unmotivierte Lehrpersonen.

Muss uns dieser Vergleich nicht zu denken geben?

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