Medienbildung, Apr 2009

Folien von Scott !McLeod

21 April 2009 | Beat Döbeli Honegger | Medienbildung
An der Tagung Das Ende der Kreidezeit? fand jemand bemerkenswert, Dass Torsten Meyer (Biblionetz:p03405) und ich eine identische Folie gezeigt hatten, nämlich die folgende:

googleinyourpocket.png

Im Allgemeinen mag das ja an der Copy & Paste - Kultur oder an der Fantasielosigkeit von Professoren wink liegen, hier sehe ich die Ursache eher in der Qualität der Folien von Scott McLeod, Professor an der Iowa State University, Direktor des Center for the Advanced Study of Technology Leadership in Education (CASTLE) und Autor von www.dangerouslyirrelevant.org.

McLeod präsentiert oft und scheint sich die Design-Prinzipien von Presentation Zen (Garr Reynolds, Biblionetz:b03275) zu Herzen genommen zu haben. Die Folien sind von bestechender Qualität und wirken auch ohne Referenten.

b03275.jpg

Es ist somit nicht verwunderlich, dass einige der derzeit 14 Folien öfters in fremden Präsentationen anzutreffen sind. Akademisch bringt ihm die hier investierte Zeit keine Rosen (siehe I said, they said), aber er macht es trotzdem. Das gefällt mir.

Urheberrecht und das Lernen mit ICT

18 April 2009 | Beat Döbeli Honegger | Medienbildung
Ich bin als Wissensarbeiter (Biblionetz:w01998) beileibe kein Gegner des Urheberrechts (Biblionetz:w00815). Aber wenn ich jetzt so in einem Workshop an der Tagung Das Ende der Kreidezeit? sitze und miterlebe, wie ausführlich über die Beschränkungen aufgrund des Urheberrechts diskutiert wird (bzw. diskutiert werden muss), dann drängt sich bei mir wieder mal die These auf:

Das aktuelle Urheberrecht behindert das Lernen mit neuen Medien massiv.

Wenn Lehrerinnen und Lehrer aufgrund von Urheberrechtsbestimmungen verpflichtet werden, Sendungen des Schulfernsehens (!) spätestens ein Jahr nach Ausstrahlung wieder von allen Servern und Computern zu löschen, dann stimmt doch etwas nicht.

Als Lehrperson will ich doch nicht jedes Jahr zittern müssen, ob das recherchierte Material noch bzw. wieder verfügbar ist. Nichtdigitales Material, das ich für Lehrzwecke verwende, hat schliesslich auch keinen eingebauten Selbstzerstörungsmechanismus*. Solche Bestimmungen behindern doch das lebenslange Lehren !

* biologisches Anschauungsmaterial ausgenommen

Disclaimer: Natürlich weiss ich, dass im Detail alles viel komplizierter ist. Aber wenn wir schon über Bildung für die Wissensgesellschaft diskutieren, dann muss das Urheberrecht Bildung stärker berücksichtigen.

educaguide Heterogenität erschienen

01 April 2009 | Beat Döbeli Honegger | Medienbildung
Kürzlich ist der educaguide Heterogenität als letzter in einer Serie von Handreichungen im Bereich ICT und Schule erschienen.

educaguide-heterogenitaet.jpg

Wie auch schon, komme ich nicht drum rum, auch bei diesem educaguide gewisse Kritik anzubringen. In der Selbstbeschreibung des educaguides Heterogenität steht:

Der vorliegende Guide klärt Begriffe und formuliert Thesen und gibt Impulse für die Aus- und Weiterbildung von Lehrpersonen. Beispiele aus der Praxis illustrieren die theoretischen Leitideen.

Ich bin Fan von Begriffe klären. Während meiner Dissertation hat mich mein Doktorvater gelehrt, dass ich es nicht schaffen würde, Begriffe endgültig zu definieren: "Aber die Begriffsdefinitionen und -verwendungen innerhalb ihrer Arbeit müssen konsistent sein."

Nehme ich die Definition des Begriffs "E-Learning"

In diesem Guide ist mit E-Learning "Blended Learning" (vermischtes Lernen, hybrides Lernen) gemeint. Blended Learning bezeichnet eine Lernform, die eine didaktisch sinnvolle Verknüpfung von traditionellem Lernen im Klassenzimmer und modernen Formen von E-Learning anstrebt. Präsenzphasen und Onlinephasen müssen dabei optimal aufeinander abgestimmt sein.

dann frage ich mich:
  • Wenn mit dem Begriff A eigentlich der Begriff B gemeint ist: Warum wird dann nicht einfach der Begriff B verwendet?
  • Wenn der Begriff A definiert wird, dann verbietet sich eine Definition nach dem Schema A = Mischung von C und A.

Die Rechtschreibung im educaguide Heterogenität ist selbst recht heterogen: So ist im Glossar sowohl die Schreibweise *Selbständigkeit als auch die Variante Selbstständigkeit zu finden (neben normalen Tippfehlern wie "innerer Disfferenzierung". Die Schreibweise ICT steht neben IKT und e-Learning neben E-Learning.

So stelle ich mir Begriffe klären nicht vor.

Natürlich ist Kritik an Rechtschreibung kleinlich und pingelig. Aber einerseits gehört das für mich bei einer Publikation einfach auch dazu. Zum anderen ist mein Aufwand geringer, hier Unstimmigkeiten aufzuzeigen als Schwammigkeiten auf höherer Ebene. Dafür bräuchte ich aber Zeit, die Begriffe und Themen zu klären. Zeit, die ich eigentlich von den Publizierenden erwarte, die für mich ein Thema aufarbeiten, so dass ich es dann leichter habe.

Zumindest mir hat dieser educaguide nicht weitergeholfen. Im Gegenteil habe ich mich geärgert, diese Qualität als Publikation vorgesetzt zu bekommen.

Update: Persönliche Rückmeldungen zeigen mir, dass ich mit dieser Meinung nicht alleine bin.

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