31 January 2008
| Beat Döbeli Honegger
|Medienbildung
Das Internet ist keine unschuldige Blümchenwiese, Kinder und ihre Eltern müssen Lernen, dass im Internet auch Gefahren lauern und man sich vorsehen sollte, wo man sich bewegt und welche persönlichen Informationen man über sich preisgibt.
Bereits seit einiger Zeit werden deshalb auch in der Schweiz entsprechende Präventionskampagnen lanciert. Eine frühe Kampagne der Polizei (http://www.stopp-kinderpornografie.ch) gegen Ende 2004 empfand ich als eher zwiespältig:
Die Ästhetik und Sprache erinnerte mich an Aktenzeichen XY ungelöst und schien mir eher Ängste von besorgten Eltern und skeptischen Lehrpersonen dem Internet als Medium von Kindern und Jugendlichen gegenüber zu schüren, als Jugendliche vor den Gefahren zu warnen. Als damaliger Co-Leiter einer kantonalen Fachstelle für neue Medien im Unterricht wurden wir von den Initianten der Kampagne auch nicht einbezogen oder vorinformiert. Ein Elternabend, an dem nur über die problematischen und strafbaren Aspekte des Internets aus Sicht der Polizei informiert wurde, schien mir keine gute Voraussetzung für einen sinnvollen Interneteinsatz in Schule und Elternhaus zu sein.
Sehr gut gelungen finde ich hingegen die aktuelle (Plakat-)Kampagne der Stadt Zürich unter dem Titel Schau genau! (mit wem du chattest). Text- und Bildsprache malen nicht den Teufel an die Wand, sondern machen subtil auf das Problem aufmerksam:
27 January 2008
| Beat Döbeli Honegger
|Medienbildung
An der gestern zuende gegangenen Tagung Netzwerkbildung und Wissensteilung - Schule als Learning Community in Dillingen wurde mehrfach das Problem diskutiert, dass sich Jugendliche nicht bewusst sind, dass einmal veröffentlichte Informationen über ihre Person nicht mehr aus dem Internet entfernbar sind und noch Jahre später z.B. von potentiellen Arbeitgebern abgerufen werden können (Dabei sind nicht Hackerangriffe auf Social Networking Plattformen gemeint, sondern schlicht die Datenkrake Internet mit all ihren Suchmaschinen und Archiven.
An der Tagung war man sich einig, dass das Wissen, dass einmal im Internet publizierte Informationen nicht mehr zurückholbar sind, heute zur Medienkompetenz gehört und den Jugendlichen vermittelt werden muss, bevor sie den Fehler begangen haben.
Ad Council (siehe auch Wikipedia:Ad_Council) hat nun zwei Videoclips unter dem Titel Think before you post veröffentlicht, die Jugendliche auf dieses Problem aufmerksam machen sollen. Mir gefällt besonders der zweite Clip, wo eine Frau ein Foto von sich an einer Pinwand aufhängt, wo es bald von anderen heruntergenommen und herumgereicht wird. Sobald das Bild von der Pinwand genommen wird, erscheint - plopp - ein neues Exemplar, als auch als die junge Frau bald darauf selbst versucht, das Bild von der Pinwand zu entfernen. Eine schöne Metapher!
Weniger einig war man sich übrigens an der Tagung, ob die Schule einen geschützten Raum bieten soll, in dem gewisse gefährliche Aspekte des Internets durch technische Massnahmen verhindert werden, um Kinder und Jugendliche zu schützen (unter anderem da dies teilweise gesetzlich so vorgesehen ist), oder ob man mit solchen Schutzmassnahmen einfach die Schule aus der Verantwortung nimmt, Kinder und Jugendliche aber weiterhin (evtl. unbegleitet durch die Eltern) zuhause diesen dunklen Seiten des Internets ausgesetzt sind.
Eine alte Frage, die eigentlich differenziert nach Alter und anderen Aspekten diskutiert werden müsste, aber meist in schwarz-weiss Darstellungen endet (wobei ich mich hier nicht ausnehme...)
Gemäss einem Bericht von Computerwoche.de gewichtet Google (Biblionetz:w02040) beim Ranking die Aktualität von Seiten stärker, dafür auf eine Seite verweisende Links weniger stark. Zusammen mit dem Einbezug der aktuellen Abfragestatistik soll dies ein besseres Reagieren auf aktuelle Ereignisse ermöglichen und Websites besser platzieren, die aktuell gehalten werden.
Bereits jetzt laufen die Diskussionen heiss, ob diese Veränderung des PageRank-Algorithmus zum Guten sei. Ich höre schon Kulturpessimisten "Aktuell ist nicht besser" rufen.
Warum ich das blogge: Wenn die derzeit weltdominierende Suchmaschine ihre Kriterien von Wichtigkeit verändert, dann scheint mir das schon einen Gedanken wert zu sein...
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