Medienbildung, Feb 2007

Jakob Nielsen über Life Long Computer Skills

27 February 2007 | Beat Döbeli Honegger | Medienbildung
Der Usability-Experte Jakob Nielsen (Biblionetz:p00360) macht sich in seiner heutigen Altertbox angesichts eines produktelastigen Schulbuchs Gedanken zu langlebigen computer skills , die in der Schule vermittelt werden sollten.

ICT-Konzeptwissen statt ICT-Produktwissen (Biblionetz:w00859 statt Biblionetz:w00858) ist in Fachkreisen eine altbekannte Forderung. Aber vielleicht hilft es, wenn das wieder mal jemand ausserhalb des Schul-ICT-Kuchens sagt.

Was sagt er denn genau?

  • search strategies jenseits von Google-Tricks,
  • information credibility, da Kinder und Jugendliche lernen müssen wem sie was glauben dürfen,
  • Strategien im Umgang mit information overload, da wir mit immer mehr an Information konfrontiert sein werden,
  • writing for online readers, da immer mehr online publiziert werden wird und online anders gelesen wird als offline und Online-Texte häufig Hypertexte sind,
  • computerizes presentation skills, damit die Leute bei Powerpoint-Präsentationen nicht gleich einschlafen,
  • workspace ergonomics, da wir lernen müssen, uns beim stundenlangen vor dem Computer sitzen keine Gesundheitsschäden zu holen,
  • debugging, damit User zukünftig Fehler zumindest erkennen und eingrenzen können, und schliesslich
  • user testing and other basic usability guidelines, denn auch wenn Kinder nicht zu Usability-Experten gemacht werden sollten, gehört gemäss Nielsen ein Grundwissen über fundamentale Prinzipien von interaction design ebenso zur Allgemeinbildung, wie einen Frosch seziert zu haben.

Weiterverwendbarkeit erhöhen

11 February 2007 | Beat Döbeli Honegger | Medienbildung
Das Folgende ist entweder banal oder fundamental.

Beim Arbeiten heute habe ich mir ein Prinzip bewusst gemacht, das ich sowohl bei meiner eigenen Arbeit als auch bei meinen Beratungen oft implizit nutze, aber meines Wissens bisher nicht explizit beschrieben habe: Die Weiterverwendbarkeit von Arbeitsergebnissen erhöhen.

Arbeitsergebnisse können nicht nur das Endprodukt einer Arbeit, sondern auch das Ausgangsmaterial einer anderen Arbeit (derselben oder anderer Personen ) sein. Ich sehe derzeit drei Stufen der Weiterverwendbarkeit:

  1. Stufe 1: Digitale Verfügbarkeit. Digital verfügbares Material ist einfacher weiter zu verarbeiten als analog verfügbares. Bereits die digitale Verfügbarkeit per se erleichtert das Weiterverarbeiten. Wird aber bereits bei der Erstellung des Materials daran gedacht, dass es unter Umständen später weiter verwendet werden könnte, erhöht dies die Weiterverwendbarkeit: So hilft beispielsweise die Trennung von Inhalt, Struktur und Layout ein Arbeitsergebnis zu überarbeiten oder in anderer Form verfügbar zu machen.
  2. Stufe 2: Digitale Veröffentlichung. Veröffentlichte Arbeitsergebnisse stehen mehr Personen als potentielles Ausgangsmaterial zur Weiterverwendung als unveröffentlichtes Material.
  3. Stufe 3: Findability. Bei der Masse an öffentlich verfügbarem Material genügt Veröffentlichung alleine nicht mehr, um gefunden zu werden. Das Material muss auch auffindbar sein. (Biblionetz:w01874)

Das Kennen dieses Prinzips und das Berücksichtigen entsprechender Massnahmen gehört zur Medienkompetenz (Biblionetz:w00542) in der Informationsgesellschaft.

(Das Veröffentlichen dieser Überlegung gehört zur Stufe 2, das Verlinken mit entsprechenden Biblionetz-Einträgen zur Stufe 3.)

Kontakt

  • Beat Döbeli Honegger
  • Plattenstrasse 80
  • CH-8032 Zürich
  • E-mail: beat@doebe.li
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