Medienbericht, Jul 2006

Doofe Referrer-Analyse

27 July 2006 | Beat Döbeli Honegger | Medienbericht

Weil wir das Thema Referrer heut schon mal hatten, hier noch ein Müsterchen:

In den Räumen der kostenlosen Pendlerzeitung "20 Minuten" muss es noch heisser als bei mir im Büro (31.6°) sein, anders kann ich mir die hirnrissige heissblütige Aktion nicht erklären.

Da schreibt jemand einen anonymen kritschen Blog über 20 Minuten, genannt Pendlerblog. Weil es 20 Minuten dies nicht zu passen scheint, leiten sie nun Links vom Pendlerblog auf einen Artikel Die bestochenen Unbestechlichen in der Süddeutschen Zeitung um. Besucher/innen können nun also nicht mehr mit einem Klick vom Pendlerblog zur Website von 20 Minuten gelangen.

autsch!

  • Technisch ist das doof, weil man solche Strafaktionen einfach umgehen kann. (siehe z.B. hier).

  • Vorallem aber marketingmässig ist das eher doof, denn es generiert wunderschöne Aufmerksamkeit für das kritische Pendlerblog, wie der vorliegende Blogeintrag sowie die untenstehenden Zugriffsstatistiken des Pendlerblogs beweisen.

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(Quelle)

Hallo Martin, willst Du das in Deine Lektion 1 "Umgang mit Weblogs für Medienunternehmen" aufnehmen? Normalerweise lese ich solche Stories bei Dir... Via namics weblog ("Das bricht auf meiner Sicht mit allem, was vernünftig ist. Inbs. mit meinem Recht jemanden zu verlinken (das hat wohl mit Meinungsäusserung zu tun) wie auch mit dem wichtigsten Grundprinzip des WWW: Hyperlinking.")

Gestern Samstag erschien in der Aargauer Zeitung und im Oltner Tagblatt der Bericht über unser Handheldprojekt in Wangen bei Olten:

Ich bin sehr zufrieden mit dem Artikel. Es wurden nur zwei Aussagen zum Schluss gestrichen, die mir wesentlich erschienen:

  • Die Kosten für die 22 Handhelds entsprechen den Kosten von drei bis vier traditionellen Notebooks. Dies führt zur Frage, ob mit ein paar Notebooks oder mit persönlichen Handhelds der grössere Lerneffekt erzielt werden kann.

  • Im letzten Satz des Artikels fehlt beim Zitat der Nebensatz: Er ist überzeugt, dass "kleine, persönliche Computer in der Schule über kurz oder lang kommen, ob durch die Schule gefördert oder nicht." Dieser Hinweis ist wesentlich: Wir versuchen nicht, seltsame Geräte in die Schule zu tragen. Schülerinnen und Schüler tragen solche Geräte bereits heute selbst täglich in die Schule. Wir sind der Meinung, dass die Schule dieses Potential nutzen sollte.

Wikipedia Day in der Presse

03 July 2006 | Beat Döbeli Honegger | Medienbericht, Wiki

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Langsam komme ich dahinter, wer am Schweizer Wikipedia Day 2006 vor einer Woche trotz grosser Hitze eifrig mitgeschrieben hat: Journalist/innen, die nun über die Veranstaltung berichten. Bisher erschien ein Artikel bei ETH-Life und einer im Tages-Anzeiger vom 26.06.06. Es ist für mich spannend zu lesen, was von meinem Vortrag beim Publikum angekommen ist.

Christian Bütikofer vom Tages-Anzeiger schreibt

Wikis sind virtuelle Wandtafeln
Der Erfolg von Wikipedia zeigt das Potenzial der Wikis. Wie Professor Beat Döbeli von der Fachhochschule Nordwestschweiz in einem anderen Vortrag erklärte, würden Webseiten nach dem Wiki-Prinzip immer mehr an Schulen eingesetzt. Döbeli verglich Wikis mit einer virtuellen Wandtafel; das Internet würde so erstmals zu einem Medium, das Lehrer und Schüler fürs Teamwork sinnvoll nutzen könnten. Das aktive Erstellen von Beiträgen fördere die Motivation der Schüler; die Möglichkeiten zur Veränderung von Inhalten führe zu einer verstärkten inhaltlichen Auseinandersetzung; die Verknüpfungsmöglichkeiten (Links) zu einer Verankerung des Wissens; die Teamwork-Komponente fördere die Sozialkompetenz, und da zum Schreiben in Wikis keine Programmierkenntnisse nötig seien, würden die Hürden zur Nutzung von Wikis bei Lehrern und Schülern beträchtlich gesenkt.

Bei ETH-Life ist zu lesen

Einer der fünf Referenten war Beat Döbeli Honegger. Bis 2003 Forscher und Dozent am Institut für Informationssysteme an der ETH Zürich, arbeitet er heute an der Fachhochschule Nordwestschweiz und betreibt selbst zwei Wiki-Server, die er auch für die Arbeit mit Schulen einsetzt. Anhand folgender Definition beschrieb er, wie Wikis im Unterricht eingesetzt werden können: „Wiki ist ein Webserver mit Versionsverwaltung im Internet, bei dem alle ohne zusätzliche Werkzeuge und HTML-Kenntnisse Webseiten erstellen, verändern und verknüpfen können.“

Seiner Ansicht nach, werden durch das eigenständige Erstellen von Webseiten, aus Lernenden aktiv Produzierende. Das wirke motivierend und lernfördernd. Da die Inhalte nicht endgültig sind, könne jeder einen Beitrag leisten, um die Qualität zu verbessern. Das Verknüpfen der Hypertexte durch Links fördere vernetztes Denken und ermögliche neue Perspektiven. Sozialkompetenz zwischen den Schülern werde geübt, weil die Inhalte gemeinsam erstellt und überarbeitet werden. Über die Versionsverwaltung kann jeder Lernende und Lehrende die Entwicklung der Texte nachvollziehen. Der Lernaufwand ist laut Döberli gering, da die Wikis selbsterklärend sind. Insgesamt unterstützte der Einsatz von Wikis in Schulen die Medienkompetenz der Schüler: Nicht mehr nur „Wissen, wo es steht“, sondern auch „Wissen hinterfragen können“.

Cool, ungefähr das habe ich auch gesagt :-) ,

-- Main.BeatDoebeli - 26 Jun 2006

Kontakt

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  • Plattenstrasse 80
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  • E-mail: beat@doebe.li
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