Informatik

Der in der letzten Ausgabe des Magazins des Tages Anzeigers erschienene Artikel Ich habe nur gezeigt, dass die Bombe existiert Biblionetz:t19318) hat sowohl innerhalb als auch ausserhalb digitaler Kreise grosse Wellen geworfen. Im Kern erklären die beiden Autoren Hannes Grassegger und Mikael Krogerus darin, dass Donald Trump (Biblionetz:p17141) die Präsidentschaftswahlen gewonnen habe, weil er dank big data (Biblionetz:w2425) und Psychometrie (Biblionetz:w2923) die Wähler individualisierter ansprechen konnte. Die Firma Cambridge Analytica behauptet, über 220 Millionen Persönlichkeitsprofile aller US-Amerikaner zu verfügen und so diese sehr gezielt ansprechen bzw. eben manipulieren zu können.

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Der Artikel wurde sofort heftig kritisiert (z.B. bei Jens Scholz oder Dennis Horn (WDR)). Hauptkritikpunkte waren:

In der aktuellen FAZ vom 17.08.2016 spricht sich Adrian Lobe im Artikel Auf dem Lehrplan der Siliziumtalschule (Biblionetz:t19106) gegen das Programmieren als Teil der Allgemeinbildung (Biblionetz:f00114) aus:

Müssen wir jetzt alle programmieren lernen? Die IT-Giganten lassen sich entsprechende Förderprogramme ganz schön was kosten. Doch ihre Ziele sind eher ideologischer als praktischer Natur.

Ich möchte seine Argumentationsweise nicht unwidersprochen lassen. So wie sich viele Diskussionen um Kinder und Computer entschärfen lassen, wenn man Computer durch Buch ersetzt, erscheinen viele Aussagen Lobes in einem anderen Licht, wenn man Informatik oder Programmieren durch Biologie oder Chemie ersetzt.

Ić bin kein Schweizer

03 September 2016 | Beat Döbeli Honegger | Informatik, Medienbericht

Unter dem Titel Ić bin kein Schweizer (Biblionetz:t19159) berichtet das Magazin des Tages-Anzeigers von Robert Matešić der sich gerne in der Schweiz einbürgern lassen möchte, dem die Behörden jedoch mitteilen, sein Nachname lasse sich nicht wie gewünscht als Matešić schreiben, da die entsprechende Verordnung das Zeichen ć nicht kenne. Der Artikel erklärt gegen Ende, dass eigentlich technische Gründe dafür den Ausschlag geben. Da man bei den Behörden noch nicht mit dem umfassenden Zeichensatz UTF-8 arbeitet, hat man sich früher für einen Teilzeichensatz entscheiden müssen und hat ISO 8859-15, den westeuropäischen Zeichensatz gewählt. Somit lassen sich alle westeuropäischen Namen problemlos im Schweizer Pass abbilden, nicht jedoch die osteuropäischen. Der Artikel schliesst mit der Frage, ob dies dem Artikel 8 der Schweizerischen Bundesverfassung widerspricht: "Niemand darf diskriminiert werden, namentlich nicht wegen der Herkunft, der Rasse, des Geschlechts, des Alters, der Sprache..."

In den deutschsprachigen Kantonen und Pädagogischen Hochschulen laufen derzeit die Vorbereitungen zur Einführung des Lehrplans 21 (Biblionetz:w02172) auf Hochtouren, insbesondere auch für das neue Modul "Medien und Informatik". Eine nicht zentrale, aber trotzdem nicht ganz unwichtige Frage ist die nach Programmierumgebungen.

Als Diskussionsbasis in verschiedenen Kontexten habe ich mich mal hingesetzt und meine diesbezüglichen Überlegungen etwas strukturiert. Es handelt sich somit um eine Konkretisierung der allgemeinen Frage Welche Programmiersprache eignet sich für die Schule? (Biblionetz:f156) auf die aktuelle Situation in der Schweiz und dem bevorstehenden Lehrplan 21.

(direkt kommentiert werden kann dieser Text drüber bei Google Docs)

Gewisse Dinge haben nicht in einem Tweet Platz. Sorry.

Seit vor einigen Wochen das Dagstuhl-Dreieck (Biblionetz:w02886) erarbeitet und publiziert worden ist, habe ich online und offline zahlreiche Diskussionen geführt und wurde oft mit dem Schlagwort #PflichtfachInformatik konfrontiert. Obwohl ich die dahinter stehende Forderung nach mehr verbindlichen Informatikinhalten in der Schule vorbehaltslos unterstütze (was mache ich denn die letzten Jahre anderes?), ist die Forderung #PflichtfachInformatik aus meiner Sicht bildungspolitisch aus mehreren Gründen problematisch.

Nochmals, bevor ich mit den Gründen anfange in aller Deutlichkeit: Es geht mir um die Begrifflichkeit, nicht um den Inhalt der Forderung.

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  • Beat Döbeli Honegger
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