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Jonglieren mit digitaler Bildung

02 Jun 2015 - 10:20 | Version 1 |

An unserer Fachtagung Do IT yourself vom vergangenen Samstag habe ich in der Eröffnung etwas mit digitaler Bildung jongliert, genauer gesagt mit den drei Bereichen des Modullehrplans "Medien und Informatik" (Biblionetz:t17600) des Lehrplans 21 (Biblionetz:w2172).

Gemäss Modullehrplan gliedert sich das Thema "Medien und Informatik" in die drei Bereiche Anwendung, Medien und Informatik:

Diese drei Bereiche sind folgendermassen definiert:

Damit ist ja alles ganz klar und harmonisch, könnte man mindestens meinen:

Doch so einfach ist das nicht. In der Bildungspolitik wird derzeit fröhlich mit diesen Bereichen jongliert, wie die nachfolgenden Bilder zeigen. Die öffentliche Wahrnehmung stellt bei "Informatik in der Schule" meist die Anwendung ins Zentrum:

Gewisse Informatiker sehen Informatik im Zentrum und Anwendung und Medien eher als kleinere Teilbereiche in einem grossen Ganzen, das informatische Bildung (Biblionetz:w02382) genannt wird:

Diesen Hegemonialanspruch gibt es auch von der anderen Seite. Gewisse Medienpädagogen sehen Medienbildung (Biblionetz:w01779) als Überbegriff und gestehen Anwendung und insbesondere Informatik nur einen kleinen Platz zu:

(Diese Hegemonialansprüche sind für mich ausschlaggebend dafür, dass sich weder Medienbildung noch informatische Bildung als Überbegriff eines integrativen Ansatzes eignen und ich etwas unbeholfen von digitaler Bildung oder digitalen Kompetenzen spreche. Siehe dazu auch das etwas ältere Posting AchDieseBegrifflichkeiten)

Während alle bisherigen Perspektiven die Bedeutung mindestens gewisser Aspekte digitaler Bildung nicht in Frage stellen, tun das andere Kreise sehr wohl. So wird entweder gefordert, Digitale Medien erst ab 12 Jahren (Biblionetz:a01257)

oder es wird gleich das Entweder-oder-Totschlag-Argument "Die Kinder sollten besser in den Wald als vor den Computer" (Biblionetz:a00295) gezückt:

Die Schulrealität sieht eher wie ein Schweizer Käse aus:

Trotzdem sehen gewisse Kantone nur einen geringen Weiterbildungsbedarf in diesem Bereich:

Und auch Lehrmittel werden bisher teilweise keine vermisst:

Dafür werfen gewisse Kritiker den Bemühungen um digitale Bildung vor, es handle sich nur um eine versteckte Aktion der Hardwareindustrie für mehr Geräte in der Schule:

Somit kann man gespannt bleiben, was tatsächlich im Schulalltag passieren wird...

P.S. Da ich danach gefragt worden bin: Hier die Folien Powerpoint-Dokument zur freien Verfügung.

Creative Commons Lizenzvertrag
Dieses Werk von Beat Döbeli Honegger ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung 4.0 International Lizenz.
 
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