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Ist BYOD ökologisch?

05 Jun 2014 - 20:36 | Version 6 |
In meinen Vortrag Ohne Geräte keine Apps - Bringt BYOD endlich den Durchbruch bei 1:1-Ausstattungen? an unserer diesjährigen Fachtagung Apps und Games habe ich vier Argumente für BYOD gebracht:

Im Gespräch danach wurde ich gefragt, ob das mit ökologisch wirklich ernst gemeint sei, ob BYOD (Biblionetz:w02286) nicht einfach ein Trick für Schulen sei, den Eltern die ökologische Verantwortung für den Kauf von Computern in die Schuhe zu schieben. Ob das ökologische Argument gerechtfertig sei, habe ich mir schon länger überlegt, aber bisher noch nie unter diesem Blickwinkel.

Wie vermutlich immer bei solchen Fragen gibt es aus meiner Sicht keine absolute Antwort, sondern nur relative. Meine aktuelle Begründung, warum BYOD ökologisch sei (Biblionetz:a01171), läuft folgendermassen:

Wenn immer mehr Kinder immer früher privat mindestens ein digitales Gerät besitzen, welches sich sinnvoll in der Schule nutzen liesse, dann ist es doch besser, wenn dieses Gerät auch in der Schule eingesetzt wird, statt dass die Schule nochmals Geräte mit viel grauer Energie drin beschaffen, während die privaten Geräte zuhause unbenutzt herumliegen. Im Extremfall lässt sich der Hardwareverbrauch halbieren (private Geräte werden auch schulisch genutzt statt in der Schule nochmals eine Vollausstattung anzustreben).

Selbstverständlich geht auch diese Argumentation von gewissen impliziten Annahmen aus:

  • Die private Hardwareausstattung von Kindern und Jugendlichen wird weiter zunehmen. Dies ist ein nicht veränderbare gesellschaftliche Entwicklung.
  • Eine 1:1-Ausstattung mit Geräten in der Schule ist wünschenswert.

Es liesse sich auch anders argumentieren: Der ökologische Fussabdruck solcher Geräte ist so gross, dass die Schule auf Vollausstattungen verzichten und im Gegenteil sogar darauf hinwirken sollte, dass Kinder und Jugendliche zuhause nicht zu viele dieser Geräte erhalten. Immerhin gibt es in meiner Sammlung von Argumenten gegen 1:1-Ausstattungen 4 Umweltarugmente:

Ich neige jedoch auch in der ökologischen Dimension wie bei der Strahlenbelastungsfrage (Biblionetz:a00882) und der Datenschutzdebatte (Das schulische Cloud-Dilemma) zu einer pragmatischen Haltung: Würde man alle Bedenken zu Ende denken, dürfte man keinerlei digitalen Geräte in der Schule (und eigentlich auch im Privaten) mehr benutzen. Eine solche Haltung scheint mir aber für die Schule lebens- und gesellschaftsfremd. Die Schule soll bis zu einem gewissen Grad die gesellschaftliche Entwicklung aufnehmen und daraus das Beste machen.

(Und ich hab mal naiv gemeint, einen Bogen um Green-IT (Biblionetz:w02419) machen zu können wink )

Ich habe jetzt unter dem Titel was anderes erwartet, nämlich ob BYOD zu den übrigen Schulkomponenten passt, ob es sich passgenau in das Gesamt-Schulsetting einbetten lässt (wäre IMHO durchaus eine spannende Frage). Vielleicht wäre in deiner Übersicht der Begriff "ressourcenschonend" oder "umweltfreundlich" geeigneter?

-- NandoStoecklin - 23 Sep 2013

Lieber Beat Danke für deine Gedanken auf meine/unsere Reaktion in Twitter an der Tagung vom Samstag. Hm, tönt plausibel: Die Schüler sollen ihre Geräte zur Schule bringen, wenn sie diese eh schon gekauft haben. Und damit heizen wir wohl den Wettlauf unter den Schülern an: Wer hat den schelleren Tablet-PC, wer den grösseren Speicher, schon mit iOS7? – Oha, geht nicht mehr, also ein neues Taplet usw. Ich denke, das Argument «ökologisch» sollten wir besser nicht aufbringen, da kann man nur verlieren…

-- JuergFraefel - 23 Sep 2013

Lieber Beat, Lieber JuergFraefel

Das mit dem "Wettrüsten" auf dem Pausenhof findet ja jetzt schon mit den Smartphones statt und stimmt mit meinen Beobachtungen überein.

Ein anderes Argument für die Ökologie: Konsequentes BYOD fängt mit der virtualisierung des Clients und seiner Applikationen an. Die benötigte Leistung für BYOD findet dadurch im RZ statt und kann dort ökologischer bereit gestellt werden. D. h. auch auf der anderen Seite es braucht nicht das neueste Gerät und das begreifen auch die Schüler und Eltern wenn Sie dadurch keinen Nachteil erfahren. Längere Nutzungdauer des Clients ist gewährleistet und das ist logisch ökologisch.

-- NiklausLang - 23 Sep 2013

Das Argument von NiklausLang spricht ja für Chromebooks - die wird sich aber kaum ein Schüler wirklich als einziges Endgerät kaufen wollen, oder?

-- TorstenOtto - 24 Sep 2013
 
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Kategorien: IsaBlog, IsaSchulICT