Wiki

Anforderungen an Schulwikis

06 November 2007 | Beat Döbeli Honegger | Wiki
Mark Wiseman macht sich Gedanken zu Anforderungen an Wiki-Engines in der Schule. Seine Kriterienliste lautet folgendermassen:

  • Werbefrei , denn nicht nur im Biologieunterricht können kontextsensitive Werbungen unerwünschte Effekte haben...
  • Einfache Nutzbarkeit
    • WYSIWYG-Editor
    • Einfache Navigation
    • User Interface und Hilfe in der Sprache der Lernenden verfügbar
  • Unterstützung für verschiedene Medien wie Text, Bilder, Video und Audio
  • Individuelle User-Konten damit nachvollzogen werden kann, wer was gemacht hat
  • Bereiche für individuelles und Gruppen-Arbeiten
  • Schutz vor Vandalen und Spammern
  • Möglichkeit zur Verlinkung auf externe URLs
  • Enthusiastische User-Community
  • Unterstützung für Lehrpersonen
    • Notifikationsfunktion per E-Mail und/oder RSS
    • Statistik über die individuelle Nutzung
    • Kommentarmöglichkeit direkt auf den Seiten der Lernenden*
    • ToDo-Listen und/oder Kalender für Leistungsnachweise
  • kostenlos

Ja, kann ich unterschreiben smile

Original: http://allthewikis.com/wiki-faqs/best-wiki-classroom-education

Proceedings der WikiSym2007

03 November 2007 | Beat Döbeli Honegger | Veranstaltung, Wiki
Vor etwas mehr als zwei Wochen hat in Montréal die WikiSym2007 stattgefunden, bei der ich zwar im Programmkommitee sass, aber leider nicht teilnehmen konnte. Nun sind die präsentierten Paper online verfügbar und es hat nicht wenige darunter, die sich mit wiki in education (Biblionetz:w01331) beschäftigen:

Sarah Guth beschäftigt sich im Paper Wikis in Education: Is Public Better? (Biblionetz:t07932) mit der Hypothese, ob mit geschlossenen Wikis nicht ein grosser Teil des didaktischen Potenzials von Wikis vergeben wird und belegt dies durch Erfahrungen in zwei Kursen.

Andrea Forte und Amy Bruckman liefern in ihrem Paper Constructing Text: Wiki as a Toolkit for (Collaborative?) Learning (Biblionetz:t07929) zuerst eine Einführung in den Sozialen Konstruktionismus (nicht Konstruktivismus!) und bezeichnen dann Wiki als optimales Werkzeug für kollaborative Textproduktion. Im zweiten Teil des Papers stellen sie ihr Projekt science online vor, eine wikibasierte Lernumgebung, wo Lernende Artikel zu wissenschaftlichen Themen verfassen können. Zu diesem Zweck wurde MediaWiki um ein ReferenceTool für bibliographische Verweise und um TeacherTools und StudentView zur einfacheren Adminstration eines Wikis im Klassenverbund ergänzt. Aus Informatikerperspektive ist mir folgende Aussage hängen geblieben:

There has been little work done that explores technical modifications to wiki in response to observed cultural and technological barriers to successful adoption in formal education.

Tja, da weiss ich ja, was ich zu tun habe...

Es wird noch eine Weile dauern, bis alle Paper unter Biblionetz:b03266 erfasst sind... ,

!TinyMCE für TWiki installiert

21 October 2007 | Beat Döbeli Honegger | Wiki
Was sehr kryptisch klingt, soll eigentlich Kryptisches verbergen: Beim Eintragen eines TWiki-Fehlers ( Bug 4863: RcsWrap does not support RcsDirs habe ich bemerkt , dass auf der aktuellen Entwicklungsversion von TWiki (4.3) ein komfortablerer WYSIWYG-Editor werkelt:

tinymce.jpg

Dieser Editor TinyMCE scheint mir besser und WYSIWYIGer zu sein als der momentan in TWiki 4.1.2 installierte. Doch bevor die Vorfreude zu gross wird: Wahrscheinlich wird es noch Monate dauern, bis die von mir betreuten TWiki-Server bereit für ein Update auf TWiki 4.3 sind. Also bitte Geduld smile

Update: Ich konnte mich nicht zurückhalten, der neue Editor ist installiert und scheint zu funktionieren smile

Fehlermeldungen bitte an beat@doebe.li

Notiz für mich: TinyMCEPluginDev verfolgen.

Hinweis für Nachahmer: Da ich bereits danach gefragt worden bin, hier meine Installations-Anleitung: Wiki.TinyMCEinstallierenAufTWiki412 aber auf eigenes Risiko!

Wikis in Plain English

21 October 2007 | Beat Döbeli Honegger | Video, Wiki
Das kommt vom BlogStau: Ich bin bereits von mehreren Seiten auf dieses Video aufmerksam gemacht worden, das die Funktionsweise und Vorteile eines Wikis am Beispiel einer Camping-Planung zeigt:

In der gleichen Kategorie gibt übrigens auch bereits eine RSS-Erklärung.

Leider bin ich aus terminlichen Gründen verhindert, am nächsten eLearning-Forum der FHNW PDF-Dokument teilzunehmen, das am 28. August 2007 von 16 bis 18 Uhr im Medienraum der PH FHNW stattfinden wird. Ich nutze aber die Gelegenheit, die dort diskutierten Merkmale von Web 2.0 - Applikationen von Michael Kerres aus dem Paper Potenziale von Web 2.0 nutzen (Biblionetz:t06281) wieder einmal genauer anzuschauen und anhand des Wiki-Servers der Pädagogischen Hochschule Nordwestschweiz zu kommentieren:

1. User ermutigen, selbst Medien (Texte und Bilder, Audio / Video) einzustellen und dazu eine wirklich einfache Editierumgebung bereitstellen. Möglichst: Wiki-Type (etwa: „vor Ort“ und gemeinsam editieren, WikiWords, Auto-Linking … )

Bei http://campus.ph.fhnw.ch handelt sich um ein Wiki, endlich bald auch mit WYSIWYG-Editor. TWiki verfügt selbstverständlich über WikiWords und Autolinking, Bilder lassen sich einfach in Seiten einbinden, dank Plugins ist auch die Integration von Quick-Time-Filmen und Flash-Objekten kein Problem.

2. Sichtbar machen, wer sich wie intensiv mit eigenen Beiträgen in der Lernumgebung engagiert (entwickelt Anerkennung in der Community)

Auf der technischen Ebene ist dies umgesetzt ( "Heute haben Seiten verändert:" auf der Startseite) und öffentlich einsehbare Statistiken für jeden Wiki-Bereich. Ansonsten existieren bisher keine offiziellen Anerkennungen oder Würdigungen für aktive Wikiarbeit. Wer Wiki nicht nutzt, ist sich auch nicht bewusst, was im Wiki an inhaltlicher Arbeit steckt. Hier sind in Zukunft weitere Anstrengungen notwendig, um diese Leistungen sichtbar zu machen (ohne jedoch andere Leistungen ausserhalb der virtuellen Welt abzuwerten).

3. Alle Inhalte können von Allen kommentiert werden. Wenn möglich: Trackbacks ermöglichen und von externen Websites aufnehmen.

Im Wiki der PH FHNW können Alle alle Seiten bearbeiten, verändern, kommentieren. Trackbacks werden jedoch (bisher) nicht unterstützt.

4. Die Oberfläche einfach und konfigurierbar machen (u.a. User können Inhalte und Werkzeuge aus/-einblenden).

Das Wiki hat keine Werkzeuge wink Ernsthaft: Mit der neuen Wikiversion werden User ihre eigene Sidebar konfigurieren können. Ich möchte das Userinterface auch so gestalten, dass nicht eingeloggte Besucherinnen und Besucher möglichst wenig durch Elemente verwirrt werden, die eh nur nach einem Login verfügbar sind.

5. Mitgleider der Community bekannt machen: Wer gehört dazu? (Minimum: Verweis auf eine persönliche Homepage und Bild / Avatar)

Alle angemeldeten Benutzerinnen und Benutzer besitzen eine persönliche Wikiseite, die sie nach Belieben gestalten können. Der Editor verfügt über eine einfache Möglichkeit, Beiträge mit einer Signatur zu versehen, die direkt mit der persönlichen Homepage verlinkt ist.

6. Sichtbar machen, wer gerade online ist. Möglichkeit geben, Personen direkt anzusprechen.

Diese Awareness ist eine zwiespältige Sache. Gewisse Benutzerinnen und Benützer fühlen sich relativ rasch überwacht. Technisch wäre eine solche Information (insbesondere mit der neuen Wiki-Version) kein Problem.

7. Mitglieder motivieren, persönliche Informationen über sich selbst – sichtbar für andere Mitglieder – einzugeben. Minimum: Wie kann ich die Person erreichen und ansprechen (insb. Instant Messanger)?

Dies erfolgt bei neuen Studierenden (von Solothurn) in der Einführungswoche, so dass nach einer Woche ein bebildertes Verzeichnis aller neuen Studierenden verfügbar ist. Ein gewisser Teil der Studierenden nutzt die Möglichkeit zur persönlichen Präsentation ausgiebig und regelmässig (für entsprechende Zahlen aus dem Jahr 2004 siehe das Paper Wiki und die starken Lehrerinnen (Biblionetz:t04624)).

Vor der Fusion zur FHNW waren die persönlichen Wikiseiten auch für Mitarbeitende der PH Solothurn die persönliche Visitenkarte gegen aussen.

8. Einfaches Anmeldeverfahren implementieren.

Erledigt. Alle können sich selbst durch Ausfüllen des entsprechenden Formulars anmelden.

9. Registrierung attraktiv machen: Mitglieder erhalten mehr Informationen und Rechte als Nicht-Mitglieder.

Dies wurde bisher mit Absicht nicht so gehandhabt: Angemeldete Mitglieder haben praktisch die gleichen Möglichkeiten wie Besucherinnen und Besucher. Ausnahme: Seiten erstellen und verändern können nur angemeldete User.

10. Mitgliederbereiche werden geschützt. Mitglieder erhalten einen Raum, der z.B. nicht von Suchmaschinen erreicht wird.

Dies ist der heikelste Punkt der bisherigen Wikinutzung. Suchmaschinen sind zwar vom gesamten Server ausgeschlossen (d.h. es werden keine Inhalte des Servers in Google auftauchen oder wildfremde Menschen nichtsahnend plötzlich mitten in Lernprozessen stehen), aber ansonsten sind keine technischen Schutzmassnahmen implementiert. Dies führt dazu, dass gewisse Inhalte nicht aufs Wiki gestellt werden können (z.B. persönliche Lerntagebücher), aber dafür können alle Interessierten (zukünftige Studierende, aktuelle Studierende, ehemalige Studierende sprich aktive Lehrerinnen und Lehrer, sowie auch Dozierende der PH) reinschnuppern, was an der PH virtuell passiert.

Meines Wissens ist das Wiki der PH FHNW einer der wenigen aktiven, deutschsprachigen virtuellen Arbeits- und Lernplattformen einer Bildungsinstitution, die allen Interessierten offensteht. Bei sonstigen Lernplattformen bleibt man meist frustriert vor verschlossener Türe. Dabei wären doch in diesem Bereich, wo langjährige Erfahrungen fehlen, Austausch und Einblicke in andere Umgebungen wichtig...

11. Die Lernumgebung durch die Menge (und auch die Qualität) der für die Zielgruppe relevanten Wissens- und Informationsquellen attraktiv machen.

Hmm, wir tun unser Bestes...

12. Nicht in "Kursen" denken. Kleine Wissensressourcen vorhalten („Microcontent“).

Dies ist eine wesentliche Eigenschaft des Wikiservers der PH FHNW. Weder sind Inhalte nur den Kursteilnehmenden vorbehalten, noch verschwinden Kursinhalte nach Kursende.

13. Externe Informations- und Datenquellen einbeziehen und in der Lernumgebung zusammenführen. Externe Feeds für die Zielgruppe auswählen und in das Portal einbinden.

Dies geschieht bisher im Wiki der PH FHNW nicht.

14. Informationen aus der Umgebung für externe Anwendungen verfügbar machen.

Dies geschieht bisher im Wiki der PH FHNW nur in geringem Umfang. Es existieren zahlreiche RSS-Feeds und gewisse Inhalte werden auch persiodisch manuell als Newsletter versandt.

15. Werkzeuge anbieten. Und gleichzeitig: Die Nutzung von Werkzeugen freistellen.

Dies ist keine Eigenschaft von Wiki, aber doch eine bisher verfolgte Philosophie im Bereich eLearning an der PH FHNW.

Es ist klar, worauf ich hinaus will: Die PH der FHNW betreibt seit drei Jahren eine Wiki-Plattform, die grösstenteils den oben genannten Anforderungen entspricht. Sie wird auch aktiv, zahlreich und vielfältig benutzt. Aber sie könnte noch aktiver und zahlreicher genutzt werden...

,

Kontakt

  • Beat Döbeli Honegger
  • Plattenstrasse 80
  • CH-8032 Zürich
  • E-mail: beat@doebe.li
This page was cached on 04 May 2026 - 20:36.