Wiki

Verwenden wir Wiki richtig?

30 October 2005 | Beat Döbeli Honegger | Wiki
In letzter Zeit werde ich immer wieder gefragt: "Verwenden wir Wiki richtig?". Wenn man diese Frage etwas verallgemeinert, so landet man bei der Frage "Was ist ein Wiki?"

Mir scheint, dass man bei dieser Frage zwischen der Technikebene und der Nutzungsebene unterscheiden muss. Vergleichen wir das mit dem Medium Buch. Es gibt gewisse technische Eigenschaften des Konzepts Buch: Etwa "Linear geordnete Sammlung von Seiten gleicher Grösse, die meist Text und oder Bilder enthalten".

Mit dieser Beschreibung ist aber noch sehr wenig über die mögliche Nutzung von Objekten des Typus Buch ausgesagt: Es gibt Lexikas, Tagebücher, Romane, Skizzenbücher (die werden ohne Inhalt ausgeliefert...) usw. Es wäre somit eine Kategorienverwechslung, wenn man sagen würde "Bücher enthalten alphabetisch geordnete Begriffserläuterungen". Dies ist eine mögliche Nutzungsform, aber keine zwingende Nutzungsform von Büchern.

Ähnlich verhält es sich mit Wikis. Dort gibt es ein grosses Wiki - die Wikipedia - die als Lexikon verwendet wird. Daneben gibt es Wikis, die als persönliches Tagebuch (manche würden sagen weblog) verwendet werden, wieder andere als kollaborativer Wissens- und Diskussionsraum. Somit bin ich der Meinung, dass man nicht sagen kann "So und nicht anders wird ein Wiki richtig verwendet". Bei Büchern kann man aufgrund der langen Erfahrung sagen, dass sich eine Sammlung von Nutzungsarten als erfolgreich herausgestellt hat. Bei Wikis scheint es mir noch zu früh für eine abschliessende Beurteilung.

Ich fand es spannend, dass auch an der WikiSym keine Einigkeit darüber bestand, was denn ein Wiki sei...

Unser System ist so intuitiv...

29 October 2005 | Beat Döbeli Honegger | Information-Architecture (IA), Wiki
Gestern habe ich am eLearning-Forum der Fachhochschule Aargau (FHA) (Einladung PDF-Dokument) und habe unsere Erfahrungen mit Wiki als Lernplattform der PH Solothurn vorgestellt (Wiki und die starken Lehrerinnen). Daneben wurden Moodle und Webcorp vorgestellt.

Es war spannend, wie alle Präsentierenden (ich auch...) betont haben, wie intuitiv ihre Plattform sei und wie sehr ihre Plattform auf die Bedürfnisse der Lernenden zugeschnitten sei. Alle (wahrscheinlich nicht nur ich...) haben bei den anderen Präsentationen jeweils gedacht, wie umständlich und kompliziert die anderen Plattformen doch seien... ,

Social Software enhanced Conference

24 October 2005 | Beat Döbeli Honegger | Wiki
Erst im Nachhinein wird mir bewusst, dass die WikiSym 2005 meine erste Konferenz war, die ausgiebig und sogar sinnvoll Social Software vor, während und nach der Konferenz genutzt hat:

  • Vor der Konferenz wurde ein Wiki aufgesetzt, in das sich Teilnehmende mit ihren Beiträgen und/oder Interessen eintragen konnten.
  • Während der Konferenz wurde sowohl das Wiki als auch andere, zum Teil synchrone Tools verwendet (IRC, GobbyCollaborativeTextEditor). Damit war es bereits während der Konferenz möglich, mitzuverfolgen, was in parallelen Session lief.
  • Nach der Konferenz wird das Wiki weiterhin fleissig verwendet, es wurden Mailinglisten aufgesetzt.

Sind die Wikianer nun einfach Geeks, die gerne mit diesen technischen Spielzeugen spielen, oder sind es Early Adopters, die bereits früh die Möglichkeiten von Social Software nutzen? Ich vermute letzteres (auch wenn ich ein Geek bin). Die Teilnehmenden der Konferenz nutzten weder Hard- noch Software, um ihren Geekstatus unter Beweis zu stellen. Es waren natürliche Arbeitswerkzeuge, über die (ausser bei Gobby) gar nicht diskutiert wurde.

Ob die Zeit bereits reif ist, andere Tagungen mit Social Software zu mischen?

Notwendige Voraussetzungen:
  • (Praktisch) alle Teilnehmenden verfügen über ein netzwerkfähiges Gerät
  • (Praktisch) alle Teilnehmenden verfügen über die notwendige computer literacy
  • Der Tagungsort verfügt über WLAN in ausreichender Bandbreite
  • Der Tagungsort verfügt über Projektionsmöglichkeiten in ausreichender Menge
  • Die Teilnehmenden sind gewillt, Social Software einzusetzen...

Siehe auch:
  • Bryan Alexander, Pascal Kaplan, Vicki Suter: Social Software and the Future of Conferences - Right Now, Educause Review 40/1, 2005, Biblionetz:t04303

Ward Cunningham quits Microsoft

21 October 2005 | Beat Döbeli Honegger | Wiki

Ward Cunningham, der Erfinder des Wiki-Prinzips wird die Firma Microsoft verlassen und für die Eclipse Foundation arbeiten. Entgegen entsprechenden Gerüchten in gewissen Blogs hat er dies in seinem Hauptreferat an der WikiSym 2005 nicht erwähnt.

Jedes Jahr kommen neue Lernende

21 October 2005 | Beat Döbeli Honegger | Wiki
Jedes Jahr kommen neue Studierende: So präsentiert sich der Alltag von Lehrpersonen. In virtuellen Umgebungen - insbesondere in Wikis - stellt sich die Frage, wie wir damit umgehen. Wird jedes Jahr einfach alles gelöscht, und die Lehrperson beginnt wieder von vorne? Oder baut der nächste Jahrgang auf den Ergebnissen des letzten Jahres auf?

Während meiner Schulzeit habe ich mich oft darüber geärgert, dass ich genau die gleichen Aufgaben lösen musste, wie andere ein jahr zuvor. Als Schüler fühlte ich mich bisweilen an der Nase herumgeführt. Die Fragen waren gar nicht real, sondern nur des Lernens wegen. Ich hätte es geschätzt, auf den Ergebnissen des letzten Jahres aufbauen zu können.

Andererseits wird es wohl nicht möglich sein, diesen Ansazt vollständig umzusetzen, denn irgendwann wäre alles zu Lernende bereits erarbeitet und ausdiskutiert - oder nicht?

Somit stellt sich die Frage der richtigen Mischung. Wie sieht die aus?

Kontakt

  • Beat Döbeli Honegger
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  • E-mail: beat@doebe.li
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