Visualisierung

Digital Constructionism Map 0.1

22 August 2007 | Beat Döbeli Honegger | Biblionetz, Informatik, Visualisierung
Autsch-Update: Obwohl im Beitrag darauf hinweise, dass Konstruktivismus und Konstruktionismus nicht das Gleiche seien, habe ich den Beitrag falsch benannt. Ist nun korrigiert.

Die Map of Future Forces Affecting Education (2006 - 2016) vermag mich derzeit nicht lange zu fesseln, weil ich an einer anderen Darstellung herumhirne. Meine Beschäftigung der letzten Wochen mit dem Thema Konstruktionismus (Biblionetz:w00561) (nicht zu verwechseln mit dem Konstruktivismus ) verlangt nach neuen Strukturen, sowohl in meinen Gedanken als auch im Biblionetz (oder ist das dasselbe?): Des Kästchendenkers Kästchen bedürfen einer Akkomodation (Biblionetz:w00119).

digital-constructionism-map-01.jpg

Hinter der Darstellung stand ursprünglich die Absicht zu erklären, warum das Programmieren von Robotern in der Schule sinnvoll sei. Nun ist Roboter programmieren eine sehr spezifische Tätigkeit, die verschiedene Aspekte enthält:

  • Roboter programmieren ist eine Art von Programmieren
  • Roboter programmieren ist eine Teilaufgabe beim Roboter bauen

Somit stellt sich die Frage, warum es sinnvoll ist, in der Schule zu programmieren und warum es sinnvoll ist, Roboter zu bauen. Tja,

  • Roboter bauen ist eine Art, etwas zu Gestalten
  • Roboter bauen hat etwas mit Robotern zu tun
  • Programmieren ist eine Art, etwas zu Gestalten

So ergibt sich eine Zwiebelschale nach der anderen.

Ein Problem bis hier war der Begriff Gestalten. Eine der Aussagen, auf die es den Konstruktionisten ankommt, ist: "Programmieren ist eine Art, etwas zu gestalten." Hmm, wenn also die übergeordnete Tätigkeit Gestalten heisst, wie heisst dann die Tätigkeit beim Gestalten von virtuellen Artefakten, die nicht Programmieren ist (z.B. Farb- und Formgebung)? Der derzeit gewählte Begriff "Gestaltung des Erscheinungsbilds" gefällt mir nur bedingt...

In einem nächsten Schritt müssen nun die Begründungen kommen, was das alles mit Lernen zu tun hat:

  • Roboter können abstrakte Prozesse konkret werden lassen
  • Roboter können virtuelle Prozesse real werden lassen
  • Programmieren fördert abstraktes Denken
  • Programmieren fördert Problemlösekompetenz
  • Gestalten motiviert Lernende, weil sie emotional angesprochen sind (Konstruktionismus...)
  • usw.

Ist diese Darstellung dann nach einigen Diskussionen stabil geworden, kann ich darauf aufbauend das Biblionetz erweitern (Akkomodation) und danach die zahlreichen, vor mir liegenden Paper endlich ins Biblionetz aufnehmen (Assimilieren).

So funktioniert der Kästchendenker.

(Randbemerkung gegen den Technologie-Determinismus-Vorwurf: Selbstverständlich sind das keine garantierten Kausalbeziehungen, sondern Möglichkeitkeitsfelder. X kann unter geeigneten Umständen Y fördern. Aus Gründen der Einfachheit verwende ich aber plakative Formulierungen.)

Hmm, nach einigem Nachdenken habe ich nun die vier Rollen vom passiven Konsumieren bis zum aktiven Produzieren (siehe ScratchR) in die Darstellung integriert:

digital-constructionism-map-02.jpg

Oben schreibst du "Hmm, wenn also die übergeordnete Tätigkeit Gestalten heisst, wie heisst dann die Tätigkeit beim Gestalten von virtuellen Artefakten, die nicht Programmieren ist (z.B. Farb- und Formgebung)? Der derzeit gewählte Begriff "Gestaltung des Erscheinungsbilds" gefällt mir nur bedingt.."

Wie wäre es denn mit der Bezeichnung "Emotionales Gestalten" in Anlehnung an den Begriff "Emotionaler Konstruktivismus" nach Rolf Arnold. Warum sollte es keinen "Emotionalen Konstruktionismus" geben? Denn immer dann, wenn gestalterische Elemente hinzukommen, werden die Lernenden zusätzlich motiviert.

-- Main.PaulJWege - 18 Nov 2020

Elements of Collaboration

08 August 2007 | Beat Döbeli Honegger | Visualisierung
Und noch eine Kartographierung der digitalen Welt, diesmal wieder mal als Periodensystem (siehe auch APeriodicTableOfVisualizationMethods): Lars Trielof hat ein Periodensystem mit 74 Elementen der Zusammenarbeit erstellt:

elements-of-collaboration.jpg

Die "collaboration pattern" genannten Elemente sind in die vier Gruppen People, Productivity Software, Collaborative Software und Methods eingeteilt, nach Beliebtheit sortiert und mit Detailinfos auf einer Detailseite versehen.

via Green Chameleon

Web-Entwicklungen visualisieren

05 August 2007 | Beat Döbeli Honegger | Visualisierung
Das Web ist gross und das Web wächst. Es braucht Karten, um sich im Web zurecht zu finden. Hier zwei aktuelle Exemplare:

Web Trend Map 2007 Version 2.0 (information Architects Japan)

Die japanische Designagentur information Architects hat zum zweiten Mal eine Karte der 200 wichtigsten Websites herausgegeben:

iweb-trends-2007v2.gif

Die Darstellung baut auf der Karte der Tokioter Metro PDF-Dokument auf, wurde dann aber stark angepasst. Die einzelnen Linien entsprechen verschiednen Kategorien von Websites:

iA_trendmap_categories.gif

Bei jeder Website ist auch die Versionsnummer angegeben, ob es sich um eine Website aus dem Web 1.0 oder bereits um eine Web 2.0-Website handelt. Es gibt aber auch Ausnahmen, Web 0.5 und Web 2.5, unter anderem mit einem Seitenhieb auf den Usability-Guru Jakob Nielsen (Biblionetz:p00360):

His is not a mistake. Web 2.5 is what facebook is up to… Web 0.5 is what Jakob Nielsen is still doing.

Neben einer klickbaren Online-Version ist die Karte auch als GIF in verschiedenen Auflösungen sowie als druckbares PDF verfügbar.

u.a. via Matthias Dreier

Web 2.0 in a Chart (Sunlight Foundation)

Im Auftrag der Fondacion Orange hat Internality eine Graphik mit den Eigenschaften und Websites von Web 2.0 unter creative commons-Lizenz veröffentlicht:

mapa-web-20-miniatura.png

Die Sunlight Foundation hat daraus eine 8MByte grosse, englische PDF-Version gemacht, die natürlich ebenfalls kostenlos verfügbar ist:

web20_in_a_chart.png

u.a. via Helge Städtler

Update:   Main.MarcPilloud hat mich darauf hingewiesen, dass ich mit Map of Online Communities bereits früher eine ähnliche Visualisierung vorgestellt hatte. Stimmt, zu Beginn des Postings daran gedacht, am Schluss vergessen. ;-)

WinDirStat

25 July 2007 | Beat Döbeli Honegger | Software, Visualisierung
Nachdem gestern mit dem USBtoIDEAdapter die Hardware zum Aufräumen von Festplatten vorgestellt wurde, folgt heute die passende Software. WinDirStat ist ein Open Source Programm für alle Windows-Versionen, welches den Platzverbrauch von Dateien und Verzeichnissen mit einer bereits vom älteren Windows-Programm Sequoia View bekannten Treemap visualisiert:

windirstat-small.jpg

Im Vergleich zu Sequoia View ist das Navigieren und insbesondere Löschen von Dateien und Verzeichnis deutlich einfacher.

via jkOnTheRun

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Den Build Your Campus in 3D Competition! von Google können wir leider nicht mehr gewinnen, da dort die Gewinner bereits ausgerufen wurden. Aber wie es scheint, könnten wir mit der ersten Version des Neubaus der Pädagogischen Hochschule Zentralschweiz - Schwyz in Goldau immerhin die Uni Zürich überholt haben, wie Caspar Nötzli bemerkt:

Und wie sieht’s in Zürich aus? Neben einem hübschen Modell der ETH, kommt die Uni im Moment leider noch etwas flach heraus, wie das ein Kollege treffend formuliert hat.

ETHundUNI.jpg

Dank eines hilfreichen Artikels in der Ausgabe 12 der Zeitschrift c't habe ich ein 3D-Modell des Gebäudes in Google Sketchup erstellt:

phzs-sketchup01.gif

Die Aussenmasse stammen aus einem Zeitungsartikel, die als Texturen für die Aussenflächen verwendeten Fotos von Iwan Schrackmann und den Plan des Erdgeschosses habe ich im Unterrichtsmaterial von Urs Büeler gefunden.

Da ich das Modell nicht in einem Zug erstellt habe, kenne ich den genauen Aufwand nicht, würde ihn aber auf etwa 4-5 Stunden schätzen. Angesichts des Ergebnisses ist das recht viel (die Ecken der Seitenwände passen z.B. nicht genau aufeinander), doch hat vor allem das Hantieren im 3D-Raum trotz SpaceNavigator eine gewisse Einarbeitung erfordert. Aber sobald etwas zu sehen ist, macht es Spass, mit dem Gebäude rumzuspielen...

phzs-sketchup02.gif

Im letzten Schritt musste das Gebäude dann in Google Earth platziert werden. In diesem Fall ist das nicht ganz einfach, denn die Satellitenaufnahmen und das Geländemodell stammen aus der Zeit vor dem Neubau. So wie ich ihn nun platziert habe, versinkt er an einer Ecke in der Erde. Entweder habe ich das Gebäude ungenau platziert oder der Aushub fehlt bisher in Google Earth.

phzs-sketchup03.gif

Tja, und nun steht's mal da und kann besucht werden:

phzs-sketchup04.jpg

Ganz zufrieden bin ich mit dem Ergebnis noch nicht:
  • Der Download für Google Earth beträgt 4MByte, was mir etwas gross scheint. Ich wüsste gerne, wie ich das Modell schlanker machen könnte, ohne nochmals alles von vorne konstruieren zu müssen. Vermutlich sind es die Texturen, die das Modell so aufblähen, aber es ist eben auch cool, wenn man im Fenster die Berge spiegeln oder die Lampen leuchten sieht wink
  • Die Ecken der Fassade passen nicht wirklich aufeinander.
  • Das Dach hat keine realitätsnahe Textur (aber ich weiss echt nicht, wie das Dach aussieht...)
  • Ich würde gerne die Geschosspläne der einzelnen Geschosse integrieren.

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