Wissenschaft, May 2026

Wie soll ich auf problematische wissenschaftliche Publikationen reagieren?
Unfertige Gedanken...

15 May 2026 | Beat Döbeli Honegger | Wissenschaft

In unserer Publikation Digitale Lernplattformen in der Volksschule (Biblionetz:b08000) haben Michael Hielscher, Lennart Schalk, Michael Seemann und ich zu generativen Machine-Learning-Systemen geschrieben, dass empirische Studien angesichts der Novität und Dynamik des Themas rar und entsprechende (Meta-)Studien mit Vorsicht zu geniessen seien:

So sind auch die ersten 2025 publizierten Metastudien zu GMLS in der Bildung mit entsprechender Vorsicht zu lesen. Die beiden zum Berichtszeitpunkt bekanntesten Metastudien (Deng et al. 2025; Wang & Fan 2025) wurden zwar breit ausserhalb der Wissenschaft rezipiert, ihre Methodik wurde aber wissenschaftlich stark kritisiert (siehe z. B. Bartoš, Martinková, & Wagenmakers 2025; Weidlich, Gašević, Drachsler, & Kirschner 2025).

Am 22. April 2026 hat Springer Nature beschlossen, eine der beiden Metastudien zurückzuziehen. Unsere Aufforderung zur Vorsicht war somit in diesem Fall berechtigt. Was mich jedoch derzeit umtreibt: Das ist kein Einzelfall. In den letzten Monaten begegne ich gehäuft vielzitierten und in Massenmedien rezipierten wissenschaftlichen Publikationen, die ich nach genauerer Betrachtung für problematisch halte, weil sie massive Fehler enthalten oder gar gefälscht scheinen. Dies stellt mich vor die Frage, wie ich mit solchen Publikationen umgehen soll.

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