Veranstaltung, Feb 2010

Praktisch unbemerkt von meinem Informationsradar findet kommende Woche in Wien eine interessante Konferenz zu One-To-One-Computing in education (Biblionetz:w02173) statt, veranstaltet u.a. von der Weltbank und der OECD, gehostet vom Österreichischen Bildungsministerium. Nicht nur die Veranstalter entsprechen nicht den üblichen Verdächtigen aus dem edutech-Kuchen, auch die Website fällt durch ihre fast Web 0.5-artige Kargheit auf:

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Abgesehen von den Logos kein einziges Bild, GROSSSCHRIFT als praktisch einziges Gestaltungsmittel, kein RSS-Feed, keine Partizipationsmöglichkeit: Hier scheinen nicht gadgetverliebte Techies zu regieren, sondern Leute, die primär auf den Inhalt fokussieren.

Das Programm macht Appetit auf die Veranstaltung: Die relevanten Big-Player des One-To-One-Computing scheinen vertreten zu sein:

Auffallend aus meiner Sicht der grosse Anteil von Referierenden aus Südamerika (Uruquay, Paraguay, Kolumbien, Brasilien). Interessant die Konferenzbeschreibung zuhanden der Presse:

Background

Low-cost computer devices, ranging from handhelds to the current reinterpretation of laptops or netbooks, have gained an important market niche. To some, they represent an open window of opportunity in education: by allowing every pupil to connect to the Net and access valuable resources irrespective of place and time, they cannot only help to bridge the digital divide but to transform education to better suit the needs of networked societies.

Some countries are beginning to make (or seriously considering) massive investments in '1-to-1 computing' (i.e. every child receives her/his own personal computing device -- usually a laptop). This is based on a belief that, by enabling every pupil to connect to the Internet, and to each other, to access valuable resources irrespective of place and time, countries can help to bridge the digital divide while at the same time transform education to better suit the needs of networked knowledge societies.

Countries as varied as Uruguay (where every primary school student now has a free laptop) and Portugal (where the government is rolling out a scheme for every student to have their own personal laptop) have made bold decisions to invest in '1-to-1 computing' for all of their students, and many other countries are engaged in pilot projects at a smaller scale.

While many initial investments in this area were, truth be told, based more on faith in a concept than on hard evidence, some interesting and useful lessons and models are emerging to help answer questions such as:

  • What is the impact of these sorts of initiatives (and how should we measure such impact)?
  • What useful implementation and procurement models are emerging?
  • What challenges do these sorts of initiatives present for policymakers, and what are some useful policy responses?
  • What technologies should we be considering?
  • To what extent -- and how -- do we need to re-engineer our education systems (teacher training, curricula, content, assessment) if we want to take advantage of such investments?

It is against this context that this international conference should provide an opportunity for engaging in a dialogue, drawing on existing experiences and discussing their benefits and the problems encountered with a forward looking perspective. Both developing and developed countries could benefit from such a discussion.

Objectives

To present the main experiences in large-scale uses of digital devices (ranging from handhelds and cellular phones to netbooks and notebooks) under the paradigm of 1-to-1 computing, and examine the opportunities and risks from an educational and socio-economic perspective.

  • To review the research evidence about the cost-effectiveness of these experiences, the effects on teaching and learning processes, and on educational performance, as well as the wider benefits (local providers, families, communities).
  • To identify the knowledge gaps and suggest opportunities for further research.
  • To discuss the lessons learnt and the eventual policy implications.
  • To provide opportunities for peer-learning among countries and international networking.

Hier geht es nicht um Pilotprojekte. Hier geht es um large-scale-Projekte. One-to-one computing ist keine Vision mehr. One-to-One-computing ist Realität. Zumindest in gewissen Ländern.

Update: Dank Christoph Derndorfer gibt es einen Livestream der Veranstaltung

-- Main.BeatDoebeli - 22 Feb 2010 Update 2: Konferenzbericht erster Tag von Christoph Derndorfer

-- Main.BeatDoebeli - 22 Feb 2010

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Third Space

02 February 2010 | Beat Döbeli Honegger | Schul-ICT, Veranstaltung
Am 27./28.01.2010 hat das eduhub days genannte zweite Jahres-Treffen der Schweizer eLearning-Community stattgefunden. An dieser Veranstaltung hat wieder einmal alles gestimmt: Inhalt, Methode und Umgebung.

Zuerst zur Umgebung: Aufgrund einer unglücklichen Renovationsverzögerung im ursprünglich geplanten Konferenzhotel mussten die eduhub days in Hotel Montreux Palace umziehen: Tagen im Fünf-Stern-Hotel mit hohen Stuckatur-Säälen, Marmorsäulen und edler Bedienung gereicht einer Tagung nicht zum Nachteil wink

Zur Methode: Endlich wurde wieder einmal die wichtige eLearning-Aussage "Wir müssen die rare Präsenzzeit sinnvoll nutzen" ernst genommen und den Diskussionen der nötige Platz eingeräumt: Es gab nur zwei Keynote-Präsentationen zu Beginn und zum Schluss der Tagung, dazwischen Diskussionstische, moderierte Case Studies und ausgedehnte Kaffee-Pausen. So muss es doch sein! Vorträge hören und Paper lesen kann ich auch alleine, diskutieren jedoch nicht.

Zum Inhalt: Die Tagung hatte vermutlich für alle etwas zu bieten. Dies lag zum einen daran, dass mehrere Diskussionstische parallel geführt wurden, so dass man sicher etwas Interessantes fand und das bereits Bekannte beiseite lassen konnte und andererseits daran, dass die beiden Keynotes sehr unterschiedliche Aspekte von eLearning aufnahm. Während sich die erste Keynote mit institutionellen, strategischen und Change Management-Aspekten befasste, brachte die Schluss-Keynote einen Ausblick auf Bücher, Tische und Lampen - oder wie diese in einer high-tech-Welt sinnvoll gestaltet sein sollten, um das Lernen zu fördern.

Programm, Fotogalerie und Videoaufnahmen sind online verfügbar.

Eröffnet wurden die eduhub days 2010 von Celia Whitchurch mit einem Vortrag zum Thema Professional Identities in Higher Education (Folien, Video). Sie beschrieb die traditionelle Aufteilung der Mitarbeitenden an Hochschulen in academic staff auf der einen und specialist professionals auf der einen Seite. Während früher die Rollenverteilung und das Selbstverständnis dieser beiden Gruppen ganz klar gewesen sei, sei in letzter Zeit ein Third Space (Biblionetz:w02179) zwischen diesen Gruppen entstanden, der immer mehr Mitarbeitende umfasse. Angepasst an das Publikum zeigte sie dies anhand von eLearning-!SpezialistInnen:

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In der Folge ging die Referentin darauf ein, wie sich das Selbstverständnis der Third-Space-Mitarbeitenden entwickle ("contestation phase, reconsiliation phase, reconstruction phase") (wobei ich noch eine vierte Phase des Nichtbewusstseins voranstellen würde...) und wie Hochschulen derzeit institutionell diesem third space und dem ihm innewohnenden Potenzial nicht bewusst seien und deshalb auch keine Strategien zu seiner Stützung hätten. (Dies zumindest mal meine Zusammenfassung aufgrund der Live-Präsentation, ich bin noch nicht dazu gekommen, das Referat ein zweites Mal anzuhören).

Faszinierend war, wie sich ein Grossteil des Publikums durch die Idee eines Third Space angesprochen fühlte. Der Begriff wurde prägend für die restliche Tagung, sowohl in gewissen Diskussionstischen als auch in den informellen Gesprächen. Ich war anschliessend in einer sehr interessanten Diskussionsrunde zum Selbstverständnis von Mitgliedern des Third Space und den Motivationen, in diesen Bereich zu wechseln.

Ob der Begriff die Tagung in der Communnity die Tagung überlebt und ob alle ähnliches darunter verstehen, wird sich noch weisen müssen; doch Franziska Zellweger Moser (Biblionetz:p04128) und Gudrun Bachmann (Biblionetz:p01476) ist es gelungen, den Nerv zu treffen und eine notwendige Diskussion zu lancieren: Herzlichen Dank!

Der EPFL-Professor Fréderic Kaplan nahm sich die typischen Gegenstände einer Universitätsbibliothek (Bücher, Tische und Lampen) zum Anlass, um innovative EPFL-Projekte im Bereich des technology enhanced learning vorzustellen. Gewisse Projekte kannte ich schon (ComputerloseComputerInterfaces), neu war mir das Projekt Lantern

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Diese Lampen werden bei Gruppenarbeiten verwendet, bei der die Gruppen verschiedene Aufgaben lösen müssen. Die Farbe zeigt dabei an, an welcher Aufgabe die Gruppe grad ist, die Leuchtintensität, wie lange sie schon daran arbeiten. Beim Wechsel der Aufgabe teilt die Gruppe dies der Lampe (durch Knopfdruck?) mit und die Lampe wechselt die Farbe. Somit ist mit einem Blick ins Klassenzimmer ersichtlich, bei welcher Aufgabe welche Gruppe gerade ist.

Hat die Gruppe eine Frage, drückt sie einen anderen Knopf der Lampe (?) und die Lampe beginnt zu blinken, zuerst langsam, dann immer schneller. Somit ist sofort ersichtlich, welche Gruppe eine Frage hat und wie lange welche Gruppe schon auf Hilfe wartet. Aufstrecken ist nicht mehr notwendig.

Wie zu erwarten, hilft das Blinken der Lehrperson. Sie sieht rasch, welcher Gruppe sie als nächstes helfen sollte. Praktische Erfahrungen zeigen aber, dass auch die Gruppen untereinander einander zu helfen beginnen, da sie ja sehen, dass eine andere Gruppe bei der gleichen Aufgabe auch eine Frage hat.
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Was mir an dieser Laterne so gefällt: Kein-Bluetooth-Netzwerk-System mit lehrerzentriertem, teurem Kontrollserver, sondern verteilte, vermutlich 10$ teuren smart high-tech gadgets, die wenig Einarbeitung und vermutlich keinen Support benötigen. So müssen learning tools doch sein. Kein Vergleich zu den derzeit propagierten classroom response systems (Biblionetz:w02112). ,

Kontakt

  • Beat Döbeli Honegger
  • Plattenstrasse 80
  • CH-8032 Zürich
  • E-mail: beat@doebe.li
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