Medienbildung, Jul 2006

Teufelskreis der IT-Inkompetenz

13 July 2006 | Beat Döbeli Honegger | Medienbildung

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Defizite im Bereich der grundlegenden IT-Kompetenzen werden häufig weder in der Schule noch im Studium erkannt und können damit auch nicht wirkungsvoll bekämpft werden. Berücksichtigt man, dass die Mehrzahl der Befragten einen Lehramtsstudiengang belegt hatten, d.h. dass es sich bei Ihnen um die nächste Generation von Lehrerinnen und Lehrern handelt, so wird ein Teufelskreis der IT-Inkompetenz sichtbar

Schön, dass das auch andere sagen. Weiterlesen bei Biblionetz:t06078 PDF-Dokument


  • Ich frage mich, ob die notwendige IT-Kompetenz als IT-Fachkompetenz aufgegleist werden müsste: Also IT-Kompetenz im Deutsch-, Bio-, Englisch-, Geschichtsunterricht (etc.). Nachteil: Versplitterung, verteilte Verantwortung. Vorteil: unmittelbarer Sachbezug, Berücksichtigung fachspezifischer Kompetenz-Ausprägungen. Der Teufelskreis ist auch bei anderen Kompetenzen (Fachkompetenzen) in ähnlicher Weise zu beobachten: Lehramtsstudierende, die schlechten Geschichtsunterricht an der Schule hatten, schlecht oder ungenügend im Fach Geschichte ausgebildet werden und wiederum schlechten Geschichtsunterricht erteilen... JH
    • Lieber Jan, es wäre ja manchmal schön, wenn es um mangelnde fachspezifische IT-Kompetenz ginge! Aber wenn es bereits bei der Dateiverwaltung, der Textverarbeitung und ähnlichem hapert, dann müssen wir nicht über fachspezifische IT-Kenntnisse diskutieren... - BD
      • Das ist natürlich richtig, aber meine Idee ging ja auch in die Richtung von "Immersions"-Unterricht: also ein Versuch, die kenntnisse zu Dateiverwaltung, Textverarbeitung, Powerpoint-Beamer-Installation mit konkreter Nutzung im jeweiligen Unterricht zu koppeln - und nicht in getrennten Gefässen ("Wie erstelle ich eine Power-Point-Präsentation: die besten Tricks in 10 Lektionen"). Ob's hilft? JH
    • Zur Vergleichbarkeit von IT- und Geschichtskenntnissen: Hat sich die Geschichte auch derart verändert wie sich die IT entwickelt hat? Falls nicht, dann gibt es zumindest bereits Lehrpersonen, die gut Geschichte unterrichten und die Fähigkeiten von Junglehrpersonen einschätzen können. Im Bereich der IT-Anwendungskenntnisse ist dies eben selten der Fall. - BD
      • Bei der Geschichte sitzt der Frust ja woanders: hier weiss man eigentlich schon seit 30 Jahren, dass Ereignis-Wissen oder Faktenwissen vermitteln nicht nachhaltig ist (vergisst man gleich wieder - oder erinnerst du dich noch an die Jahreszahlen und Namen aus deinem Schul-Geschichtsunterricht?). Aber dennoch wird das ziemlich hartnäckig genau so gemacht und in der Praxis werden fachdidaktische Erkenntnisse und Postulate einfach ignoriert. Wenn das schon in der Geschichte so schwierig zu ändern ist - wie schwierig muss es dann bei IT sein? JH

Schreiben am Computer

03 July 2006 | Beat Döbeli Honegger | HandheldInSchool, Medienbildung
Es sind verschiedene Gründe dafür verantwortlich, dass ich mich in jüngster Zeit intensiver mit dem Thema Schreiben am Computer (Biblionetz:w01911) beschäftige:

  • Was bringen denn Handhelds in der Schule? werde ich oft gefragt, wenn ich von persönlichen Computern für Primarschulkinder erzähle (EinGeraetProSchuelerIn). Meist wird erwartet, dass ich dann die ultimative Lernsoftware hervorzaubere, die das Lernen unglaublich beschleunigt und verbessert. Meine Antwort "Zum Beispiel Schreiben am Computer" hingegen klingt unspektakulär und führt zur erstaunten Nachfrage "Und was bringt denn Schreiben am Computer?" Hier wollte ich mein Wissen zum Thema Schriftspracherwerb mit Computerhilfe erweitern. Entsprechend habe ich Artikel von Barbara Kochan et al. (Biblionetz:p03617) gelesen.

  • Potenziale von Wiki: Einerseits habe ich für den Schweizer Wikipedia Day 2006 einen neuen Vortrag zu Wiki erarbeitet, andererseits sollte ich für die österreichische Zeitschrift Erziehung und Unterricht einen Artikel schreiben zu Wikis schreiben (er wird wahrscheinlich Wiki und die starken Motivationsfaktoren heissen...). Schreibprozesse lassen sich gut durch Wikis unterstützen, womit auch hier die Verbindung zum Thema Schreiben am Computer gegeben ist.

  • Sachtext-Analyse mit Hypertext: Kurt Jakob und Leo Binggeli haben sich in ihrer an der Zertifizierungsfeier vorgestellten 2bits-Abschluss-Arbeit mit dem Thema Chancen des E-Learning: Sachtextanalyse mit Hypertext am Gymnasium beschäftigt. Mit Hilfe von Wikis und Concept Maps erarbeiteten sich Schülerinnen und Schüler das Verständnis von schwierigen Texten aus Natur- und Geisteswissenschaften. Die Diskussion der Arbeit mit den Autoren hat mich auch dazu bewogen, selbst wieder häufiger mit Concept Maps zu arbeiten.

Meine bisherige Auseinandersetzung mit dem Thema hat einige Biblionetzeinträge zur Folge (unter anderem Biblionetz:w01909 Schriftspracherwerb und Biblionetz:w01911 Schreiben am Computer). Das Concept Map zum Thema entspricht noch nicht meinen Erwartungen und wird wohl noch ein paar Mal überarbeitet werden:

Update: YvonneVignoli hat mich auf die Untersuchungen des Schreibprozesses von Daniel Perrin hingewiesen. Da ist mir in den Sinn gekommen, dass ich bei der Angabe der Ursachen für das Zeichnen des obigen Concept Maps eine weitere vergessen habe: Gleichentags hatte ich Daniel Perrins Buch Schreiben ohne Reibungsverlust (Biblionetz:b02801) in den Händen. Im Kapitel Was beim Schreiben genau geschieht (Biblionetz:t06046) beschreibt er die Progressionsanalyse und die S-Notation. ,

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