Biblionetz, Dec 2008
Postings zum Biblionetz

Einheitliche Titel bitte!

15 December 2008 | Beat Döbeli Honegger | Biblionetz
Eine Folge aus der Serie "Aus dem Leben des Biblionetzkars":

Unseren Studierenden versuchen wir (verzweifelt), einheitliches und eindeutiges Zitieren beizubringen. (Dass dies jede Wissensschaftsdisziplin wieder anders handhabt, lassen wir für heute mal beiseite...). Und was machen wir selbst? Wir können's auch nicht (oder zumindest: Wir tun's auch nicht).

Beispiel gefällig? Jürgen Oelkers (Biblionetz:p01345) zitiert in seinem Beitrag im Buch Gemeinsame Prüfungen (Biblionetz:b03491) eine andere Publikation von ihm wie folgt:

Oelkers. J. (2008): Die Qualität der Gymnasien. Eine Expertise für den Kanton Zürich. Bern: hep verlag.

Einer Studentin würde man den Punkt statt des Kommas hinter dem Nachnamen anstreichen, einem Pädagogikprofessor nicht mehr wink Aber es geht mir nicht um dieses Detail.

Ich suche auf der Website des hep-Verlages nach dem Titel und werde nicht fündig. Ok, dann suche ich halt nach dem Autor und finde folgendes Buch:

einheitliche-titel-bitte.jpg

Finde den Unterschied! Selbst der Untertitel auf der Webseite stimmt nicht mit dem Untertitel auf dem Umschlag überein. Die Publikation verfügt somit bereits über drei unterschiedliche Titel:

Titel Untertitel
Die Qualität der Gymnasien Eine Expertise für den Kanton Zürich
Die Qualität der Schweizer Gymnasien Eine Expertise zuhanden der Erziehungsdirektion des Kantons Zürich
Die Qualität der Schweizer Gymnasien Expertise zuhanden der Bildungsdirektion des Kantons Zürich

Dies ist kein Einzelfall. Als Biblionetzkar könnte ich mehrere andere Beispiele liefern, wo Autorinnen und Autoren selbst ihre eigenen Publikationen nicht korrekt zitieren oder vom Verlag mehrere Titel oder sogar unterschiedliche Autorschaften veröffentlicht werden.

Als Biblionetzkar verunmöglicht mir diese mangelnde Datenqualität von Literaturlisten ein vollständig automatisches Erfassen von Zitationen. Die meisten Zitationen lassen sich mit Computerhilfe erfassen, aber solche Uneinheitlichkeiten führen dazu, dass letztendlich eben doch wieder Handarbeit gefragt ist.



Das "Eine" beim letzten Eintrag in der Übersichtstabelle steht so aber nicht auf dem Umschlag … =;-))

-- Main.JensWeber - 13 Dec 2008

-- Main.YvonneVignoli - 15 Dec 2008 Die korrigierten Titel und Cover sind jetzt bereinigt: http://www.hep-verlag.ch/course/view.php?id=726

Kommentar vor der Korrektur aus dem Verlag zum Beitrag von Beat: … da hat sich Oelkers offenbar selbst falsch zitiert, und wir haben es nicht gemerkt. Solche Fehler kommen vor, bei allen … Bei dem (auch auf unserer Website) abgebildeten Cover handelt es sich übrigens nicht um die letzte Version, auf dem "richtigen Cover" wurde eben der Untertitel (aus Marketinggründen) weggelassen. Aber massgeblich für eine bibliografische Aufnahme ist ohnehin der Innentitel resp. die Copyrightseite, dort ist im Falle von Oelkers alles korrekt (hoffe ich zumindest).

Kommentar von mir: Danke, Beat für diesen Hinweis. Nur wenn Autoren und Interessierte die Fehler melden, können wir sie bereinigen und Hilfestellungen bieten.

-- Main.YvonneVignoli - 15 Dec 2008

Der Vernetzung ein Gesicht geben

05 December 2008 | Beat Döbeli Honegger | Biblionetz, Visualisierung, Wissenschaft
Kürzlich hat Michael Kerres (Biblionetz:p01222) das Biblionetz als Möglichkeit bezeichnet, "die Vernetzung von Wissenschaftler/innen zu untersuchen":

Einen anderen Weg, um die Vernetzung von Wissenschaftler/innen zu untersuchen, basiert auf "wirklichen" Publikationen, wie etwa bei Beat Döbelis Biblionet (nach unten scrollen! und klicken auf "Diese Grafik durch interaktives Java-Applet ersetzen"). Es bildet Beziehungen zwischen Wissenschaftler/innen über Zitierungen in Publikationen mithilfe eines interaktiven Java-Applets ab. Damit kann man sich durch eine großen Teil der E-Learning Szene und mehr durchklicken. Sehr interessant.

Diese Erwähnung freut mich natürlich und hat mich auch animiert, die Visualisierung der Vernetzung etwas weiter zu treiben. Der Update auf die neueste Version der Graphen-Layout-Bibliothek GraphViz (Biblionetz:w01582) erlaubt es mir nun unter anderem, Bilder in die SVG-Grafiken einzubinden. Ein gestern Nacht entwickelter Prototyp gefällt mir bereits nicht schlecht:

biblionetz_beziehungsnetze_mit_fotos.jpg

Bevor ich den aber aufs Biblionetz loslassen kann, sind noch ein bis zwei Nachtschichten fällig...

Interessant beim Blogposting von Michael Kerres finde ich die Formulierung "wirkliche" Publikationen. Was sind denn wirkliche Publikationen?

  • Solche die (auch) auf Papier verfügbar sind?
  • Solche die von einem Verlag herausgegeben worden sind?
  • Solche die durch einen Review-Prozess gegangen sind?
  • Solche die lektoriert worden sind?
  • Solche die von den Autor/innen als Publikationen bezeichnet werden?
  • Solche die eindeutig ihren Urhebern zugeordnet werden können?

Früher (wann immer früher war), war es noch einfach, eine Publikation zu definieren. Es gab Druckereien und die waren die Gatekeeper von Publikationen (liebe Historiker, verzeiht mir meine naive Weltsicht). Mit der Erfindung von Computer und Internet verschwinden auch hier die eindeutigen Grenzen. Für jede der obigen Definitionsversuche gibt es Beispiele, die man intuitiv als Publikation bezeichnen würde, die aber das entsprechende Definitionskriterium nicht erfüllen.

Als nächstes diskutieren wir dann "zitierfähige" Publikationen ;-)


Na, ist doch klar, was eine wirkliche Publikation ist: Eine, die im Biblionetz auftaucht!

-- Main.TorstenOtto - 05 Dec 2008 Oehm, auch zur dieser Definition kenne ich ein Gegenbeispiel wink

-- Main.BeatDoebeli - 05 Dec 2008

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