Software

Xobni Beta: Data Mining für MS-Outlook

08 May 2008 | Beat Döbeli Honegger | Geek, Software
Gestern bin ich via jkOnTheRun über das Outlook-Plugin Xobni gestossen und bin bisher begeistert. Das Progrämmchen richtet sich am rechten Fensterrand ein und hebt zahlreiche Schätze aus den Tiefen des Mailspeichers: Sobald ich ein Mail markiert habe, erhalte ich verschiedene wirklich nützliche Informationen zum Absender:

  • Alle Mailkontakte dieses Absenders (eruiert aus allen Mails, die ich je von dieser Person erhalten habe)

  • Alle Konversationen, die ich mit dieser Person per Mail geführt habe angeordnet in Threads

  • Alle Attachments, die ich mit dieser Person ausgetauscht habe

und als besonderes Schmankerl eine Grafik, zu welcher Tageszeit ich wie viele Mails von dieser Person erhalten habe:

xobni01.jpg

Die Idee dahinter: Ich erkenne auf einen Blick, zu welcher Tageszeit die Chance besonders gross ist, dass meine Mail beantwortet wird. Es ist faszinierend, welche Zeitmuster ich bei meinen Mail-Kontakten erkennen kann:

xobni02.jpg xobni03.jpg

Oben der Typus Büromailbeantworter (von 08:00 bis 17:30), links der Dauermailbeantworter, ganz im Gegensatz zum Einmal-am-Morgen-Mailer rechts. Des weiteren kann ich auch Spätaufsteher, Familienmenschen (Pause zwischen 18 und 21 Uhr), usw. erkennen.

Tja, bereits vor über 10 Jahren hatte mein erstes Mailprogramm CrossPoint die Möglichkeit, den Zeitstempel aller ausgehenden Mails auf 00:00 zu setzen, um das Erstellen von zeitlichen Nutzungprofilen zu verhindern:

xobni04.jpg

Xobni Analytics erlaubt aber auch das detaillierte Analysieren des eigenen Mailverhaltens: Heute habe ich 16 Mails von 10 verschiedenen Personen erhalten und 19 Mails an 12 Personen geschrieben. Erstaunlich wenig, es fühlte sich nach viel mehr an!

OK, der heutige Tag scheint auch überdurchschnittlich gewesen zu sein, wenn ich mir die Mittelwerte der vergangenen 12 Monate anschaue:

xobni05.jpg

Naja, ich bin ja auch in der ruhigen Forschungsabteilung. Das war doch früher beim ICT-Kompetenzzentrum TOP sicher anders...

Irrtum! sagt Xobni Analytics, im letzten Jahr in Solothurn habe ich deutlich weniger Mails geschrieben und erhalten als heute. Nichts mit ruhiger Forschungsabteilung... (Dass die derzeitigen Mails zudem auch länger und politisch heikler sind, scheint Xobni noch nicht zu erfassen)

xobni06.jpg

Dafür hat sich die Zahl der Personen, mit denen ich durchschnittlich monatlich korrespondiere, seit meinem Stellenwechsel korrespondiere, massiv verringert. Waren es in Solothurn zum Schluss im Schnitt 150 Personen im Monat, so sind es jetzt durchschnittlich 20.

Hingegen ist es total überflüssig, dass Xobni mir grafisch aufzeigt, wie lange Mails bei mir unbeantwortet liegen bleiben:

Das weiss ich selbst!

Update: Dank dem ersten Post von jkOnTheRun weiss ich nun auch, wie der unaussprechliche Name der Software zustandekam (man lese rückwärts...) und dass Microsoft schon überlege, das Unternehmen zu kaufen...
Das Tool ist schlicht und ergreifen 'REPPPUS' (siehe Firmennamen) für mailchaoten wie mich, die trotz google-Desktop und Mail-Suche von Microsoft Monate damit verbraten, Attachments und Nachrichten zu suchen... danke golBasI danke taeB

-- Main.MicheleNotari - 08 May 2008

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Zürich dreidimensional

18 April 2008 | Beat Döbeli Honegger | Software
Die neueste Windows-Beta 4.3 von Google Earth wartet mit 3D-Modellen zahlreicher Innenstädte auf, unter andrem auch von Zürich:

zuerich-3d.jpg

Zwar scheinen gewisse Häuser noch zu schweben (siehe Bild), sonst ist es aber beeindruckend, so zwischen den Häuserzeilen hindurchfliegen zu können.

Und Werbeposter in der realen Welt kommen in der virtuellen Welt plötzlich zu Zusatzimpressions: Wann beginnen die ersten Firmen ihr Dach mit Werbung zu bedecken?

via neuerdings.com

Safari für Windows

10 April 2008 | Beat Döbeli Honegger | Software
Anscheinend gibt's ihn schon länger, aber ich hab's erst vor kurzem entdeckt: Den Apple-Browser Safari für Windows.

safari-for-windows.jpg

Fazit nach drei Tagen Nutzung: Sehr schnell und schlicht, mir fehlt bisher vor allem die Statusleiste in der ich sehen kann wohin der aktuell überflogene Link führen würde sowie der Adblocker (ist ja grauenhaft, wie viel Werbung ich dank AdBlockPlus im Firefox verpasse).

Höchst übel ist nun allerdings, dass der Dateidialog für Up- und Download von Dateien seit gestern verschwunden ist und ich es bisher nicht geschafft habe, ihn wiederzufinden. Vermutlich hat er sich die Koordinaten meines 24-Zoll-Monitors vom Büro gemerkt und versucht nun, links oder rechts von meinem 19 Zöller in Erscheinung zu treten, aber da ist leider kein Bildschirm mehr...

Tja, damit ist Safari aber für den täglichen Betrieb unbrauchbar, zumindest bis ich wieder im Büro bin wink


Hallo Beat, bei der Statusleiste kann man hier
skitched-20080409-074723.jpg
Uploaded with plasq's Skitch!
zumindest auf dem Mac Abhilfe schaffen …

-- Main.MarcWidmer - 09 Apr 2008


Hallo Marc, Danke für den Hinweis! Keine Ahnung, wo meine Augen waren, in der Windows-Version ist das unter dem Menupunkt Ansicht ebenfalls möglich...

-- Main.BeatDoebeli - 10 Apr 2008

Omea Pro

14 January 2008 | Beat Döbeli Honegger | Software
Der Strom kleiner Informationspakete wird immer dichter: E-Mail, Newsgroup-Postings, Blog-Postings stürzen auf den Newsjunkie ein. Obwohl ich mir bewusst bin, dass dies den Zeitpunkt der Kapitulation nur etwas weiter in die Zukunft schiebt, bin ich trotzdem an effizienten Werkzeugen zur Verwaltung dieses Microcontents interessiert.

Via Jan Schmidt, der das Problem der Informationsflut nach dem Jahreswechsel radikaler angegangen ist als ich es als Jäger und Sammler könnte (obwohl es wahrscheinlich das einzig Sinnvolle wäre) bin ich auf das Windows-Programm Omea Pro der Firma JetBRAINS gestossen. Fasziniert hat mich folgendes Bild aus Jan Schmidts Posting:

omea01.jpg

Der Omea Reader scheint die RSS-Einträge nicht nur per Feed anzuzeigen, sondern übergeordnet auch nach Datum. Ein Feature, dass ich mir schon lange gewünscht habe, weil ich zeitweise nur wissen will, was neu gepostet wurde und andere, ältere Beiträge für später aufheben will. Bei meinem derzeitigen Newsreader muss ich dazu jeden Feed einzeln anwählen.

Als ich den Omea Reader installieren wollte, habe ich auf der Website gesehen, dass die erweiterte Version Omea Pro vor einiger Zeit kostenlos geworden war. Omea Pro verwaltet nicht nur RSS-Feeds, sondern auch E-Mails (aus MS-Outlook), Newsgroups und Kontakte:

omea02.gif

Das wird ja immer spannender: Statt einem Programm, das mir Mails verwaltet, einem zweiten, das RSS-Einträge präsentiert und einem dritten, mit dem ich Newsgroups lesen kann bietet Omea Pro das alles zusammen. Ich benötige also nicht drei Programme mit drei User Interfaces und ich muss mich auch nicht mehr erinnern, ob ich eine Information per Mailingliste, Blogposting oder Usenet-Beitrag erhalten habe, denn alles ist im gleichen Topf und lässt sich zusammen filtern, sortieren, taggen und nach Regeln automatisiert bearbeiten. Unified Messaging wink

Omea Pro scheint viel versprechend: Ich kann eigene Views mit Filterregeln oder automatische Abläufe definieren. Das richtige Werkzeug für Power-News-Junkies wie mich.

Nach längerer Beschäftigung mit dem Programm erkenne ich den Haken an der Sache: Das Programm scheint von der Firma nicht mehr weiter entwickelt zu werden (eine letzte Betaversion ist hier zu finden). Zuerst wurde das Programm kostenlos, danach versprach man, es als Open Source zu publizieren. Doch dies scheint vor über einem Jahr gewesen zu sein, seither ist anscheinend wenig passiert.

Liest man den frustrierten Blog-Eintrag vom 11.01.2008 von Luis Suarez JetBrains' Omea Pro and Its Awful Consequences of Lack of Commitment in welchem er sich beklagt, dass Omea Pro bei ihm nicht mehr funktioniere und er nun nicht mehr an seine in den vergangenen Jahren gesammelten 100'000 Postings aus hunderten von RSS-Feeds herankomme, dann merkt man, wie wichtig Daten im Vergleich zu Programmen sind: "Daten sind einiges teurer als Software", Biblionetz:a00297 .

Bei den ersten RSS-Readern konnte man nicht einmal die URLs der Feeds exportieren. Dies ist unterdessen mit OPML-Export gelöst, doch was ist mit den gesammelten und getaggten Postings? Ich habe immer noch einen RSS-Reader installiert, den ich vor zwei Jahren ersetzt habe, weil mir die darin gespeicherten Postings wichtig sind und ich sie bisher nicht exportieren konnte.

Soll ich also auf ein Programm setzen, von dem ich jetzt schon weiss, dass es keine Zukunft hat? Die Vernunft sagt laut und deutlich nein. Aber die vorhandenen Features sind so verlockend...

Session Manager für Firefox

13 January 2008 | Beat Döbeli Honegger | Software
Während des Arbeitens gleicht mein Webbrowser meiner Schreibtischoberfläche: Übersät mit Dokumenten, die ich entweder studiere, bearbeite oder zumindest zu diesem Zweck hingelegt habe. Im realen Leben hätte ich wohl Mühe damit, in einem Unternehmen mit clean desk policy zu arbeiten, wo ich jeden Abend die Schreibtischfläche räumen müsste.

In der virtuellen Welt jedoch geschieht dies des öfteren: Egal ob der Browser, das Acrobat-Plugin oder gleich der gesamte Tablet PC abstürzt: Danach ist beim Internet Explorer tabula rasa. Beim Firefox ist es schon besser: Nach einem Absturz fragt Firefox, ob es die letzte Sitzung mit allen Fenstern wieder herstellen soll. Doch standardmässig bietet Firefox diese Möglichkeit nur nach einem Absturz, nicht aber bei normaler Beendigung des Browsers. Dies hat bei mir schon öfters dazu geführt, dass ich das Neustarten des Rechners tagelang verschoben habe, weil ich sonst die zwanzig offenen Fenster verloren hätte.

Heute habe mich endlich dazu aufgerafft, in den Firefox-Extensions nach einer passenden Sessionverwaltung umzusehen und habe den Session Manager 0.6.1.8 installiert. Aus der Selbstbeschreibung:

Session Manager saves and restores the state of all windows - either when you want it or automatically at startup and after crashes. Additionally it offers you to reopen (accidentally) closed windows and tabs. If you're afraid of losing data while browsing - this extension allows you to relax...

Soviel zur technischen Ebene meines persönlichen Wissensmanagements.
Vielen Dank für den Tipp, Beat! Mein Rekord lag bei 46 Tagen ohne Neustart, dann gab's ein wichtiges Update... Ironie des Schicksals ist zwar, dass man Firefox zur Installation neustarten muss. Aber dafür bleibt dabei die Session erhalten! smile Das Plugin hätte ich jetzt gerne noch für alle meine anderen Programme, die dauernd offen sind: Pages, Smultron, Vorschau... BlueJ kann's immerhin von alleine. -- Main.TorstenOtto - 12 Jan 2008


Firefox kann die Fenster und Tabs durchaus auch 'bei normaler Beendigung des Browsers' wiederherstellen: Extras > Einstellungen | Allgemein: Start – "Wenn Firefox gestartet wird: Fenster und Tabs der letzten Sitzung anzeigen".
Hat bei mir Monate gedauert, bis ich – statt der täglichen Crash-Simulation via Task-Manager wink – darauf gekommen bin ... 
(Allerdings kommt es bei mir gelegentlich vor (egal ob gecrasht oder gequittet), dass die Wiederherstellung nur für einzelne Tabs korrekt funktioniert, so dass ich dann manuell das 'sessionstore.bkp'-File wieder einpflegen muss (oft sogar mehrfach). Und da es nur einen Backup-Level gibt, muss man gleich daran denken, sonst ist die Session doch futsch ...)
-- Main.JensWeber - 13 Jan 2008

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