Schul-ICT

Rigi-Workshop

23 September 2011 | Beat Döbeli Honegger | Schul-ICT, Veranstaltung

Programmausschreibung

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In vielen Ländern stellt sich gegenwärtig die Frage, warum digitale Medien trotz grosser finanzieller und bildungspolitischer Anstrengungen im Unterrichtsalltag vieler Lehrpersonen noch immer nur sporadisch eingesetzt werden. Die Schweiz scheint von diesem Phänomen in besonderer Weise betroffen zu sein, wie insbesondere die PISA-Studien der letzten Jahre zeigen. Eine wichtige Rolle scheinen die pädagogischen Überzeugungen von Lehrpersonen (Biblionetz:w02217) zu spielen. Die grundsätzliche Skepsis vieler Lehrpersonen gegenüber schulischen Innovationen, insbesondere im Bereich neuer Medien, verlangt nach stärkerer Klärung dieser Denkmuster. In den letzten zwei Jahren wurde hierzu eine Nationalfondsstudie durchgeführt. Erste Ergebnisse sollen nun zusammen mit den Workshop-Teilnehmenden diskutiert und um weitere Erfahrungswerte ergänzt werden. Ein weiteres Ziel des Workshops ist es, ein praxistaugliches Instrument zu entwerfen, mit dem bestehende Überzeugungen zu digitalen Medien im Kontext von Weiterbildungs-veranstaltungen thematisiert und bearbeitet werden können.

Erster Eindruck

Der Tag beginnt gut:

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Tagungsablauf

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Vormittag

In einer ersten Workshoprunde wurde pädagogische Überzeugungen zu ICT in der Bildung gesammelt mit Hilfe von Sprechblasen-Post-Its auf einem zu diesem Zweck entwickelten Poster:

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In einer zweiten Workshoprunde wurden die zahlreichen (und von Poster zu Poster teilweise sehr unterschiedlichen) Überzeugungen priorisiert.

Nachmittag

Wo muss angesetzt werden:

  • Lehrplan 21: Der Lehrplan 21 (Biblionetz:w02172) wird in den kommenden Jahren viele Ressourcen im Bildungswesen prägen (Weiterbildung etc.). Darum muss der Lehrplan 21 genutzt werden können, um digitale Medien in die Schule zu bringen. Somit müssen wir aufzeigen können, dass sich der Lehrplan 21 ohne digitale Medien nicht umsetzen lässt.

  • Schulleitungen als prägender Einfluss der Schulkultur und ICT-Nutzung. Somit müssen Schulleitungen von der Integration digitaler Medien überzeugt werden. Konkrete Massnahme: Medienkonzepte müssen zwingend Teil der Schulleitungsausbildung sein.

  • Lehrmittelverlage müssen ihr Angebot anpassen. (Es gibt verschiedene Meinungen, wie...)

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Cool, das Poster wird verändert!

Erste Synthese

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Foto by Martin Hofmann

Aktuelles

Fortsetzung folgt ,

100 x 1:1

15 September 2011 | Beat Döbeli Honegger | Schul-ICT
Vor ca. zwei Wochen habe ich hier im Blog die Eröffnung der 1:1-Projekt-Datenbank http://1to1learning.ch angekündigt. Unterdessen enthält die Datenbank 100 Projekteinträge aus zahlreichen Ländern.

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Aufgrund der Eintragungen und der Diskussionen am DeLFI-Workshop in Dresden ist die Datenbankstruktur etwas gewachsen:

  • Für deutschsprachige Länder gibt es jetzt Regionen (Kantone und Bundesländer)
  • Ein Projekt kann nun verschiedene Gerätetypen umfassen
  • Projekte können Bestandteil eines oder mehrerer grösserer, übergeordneter Projekte sein (z.B. die OLPC-Initiative).

Bisher stammen (leider) die meisten Einträge von mir, erst wenige Projektverantwortliche haben ihr eigenes Projekt eingetragen oder Informationen ergänzt. Ob ich deutlicher hätte betonen müssen, dass es nicht eine Projektdatenbank, sondern ein Projekt-Wiki ist?

Bereits in den vergangenen zwei Wochen konnte ich jedoch mehrere Anfragen mit Verweis auf das Wiki beantworten, der Bedarf nach einer entsprechenden Übersicht ist somit vorhanden. Neben der reinen Projektauflistung habe ich nun angefangen, auch Literatur etc. zum Thema zu sammeln.

http://1to1learning.ch

Es gibt sie noch...

12 September 2011 | Beat Döbeli Honegger | Medienbildung, Schul-ICT
Es gibt sie tatsächlich noch, die Vertreterinnen und Vertreter einer absoluten Entweder-Oder-Haltung. Aktuellstes Beispiel: Ein Leserbrief in der Sonntagszeitung vom 11.09.2011:

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FÜHLE MICH IM FALSCHEN FILM

MADELEINE BEGLINGER, RODERSDORF SO

So schützen Sie Ihr Kind im Internet SONNTAGSZEITUNG VOM 4. 9. 2011

Schon 5-jährige Kinder surfen im Internet. Die SonntagsZeitung rät dazu: «Surfen Sie gemeinsam mit dem Kind» oder «Lassen Sie sich vom Kind zeigen, was es im Netz erlebt hat …» Ich lese diese Ratschläge und fühle mich im falschen Film! Gibt es irgendeinen Grund, ein Kind im Vorschuloder Grundschulalter an den Computer zu lassen? Sollten Kinder bis zur Pubertät nicht gescheiter die reale Welt kennen lernen? Sich draussen bewegen, spielen, sich gemeinsam mit anderen betätigen? Ein Kind, das die reale Welt kennen lernen darf, wird nicht nur gesünder sein, sondern auch Interesse an der Natur und den Menschen entwickeln. So dekadent kann unsere Welt doch nicht werden, dass man den Computer sogar für Kinder als unverzichtbar hinstellt. Dies schreibt eine Mutter, die rundherum sieht, was der Verlust an Realitätssinn und Empathie für Folgen hat.

seufz Ich müsste mich ja eigentlich freuen, denn Stimmen wie diese sichern für viele weitere Jahre meinen Arbeitsplatz. Aber auf die Dauer ist es ermüdend. Trotzdem:

  • Man ersetze das Wort "Computer" durch das Wort "Buch" (siehe Schulen ans Buch) ,

1:1-Projekt-Datenbank

30 August 2011 | Beat Döbeli Honegger | Schul-ICT
Am kommenden Montag, den 5. September 2011 findet in Dresden der 2. Workshop "Lerninfrastruktur in Schulen" zum Thema 1:1-Ausstattungen (Biblionetz:w02173) statt.

Seit unserem iPhone-Projekt, spätestens aber seit unserer Fachtagung One to One Computing in der Schule: Wie viele Computer braucht ein Schulkind? vom Februar 2011 werde ich immer häufiger nach 1:1-Projekten gefragt.

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Ich habe deshalb den kommenden Workshop in Dresden zum Anlass genommen, einen Prototypen einer 1:1-Projektdatenbank aufzusetzen. Unter der Adresse

http://1to1learning.ch

ist nun ein Wiki (welch Überraschung...) zu finden, in welchem semi-strukturiert Beschreibungen von 1:1-Projekten eingetragen werden können. Ziel der Datenbank ist primär die Förderung des Informationsaustauschs unter 1:1-Projekten und Projektinteressierten. Die Datenbank soll aber auch dazu dienen, die weltweite Zunahme von 1:1-Projekten zu dokumentieren. Ziel des Projekt ist eigentlich, dass die Datenbank überflüssig wird wink

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Jedes 1:1-Projekt verfügt über eine eigene Wikiseite mit Freitextfeld und gewissen Formularfelder. Diese sollen das Kategorisieren und Suchen von Projekten erleichtern:

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Um das System zu testen habe ich selbst mal einige Projekte eingetragen (zumindest was ich darüber wusste oder im Netz fand).

Am Workshop vom kommenden Montag (zu dem man sich übrigens noch immer bei Richard Heinen anmelden kann...) möchte ich die Datenbank vorstellen und über sinnvolle Strukturen (z.B. Datenbankfelder und ihre Wertebereiche) sowie mögliche Weiterentwicklungen diskutieren.

Doch auch Interessierte, die am kommenden Montag nicht vor Ort mitdiskutieren können, sind herzlich eingeladen, die Projektdatenbank inhaltlich zu ergänzen/aktualisieren/korrigieren und über sinnvolle Strukturierungen und Weiterentwicklungen zu diskutieren. (Auch mir ist klar, dass es benutzerfreundlichere Datenbanksysteme als ein TWiki gibt. Aber als rapid-Prototyping-Werkzeug ist es genial...)

2. Workshop

26 July 2011 | Beat Döbeli Honegger | Schul-ICT, Veranstaltung

Als Mitglied der Workshopleitung freue ich mich, folgenden Workshop zu 1:1-Computing (Biblionetz:w02173) ankünden zu zu können:

An der Preconference der diesjährigen DeLFI findet am 5.9.2011 der 2. Workshop "Lerninfrastruktur in Schulen: 1:1-Computing" statt:

Schulen stehen vor der Herausforderung digitale Medien für kooperative Arbeitsformen und individualisierte Lernprozesse bereitzustellen. Der Einsatz sollte dabei auch spontan und situatativ erfolgen können. Es liegt nahe, dass diese Anforderungen am ehesten durch die Bereitstellung individualisierter 1:1-Ausstattungen realisiert werden kann. Im Workshop werden unterschiedliche Ausstattungskonzepte vorgestellt und diskutiert. Berücksichtigung finden dabei auch Fragen der Aus- und Fortbildung, des Supports und der strategischen Ausrichtung von Schulen. Der Workshop schließt an den Workshop „Lerninfrastruktur an Schulen“ auf der DelFI 2010 an und will Wissenschaftler/innen mit Lehrenden und Verantwortlichen aus dem Schulbereich zusammenbringen. Neben den einzelnen Vorträgen ist eine Session zur gemeinsamen Diskussion von Gelingensfaktoren von 1:1-Projekten und zur Vernetzung vorgesehen. Um eine intensivere Arbeit zu ermöglichen, bitten wir die Teilnehmenden die Beiträge vor dem Workshop zu lesen.

Damit an dieser Präsenzveranstaltung nicht einfach nur die Paper vorgelesen / präsentiert werden, die man hätte zuhause lesen können, wird die vorgängige Lektüre der Artikel vorausgesetzt. Einen frühzeitigen Zugang zu den Artikeln erhalten Sie, wenn Sie sich (neben der regulären Konferenz-Anmeldung) per E-Mail melden bei richard.heinen@uni-due.de.

Teil 1: 11.00 - 12:30 – Vorträge – Ausstattungskonzepte

  • Müller, Kammerl:
    Das Hamburger Netbook-Projekt und dessen Evaluation durch die Universität Hamburg
  • Ludwig, Mayrberger, Weidmann:
    Einsatz personalisierter iPads im Unterricht aus Perspektive der Schülerinnen und Schüler
  • Döbeli Honegger, Neff:
    Stell Dir vor es ist Primarschule und alle haben während zwei Jahren Computer und Internet in der Hosentasche
  • Heinen, Kresse:
    Nutzung privater Hardware im Unterricht - Schülerbefragung an einem Gymnasium

Teil 2: 13:45 – 15:15 – Vorträge – Support und Strategie

  • Wefelnberg, Bienengräber-Killmann:
    Computer in der Schule: Vermittlung von technischem Handlungswissen durch Peer-Beratung
  • Derndorfer:
    OLPC - Es funktioniert nur wenn alle mitspielen
  • Herber:
    One-to-One Educational Computing in Europa - European Policy & Practice
  • Welling, Stolpmann:
    Neue Chancen für die schulische Mediennutzung durch Tablets?

Teil 3: 15:45 – 17:15 – Diskussion und Vernetzung

  • Gelingensbedingungen 1:1-Projekte
  • Forschungsaktivitäten ; ,

Kontakt

  • Beat Döbeli Honegger
  • Plattenstrasse 80
  • CH-8032 Zürich
  • E-mail: beat@doebe.li
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