Medienbildung

Make Microsoft Diploma Fast

20 October 2007 | Beat Döbeli Honegger | Medienbildung
Nach meinem mittelmässigen Abschneiden beim IT-Fitness-Test Anfangs dieser Woche meinte ich, noch etwas üben zu müssen. Nun habe ich aber etwas Einfacheres gefunden.

In diesen Anwendungsschulungen für durchschnittliche IT-Anwender wie mich (zertifiziert!) wird einem ja eingebläut, Werbemails nicht zu beachten. Doch das ist ein gemeiner didaktischer Trick, denn offensichtlich geht's auch einfacher! Ich habe heute morgen mal meinen Spamordner genauer angeschaut:

spam.jpg

Fällt Ihnen neben dem üblichen Kram etwas auf?

Genau: Kostenlos digital literate werden. Das Mail stammt offensichtlich von einer vertrauenswürdigen Quelle ("Den Inhalten von Microsoft immer vertrauen.") Also rasch das Mail geöffnet und gelesen:

Lieber name$

Möchten Sie rasch und unkompliziert digital literat werden? Dann ausfüllen Sie folgendes Formular und erhalten sie instantly ihr Diplom:

Microsoft instant diploma generator
Vorname:
Name   :
Sprache:

Und? Hat geklappt, oder? Ohne Kreditkarte, ohne langes überflüssiges Lernen. So Werbeaktionen sind eben doch nicht nur Müll!

Initiative IT-Fitness

15 October 2007 | Beat Döbeli Honegger | Medienbildung

itfitness.jpg
Ehrlich, ich habe nichts böses gemacht! Ich wollte nur meine IT-Fitness testen!

Mir scheint, ich ziehe solche Fehler an. Vielleicht gibt es doch unbekannte Kräfte und Fernwirkungen in der IT. Wie sonst ist es zu erklären, dass so viele Webangebote immer ausgerechnet bei mir bocken und murren und sich von ihrer unschönen Seite zeigen?

Worum geht es? Die Schweizer Firma educationpool hat Ende 2006 zusammen mit Microsoft einen IT-Fitnesstest entwickelt, der zuerst in Deutschland beworben wurde. In der Gratiszeitschrift punkt.ch wird nun die Bundesrätin Doris Leuthard zitiert mit den Worten: "In IT bin ich fitter als meine Kollegen"

itfitness2.jpg

Die Bundesrätin wird im Interview auf die Microsoft-Lastigkeit der Testfragen angesprochen. Sie meint dazu:

Die Testfragen beziehen sich stark auf Microsoft- Produkte wie Word oder Windows. Soll sich IT Wissen auf diese Produkte beschränken?
Nein, sicher nicht. Ich denke nicht, dass die Initiative IT-Fitness einseitig ist. Die 42 Fragen sind nicht produktelastig. Das wäre falsch. Man muss zudem wissen, welches die meistbenutzten Produkte sind. Es ist unsinnig, eine Software einzubauen, die niemand kennt.

Und um mir eine eigene Meinung über den Test bilden zu können, wollte ich ihn soeben ausprobieren, mit dem bekannten Ergebnis. Ich werde es nun nochmals versuchen...

Und ehrlich: Ich habe nichts Böses ins Registrationsformular eingegeben und auch sonst auf keinerlei Art versucht, diesen Fehler zu provozieren. Er kam einfach so!

Update: Beim zweiten Versuch habe ich es dann doch noch geschafft, den Test fehlerfrei zu starten. Aber leider habe ich es nicht über das Anwender-Niveau gebracht (36 von 42 möglichen Punkten):

itfitness3.jpg

Da werde ich wohl noch etwas üben müssen...

Während die meisten Fragen absolut Microsoft-produktlastig sind, ist mindestens eine Frage sehr philosophisch:

Das Internet steht grundsätzlich ALLEN offen.

[  ] RICHTIG
[  ] FALSCH

Was heisst hier grundsätzlich ?
  • Bei mir hat der IT-Fitnesstest auf Anhieb geklappt und ich habe das phänomenale Ergebnis von 39 Punkten erreicht (3 Minus im Bereich PC-Grundlagen und Betriebssystem). Darf ich mir da nun etwas drauf einbilden? wink -- Main.MelanieBolz - 15 Oct 2007

Nicht nur ich habe gestaunt über das Medieninteresse, das der gestrige dritte Schweizer Wikimedia-Tag hervorgerufen hat (DRS1, DRS2, Tagesschau). Auch Peter Haber zeigt sich erfreut (während Jan Hodel seinen Neid, medial nicht zu Wort gekommen zu sein, nicht zu verbergen versucht).

Sorry Jan, auch ich zitiere nur Peter Habers Fazit:

Ich hoffe nur, dass dieses Interesse auch ein wenig dazu beiträgt, dass an den Universitäten die Bereitschaft wächst, sich auf das Thema einzulassen. Kritisch. Lustvoll. Differenziert.

Insbesondere der letzte Punkt ist mir wichtig. Noch immer nehme ich die Debatten rund um Wikipedia als einen holzschnittartigen Glaubenskrieg wahr: Entweder wird Wikipedia als ein Werkzeug des Teufels und als das sichere Zeichen des nahenden Unterganges einer gebildeten Menschheit gelesen oder aber Wikipedia ist die Inkarnation der demokratischen und heilbringenden Wissensrevolution. Während die Wikipedianer zu Zweiterem neigen, schwingt in akademischen Kreisen nicht selten das erstere Bild mit. Beides ist natürlich Quatsch. Wikipedia ist ein Informations- und Kommunikatinsinstrument wie viele andere Instrumente auch und es ist nun an uns, dieses Instrument richtig zu nutzen. Mit richtig nutzen meine ich, dass man insbesondere die Funktionsweise und die Grenzen von Wikipedia kennt. Das sollte heute für (angehende) Geisteswissenschafterinnen und Geisteswissenschafter eine selbstverständliche Kompetenz sein.
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Bildmanipulationen

26 August 2007 | Beat Döbeli Honegger | Medienbildung
In digitalen Zeiten gehört es zur … tada! .. Medienkompetenz (Biblionetz:w00532), sich der Gefahr von Bildmanipulationen bewusst zu sein. Telepolis berichtet nun vom Vortrag von Neal Krawetz, der an der Black-Hat-Konferenz 2007 in Las Vegas vorführte, wie sich mit digitalen Mitteln digitale Bildmanipulationen sichtbar machen lassen. sehenswert.

Hmm, bei YouTube ist mir eine Serie von Filmen begegnet, die sich evtl. eignen, das Thema in der Schule einzuführen.

Teil I: Michel Gondry löst Rubik's cube mit den Füssen

Der Filmemacher Michel Gondry zeigt, wie er den Rubik's cube mit den Füssen lösen kann:

Teil II: Michel Gondry wird entlarvt

Diese Videoantwort zeigt, wie genau Michel Gondry den Würfel mit den Füssen bearbeitet:

Teil III: Michel Gondry kann es auch mit der Nase...

Hmm, wenn die Füsse nicht glaubhaft erscheinen, dann doch die Nase, oder?

Teil IV: Doch auch dies bleibt nicht unwidersprochen

Auch zu dieser Vorführung gibt es wiederum einen Videokommentar:

Defizite in Informatik

21 August 2007 | Beat Döbeli Honegger | Medienbericht, Medienbildung
Im heutigen Tages-Anzeiger (7.10.06) wird unter dem Titel Wider den Kulturschock zu Beginn des Uni-Studiums von einer Pressekonferenz zur Vorstellung einer Studie zur Zufriedenheit von Studienangängerinnen und -anfängern berichtet. Mein besonderes Interesse hat natürlich folgender Abschnitt geweckt:

Eine klare Mehrheit von 7400 befragten Studierenden im dritten Semester gibt dem Gymnasium rückblickend gute Noten. Defizite haben sie jedoch in den Fächern Informatik und Physik.

Aha, diese Studie will ich lesen. Der gedruckte TA-Artikel nennt weder Titel der Studie noch Bezugsadresse. Auftraggeber seien die Schweizerische Universitätsrektorenkonferenz und die Schweizerische Gymnasialrektorenkonferenz. Doch weder auf der einen (http://www.crus.ch) noch auf der anderen (http://www.ksgr-cdgs.ch) ist die gestern präsentierte Studie oder sogar eine Bezugsmöglichkeit vermerkt. Bei den Unirektoren datiert die letzte Pressemeldung vom August 2006, bei den Gymnasialrektoren vom Mai 2006.

Da im Artikel der Rektor der Universität Zürich wörtlich zitiert wird, geht meine Suche weiter bei der Website der Universität Zürich. Doch auch hier Fehlanzeige. Die gestrige Pressekonferenz taucht weder unter den Events noch unter den News auf.

Das Internet scheint für die Gymnasial- und Universitätsrektoren kein relevantes Publikationsmedium zu sein. Defizite in Informatik?

P.S. Die Online-Newsmeldung auf der Website des Tages-Anzeigers hat dann schliesslich weiter geholfen. Ein Link auf das Staatssekretariat für Forschung und Bildung verhilft mir schliesslich doch noch zu einer PDF-Version der Studie.

Update 21.8.2007: Weniger als ein Jahr später ist die oben angegebene Adresse beim Staatssekretariat für Forschung und Bildung nicht mehr gültig... ,

Kontakt

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