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Lehrer/innen wollen zuhause arbeiten können

25 Jun 2007 - 12:39 | Version 3 |
In letzter Zeit sind wir mit zahlreichen Beratungsanfragen konfrontiert worden, bei denen Schulverwaltung ein wichtiges Thema war. Meist war die Forderung / der Wunsch: "Lehrpersonen wollen zuhause arbeiten können und benötigen deshalb Zugriff auf Schuldaten." Meist ging es dann sehr technisch weiter (VPN, Remote Desktop usw.) und oft wurden auf funktionierende Lösungen in grösseren Unternehmen verwiesen.

Sind Schulen in dieser Frage mit Unternehmen vergleichbar? Dazu muss die Frage beantwortet werden: Was sind Schuldaten?

Ich schlage folgende Unterscheidung vor:

A) Pädagogische Schuldaten

Beschreibung: Darunter fallen alle Daten, die zum Unterrichten verwendet werden, d.h. Unterrichtsvorbereitungen, Unterrichtsmaterial und Unterrichtsergebnisse.
Schutzanforderungen: Diese, meist unstrukturierten Daten (Office-Anwendungen usw.) sollten vor Verlust geschützt werden, Integrität oder Vertraulichkeit sind meist weniger wichtig.
Lösungen: Für pädagogische Schuldaten bestehen bereits verschiedene Lösungen zum schulinternen Austausch und zur heimischen Nutzung. In der Schweiz finanzieren die Kantone die Schweizerische Austauschplattform educanet2.ch , die den Schulen u.a. kostenlosen Speicherplatz für den Austausch solcher Daten bietet (– in Deutschland existiert das technisch praktisch gleiche lo-net.de).
Fazit: Bei pädagogischen Schuldaten sind praxiserprobte Lösungen vorhanden. Bei der Nutzung von educanet2.ch fallen für die Schulen dank kantonaler Unterstützung auch keine zusätzlichen Kosten an.

B) Unstrukturierte Schulverwaltungsdaten

Beschreibung: Unter unstrukturierten Schulverwaltungsdaten verstehe ich Officedokumente, die zur Verwaltung einer Schule benötigt werden. Dazu gehören Verträge, ärztliche und psychologische Gutachten, usw.
Schutzanforderungen: Bei diesen unstrukturierten Daten besteht eine höhere Anforderung bezüglich Integrität und Vertraulichkeit der Daten. Hier gilt es zwischen Schutz und Nutzungseffizienz abzuwägen: Je einfacher diese Daten zugreifbar sind, desto eher ist auch ein unerlaubter Zugriff möglich. Es gibt Schulen, die solche Daten in einem besonders geschützten Bereich von educanet2.ch ablegen, anderen Schulen hingegen wäre das zu gefährlich.
Lösungen: Der sichere Austausch dieser Daten erfordert keine schulspezifischen Lösungen, da sich die unstrukturierten Daten nicht von Daten eines Unternehmens unterscheiden.
Fazit: Bei unstrukturierten Schulverwaltungsdaten existieren praxiserprobte Lösungen. Es ist eine Frage der Kosten, welche Datensicherheit erreicht werden soll.

C) Strukturierte Schulverwaltungsdaten

Beschreibung: Als dritte Arte von schulischen Daten existieren noch strukturierte Schulverwaltungsdaten. Darunter fallen Klassen-Listen, Noten, Zeugnisse, Stundenpläne, Raumbelegungspläne, Absenzen usw. Kennzeichnend für diese Art von Daten ist ihre Strukturiertheit in Form von Tabellen oder einer Datenbank. Zu ihrer Bearbeitung werden zumeist (schul-)spezifische Programme verwendet (gpUntis, WinSchule, Evento, usw.). In Schweizer Schulen werden zahlreiche verschiedene solcher Schulverwaltungsprogramme eingesetzt.
Schutzanforderungen: Diese Daten sollten sowohl vor unerlaubtem Zugriff als auch Manipulation und Verlust geschützt werden. Der sichere Austausch dieser Daten erfordert unter Umständen eine an das zur Bearbeitung verwendete Programm angepasste Lösung.
Fazit: Der Austausch von strukturierten Schulverwaltungsdaten ist anspruchsvoll. Es muss überlegt werden, wie oft diese Daten bearbeitet werden müssen und ob sich der technische Aufwand zur Realisierung einer verteilten Lösung rechnet.


 
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Kategorien: IsaBlog, IsaSchulICT