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Gibt es die digitale Herausforderung?

29 May 2013 - 15:06 | Version 2 |
Auf meinem Tisch liegen derzeit zwei Bücher jüngeren Datums, die sich mit den aktuellen Herausforderungen der Schule beschäftigen:

  • Lucien Criblez, Barbara Müller, Jürgen Oelkers (2011)
    Die Volksschule - zwischen Innovationsdruck und Reformkritik
    Biblionetz:b05210

Es geht in diesen Büchern um Klassengrösse, Schulharmonisierung, Leistungsorientierung, Kompetenzorientierung, Umgang mit Heterogenität etc. usw.

In keinem der beiden Bücher spielen digitale Medien irgend eine Rolle. In keinem der Bücher ist ein Kapitel oder wenigstens ein Abschnitt dem Leitmedienwechsel, dem Computer oder dem Internet gewidmet. Im einen Buch kommt das Wort Computer einmal vor. Im einen Buch hat es ein Kapitel zum Thema Lehrmittel, da fällt mehrfach das Wort multimedial , aber digitale Medien werden immer nur als Zugabe zum gedruckten Schulbuch gesehen. Das gedruckte Schulbuch wird mit keinem Satz auch nur im Ansatz in Frage gestellt.

Diese Erkenntnis hat mich zum Grübeln gebracht. Ich sehe zwei Möglichkeiten:

  • Entweder überschätzen die Leitmedienwechsel-Anhänger und technology-enhanced-learning-nerds ihr eigenes Thema ungemein und den Rest der Welt interessiert das Thema nicht mal am Rande

  • oder aber die Bildungswelt negiert den Leitmedienwechsel in seiner Grundsätzlichkeit auch nach dreissig Jahren noch immer.

Daneben existieren andere neue Bücher, die vom Wandel und dem Umgang damit berichten:

  • Philippe Wampfler (2013)
    Facebook, Blogs und Wikis in der Schule Ein Social-Media Leitfaden
    Biblionetz:b05216

  • Philippe Riederle (2013)
    Wer wir sind, und was wir wollen
    Ein Digital Native erklärt seine Generation Biblionetz:b05211

Aber diese Bücher werden vermutlich wieder nur von der eigenen Community gelesen...


Das kommt davon, wenn man die Digitalität bestenfalls als neues Mittel zum alten Zweck versteht. Eine "Methode" unter vielen, und dann auch noch eine gefährliche und voraussetzungsvolle. Dies ist v.a. in den deutschsprachigen D-A-CH-Ländern so. Im großen Rest der Welt ist es nicht ganz so schlimm bestellt. Im Gegenteil: Nicht nur in den englischsprachigen und den skandinavischen Ländern, auch in den asiatischen OECD-Ländern ist edu schon länger digital. Für CH möcht ich nicht sprechen: Aber für D ist Historikern aus verschiedenen geschichtlichen Ereignissen bekannt: Immer zu spät, und dann aber die Führung übernehmen wollen ... wink

-- LisaRosa - 29 May 2013
 
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