Schul-ICT, Jan 2013

Schweizweites Classroom-Response-System?

31 January 2013 | Beat Döbeli Honegger | Schul-ICT

bei einem Mittagessen mit Peter Suter (PHZH, Biblionetz:p01637) haben wir aufgrund der grossen Verbreitung von netzwerkfähigen Endgeräten unter den Studierenden (Notebook, Netbooks, Tablets, Smartphones) und dem Trend zu einfachen eLearning-Tools (wie z.B. Etherpad) überlegt, ob in der Schweiz die Zeit für ein

schweizweites Classroom Response System

reif wäre, angeboten z.B. durch Switch.

Worum geht es?

Was sind Classroom Response Systems?

Szenario

Die Dozentin will in einer Veranstaltung eine Frage stellen (offen, multiple choice etc.).

  1. Sie hat dafür auf einer einfachen Weboberfläche (à la doodle.com) die Frage sowie die Antwortmöglichkeiten eingegeben.
  2. Sie präsentiert auf dem Beamer den Code den Umfrage-Code (dr2fdg) (max. sechsstellige Buchstabenkombination)
  3. Die Studierenden senden entweder die Antwort zusammen mit dem Code an eine SMS-Nummer oder gehen auf http://poll.switch.ch/dr2fdg und beantworten die Frage dort.
  4. Die Dozentin kann die Antworten (oder Teile davon) entweder im Webinterface oder direkt in Powerpoint oder Keynote zeigen.

Beispiele solcher Systeme

Diskussion

Natürlich kann man sich fragen, ob es Classroom Response Systems überhaupt braucht, oder ob man nicht einfach die Studierenden mündlich im Hörsaal befragen kann. Obwohl ich selbst bisher den Bedarf für ein CRS nie verspürt habe, sehe ich durchaus Potenziale/Mehrwerte für CRS:

  • Antworten sind anonym
  • Automatisierte Auszählung
  • Automatisierte sinnvolle Aufbereitung der Ergebnisse
  • Effizienteres Einsammeln von Antworten auf offene Fragen
  • Verstärkte Aktivierung der Lernenden

Vor allem aber verkaufen sich derartige Systeme derzeit als proprietäre Hardware-Lösungen. Angesichts der heutigen Technologie-Konvergenz und der zunehmend flächendeckenden Verbreitung von netzwerkfähigen Kleincomputern scheint es mir widersinnig, wenn einzelne Institutionen spezifische CRS-Hardware-Lösungen einkaufen, aber auch einzeln CRS-Lösungen implementieren. Wenn der Bedarf existiert, dann müsste der doch gesamtschweizerisch gelöst werden.

Zur weiteren Diskussion habe ich ein Etherpad eröffnet: http://www.edupad.ch/classroom-response-system-switzerland

Siehe auch das entsprechende Blogposting von Peter Suter.

Wir arbeiten im PINGO Projekt (Peer Instruction for very large groups) an der Universität Paderborn gerade an genau solch einer Software. Wir befinden uns gerade in den Betatests in Veranstaltungen der Wirtschaftsinformatik mit etwa 500 bis 800 Teilnehmern pro Veranstaltung und haben bisher sehr positives Feedback bekommen.

Die Software wird im Sommer fertig implementiert sein und ich würde mich freuen, wenn Sie und Herr Suter diese dann mal testen würden.

Mehr Informationen zum PINGO-Projekt und dem Peer Instruction Ansatz gibt es auf http://wiwi.uni-paderborn.de/dep3/winfo2/forschung/projekte/peer-instruction-for-very-large-groups/

-- Main.WolfgangReinhardt - 03 Apr 2012 Update vom Jaunuar 2013: An den eduhub days 2013 zieht jede zweite Hochschule (naja fast jede zweite...) ein CRS-Projekt aus dem Hut. Bisher wenig Koodination...

-- Main.BeatDoebeli - 31 Jan 2013

ICT-Guide des Kantons Zürichs veröffentlicht

04 January 2013 | Beat Döbeli Honegger | Schul-ICT
Nicht nur im Kanton Schwyz hat der Erziehungsrat zum Thema ICT getagt (und die neue ICT-Strategie für die Volksschulen im Kanton Schwyz verabschiedet), auch im Kanton Zürich hat sich der Bildungsrat in seiner Sitzung vom 26.11.12 unter anderem mit ICT beschäftigt und dabei den ICT-Guide zur Erarbeitung von stufenübergreifenden Medien- und ICT-Konzepten in Zürcher Volksschulen (Biblionetz:b05062) verabschiedet (BRB 43 PDF-Dokument)

ictguide.jpg
http://www.ict-guide.zh.ch/

Dieser ICT-Guide führt Sie zu einem lokalen Medien- und ICT-Konzept für Ihre Schule. Mit Hilfe eines eigenen Konzepts reagiert Ihre Schule auf die Entwicklungen unserer Mediengesellschaft. Sie legen darin fest, wie und inwiefern Sie den Unterricht und die Schulorganisation diesen Entwicklungen anpassen wollen.

Der Guide ist derzeit nur online verfügbar, eine lineare Version in PDF-Form ist angedacht. Als sammelwütiger Biblionetzkar konnte ich es nicht lassen und habe mir selbst ein PDF erstellt, das 175 Seiten umfasst. Der Guide gliedert sich in 11 Kapitel

  1. Einleitung zum Medien- und ICT-Konzept
  2. Leben und lernen in der Mediengesellschaft - Ausgangslage Volltext lokal digital vorhanden
  3. Wo wir stehen - Ist-Analyse der Schule
  4. Wie wir Medien und ICT in den Unterricht integrieren - Nutzungskonzept
  5. Welche Unterstützung wir anbieten - Support- und Beratungskonzept
  6. Wie wir uns Materialien und Wissen zur Verfügung stellen - Wissensmanagement
  7. Wie wir uns weiterbilden wollen - Weiterbildungskonzept
  8. Welche Ausrüstung wir einsetzen wollen - Infrastruktur
  9. Wie wir die Schul- und Unterrichtsqualität pflegen wollen
  10. Wie wir kommunizieren - Kommunikation und Information

und soll Schul- und Gemeindebehörden (deutsch: Schulträger) helfen, ein Medien- und ICT-Konzept zu entwickeln und umzusetzen. Dabei wird zu jedem Thema ein anzupassender Mustertext und eine Vorgehensweise angeboten. Angesichts des Umfangs erstaunt es nicht, dass ich noch nicht zu einer vertieften Analyse gekommen bin. Grundsätzlich gefallen mir aber selbstverständlich solche Guides, habe ich doch selbst auch schon mehrere Publikationen in dieser Richtung mitverfasst... wink

Für eine 9seitige Zusammenfassung sei vorerst auf den Bildungsratsbeschluss (BRB) 43 PDF-Dokument verwiesen...

Das wirklich einzige, was mich ab 2013 an solchen Papieren noch interessieren kann, wird in Kapitel 8.1 beschrieben respektive eben nicht beschrieben. Ich will einfach nicht mehr lesen, dass Lernen ein Prozess sei, der in der Gemeinschaft mehr Spass mache als allein, dass Weiterbildung auch Teambildung sei und dass "...wir unsere Weiterbildung idealerweise mindestens zu zweit angehen werden". Aexgüsi, aber diesen Text finde ich ziemlich peinlich.

-- Main.BeatRuedi - 04 Jan 2013 Soeben lese ich in den SN vom 4.1.2013 ein Interview mit dem höchsten Bildungsdirektor der Schweiz, mit RR Christian Amsler, und dessen Forderung nach mehr Ingenieuren (und damit verbunden weniger Phil-I-ern) und höre mir den Beitrag in “10 vor 10″ an (http://www.srf.ch/player/tv/10vor10/video/ganze-sendung?id=d1373b76-27ed-47c3-a893-9967891935df). Dabei will Amsler die Förderung zukünftiger Ingenieure möglichst früh, sprich schon in der Primarschule, ansetzen und stimmt damit mit Hromkovic (http://blog.phzh.ch/observatorium/2012/07/02/droht-wirklich-eine-bildungskatastrophe/), nicht aber mit dem ICT-Guide überein.

-- Main.BeatRuedi - 04 Jan 2013

Kontakt

  • Beat Döbeli Honegger
  • Plattenstrasse 80
  • CH-8032 Zürich
  • E-mail: beat@doebe.li
This page was cached on 21 Jan 2026 - 23:04.