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Bluetooth-Headsets sind nicht wirklich

05 January 2014 | Beat Döbeli Honegger | Gadget
Ich habe vor etwas mehr als einem Jahr schon mal drüber gebloggt, wie Behinderte das iPhone mit der Spracherkennung Siri nutzen können und wo die Tücken liegen. Dieser Tage habe ich eine ausgedehntere Recherche zu Bluetooth-Headsets gemacht, denn Siri hat für Behinderte einen gewichtigen Nachteil: Zum Aktivieren der Spracherkennung muss eine Taste gedrückt werden , Siri hört also nicht dauernd im Hintergrund mit.

Nun gibt es zahlreiche Bluetooth-Headssets, die damit werben, handfree zu sein. Damit liesse sich das Siri-Manko beheben, Behinderte könnten das iPhone komplett sprachgesteuert nutzen.

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Schaut man dann aber detailliert im entsprechenden Handbuch nach, so steht dort dann ernüchternd:

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Anrufe annehmen kann man somit komplett sprachgesteuert, die restliche Sprachsteuerung hingegen muss eben doch mit einem Tastendruck initiiert werden, haha.

Ärgerlich an dieser Situation ist weniger, dass keine entsprechenden Produkte existieren, sondern dass man sich erst durch alle vollmundigen Werbeversprechen zu den Betriebsanleitungen durchkämpfen muss um jedes Mal frustriert feststellen zu müssen, dass die komplette Sprachsteuerung immer einen Tastendruck vom User entfernt ist.

Technisch gesehen vermute ich übrigens, dass es das Akkufassungsvermögen aktueller Bluetooth-Headsets überfordert, dauernd am Mikrofon zu lauschen und Spracherkennung zu machen. Dies könnte der Grund sein, dass komplett handfreie Bluetooth-Lösungen als Freisprecheinrichtungen fürs Auto existieren. Diese Geräte sind grösser als Headsets und haben somit auch einen grösseren Akku. Konkret werde ich nächstens testen, ob sich das Produkt Blueant Commute als 100% handfreie iPhone-Nutzung eignet.

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Schweizer Bezugsquellen für Scratch-Sensoren und -Aktoren

04 October 2013 | Beat Döbeli Honegger | Gadget
Ich letzter Zeit bin ich nach entsprechenden Demos öfters gefragt worden, wo man denn die gezeigten Sensoren und Aktoren zu Scratch in der Schweiz bestellen könne (zuletzt nach meinem Vortrag "Informatik konkret machen". Hier eine kleine (sicher unvollständige Auflistung):

Alle drei Produkte werden von aktuellen Betriebssystemen (Windows und Mac) erkannt und erfordern kein manuelles Installieren von Treibern.

Picoboard

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Auf dem Board sind ein Licht- und Soundsensor, ein Button, ein Slider sowie 4 zusätzliche Eingänge für Sensoren vorhanden. Die Eingänge messen Widerstände und sind so für eine Vielzahl von Anwendungen offen. 4 Kabel inkl. Krokodilklemmen sind im Lieferumfang enthalten. Das Board ist eine Weiterentwicklung des Scratch-Sensor-Boards

MakeyMakey

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"Mit dem MaKey MaKey kann so ziemlich alles in eine Tastatur/Keyboard verwandelt werden, nur durch Anbringen einiger Krokodilklemmen. Der MaKey MaKey ist ein innovatives Gerät, welches Ihren Computer davon überzeugt, dass so gut wie alles eine Tastatur sein kann.. Dies erlaubt es Ihnen alle möglichen Dinge als Tasten zu verwenden. Spielen Sie Mario mit Kinderknetmasse oder ein Klavier mit Früchten."

Lego WeDo

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"Baukasten mit 158 LEGO Elementen, inklusive LEGO USB-Interface, LEGO Motor, Bewegungssensor und Neigungssensor zum Aufbau der 12 WeDo Robotik-Modelle. Die Elemente werden ausgeliefert inklusive stabiler Aufbewahrungsbox und Elementeübersicht."

Multiprotokoll-Media-Receiver für BYOD?

04 August 2013 | Beat Döbeli Honegger | Gadget, Schul-ICT
In den 1:1-Projekten an der Projektschule Goldau hat die Möglichkeit, jegliche Bildschirminhalte auf Knopfdruck per WLAN an den Beamer zu senden, grossen Anklang gefunden (siehe DemokratisierungDesBeamers). Dies war in der homogenen iOS-Umgebung der bisherigen Projekte dank AirPlay-Protokoll und einem Apple-TV am Beamer relativ einfach.

Die Zukunft - nicht nur an der Projektschule Goldau - wird aber eine heterogene Umgebungen sein, BYOD (Biblionetz:w02286) lässt grüssen. Dummerweise ist aber für die nähere Zukunft kein einheitliches Übertragungsprotokoll für Videodaten per WLAN in Sicht. Derzeit existieren mindestens folgende Standards ("Ich liebe Standards, weil es so viele von ihnen gibt!"):

So, und nun hätte ich gerne ein kleines Kästchen mit WLAN und HDMI-Anschluss, dass ich an einen Beamer oder einen grossen Bildschirm hängen kann und alle üblichen Geräte und Betriebssysteme können ihren Bildschirminhalt an das grosse Klassendisplay senden, so wie es bisher mit Airplay möglich ist. Das ist doch ein wunderbares Problem für ein Raspberry Pi (Biblionetz:w02420), oder?

Es scheint schon erste Prototypen zu geben, mit denen Screen-Mirroring mittels Airplay zu funktionieren scheint (Achtung: Sound ist kein Problem, Video hingegen schon, da das Protokoll nicht veröffentlicht und eigentlich kopiergeschützt ist).

Wäre das nicht ein schönes Projekt für eine Semester- oder Diplomarbeit? Oder hat sonst jemand ein Raspberry Pi ohne Verwendungszweck und zu viel Zeit? Freiwillige irgendwo? wink

Andreas Hofer hat auf Facebook auf einen HDMI-Receiver hingewiesen, der sowohl AirPlay als auch MiraCast beherrschen soll: http://www.amazon.de/iPush-MiraCast-Receiver-Streaming-Smartphone/dp/B00EBGF158/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1375615448&sr=8-1&keywords=airplay+miracast

-- Main.BeatDoebeli - 04 Aug 2013

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Der Mini-Elektro-Macho

19 June 2013 | Beat Döbeli Honegger | Gadget
Sorry, gleich noch ein drittes Elektromobil-Posting, danach lasse ich das Thema wieder sein...

Bereits beim Kauf des neuen Gebraucht-Twikes (Biblionetz:w02093) habe ich mir überlegt, ob ich mir angesichts getönter Heckscheibe und extrabreiten Hinterreifen Sorgen um mein Selbstbild machen müsste...

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Am 1. Bildungskongress von "Schulen der Zukunft" (worüber ich auch bloggen sollte) meinte Gerald Hüther etwas grün-memetisch populistisch:

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«Niemand, dem’s gut geht, braucht einen Porsche.»

Hmm, bei der getönten Heckscheibe und den extrabreiten Hinterreifen kann ich mich ja herausreden, das Gebraucht-Twike hätte das eben bereits gehabt. Verräterisch ist aber, dass ich das Twike eigenhändig mit Radkappen versehen habe:

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Da kann ich mich nun nicht mehr rausreden mit "Die waren halt dabei!"

Aber angesichts der Tatsache, dass die beiden Radkappen im Baumarkt je 7 Franken gekostet haben, geht es mir ja nach Hütherscher Zufriedenheitsskala noch recht gut wink

Ich bewundere deine Assoziationsfähigkeiten. Auch nach längerem Nachdenken gelingt es mir nicht eine Verbindung zu finden zwischen Porsche und Twike. LOL smile

-- Main.AndreaCantieni - 19 Jun 2013 Ein Rad ab: Aber Andrea, das ist doch nicht so schwierig: Denk Dir beim Porsche einfach ein Rad weg und Du bist beim Twike wink

-- Main.BeatDoebeli - 19 Jun 2013

Das Twike ist tot - Es lebe das Twike!

19 June 2013 | Beat Döbeli Honegger | Gadget
Vor unterdessen 15 Jahren habe ich zum ersten Mal so viel verdient, dass ich mir hätte ein Auto kaufen können. Noch bevor ich aber das Geld dazu hatte, hatte ich mir vorgenommen, später mal kein Auto zu kaufen. So habe ich mir 1998 eines der ersten Occasionsexemplare des damals noch neuen Elektromobils Twike (Biblionetz:w02093) gekauft (und zu diesem Zweck auch den Führerschein gemacht).

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Damals hätte ich - wie bei anderen Dingen auch - nie geglaubt, dass ich das Twike 15 Jahre lang fahren würde. Zu Beginn hat es meinen Arbeitsweg (über die Forsch nach Mönchaltorf) zeitlich halbiert, später hätte ich es für den Arbeitsweg nicht mehr benötigt. Man gewöhnt sich aber - wie Autofahrer auch - an die Bequemlichkeit und auch der Wiederverkaufswert des Twikes war nicht berauschend. So habe ich es die vergangenen 15 Jahre gefahren, irgendwann eine Babyschale hinten reingestellt und später den Beifahrersitz durch einen permanenten Kindersitz ersetzt (der vermutlich schnellste Kinderwagen Zürichs).

In den 15 Jahren hatte ich einige lustige Erlebnisse, sowohl bei leerem Tank (sprich Batterie) als auch bei den zahlreichen Pannen. Im Service hiess es meist: "Ui, das ist eines der ersten Serientwikes (Nr. 30), da ist noch alles anders, heute macht man das nicht mehr so. Da muss alles ersetzt werden, das kommt teuer.". Tja, aus finanziellen Gründen hat man vermutlich kein Twike wink

Diesen Frühling war der Kostenvoranschlag für den Service und die notwendigen neuen Batterien allerdings so hoch, dass ich mir zweimal überlegen musste, diesen Betrag auszugeben. Schliesslich ist ein Zweiplätzer für eine dreiköpfige Familie nicht eben optimal. Beim zweiten Mal überlegen fiel aber mein Blick in der Werkstatt auf ein ebenfalls dastehendes Occasions-Twike. Und je länger ich mir dieses andere Twike ansah, desto mehr fing mir der unvernünftige Gedanke an zu gefallen, doppelt so viel Geld für einen Wechsel auf dieses schnittige rote Twike auszugeben, statt das bestehende revidieren zu lassen. Und so habe ich das Unvernünftige getan: Ein neues Occasions-Twike gekauft smile

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Ja, mit den aktuellen Batterien schaffe ich es von Zürich nach Goldau (48km), meine Reichweite Überland beträgt aktuell ca. 55km)

Tja, und da ich aus lauter Freude mit dem neuen Twike öfters unterwegs bin, kommen auch all die Fragen, deren Antworten ich vor 15 Jahren auswendig wusste, heute aber vergessen habe. Darum hier eine Twike-FAQ:

Frequently Asked Questions zum Twike

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  • Wie weit kommt man mit einem Twike?
    Das hängt von den eingebauten Batterien und von der Fahrweise ab. Wer viel Geld ausgibt, kann heute Batterien mit einer Reichweite von 250 km kaufen.
    Derzeit bringe ich es im Stadtverkehr auf 35-40km, ausserhalb auf 55km mit einer Ladung.

  • Wie schnell fährt das Twike?
    Auf gerader Strecke fährt das Twike 85km/h. Danach wird die Energiezufuhr elektronisch begrenzt. Auf der Forchautostrasse habe ich abwärts ca. 105km/h erreicht. Wirklich angenehm ist das dann allerdings nicht mehr, da auf dem lenkenden Vorderrad zu wenig Gewicht liegt.

  • Darf das Twike auf die Autobahn?
    Es darf, will aber nicht. Denn beim Twike spürt man sehr deutlich, dass grössere Geschwindigkeiten massiv mehr Energie benötigen.

  • Wie lädt man das Twike?
    Das Twike lässt sich an jeder haushaltüblichen 230V-Steckdose laden. Je nach Sicherung kann es dabei 6A, 10A oder maximal 16A saugen (dann aber besser an einer CEE- aka Camping-Steckdose). Je nach Ladestrom und Batteriegrösse dauert die Ladung unterschiedlich lange. Daumenregel: Schnellladung 1km/min Ladezeit.

  • Hat das nicht Pedalen?
    Das ursprünglich Twike (active) hatte Pedalen, um dem Elektromotor zu helfen. Das Twike easy verzichtet auf die Pedalen, da diese je nach Nutzung nicht viel bringen. (In der Stadt kann ich nicht pedalen, da ich immer bremsbereit sein muss, da mich Autofahrer unterschätzen / nicht ernst nehmen und Fussgänger/Fahrradfahrer nicht hören. Pedalen würde meine Reaktionszeit vergrössern).

Kontakt

  • Beat Döbeli Honegger
  • Plattenstrasse 80
  • CH-8032 Zürich
  • E-mail: beat@doebe.li
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