Biblionetz
Postings zum Biblionetz

Bye Bye, Office 2003

07 April 2014 | Beat Döbeli Honegger | Biblionetz
Während man überall lesen kann, dass Microsoft morgen, am 8. April 2014 den Support für Windows XP einstellen wird, ist selten die Rede davon, dass Office 2003 ebenfalls sein end of life erreicht hat.

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Während mich das Ende von Windows XP höchstens in Bezug auf den PC-Support näherer Verwandter interessiert, hat mich das EOL von Office 2003 etwas stärker beunrhigt: Das Biblionetz wird mit MS-Access 2003 betrieben...

Den Wechsel auf Access 2007 habe ich damals verworfen, weil eine Migration - mindestens der Erinnerung nach - mit einem grösseren Programmieraufwand verbunden gewesen wäre. Nun habe ich am Wochenende eine Migration auf MS Access 2010 versucht (nur nichts überstürzen, MS Access 2013 ist sicher noch zu neu und unausgereift... wink ).

Das grösste Problem bestand darin, die Datei überhaupt lesen zu können, ohne dass Access 2010 einfach allen Code löschen wollte, weil er scheinbar nicht lesbar war. Als diese Klippe umschifft war (vor der Ausführung von Code als erstes in Access 2010 frisch kompilieren), lief meine Datenbank inkl. Code ohne eine einzige Änderung problemlos weiter.
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Das 18jährige Biblionetz wird somit bis auf weiteres mit MS Access 2010 betrieben werden (angefangen hatte ich Ende 1996 mit Access 95)....

Literaturverweise in die Zukunft

11 April 2013 | Beat Döbeli Honegger | Biblionetz
Normalerweise sind Literaturverweise in wissenschaftlichen Artikeln Verweise auf die Vergangenheit. Man zitiert frühere Ideen und Werke, die man im eigenen Artikel verwendet. Einerseits als Ehrerbietung für die früheren Autorinnen und Autoren, welche die verwendeten Ideen und Gedanken (dummerweise) bereits vor einem hatten. Andererseits aber auch um besonders interessierten Leserinnen und Lesern die weitere Recherche zu erleichtern. Man weist darauf hin, wo noch mehr zum Thema zu finden ist. Bei dieser Hilfestellung für Leserinnen und Leser ist es ja aber schade, dass man nur auf Ideen und Werke hinweist, die es zum Zeitpunkt des Artikel-Verfassens bereits gab. Die Digitalisierung erweitert hier einmal mehr die Möglichkeiten. Ich kann auch auf Sammlungen hinweisen, die zukünftig noch erweitert werden, also Literaturverweise in die Zukunft machen. Konkret bin ich daran, in einem Artikel nicht nur traditionelle Verweise in die Vergangenheit einzufügen,

literaturverweise01.jpg

sondern auch Verweise auf Aussagen im Biblionetz zu referenzieren. Diese Webseiten im Biblionetz enthalten zum heutigen Zeitpunkt bereits Referenzen auf heute existierende Publikationen. Die Seiten werden aber in Zukunft aktualisiert werden, so dass ein Leser in einem Jahr vielleicht auf einer dieser Seiten mehr Literaturhinweise finden wird als heute verfügbar sind. Literaturverweise in die Zukunft sozusagen. (Man könnte das auch als Meme-Verzeichnis statt als Literaturverzeichnis bezeichnen (Biblionetz:w01161)).

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Das kann ich aber auch nur machen, weil ich Mitherausgeber des Buches bin. Denn sonst ist das nicht sehr üblich und bei Literaturangaben ist man traditionellerweise sehr traditionell. wink

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Biblionetz auf dem Tablet

05 March 2013 | Beat Döbeli Honegger | Biblionetz
Abstract: Ein technisches Posting, das primär meine Situation beschreibt. Allgemein evtl. von Interesse: Wie speichert man grosse Websites offline auf einem Tablet, wie verlinkt man auf offline PDF-Dateien.

Worum geht es?
Mein Biblionetz besteht grundsätzlich aus drei Teilen, wovon nur eine allgemein zugänglich ist:

  1. Biblionetz-Datenbank Private Datenbank (MS-Access 2003), die auf meinem eigenen Rechner läuft
  2. Biblionetz-Volltextsammlung Private Volltextsammlung (PDF, epub, html), die aus Urheberrechtsgründen nicht öffentlich zugänglich sein darf
  3. Biblionetz-Website Öffentliche Website, besteht aus derzeit ca. 10'000 Webseiten (total 1.8 GByte Daten)

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Damit ich selbst das Biblionetz erweitern kann, muss ich meinen Rechner mit der Datenbank dabei haben. Dies lässt sich nicht so schnell ändern. Es wäre aber ganz praktisch, wenn ich mindestens die Website und auch die Volltexte offline zur Verfügung hätte, wenn ich den Rechner nicht dabei habe (unterwegs, in gewissen Sitzungen etc.). Somit: Wie kriege ich Website und Volltexte sinnvoll auf Tablet und Smartphone?

Es gibt verschiedene Offline-Browser für iOS. Bei der Grösse des Biblionetzes (10'000 HTML-Dateien und insgesamt ca. 100'000 Dateien) ist es aber nicht mehr sehr effizient, wenn die App die Website crawlen und Datei für Datei herunterladen muss. Die App Sites-2-GO HD bietet für 5 Dollar die Möglichkeit, gezippte Website in die App zu laden, entweder per iTunes oder per WLAN, wobei das iPad dann für den Upload Webserver spielt (Vorsicht, die App wird seit 2011 nicht mehr weiter entwickelt, wie es scheint). Was die App vor zwei Jahren beim Kauf aber verschwieg sind zwei Einschränkungen: Das ZIP-File darf nur 2 GByte gross sein (das steht unterdessen in der App-Beschreibung) und die Site darf aus maximal 64'000 Dateien bestehen. Für meine Zwecke ging es also darum, das Biblionetz zu entschlacken. Auf dem iPad sind nicht alle Dateien notwendig: Da der Mobile Safari SVG versteht, kann ich mir die entsprechenden PNG-Bilder sparen.

Also einen entsprechenden ZIP-Befehl erstellen, der die notwendigen Dateien in ein ZIP-Archiv packt:

7z.exe a d:\bibliopad.zip -r *.html *.css *.js *.jpg *.gif *.png *.jsn *.svg

Die PDF-Volltexte lese ich mit der Goodreader App für CHF 5.- Mit der App kann ich nicht nur PDFs annotieren, sondern vor allem auch Ordner auf Servern zum Synchronisieren markieren, die mir dann auf Knopfdruck aufs Tablet (und wieder zurück) synchronisiert werden.

Nun wäre es ja besonders neckisch, wenn ich von den Biblionetz-Webseiten direkt die entsprechenden Volltexte in Goodreader aufrufen könnte. Das geht, denn Goodreader bietet so genannte *Cross-App-Links an. Mit gropen://2/Biblionetz/beispiel.pdf kann aus einer beliebigen App (E-Mail, Safari etc.) direkt auf die Datei in Goodreader verwiesen werden.

Somit bedurfte es nur eines entsprechenden jQuery-Befehls, der auf einem iPad alle Volltext-URLs umschreibt:

if (navigator.userAgent.match(/iPad/i) ! null) {=
$('a[href*="127.0.0.1"]').attr('href',function(i,href){return href.replace('file:\\\\127.0.0.1\\biblionetz\\','gropen://2/Biblionetz/')+'?cc=1';})};

So weit so cool. Was noch fehlt zur perfekten Lösung:
  • Automatische Synchronisation: Sowohl bei der Website als auch bei den Volltexten muss ich die Synchronisation noch von Hand anstossen.
  • Automatisches Öffnen der epubs.

Google Authorship

12 February 2013 | Beat Döbeli Honegger | Biblionetz
Bereits seit längerem versuchen Suchmaschinenanbieter (Biblionetz:w00718) Bing (Microsoft), Google, Yahoo! und sitemaps.org und social media provider beim Durchsuchen von Webseiten semantische Informationen (Biblionetz:w01364) zu extrahieren und diese Informationen bei der Resultatesuche und -anzeige entsprechend zu präsentieren (siehe das Posting Web 3.0 dank schema.org? vom Juni 2011).

Google wertet mit seinen jüngesten Aktivitäten den oder die AutorIn von Inhalten im Web massiv auf. Einerseits durch den Aufbau von google+ und den Einbau entsprechender Fundstellen in die Google-Ergebnisse, andererseits aber auch durch den Versuch, menschliche Inhaltsanbieter zur maschinenlesbaren Kennzeichnung ihrer Beiträge im Netz zu animieren.

Unter der Bezeichnug Google Authorship können Menschen ihre Beiträge mit ihrem Google+-Konto gegenseitig so verlinken, dass Google die +AutorInnenschaft erkennt und akzeptiert. Dafür werden Suchresultate unter Umständen mit Profilfoto angezeigt und die AutorInnen (Biblionetz:w02194) können bei Google Statistiken zur Nutzung eigener Inhalte abrufen.

google-authorship-01.jpg

Natürlich stellen sich hier die üblichen Datenschutzfragen (Biblionetz:w00714). Für Inhalte, die aber mit Absicht unter dem eigenen Namen publiziert werden, hat dies ebenfalls Konsequenzen: Die Zahl der Google-Kreise, in die man aufgenommen wurde, wird prominent bei den Suchresultaten angezeigt: Eine Aufwertung für google+ (Biblionetz:w02262) und eine Quantifizierung im digitalen Reputationsmanagement (Biblionetz:w01821). Damit wird die seit 7 Jahren nicht mehr angerührte Aussage Realnames können Reputation fördern im Biblionetz bestätigt (Biblionetz:a00654). Die Aufmerksamkeitsökonomie (Biblionetz:w00502) lässt grüssen.

In kleinerem Rahmen passiert im akademischen Sektor von Google, bei Google Scholar etwas ähnliches. Auch dort ist es unterdessen möglich, sich als AutorIn zu registrieren und die AutorInnenschaft von bei Google Scholar erfassten Inhalten zu reklamieren. Ergebnis ist dafür eine persönliche Seite bei google Scholar, die brav Zitationsstatistiken liefert:

google-authorship-02.jpg

Somit auch hier Reputationsmanagement, Omnimetrie (Biblionetz:w01810) und Aufmerksamkeitsökonomie.

Und: Ein weiterer Schritt zur Überflüssigmachung des Biblionetzes...

Co-Autor/innen-Landkarten

04 January 2013 | Beat Döbeli Honegger | Biblionetz, Visualisierung
Einmal im Jahr, nämlich zwischen Weihnachten und Neujahr habe ich mir bis heute die Tradition erhalten, das Biblionetz (Biblionetz:w00778) programmierend zu erweitern. Dieses Jahr konnte ich endlich eine bereits seit langem ersehnte Visualisierung einbauen: Maschinell generierte Karten von miteinander verbundenen Objekten.

In der von mir sehr geschätzten (und im Biblionetz auch intensiv genutzten) Graphenvisualisierungsbibliothek GraphViz (Biblionetz:w01582) gibt es seit längerem das Werkzeug gvmap , um über ungerichtete Graphen eine Art Landkarte mit Clustern zu legen. Leider gab es davon bis im November 2012 keine Windowsversion, so dass mir ein einfacher Einbau ins Biblionetz verwehrt blieb. Doch glücklicherweise hat sich das nun geändert und so hat es nur zwei Nachtschichten in den Bergen gebraucht, bis die ersten CoAutorInnen-Landkarten im Biblionetz zu finden sind:

gvmap-01.jpg
Ausschnitt aus der Landkarte zum Begriff Medienkompetenz (Biblionetz:w00542)

Da die Bilder recht gross sind, lasse ich sie nur im SVG-Format erstellen, ein einigermassen moderner Browser wird also vorausgesetzt (und ein grosser Bildschirm ist von Vorteil). Ein Link, um die Karte browserfüllend anzeigen zu lassen, kommt noch...)

Zur Erstellung solcher Karten für häufig verwendete Begriffe (mehr als 200 Verweise darauf) nehme ich alle Personen, die den Begriff gemäss Biblionetz mindestens zwei Mal verwendet haben und lasse dann alle Co-Autorschaften dieser Personen derzeit noch ungewichtet in den Graph einfliessen. Diese Daten füttere ich dann unterschiedlichen Werkzeugen und heraus kommen "Landkarten" wie die oben abgebildete.

Bereits jetzt scheinen mir die "Landkarten" recht interessant zu sein, zeigen sie doch durchaus Gruppen von ähnlich denkenden und arbeitenden Personen und ihre Verbindungen zu anderen Gruppen und Personen auf.

Eigentlich ist dies ja erst ein Anfang der information visualisation (Biblionetz:w01834) von Social Network Analysis (Biblionetz:w02183), denn weder habe ich die Coautorschaften gewichtet noch habe ich die in der Biblionetzdatenbank ebenfalls vorhandenen Zitationsdaten (Biblionetz:w01556) verwendet. Ich sollt auch wieder mal das Buch Mapping Scientific Frontiers (Biblionetz:b01337) von Chaomei Chen lesen, doch leider sind die Neujahrstage bereits wieder fast vorbei...

Für die Medienbildungs-, E-Learning- und Informatikdidaktik-Communities dürften folgende CoautorInnen-Landkarten interessant sein:

Ausser bei Begriffen habe ich diese Landkartenfunktion probeweise auch bei Konferenzreihen mit mindestens drei erfassten Durchführungen eingebaut. Ich versuche herauszufinden, ob man damit die Community einer Konferenz erfassen kann: Ob das gelingt, kann man hier nachschauen:

Dummerweise gibt es meines Wissens erst bei Informatikkonferenzen maschinenlesbare Proceeding-Metadaten (bei DBLP) , bei anderen Konferenzen muss ich alle Beitragsdaten von Hand erfassen...

P.S.: Ist das lange her, seit ich mich mit Co-Zitationsanalyse etc. beschäftigt habe (meint mindestens das Biblionetz):

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P.S.II: Wen die Theorie dazu interessiert, dem sei der Artikel GMap: Drawing Graphs as Maps PDF-Dokument (Biblionetz:t14553) zur Lektüre empfohlen.
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