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Weihnachtslektüre 2018

26 Dec 2018 - 11:10 - Version 2 - WikiGuest

weihnachtslektuere2018.jpg

Woher krieg ich die vier Wochen Weihnachtsferien, um all das zu lesen?

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und "Paul Watzlawick 4.0" ist noch nicht einmal dabei. Dirk Baecker hat dort auch einen Beitrag drin. (Ok. Tina Piazzi ... auch ;-)))

-- WikiGuest - 11 Jan 2019

 
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Anwärter auf Anti-Digital-Argumente-Bingo-Preis 2019 bereits Anfangs Januar!

09 Jan 2019 - 09:27 - Version 3 - BeatDoebeli

EILMELDUNG: Bereits Anfang Januar schafft es Mario Andreotti in einem Gastkommentar in der Aargauer Zeitung (Biblionetz:t23885), eine beachtliche Anzahl Anti-Digital-Argumente in einem einzigen Zeitungsartikel zusammenzuwürfeln! Dass er dabei Schule und Elternhaus vermischt, ungenannte Studien pauschalisiert und auch die Geschichte als Beweis heranzieht, ist im Rahmen der Teilnahmebedingungen zum Anti-Digital-Argumente-Bingo-Preis 2019 erlaubt. Andreotti setzt damit die Hürde bereits Anfang Jahr hoch: Wird es jemand schaffen, seine Leistung zu überbieten?

andreotti.jpg

Nachfolgend der Gastkommentar und die darin eingeflochtenen Argumente:

Originalartikel Argumente
Die Geschichte der abendländischen Bildung beweist es: Kinder lernen heute nicht anders als vor 100 oder auch 200 Jahren. Lernen bleibt Lernen
Sie haben im Grunde keine anderen Bedürfnisse, wenn man ihnen in Elternhaus und Schule genügend Entfaltungsmöglichkeiten für ihr Lernen und für das Spiel mit anderen bietet. Suggeriert wird mit diesem Satz:
Was hingegen schnell und nachhaltig gelingt, ist die Möglichkeit, Kinder auf Bildschirmmedien und auf passiven Konsum zu lenken. Passivitäts-Argument
Dabei sind fast immer kommerzielle Interessen im Spiel. Anders gesagt, heisst das: Nicht der Mensch mit seinen Anlagen und Bedürfnissen hat sich gewandelt, sondern vielmehr der Markt, der mit der Vielfalt seiner Angebote, schon bei Kleinkindern, durch die Werbung Bedürfnisse erst weckt. Wirtschaftsinteressen-Argument
Und die Eltern? Sie unterstützen das Ganze, wenn sie ihre Kinder, vielfach aus Unwissenheit, Nachgiebigkeit oder Bequemlichkeit, vor Bildschirmen und Displays «parken». Geht es jetzt um digitale Medien in der Schule oder zuhause?
Statt Kindergärten und Primarschulen mit Smartphones und Tablets hochzurüsten, sollten wir Kindern wieder Zeit und Raum für ihre altersgerechte Entwicklung mit altersgemässen Lehrmitteln einräumen. Kindergärten und Primarschulen, vor allem in der Unterstufe, brauchen Spielzeugkästen, Pinsel und Farben, Bleistifte und Papier, Rhythmus- und Klanginstrumente, Spielzimmer und grosse Pausenhöfe, Zeit zum Zuhören und Erzählen, zum Singen, Malen und Spielen – keine Smartphones und Tablets. Falsches Dilemma: Das böse Digitale oder das gute Analoge und Kinder brauchen reale und nicht virtuelle Erfahrungen
Die erste These von Gerald Lembke und Ingo Leipner in ihrem Buch «Die Lüge der digitalen Bildung» lautet denn auch zu Recht: «Eine Kindheit ohne Computer ist der beste Start ins digitale Zeitalter.»  
Tablet-Computer haben in Kindergarten und Primarschule in der Tat nichts zu suchen, stellten doch Kinderärzte bereits fest, dass die intensive Nutzung digitaler Medien bei Kindern zu Sprachstörungen führt. Sie verhindert oder verlangsamt zumindest die Sprachentwicklung und das Sozialverhalten. Sprachkompetenz-Argument
Es ist eine pädagogische Binsenwahrheit: Mit Kindern muss man sprechen, damit sie selber sprechen und so ihren Wortschatz und ihr Sprachgefühl entwickeln. «Sprich mit mir» ist eine grundlegende Forderung von Kindern an ihre Eltern, denn das Ich-Bewusstsein entwickelt sich nur in Kommunikation mit dem Du, wie schon der jüdische Dialogphilosoph Martin Buber gelehrt hat. Falsches Dilemma: Das böse Digitale oder das gute Analoge
Wenn Eltern das persönliche Gespräch mit dem Kind vernachlässigen, weil sich die digitale Kommunikation mit dem Smartphone in den Vordergrund drängt, der ständige Blick auf das Display unbemerkt zur Routine wird, dann fehlt das Allerwichtigste, was das Kind benötigt, um gesund aufwachsen, sich geistig und emotional entwickeln zu können: die Kommunikation mit seinen engsten Bezugspersonen – den Eltern. Geht es jetzt um digitale Medien in der Schule oder zuhause?
 
Kinder brauchen reale und nicht virtuelle Erfahrungen
Neuere entwicklungs- und lernpsychologische Studien belegen es: Kinder sollten eine gewisse intellektuelle Entwicklung durchlaufen haben, zu der Wahrnehmung, Gedächtnisleistung und Sprachbeherrschung gehören, bevor sie sinnvoll an Computern arbeiten und mit Smartphones umgehen können. Das dürfte realistischerweise nicht vor dem zwölften Lebensjahr der Fall sein. Vorher kann die Konfrontation mit digitalen Medien den Schülerinnen und Schülern mehr schaden als nützen "Fehlende Reife"-Argument
«Natürlich müssen wir unseren Schülern auch den Umgang mit den neuen Medien beibringen. Aber wir dürfen damit nicht schon in der Grundschule anfangen, nicht in jedem Schulfach und wir brauchen keine Laptop-Klassen», sagt Josef Kraus, der Präsident des deutschen Lehrerverbandes.  
Er wirft der Politik vor, aus rein ökonomischen Überlegungen nur an die Förderung der Digitalisierung zu denken. Wirtschaftsinteressen-Argument
Stattdessen wäre es sinnvoller, in Schulbibliotheken zu investieren, um die Lesefähigkeit der Kinder zu fördern. Denn Lesen ermöglicht Lernen. "Besser Investieren"-Argument
Zwar gibt es bereits Gegenstimmen, die behaupten, digitale Bildung sei in Zukunft ganz ohne die Kulturtechniken Lesen, Schreiben und Rechnen zu erwerben. Bonuspunkt für das absolute Strohmann-Argument - Wo findet sich eine Quelle für diese Behauptung?
Doch der Blick auf Kinder mit zum Teil erheblichen Leseschwächen, die zu Lernschwierigkeiten, Schulversagen und letztlich zu Problemen im späteren Erwerbsleben führen, zeichnet ein anderes Bild. Das müsste uns endlich hellhörig machen.  

Und nun noch ohne Polemik: Ich finde es bedenklich, dass auch 2019 noch auf diesem Niveau über digitale Medien in der Schule diskutiert wird. Ja, es gibt Dinge zu diskutieren und das richtige Mass zu finden. Aber mit Gastkommentaren wie dem eben zitierten kommen wird nicht wirklich weiter.

 
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Und wieder einmal eine finnische Studie...

06 Dec 2018 - 22:58 - Version 1 - BeatDoebeli

Wieder einmal macht eine Bildungsstudie die Runde durch die sozialen Medien. DAss es eine finnische ist, macht die Geschichte besonders attraktiv.

Finland’s digital-based curriculum impedes learning, researcher finds lautet der Titel einer Newsmeldung vom 19.11.2018 und die Zusammenfassung lautet "A Helsinki University researcher says Finland's current digital and 'phenomenon-based' learning methods used in schools may not be suitable for all students."

Bereits diese Zusammenfassung lässt aufhorchen: Eine Forscherin findet gleich zwei Gründe, warum die Schulleistungen finnischer Schülerinnen und Schüler sinken sollen:
  • Der Einsatz digitaler Medien
  • Der phänomenbasierte Unterricht (was von einigen als totale Abschaffung der Fächer missverstanden wird)

Erstaunlich, wie diese Studie in der Lage sein soll, gleich zwei Faktoren zu identifizieren.

Doch wenn man dieser Frage nachgeht, wird es noch etwas komplizierter. Gemäss diesem Artikel auf der Seite Helsingin Sanomat hat die finnische Wissenschaftlerin Aino Saarinen die Daten der PISA-Untersuchung von 2012 und 2015 ausgewertet, während der phänomenbasierte Unterricht erst nach 2015 eingeführt worden ist.

Auch der folgende Abschnitt geht chronologisch schlicht nicht auf:

In 2016 the education ministry announced plans to put an extra 50 million euros towards helping teachers learn to use electronic devices in their work.

But, according to Saarinen those efforts and investments do not appear to have paid off.

Einmal mehr zeigt sich, dass man vorsichtig sein muss mit der Aussage "Eine Studie hat gezeigt..."

P.S.: Mit diesen Hinweisen ist nichts über die Qualität der Studie von Aino Saarinen gesagt - es geht erst einmal nur um die irreführende Zitation der Studie.

P.S. II: Bisher ist es mir nicht gelungen, die zitierte Studie im Original oder schon nur ihre Existenz bestätigt zu finden.

P.S. III: Ich weiss unterdessen, warum ich die Studie nicht finde: Sie ist noch gar nicht veröffentlicht, sondern noch im Peer-Review-Prozess.

 
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Na ja, wer glaubt, dass das iPhone das erste Smartphone war, der kennt sich aber nun auch nicht wirklich aus ...

-- WikiGuest - 14 Jan 2019

Na ja, wer glaubt, dass das iPhone das erste Smartphone war, hat nicht wirklich einen Überblick über die technischen Entwicklungen ...

-- WikiGuest - 14 Jan 2019

Ich meine auch nicht, dass iPhones die ersten Smartphones waren. Aber erst mit iPhones wurde das Konzept *Smartphone* so relevant, dass es auch grössere Verbreitung fand und überhaupt die Chance bestand, dass es in Schulen eingesetzt wurde. Ich nehme gerne sachdienliche Hinweise zu Studien mit Smartphones in der Schule vor 2008 entgegen.

-- WikiGuest - 14 Jan 2019