Dies ist der private Weblog von Beat Döbeli Honegger

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GMLS-Phishing
... das Zeugs wird erschreckend gut

20 October 2026 | Beat Döbeli Honegger | GMLS

Heute bin ich erstmals Zeuge von GMLS-generiertem Phishing geworden. Jemand aus meinem Umfeld erhielt eine Mail, das aussah wie eine Kollaborationsanfrage für ein geteiltes Microsoft-Dokument:

gmls-phishing.png
Namen von mir geschwärzt

So weit, so normal. Phishing wie man es so kennt. Inkl. zweier Sprachfehler, anhand derer ein geschultes Auge erkennt, dass dies nicht von Microsoft kommt.

Die angeschriebene Person hat aber verständlicherweise die beiden Sprachfehlerchen nicht gesehen und auf die Mail geantwortet, dass dies doch ein Versehen sein müsse. Und jetzt wird es spannend:

GMLS-induzierte Usability-Toleranz-Senkung
Aus der Serie: Gefühle in GMLS-Zeiten

13 October 2026 | Beat Döbeli Honegger | GMLS, Software, vibe coding

Menschen, die selbst Software herstellen, sind oft kritischer gegenüber gegebener (Standard-)Software als Menschen ohne Programmiererfahrung, weil sie wissen, dass es auch anders ginge. Für Menschen mit Programmiererfahrung ist dabei der Frust zweistufig: Als erstes ärgert man sich über unsägliche Usability einer Software. Fast schlimmer ist dann aber, dass die nicht programmierende Umgebung diesen Frust nicht versteht und lakonisch antwortet: "Das ist halt so." oder noch schlimmer mit: "Hast du denn keine anderen Sorgen?"

gmls-usability-toleranz-senkung.png

Doch es besteht Hoffnung: Nachdem nicht-programmierende Menschen erlebt haben, wie sich mit Hilfe generativer Machine-Learning-Systeme (GMLS) (Biblionetz:w02833) Software auch automatisiert herstellen (sprich: vibe-coden (Biblionetz:w03702)) lässt, sinkt auch ihre Toleranz gegenüber grottiger Usability.

GMLS-induzierte Usability-Toleranz-Senkung bezeichnet die sinkende Bereitschaft, unnötig komplizierte, schlecht anpassbare oder nutzerunfreundliche Software hinzunehmen, weil generative Machine-Learning-Systeme individuellere digitale Werkzeuge schnell erzeugbar machen.

Weniger akademisch formuliert:

GMLS-induzierte DIY-Unlust
Aus der Serie: Gefühle in GMLS-Zeiten

13 October 2026 | Beat Döbeli Honegger | GMLS

Der Begriff ist zugegebenermassen noch etwas sperrig - das dahinter stehende Gefühl ist aber stabil: Seit einiger Zeit fühle ich eine Unlust, Dinge selbst zu machen, von denen ich weiss, dass ein generatives Machine-Learning-System (GMLS) (Biblionetz:w02833) es automatisch und deutlich schneller könnte.

gmls-unlust.png

GMLS-induzierte DIY-Unlust (kurz: GMLS-Unlust): Die sinkende Motivation, eine Tätigkeit selbst auszuführen, sobald sobald bekannt ist, dass ein generatives Machine-Learning-System sie schnell automatisch erledigen könnte.

Ein konkretes Beispiel:

GMLS-FOMO
Aus der Serie: Gefühle in GMLS-Zeiten

13 October 2026 | Beat Döbeli Honegger | GMLS

Die Entwicklungen im Bereich generativer Machine-Learning-Systeme (GMLS) (Biblionetz:w02833) ist in meiner Wahrnehmung weiterhin so hoch, dass mich öfters ein latentes Gefühl von GMLS-FOMO beschleicht:

gmls-fomo.png

Was meine ich damit? Mein Arbeitsalltag ist gut gefüllt, meine Pendenzenliste (über-)voll. Ich beobachte aus den Augenwinkeln, was andere um mich herum mit Hilfe generativer Machine-Learning-Systeme alles rasch und praktisch vollautomatisiert erledigen. Öfters habe ich das Gefühl, dass ich jetzt innehalten, Aufgaben liegenlassen und mir die Automatisierungspotenziale von GMLS genauer anschauen sollte, werde dann aber wieder von drohenden Deadlines und anderem davon abgehalten. Ich fühle mich dann wie der Neandertaler im berühmten Cartoon "No thanks - we are too busy" (dessen Ursprung sich auch mit längerer Recherche nicht wirklich eruieren liess), der weiterhin den Wagen mit den viereckigen Rädern schiebt, statt sich um die Innovationspotenziale zu kümmern.

P.S.: Im Kleinen zeigt sich grad, dass es sich lohnt, innezuhalten und etwas am Arbeitsablauf zu ändern. Das gestern entstandene Wiki-Plugin für das Einfügen von Biblionetzverweisen im Wiki erweist sich bereits als nützlich und gibt mir das Gefühl, das Biblionetz viel rascher greifbar zu haben ("Biblionetz at your fingertips")

P.S. II: FOMO: Fear of missing Out, neudeutsch für: Die Angst, etwas zu verpassen. (Biblionetz:w02486)

Sorry, gleich noch ein Posting, das vermutlich niemanden interessiert, mich aber fasziniert: Heute auf der Fahrt von Zürich nach Arth-Goldau (40 Minuten) habe ich erfolgreich Claude Code damit beauftragt, ein Plugin für meinen Foswiki-Server zu schreiben, der mir das einfügen von Biblionetzverweisen vereinfacht.

Schreibe ich Biblionetz!, dann erscheint automatisch ein Feld, in welches ich Biblionetz-Begriffe eintippen kann. Sobald ich einen der vorgeschlagenen Begriff auswähle, wird dieser ersetzt durch einen Link auf das entsprechende Biblionetz-Objekt:

plugin.png

wird zu

(Biblionetz:w00778)

Nützt ausser mir niemandem. Aber vereinfacht mir den Arbeitsalltag. Und hat eine Zugfahrt benötigt zur Umsetzung. Krasse Zeiten.

Kontakt

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  • Plattenstrasse 80
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  • E-mail: beat@doebe.li
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