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Informatiktage 2017

30 May 2017 - 12:47 - Version 2 - BeatDoebeli

informatiktage2017.jpg

Am 16./17. Juni 2017 finden in Zürich die Informatiktage 2017 statt. Zu den zahlreichen Gastgebern gehören auch die Schulen der Stadt Zürich, die im Schulhaus Albisriederplatz auf das Thema Digitalisierung und Schule fokussieren.

Damit ich als Referent mir in etwa überlegen kann, wer was bereits vor mir gesagt haben könnte, habe ich mir aus der nicht chronologisch geordneten Eventliste ein Tagesprogramm erstellt, das ich auch gleich teilen kann:

Zeit ReferentIn Titel / Abstract
12:30 - 13:00 René Moser Lehrplan 21: ICT als zentraler Lerninhalt
Mit der Einführung des Zürcher Lehrplans 21 wird Informatik in eigens dafür vorgesehenen Lektionen unterrichtet.

Digitalisierung nimmt eine immer wichtigere Position in unserer Gesellschaft ein. Nur wer über digitale Kompetenzen verfügt, kann in Zukunft im Arbeitsmarkt erfolgreich sein und in der Gesellschaft eine tragende Rolle spielen. Der Lehrplan 21, der im Kanton Zürich ab dem Schuljahr 2018/19 umgesetzt wird, beinhaltet die zentralen Kompetenzen. René Moser, Leiter Bildung & ICT der Bildungsdirektion des Kantons Zürich, stellt den Lehrplan 21 in Bezug auf Medien und Informatik vor und erläutert die Hintergründe und Überlegungen für die Umsetzung im Kanton Zürich.
13:15 - 13:45 ICoPs der Stadtpolizei Zürich Online auf Streife: ICoPs erzählen au dem Alltag
Die ICoPs der Stadtpolizei Zürich erzählen von ihren Begegnungen mit Kindern und Jugendlichen auf Facebook.

Gegenseitiger Austausch ist für eine erfolgreiche, vertrauensvolle Beziehung zwischen Polizei und Bevölkerung zentral. Mit den ICoPs begegnet die Stadtpolizei Zürich den sich verändernden Kommunikationsgewohnheiten der digitalen Gesellschaft. In einem Referat berichten die ICoPs aus ihrem Arbeitsalltag beim «Online Community Policing» auf Instagram und Facebook – mit speziellem Fokus auf ihre Erfahrungen, Chancen und Risiken im digitalen Austausch mit Kindern und Jugendlichen.
13:45 - 14:15 Gerold Lauber und Daniel Leupi Stadträte Lauber und Leupi im Gespräch
Digitalisierung in der Stadt Zürich – ein Gespräch mit den Stadträten Gerold Lauber und Daniel Leupi

igitalisierung ist in aller Munde und bringt uns allen spürbare Veränderungen. Die Stadt Zürich setzt sich mit den gesellschaftlichen und technischen Entwicklungen in Folge der Digitalisierung intensiv auseinander. Für die Bevölkerung bedeutet die Digitalisierung beispielsweise einen einfacheren Zugang zur Verwaltung, was mit dem Vorhaben «Mein Konto» realisiert wird. In den Schulen gilt es, die Zürcher Kinder im Sinne des Lehrplans auf die künftige digitalisierte Welt und den veränderten Arbeitsmarkt vorzubereiten und gleichzeitig die Chancen von digitalen Lehrmitteln zu nutzen. Im Gespräch diskutieren die Stadträte Gerold Lauber und Daniel Leupi über die Digitalisierung in der Stadt Zürich: Wie macht sich die Verwaltung die Digitalisierung zu Nutze? Wie profitieren Zürichs Einwohnerinnen und Einwohner davon? Welche Risiken gibt es und wie wird ihnen begegnet? Ein spezieller Fokus des Gesprächs wird auf das Thema Digitalisierung in den Schulen gelegt.
14:15 - 14:45 Beat Döbeli Honegger Schule in einer digitalisierten Welt
Warum das Digitale in die Schule gehört und warum es dafür keine entweder-oder-Mentalität braucht.

«Kinder sollen noch Kinder sein dürfen. Computer kommen später früh genug.» oder «Die Kinder sollen sich bewegen, statt vor dem Computer zu sitzen.»: Der Einzug der Digitalisierung ins Schulumfeld verunsichert und polarisiert. Der Leitmedienwechsel vom Buch zu digitalen Medien verändert die Arbeitswelt, aber auch unser Denken und Zusammenleben. Was das für die Gesellschaft bedeutet und wie sich dies auf die Bildungswelt auswirkt, erläutert Beat Döbeli Honegger, Professor für Medien- und Informatikdidaktik an der Pädagogischen Hochschule Schwyz.
15:00 - 15:30 Daniel Süss Mediennutzung von Eltern und ihren Kindern
Wie die Nutzung von Handy, Tablet und Co. von Eltern das Medienverhalten der Kinder beeinflusst

Ob Computergames, Internet oder Handy: digitale Medien gehören heute zum Alltag von Kindern und Jugendlichen. Viele Eltern machen sich Gedanken über Regeln, Häufigkeit und Art der Mediennutzung ihrer Kinder – und allen dürften die damit verbundenen Diskussionen mit dem Nachwuchs bekannt sein. Doch wie sieht es mit der eigenen Mediennutzung aus? Wie beeinflusst das Medienverhalten der Eltern die Kinder? Oder beeinflusst umgekehrt das der Kinder die Eltern? Daniel Süss, Professor für Medienpsychologie an der ZHAW, hat zu diesem Thema geforscht und wird diese und andere Fragen in einem Referat beantworten.
15:45 - 16:15 Susanne Rupp Didaktische Zukunftsmodelle
Wie funktioniert guter Unterricht mit digitalen Medien und welche Trends spielen eine Rolle?

Neben der Ausstattungsfrage und Medienkompetenz sind Anforderungen an Bildungsmedien, die Sensibilisierung und Weiterbildung von Lehrpersonen, sowie das Thema Datenschutz wichtige Erfolgsfaktoren bei der Integration digitaler Medien in Bildungsinstitutionen. Doch auch Unterrichtsformen müssen mit der Digitalisierung neu gedacht werden. Didaktikmodelle wie ‚Blended- oder Flipped-Learning‘ halten zusammen mit den digitalen Tools Einzug ins Klassenzimmer. Dr. Susanne Rupp, Leiterin E-Didaktik des Cornelsen-Verlags, erläutert in ihrem Referat, welche didaktischen Trends den Unterricht von morgen beeinflussen werden und welche Best-Practice-Beispiele schon heute zeigen, wie digitale Medien zum Lernerfolg führen können.

 
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Korelation stat Kausalität

31 May 2017 - 07:30 - Version 1 - BeatDoebeli

Diese Woche hat die deutsche Drogenbeauftragte Marlene Mortler die Ergebnisse der BLIKK Studie 2017 vorgestellt. Die Zusammenfassung der Medienmitteilung lautet:

Die Möglichkeiten und Chancen der Digitalisierung stehen außer Frage. Doch die Digitalisierung ist nicht ohne Risiko, zumindest dann, wenn der Medienkonsum außer Kontrolle gerät: Die Zahlen internetabhängiger Jugendlicher und junger Erwachsener steigen rasant - mittlerweile gehen Experten von etwa 600 000 Internetabhängigen und 2,5 Millionen problematischen Nutzern in Deutschland aus. Mit der heute vorgestellten BLIKK-Medienstudie werden nun auch die gesundheitlichen Risiken übermäßigen Medienkonsums für Kinder immer deutlicher. Sie reichen von Fütter- und Einschlafstörungen bei Babys über Sprachentwicklungsstörungen bei Kleinkindern bis zu Konzentrationsstörungen im Grundschulalter. Wenn der Medienkonsum bei Kind oder Eltern auffallend hoch ist, stellen Kinder- und Jugendärzte weit überdurchschnittlich entsprechende Auffälligkeiten fest.

und

Die wesentlichen Ergebnisse im Überblick:

  • 70 % der Kinder im Kita-Alter benutzen das Smartphone ihrer Eltern mehr als eine halbe Stunde täglich.
  • Es gibt einen Zusammenhang zwischen einer intensiven Mediennutzung und Entwicklungsstörungen der Kinder
  • Bei Kindern bis zum 6. Lebensjahr finden sich vermehrt Sprachentwicklungsstörungen sowie motorische Hyperaktivität bei denjenigen, die intensiv Medien nutzen
  • Wird eine digitale Medienkompetenz nicht frühzeitig erlernt, besteht ein erhöhtes Risiko, den Umgang mit den digitalen Medien nicht kontrollieren zu können

Weder in der Medienmitteilung noch im Factsheet PDF-Dokument oder in der Präsentation PDF-Dokument wird erwähnt, dass es sich dabei um Korrelationen und nicht zwingend um Kausalitäten handelt.

Massenmedien haben jedoch bereits angefangen, verkürzend über die Ergebnisse der Studie zu berichten. Hier stellvertretend aus dem Tages Anzeiger vom 30.05.2017:

blikk2017-01.jpg

Smartphones schaden Kindern

Das Smartphone steigert bei Kindern und Jugendlichen das Risiko von Konzentrationsschwäche und Hyperaktivität. So führt die tägliche Smartphon-Nutzung von mehr als einer halben Stunde bei 8- bis 13-Jährigen zu einem sechsmal höheren Risiko von Konzentrationsstörungen als üblich. Das geht aus einer deutschen Studie hervor, für die 5500 Kinder und Eltern befragt wurden. Motorische Hyperaktivität ist demnach bei 2- bis 5-Jährigen bei einer Smartphone-Nutzung von mehr als einer halben Stunde pro Tag 3,5-mal häufiger als normalerweise. Das Smartphone kann aber schon früher zum Problem werden: Wenn die Mutter etwa parallel zum Stillen des Säuglings digitale Medien nutze, gebe es messbare Hinweise auf Bindungsstörungen. «Kinder trinken nicht richtig, sie schlafen schlecht», sagte die Bundesdrogenbeauftragte Marlene Mortler bei der Vorstellung der Studie des Instituts für Medizinökonomie und medizinische Versorgungsforschung Köln. (SDA).

schwupp und aus den Korrelationen der Studie sind Kausalitäten geworden.

Man würde ja gerne einen Blick in die Studie werfen. Die ist jedoch bis heute (31.05.2017) nicht auf der Website der deutschen Drogenbeauftragtenabrufbar. Stattdessen muss man sich mit den Präsentationsfolien PDF-Dokument der Pressekonferenz begnügen.

blikk2017-02.jpg

Beim Betrachten dieser Folien bin ich allerdings selbst in Versuchung, aus Korrelationen Kausalitäten zu machen: Sowohl die unprofessionell wirkende Foliengestaltung, die naiven Bilder eines medienfreien Familienfrühstücks ("Wie schön!!!.... miteinander Essen, Sprechen, Lachen....") als auch mehrere Schreibfehler auf einer einzigen Folie ("BICKEN statt Liken" und "PADDELN statt Datteln") sagen kausal nichts über die Qualität der Studie aus. Sie lassen mich jedoch trotzdem ins Grübeln kommen....

blikk2017-03.jpg

P.S.: Ja, die Tippfehler im Titel dieses Beitrags sind beabsichtigt.

P.S.II: Oh, die Autoren der Präsentation sagen, dass auch ihre Schreibfehler Absicht gewesen wären. Eine ganz neue Strategie der Wissenschaftskommunikation in Zeiten des Informationsüberflusses...

 
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Twitterbäume

06 Apr 2017 - 20:26 - Version 1 - BeatDoebeli

Twitterkonversationen zu lesen ist nicht immer einfach, insbesondere wenn es sich um längere, mitunter auch verästelte Diskussionen handelt. Ich wundere mich eigentlich, dass ich bisher nur relativ simplen Twitterreadern begegnet bin. Klar, die Tweets lassen sich sortieren und Filtern, aber irgendwie werden die Threads nicht wirklich sichtbar.

Nun habe ich mindestens mal das Chrome-Plugin Treeverse entdeckt. Auf einer Twitterseite mit einem Tweet zeigt es auf Knopfdruck den Diskussionsverlauf dieses Tweets an:

twitterbaum0.jpg

Durch hoovern über einem Icon mit der Maus wird in der rechten Spalte der entsprechende Diskussionsfaden dargestellt. Mindestens zum Rumspielen ganz lustig. Und es gibt gewisse Visualisierungen, die recht aussagekräftig sind. So wird z.B. mit einem Blick auf die folgende Diskussion klar: Hier will jemand immer das letzte Wort haben (oder alle anderen verlieren das Interesse / die Geduld):

twitterbaum.jpg

 
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