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Lehrmittel: Analoges prägt Inhalt, Digitales prägt Methode

22 Sep 2019 - 11:52 - Version 1 - BeatDoebeli

Am Freitag habe ich am hep Bildungsforum die These in den Raum gestellt, dass analoge Lehrmitteln primär den Inhalt, digitale Lehrmittel hingegen primär die Methode prägen würden:

Hier etwas ausführlicher, was ich damit meine:

Zu Zeiten des traditionellen gedruckten Schulbuchs war dieses die hauptsächliche Informationsquelle für Schülerinnen und Schüler. Es war für die Lehrperson nicht so einfach, zusätzliche oder alternative Quellen zur Verfügung zu stellen, wie dies heute dank des Internets möglich ist. Ergo: Das Schulbuch hat den Inhalt des Unterrichts so massgeblich geprägt, dass oft vom Lehrmittel als heimlicher Lehrplan (Biblionetz:a01113) gesprochen wurde.

Das gedruckte Schulbuch enthielt zwar auch eine didaktische Absicht und bietet entsprechende Hinweise und Aufgaben. Es ist für die Lehrperson jedoch vergleichsweise einfach, andere Aufgaben für Schülerinnen und Schüler zu formulieren. Somit spurt das gedruckte Lehrmittel zwar einen gewissen didaktischen Weg vor, es aber relativ einfach, davon abzuweichen.

In Zeiten des Internets ist das Lehrmittel eine Informationsquelle unter vielen. Wikipedia oder eine Google-Suche sind nur einen Klick entfernt. Lehrpersonen können vergleichsweise einfach, andere oder zusätzliche Quellen zur Verfügung stellen und sie können auch nicht verhindern, dass Schülerinnen und Schüler das auf eigene Faust tun. Somit prägt heute ein Lehrmittel den Inhalt des Unterrichts weniger stark als früher.

Werden jedoch digitale Lehrmittel verwendet, die nicht einfach Fotografien des gedruckten Schulbuchs sind, so enthalten sie Aufgaben, bei denen digitale Artefakte zu bearbeiten und/oder Ergebnisse in der Lernumgebung abgegeben werden müssen und evtl. automatisiert korrigiert werden. Je digitaler ein Lehrmittel, desto eher werden Lernprozesse digital unterstützt oder gar vorgegeben sowie protokolliert. Gewisse Lernumgebungen halten fest, wann welche Aufgaben gelöst worden sind und wie lange jemand daran gearbeitet hat. Manche Systeme geben auf Knopfdruck das richtige Ergebnis einer Aufgabe preis, andere nicht. Einige Systeme unterscheiden zwischen Lehrpersonen und Lernenden, andere geben Lehrpersonen keine besonderen Rechte.

Insgesamt ist in einem digitalen Lernsystem ein gewisses Bild des Lehrer-Schüler-Verhältnisses einprogrammiert und es kann für Lehrpersonen schwierig sein, sich dieser vorprogrammierten Sichtweise zu widersetzen und anders zu unterrichten. Deshalb meine These, dass digitale Lehrmittel die Methode stärker prägen als analoge Lehrmittel.

 
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Schuldaten: Woher droht Gefahr?

22 Sep 2019 - 08:51 - Version 1 - BeatDoebeli

Am Freitag habe ich am hep Bildungsforum in Frankfurt über Bildungsdaten (Biblionetz:w03064) gesprochen. U.a. bin ich darauf eingegangen, woher die Gefahr von Datenmissbrauch droht:

Immer wenn Daten anfallen, besteht die Gefahr von Datenmissbrauch. Meist wird dabei vor Hackern und den bösen internationalen Konzernen gewarnt. Ich sehe das anders. Meiner Ansicht nach geht die primäre Gefahrt von Datenmissbrauch von der Schule und ihrer näheren Umgebung aus: Der andere Lehrer, der Hausmeister, der im selben Dorf wohnende Mitarbeiter der betreuenden IT-Firma hat oft ein viel grösseres Interesse an Personendaten als ein anonymer Hacker oder die grossen Internetkonzerne. Es scheint mir deshalb problematisch zu sein, aus Datenschutzgründen keine Cloud im Internet, sondern einen eigenen Schulserver im Keller betreiben und administrieren zu wollen.

t25448.jpg

Im Zug zurück wurde ich auf den Artikel Wirbel um neue Datenbank der Stadtzürcher Volksschule (Biblionetz:t25448) aufmerksam gemacht, der meine These (leider) wunederbar stützt. Gemäss Artikel des Beobachters hat die Stadt Zürich eine Profildatenbank der Schülerinnen und Schüler angelegt, um ihrem Auftrag nachzukommen, optimal durchmischte Klassen zu erreichen. Die erhobenen Daten sind hochsensibel:

In den Schülerprofilen finden sich Kommentare wie «K. ist Einzelkind», «T. hat einen sehr tiefen IQ» oder «Mutter von F. ist alleinerziehend».

Weniger sensibel scheint aber die Art und Weise des Umgangs mit den Daten zu sein:

Auch wie die Daten gesammelt werden, wirft Fragen auf. Entgegen der Darstellung des Schuldepartements ist in der Datenbank nicht ersichtlich, wer die Einträge verfasst hat. Auch ihre Qualität wird nicht überprüft. So ist es beispielsweise möglich, unerkannt nachträglich das Datum zu ändern, Noten anzupassen oder Kommentare zu verändern oder sogar zu löschen.

Diese Datenbank ist leider ein gutes Beispiel, dass die Gefahr von Datenmissbrauch nicht (nur) von grossen Internetkonzernen und bösen Hackern droht, sondern primär aus der Schule und der näheren Umgebung selbst.

 
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Mit dem Windows-Notebook drahtlos auf den Apple TV

23 Jun 2016 - 14:05 - Version 3 - WikiGuest

Drahtloses Übertragen von Videobildern ist cool - wenn es denn funktioniert! Vor zwei Jahren hatte ich einige Lösungen vorgestellt, bei denen ein Computer ein Apple TV simuliert und als Empfänger für AirPlay-Signale dient (Fall 1).

airparrot1.png

Ich nutze zu diesem Zweck seit einiger Zeit unter Windows das Programm AirServer. Funktioniert bestens mit Airplay, funktioniert bei mir bisher nicht mit MiraCast. Kostet ca. 10 Euro/Franken/Dollar.

Nun habe ich vor kurzem den umgekehrten Weg ausprobiert: Den Windows-Bildschirm drahtlos an einen Apple-TV senden (Fall 2):

airparrot2.png

Ich verwende dazu die Software AirParrot 2. Was ich dabei sehr cool finde: Ich kann nicht nur einen Bildschirm auswählen (ja, ich habe 3 externe Bildschirme angeschlossen...), sondern ich kann auch ein einzelnes Fenster auf das Apple-TV und damit den Beamer übertragen:

airparrot3.png

Das ist z.B. in Unterrichtssituationen sehr brauchbar, wenn ich nur ein Fenster, nicht aber meinen ganzen Bildschirm zeigen will. Ebenfalls cool ist, dass ich damit Filme auf dem Beamer ausgeben kann, ohne dass sie auf dem internen Bildschirm angezeigt werden.

Airparrot2 kostet ca. 13 Franken/Euro/Dollar.

Beide Lösungen bedingen ein gemeinsames WLAN aller beteiligter Geräte.

-- WikiGuest - 27 Jul 2019

 
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