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Taxonomie versus Social Filtering

17 Jan 2006 - 14:15 | Version 1 |
oder: Qualität versus Fastfood bei Metadaten

Daniele Zurkinden, die Leiterin der Mediothek der PH Solothurn ( oder wie heisst das jetzt korrekt seit 1.1.06? ) schreibt in ihrem Kommentar zu meinem Vorschlag SocialSoftwareFuerDieMediothek:

Unpersönliche Ausleihhistory
Eine unpersönliche Ausleihhistory kann ich mir in der vorgeschlagenen Art "Personen, die dieses Buch ausgeliehen haben, haben auch folgende Bücher ausgeliehen" auch nicht vorstellen. Denn damit wird nicht zwingend eine thematische Liste erstellt. Wenn der Sinn der Ausleihhistory eine inhaltliche Vernetzung ist, dann wird dies so nicht erreicht.

Mein erster Gedanke war: "Hmm, aber Amazon.com macht doch genau das mit Erfolg?"

Danach habe ich mich an die gestrige Lektüre des letzten Kapitels aus dem Buch Ambient Findability (Biblionetz:b02533) von Peter Morville erinnert. Im Abschnitt Network Culture beschreibt er den unterschiedlichen Umgang von Bibliothekaren mit den neuen Werkzeugen. Einerseits zitiert er Peter Lyman, Professor an der UC Berkeley's School of Information Management and System, der meint:

There's been a culture war between librarians and computer scientists. And the war is over. Google won.

Andererseits verweist er auf einen Artikel im Library Journal von Michael Gorman, Präsident der American Library Association , der Blogs folgendermassen definiert:

[An] Interactive electronic diary by means of which the unpublishable, untrammeled by editors or the rules of grammar, can communicate their thoughts via the web.

und zu Google meint:

Google is, in fact, the device that gives you thousands of "hits" (which may or may not be relevant) in no very useful order....Speed is of the essence to Google Boosters...but, äs wirb fast food, rubbish is rubbish, no matter how speedily it is delivered.

Peter Morville schliesst aus diesen beiden Äusserungen von Experten:

This unfortunate episode exposed the true fault lines within librarianship, and these same divisions exist within most other communities and institutions in education, government, health, and business. This is not a contest between librarians and Computer scientists, but an ongoing revolution in the definition of authority.

Unter anderem zur Beruhigung von Daniela Zurkinden: Auch ich sehe das nicht als einen Wettbewerb zwischen MediothekarInnen und InformatikerInnen. Ich sehe hier einen Berufsstand, der mit einer langen Tradition qualitativ hochstehende Metadaten her- und der Kundschaft zur Verfügung stellt. Bis vor kurzem hat sich niemand wirlich für ihre Arbeit interessiert, Hauptsache die gesuchte Information war ausleihbar.

Nun kommen seit kurzem Informatiker, Blogger und andere schräge Typen und propagieren mit social filtering und folksonomy (Biblionetz:w01801) Fast-Food-Metadaten. Da muss es qualitätsbewusste MediotheksexpertInnnen ja schaudern...

Aber zumindest kurzfristig scheint es, als ob Fast Food gewinnen würde. Man googelt und ist zufrieden.

Nochmals Peter Morville:

The Internet has shifted the landscape of informed decisions, but the impact is not entirely positive. For insight into the dark side, ask librarians. They'll teil you about students who never visit the library, but instead surf the web for a few good hits, with little appreciation for the authority, accuracy, currency, and quality of their sources. They'll lament the public's lack of appetite for Boolean search. They'll complain that scholarly networked data-bases and peer-reviewed Journals sit untouched, while Google churns out fast food for the minds of the masses. Librarians are on the front lines of an invisible struggle over our Information diet and, for better or worse, the scales are not tipping in their direction.


 
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